Zwischen Liebe, Gletscher und Gedächtnisverlust: Eric Puchners „Weißes Licht“

Buchcover des Romans Weißes Licht

Hochzeitsvorbereitungen mit Hindernissen

Die aus Los Angeles stammende Cece steckt mitten in den Vorbereitungen für ihre in einem Monat bevorstehende Hochzeit mit Charlie Margolise. Da Charlie kürzlich eine Stelle als Kardioanästhesist angenommen hat und nicht abkömmlich ist, bittet er Garrett Meek, seinen besten Freund aus Collegezeiten, sich um Cece zu kümmern. Garrett, der nach seinem Studienabbruch als Gepäckabfertiger bei einer Billigfluggesellschaft arbeitet und seinen an Lungenfibrose erkrankten Vater versorgt, soll Charlie und Cece trauen. Nach Abschluss der Hochzeitsvorbereitungen planen Cece und Garrett eine Wanderung im Glacier-Nationalpark.

Zweifel an der Liebe und Höhenangst im Nationalpark

Bereits auf der Fahrt führt Garrett mit Cece ein Gespräch über die Ehe. Seiner Meinung nach schließen sich Liebe und Ehe aus – die Ehe sei das Grab der Liebe.

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Intrigen und Abgründe in der Kastanienallee

Ein Roman über menschliche Schwächen und verborgene Machenschaften

Buchcover des Romans Kastanienallee

Ein Leben voller Unzufriedenheit

Hermann Hartl, der von seinem Onkel die Trafik übernommen hat, ist mit seinem Leben äußerst unzufrieden, nachdem ihn seine Ehefrau Heidi mit der Nachricht ihrer Schwangerschaft konfrontiert hat. Nun liegt ihm nicht nur sie finanziell auf der Tasche, sondern auch die mittlerweile erwachsene, nichtsnutzige Tochter Jessica. Nichtsahnend wird Hartl bereits seit Längerem von Psychologe Arthur Furtner und dessen Ehefrau Dolli beobachtet – wohlhabende, neugierige Nachbarn von Rudi Staller.

Rudi Staller – Kind im Körper eines Erwachsenen

Rudi ist Erbe eines Hauses in der Kastanienallee und aufgrund eines Sauerstoffmangels bei seiner Geburt – diese fand in der luxuriösen Privatklinik Leopoldshof statt – geistig auf dem Stand eines Kindes geblieben. Auch mit Mitte fünfzig interessiert er sich ausschließlich für seine Modelleisenbahn und Autorennbahn.

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Romanrezension: „Tage wie Salzwasser“ – Ein bewegendes Mosaik aus Verlust, Freundschaft und Selbstfindung

Buchcover des Romans Tage wie Salzwasser von Sita Maria Frey

Ein Schicksalsschlag am Bahnsteig

Die 34-jährige Mathematikerin Atlanta Langenbeck wartet am Bahnhof auf Malte, den Vater ihres ungeborenen Kindes, der in München lebt. Doch während der ICE einrollt, erhält sie einen Anruf von der Polizei: Malte wurde tot in seiner Wohnung aufgefunden. Es soll sich eindeutig um Suizid handeln – ein Abschiedsbrief fehlt. Für Atlanta bricht die Welt zusammen. Ihre Gynäkologin teilt ihr mit, dass ein Schwangerschaftsabbruch in der 19. Woche nicht mehr möglich ist. Auf dem Heimweg kollidiert sie mit dem Fahrrad von Enza Salino, einer Fahrradhändlerin aus Bad Vilbel. Zwischen den beiden Frauen entsteht schnell eine unerwartete Freundschaft.

Spuren eines rätselhaften Lebens

Beim Ausmisten von Maltes Habseligkeiten entdeckt Atlanta ein Notizheft mit vier Namen und Adressen: Aki aus Freiburg, Sébastien aus Marseille, Antonio aus Barcelona sowie Isabella aus Noto, einer Stadt auf Sizilien nahe Catania.

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Ein Leben zwischen Misstrauen, Verlust und Hoffnung – Die Rotte von Marcus Fischer

Buchcover: Die Rotte

Ein abgelegener Hof und ein rätselhafter Todesfall

Elfi Reisinger lebt mit ihren Eltern Lisbeth und Hannes auf dem Reisingerhof, der umgeben ist vom Schwarz-, Schneeberger-, Firnbichler- und Eitlerhof sowie einer Kapelle. In dem abgelegenen Dorf Ferchkogel am See wird eines Tages Hannes vermisst. Walter Schneeberger findet ihn im Schwarzbach liegend, doch als er die Gendarmen zu dem Toten führen will, wurde dieser bereits von der Strömung in den Ferchkogelsee unter das Eis getrieben.

Lisbeth ist entschlossen, den Hof zu halten und ihn gemeinsam mit ihrer Tochter Elfi zu bewirtschaften. Dass ihr die Rotte vom Ferchkogel Unterstützung anbietet, macht sie nur misstrauisch. Besonders Martha Firnbichler zeigt sich plötzlich freundlich und bietet an, Lisbeth mit dem Auto zur Kirche in Anger zu fahren – ein beschwerlicher Fußweg von einer halben Stunde.

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Sandseele – Ein Roman über Erinnerung, Krieg und die Zerrissenheit der Seele

Cover des Buches Sandseele von Wolf Gregis

Die ungebrochene Macht der Taliban

Wie die jüngsten Entwicklungen zeigen, ist es bis heute nicht gelungen, eine Kontrolle über die in Afghanistan regierenden Taliban zu erlangen. Bereits in der Vergangenheit scheiterten sowohl die Engländer als auch die Sowjets daran, dem Land Frieden zu bringen. Unter dem Pseudonym Wolf Gregis hat der Afghanistan-Experte Christian Taszarek, basierend auf seinen Erfahrungen als Bundeswehroffizier im Auslandseinsatz, den Roman Sandseele* geschrieben.

Ein Gesicht aus der Vergangenheit

Eines Abends – seine Ehefrau verbringt das Wochenende mit den Kindern bei seinen Eltern – erkennt Martin Küfer in der Tagesschau ein Gesicht, an das er zehn Jahre lang nicht mehr gedacht hat: Abdul Rahman. Plötzlich werden alte Erinnerungen an seine Zeit als Offizier in Afghanistan wach.

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Zwischen Wall Street und Maya-Dschungel: Die doppelte Identität des Jake Friedman

Buchcover des Romans Der Schatten von Tulum

Erfolgreicher Banker mit familiärem Rückhalt

Mit fünfundfünfzig Jahren hat es Jake Friedman als Investmentbanker an der Wall Street weit gebracht. Gemeinsam mit seiner Frau Sharon führt er ein angenehmes Leben. Sein Sohn Alex arbeitet mit ihm zusammen, und Tochter Meredith hat ihm bereits zwei Enkelkinder geschenkt. Aktuell betreut Jake, der auf Geschäfte mit Mexiko spezialisiert ist, den Verkauf der größten mexikanischen Privatbank Bancogran. Um das Projekt abzuschließen, muss er nach Mexico City fliegen, wo ein Treffen mit Arturo Diego Sanchez geplant ist.

Doch seit seiner Ankunft in Mexiko wird Jake hingehalten, und seine Unzufriedenheit wächst. Als es schließlich zum Treffen mit Sanchez kommt, eskaliert das Gespräch, und Jake beschuldigt den Mexikaner des Betrugs.

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Globale Erschütterungen durch digitale Empörung: Lucas Fassnachts Roman „#KillTheRich – Wer Neid sät, wird Hass ernten“

Buchcover des Romans #KillTheRich - Wer Neid sät, wird Hass ernten

Digitale Eskalation und weltweite Unruhen

Heutzutage, da das Internet eine weltweite Verbreitung von Nachrichten innerhalb kürzester Zeit ermöglicht, kann ein globaler Boykott ausgelöst werden, der sämtliche Strukturen infrage stellt. Ein solches Szenario beschreibt Lucas Fassnacht in seinem Roman #KillTheRich – Wer Neid sät, wird Hass ernten*. In Südostafrika wird aus einer Laune heraus ein Tweet unter dem Hashtag #KillTheRich via Twitter veröffentlicht, der kurz darauf von einem berühmten Blogger geteilt und millionenfach verbreitet wird. Überall auf der Welt kommt es zu Anschlägen. In Brasilien stürmen Aufständische den Palast des Präsidenten.

Aufgrund der zunehmenden Eskalation beordert der Generalsekretär des Europäischen Auswärtigen Dienstes, Dr. Venizelos, die Abteilungsleiterin für Südamerika, Conrada van Pauli, nach Brasilien.

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Wenn die Zukunft verstrahlt ist – Gudrun Pausewangs düstere Vision

Buchcover: Noch lange danach

Atommüll ohne Ende – ein ungelöstes Problem

Noch sind in Deutschland sieben Atomkraftwerke am Netz, und bis heute hat niemand eine Lösung dafür gefunden, wo und wie der anfallende Atommüll sicher und dauerhaft entsorgt werden kann. Der Müll, dessen Halbwertzeit bei Technetium-99 beispielsweise über 200.000 Jahre und im Fall von Neptunium-237 sogar unvorstellbare 2,1 Millionen Jahre beträgt, wird vorerst in Zwischenlagern deponiert oder wiederaufbereitet – ein Vorgehen, das wegen der damit verbundenen Gefahren höchst umstritten ist. Ein Endlager für den radioaktiven Abfall, der weltweit und auch in Deutschland bis zum Jahr 2022 anfällt, ist noch nicht in Sicht.

Ein Jugendbuch als Warnung

Gudrun Pausewang hat in ihrem Jugendbuch Noch lange danach* das Szenario einer Reaktorkatastrophe in Deutschland literarisch Wirklichkeit werden lassen.

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Klugscheißer Royale – Wenn das Leben plötzlich Kopf steht

Buchcover: Klugscheißer Royale

Job weg, Liebe weg – und jetzt?

Es ist hart, wenn man gleichzeitig seinen Job und die Freundin verliert. Erst wird Timo Seidel, der seit fünf Jahren in einem Callcenter arbeitet, von seinem Chef fristlos gekündigt – und das nur, weil er sich ein wenig im Tonfall vergriffen hat. Dann verlässt ihn auch noch Cleo, die ihn einen Egoisten und Klugscheißer schimpft. Timo kann es kaum fassen, schließlich hatten sie doch immer guten Sex.

Schnell überschlägt er die monatlichen Kosten, denn nach Cleos Auszug muss er die Miete alleine stemmen. Die Erkenntnis ist klar: Ein neuer Job muss her – und zwar sofort. Doch trotz seiner 28 Jahre hat Timo noch immer keine abgeschlossene Berufsausbildung. Sein Deutsch- und Englischstudium hat er nach nur zwei Semestern hingeworfen. Voller Hoffnung wendet er sich an die Arbeitsagentur, erlebt dort jedoch ein böses Erwachen und wird unsanft auf den Boden der Realität zurückgeholt.

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Zwischen Hausbesetzern und Streetart: Rosas Weg durch eine bewegte Zeit

Buchcover: Was du von mir wissen sollst

Aufbruchsstimmung in Dänemark

In den 1970er- und 1980er-Jahren wollten junge Menschen in Dänemark – wie vielerorts in Europa – die Welt verändern. Politiker kümmerten sich kaum um die Probleme der Arbeitslosen, weshalb diese kurzerhand leerstehende Häuser besetzten. Während sie gegen Kapitalismus und Faschismus ankämpften, sahen die Konservativen darin nur „faule Hausbesetzer“, die sich auf Kosten anderer ein bequemes Leben machen wollten.

In dieser Zeit verbringt auch die zwölfjährige Rosa, Protagonistin des Romans Was du von mir wissen sollst*, ihre Sommerferien mit ihrer türkischen Freundin Sevim in Aarhus. Rosas Mutter Helle, Biologiestudentin und überzeugte Sozialistin, lebt in einer Kommune und träumt von Frieden auf Erden. Über ihren leiblichen Vater weiß Rosa lediglich, dass drei Männer infrage kommen – unter ihnen Rudi Dutschke. Einen fürsorglichen Ersatzvater findet sie im homosexuellen Kalle Krudt, Professor an der Kunsthochschule.

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