Auf eine gute Zusammenarbeit

Eine Kurzgeschichte aus dem Buch „Ein Kind des Ruhrgebiets“.

Rafael war wieder einmal spät dran, und er würde sich beeilen müssen, um pünktlich im Büro zu sein. Schnell trank er seinen letzten Schluck Kaffee im Stehen und kontrollierte vor dem Garderobenspiegel den akkuraten Sitz seiner Krawatte, bevor er sich auf den Weg machte.

Draußen schüttete es wie aus Eimern. Zum Glück gab es einen direkten Zugang zu seiner Garage, so dass er seinen Wagen trockenen Fußes erreichte. Rasant fädelte er sich mit dem Porsche in den fließenden Verkehr ein. Die Scheibenwischer liefen auf der höchsten Stufe und seine Gedanken hingen an seinem nächsten Großauftrag. Zu spät sah er eine Wasserlache und auf dem Gehweg hatte es eine junge Passantin voll erwischt.

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Der Libanese von Clemens Murath

Der LibaneseDer mit Helen verheiratete Filmproduzent Harry Schumann hat bei einer Produktion Geld verloren, das er sich von Tarik Aziz geliehen hat, einem Mitglied der libanesischen Großfamilie unter Führung seines Bruders Arslan. Als Tarik klar wird, dass der Kosovo-Albaner Rodan Ekrem seine „scheiß Zigeuner“ als Dealer vor seinem Laden postiert und sich damit in den von seiner Familie kontrollierten Drogenmarkt einmischt, kann er das nicht dulden: Bei einem Treffen schlitzt er seinem Konkurrenten kurzerhand mit einem Klappmesser den Hals auf. Doch eine Zeugin verrät Tarik an die Polizei. Frank Bosman vom LKA Berlin bezieht mit zwei Kollegen vor dem Erotikcenter Dreamland Stellung. Der Zugriff endet damit, dass Frank einen Kollegen von Tarik erschießt, was wiederum von Nikki beobachtet wird, einer zufällig auf der Bildfläche erschienenen Frau.

Frank Bosman weiß nur zu gut, dass er nicht in Notwehr gehandelt hat. Aber das soll ihm sein Chef, der ihn und seinen Kollegen Schuster zu sich ruft, erst einmal beweisen.

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Dunkler Grund von Hendrik Berg

Dunkler GrundKriminalhauptkommissar Theo Krumme und seine Kollegin Patrizia, kurz Pat, werden zum Yachthafen in Husum gerufen, wo auf einem Schiff eine junge Frau in einem Müllsack erstochen aufgefunden wurde. Pat erkennt die Tote sofort: Es ist Nantje, die Ehefrau von Sebastian Schreiber, der ein gehobenes und gut besuchtes Fischrestaurant in der Husumer Altstadt betreibt. Der Hafenmeister will in der Nacht ein Geräusch gehört haben, doch kann er sich nur an die Uhrzeit erinnern und ist den Ermittlern so keine Hilfe. Als Krumme und Pat Herrn Schreiber die Nachricht vom Tod seiner Ehefrau überbringen wollen, treffen sie ihn zunächst im Restaurant nicht an. Doch wenig später trifft er direkt aus Hamburg kommend dort ein und zeigt sich bestürzt über Nantjes Tod.

Im Gegensatz zu seiner Kollegin Pat ist Krumme nicht von Schreibers Unschuld überzeugt, zumal jemand am Yachthafen ausgesagt hat, dass Schreiber am nächsten Tag zu einem Segeltörn aufbrechen wollte, obwohl er gerade erst aus Hamburg zurück ist.

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Wenn das Gehirn seinen Verstand verliert von Dr. med. Michael Spitzbart

Wenn das Gehirn seinen Verstand verliertIn Deutschland leben etwa eineinhalb Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. Fast jeder kennt eine an Demenz erkrankte Person und fürchtet sich verständlicherweise davor, eines Tages selbst vergesslich zu werden. Im schlimmsten Fall kennt man die eigenen Kinder nicht mehr wieder oder weiß nicht, welche Speise gerade auf dem Tisch stand. In seinem Sachbuch „Wenn das Gehirn den Verstand verliert“ schreibt Dr. med. Michael Spitzbart, wie man Demenz vorbeugen kann. Zur Einführung erklärt er die Funktionsweise des Gehirns, womit schon deutlich wird, dass sich Gehirnzellen noch im Alter, wenn auch verlangsamt, neu vernetzen. In seinem Buch gibt er Antwort auf die Frage, was genau unter Demenz, deren bekannteste Form Alzheimer ist, zu verstehen ist, in welche Grade sie unterteilt wird, welche Arten es gibt und wie sie sich äußern. Doch bevor sich erste Anzeichen bemerkbar machen, haben bereits große Anteile der Hirnsubstanz Schaden genommen.

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In Her Footsteps – Reisen zu außergewöhnlichen Frauen

In Her FootstepsDer Reisebildband „In Her Footsteps – Reisen zu außergewöhnlichen Frauen“ ist eine Reise in die Vergangenheit, eine Reise zu den entlegensten Orten der Erdkugel und nicht zuletzt auch eine Reise, die den Leser zu mutigen und ungewöhnlichen Frauen führt, denen auf ganzer Linie Respekt gezollt werden muss. Die Würdigung ihrer Werke geschah nicht selten posthum, so dass nicht alle diese zu Lebzeiten in Empfang nehmen konnten. Unterteilt hat Lonely Planet die Auswahl mehr oder weniger bekannter Persönlichkeiten nach Aktivistinnen, Künstlerinnen, Pionierinnen und Ikonen, die zum Teil inhaftiert wurden, wenn sie nicht sogar für ihr Engagement mit dem Leben bezahlen mussten. Andere verkleideten sich für ihre halsbrecherischen Unternehmungen als Mann oder wählten gar als letzten Ausweg den Suizid.

Das Buch stellt die Leistungen, bahnbrechenden Forschungen und mutigen Taten sowohl von noch lebenden, wie auch längst verstorbener Frauen vor, deren Wirken bis eineinhalb tausend Jahre vor Christus reicht.

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Interview mit der Autorin, Journalistin und Menstruationsaktivistin Franka Frei

Franka FreiFranka Frei wurde 1995 in Köln geboren und ist in Salzburg aufgewachsen. Ihren Bachelor hat sie im Fach Angewandte Medien abgeschlossen (aktuell studiert sie an der Humboldt-Universität zu Berlin Gender Studies im Master). Thema ihrer Arbeit „Enttabuisierung der Menstruation in Gesellschaft und Medien“. Neben zahlreichen Vorträgen, beispielsweise über die politischen Dimensionen der Periode, und Auftritten im In- und Ausland arbeitet sie als freie Journalistin und tritt bei Science Slams auf. Darüber hinaus hat sie sich als Autorin zunächst mit dem Sachbuch „Periode ist politisch: Ein Manifest gegen das Menstruationstabu“, in der Folge mit ihrem Debütroman Krötensex Medienpräsenz verschafft. Sie lebt in Berlin.

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Ich bin still von David Ouimet

Ich bin stillEs gibt Menschen, die sich lieber zurückziehen und still verhalten. Für ihre Mitmenschen gelten sie als schüchtern oder introvertiert. Nur selten kommen sie aus sich heraus und erheben ihre Stimme. Genau so ergeht es einem kleinen Mädchen in dem Bilderbuch „Ich bin still“ von David Ouimet. Es ist manchmal still, weil es sowieso niemand versteht, wenn es spricht. Aus der Kleinen spricht Verzweiflung, weil sie nicht weiß, wie sie sein soll. Sie hört auch nicht immer zu, wenn andere etwas sagen, weil ihre Gedanken leicht abgelenkt werden und abschweifen. Am liebsten möchte sie davonfliegen.

Erst der Griff zu einem Buch und dem Besuch einer riesigen Bibliothek gibt ihr das Gefühl, auch irgendwie dazuzugehören. Beim Lesen schöpft sie neuen Mut und stellt fest, dass sie gar nicht so viel anders ist wie die anderen und auch gar nicht so klein, wie sie immer meinte. Endlich blickt sie voller Pläne in die Zukunft und will ganze Städte erbauen, in denen es nicht still sein wird, auch wenn sie es jetzt noch manchmal ist.

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Krötensex von Franka Frei

KrötensexDie Ökonomiestudentin Frieda Flieker muss wie ihre Kommilitonen Miro und Kenny ein Semester in Amerika absolvieren. Nur dumm, dass sie dem Kleingedruckten in der Studienordnung keine Bedeutung beigemessen hat. Denn es geht für die drei aus Berlin stammenden jungen Leute nicht, wie erhofft, über den großen Teich, sondern nur in ein kleines Nest namens Amerika in Mittelsachsen! Bereits bei der Ankunft packt alle das Entsetzen, als sie Herr Zankzahn eine steile Wendeltreppe in ihr Zimmer auf den Dachboden führt, wo mangels bequemer Betten lediglich auf dem Boden ausgebreitete Matratzen auf sie warten. Das kann ja heiter werden!

Franka Frei lässt in ihrem Roman „Krötensex“ ihre Protagonistin in der Ich-Form berichten. Die Ereignisse überschlagen sich von Beginn an: Miro landet zu allem Unglück, an dem Frieda nicht unschuldig ist, mit gebrochenem Bein im Krankenhaus.

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Kuckuck, ich bin wieder da! von Daniel Fehr

Kuckuck, ich bin wieder da!Der Kuckuck zählt zu den bedrohten Tierarten. Um den Winter in unseren Breitengraden überleben zu können, begibt er sich jedes Jahr im August auf eine weite Reise, die ihn entweder zu seinem Winterquartier südlich des Äquators oder nach Westafrika führt. Erst im Frühling, spätestens Ende Mai, tritt er die lange Rückreise an, die er vornehmlich in der Nacht und in Etappen von etwa fünfzig Kilometern zurücklegt. In dem Kinderbuch von Daniel Fehr kommt auch ein Kuckuck gerade im Frühling aus Afrika und ruft freudestrahlend „Kuckuck, ich bin wieder da!“. Doch leider antwortet ihm niemand, was ihm seltsam vorkommt. So fliegt er zum großen Baum, wo die Maus wohnt und stellt fest, dass sie nicht zu Hause ist. Sein nächstes Ziel ist die Lichtung, wo er den Hirsch anzutreffen hofft.

Schließlich versucht es der Kuckuck beim Igel, der eigentlich immer da ist. Zu seinem Erstaunen ist auch er nicht in seinem Nest. Er hat kaum noch Hoffnung, den Salamander in seiner Höhle anzutreffen.

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Die Wahrheit schmeckt nach Marzipan von Anni E. Lindner

Die Wahrheit schmeckt nach MarzipanFür die sechzehnjährige Gymnasiastin Talitha Kramer, die von allen Tally gerufen wird, bricht mit dem Tod ihres Vaters eine Welt zusammen. Obwohl er selbst Facharzt für Lungenchirurgie an der Charité war, ist er an einem Lungenkarzinom verstorben. Mit ihrem Paps, der sie wegen ihrer Haarfarbe gerne Füchslein nannte, hatte sie sich von klein auf bestens verstanden. Doch mit seinem Tod, so ist sie überzeugt, ist auch die „alte“ Tally gestorben. Entschlossen unterzieht sie sich einer drastischen äußeren Veränderung. Über ihre beste Freundin Sanna lernt sie Timo, den süßesten Jungen der Schule kennen und sie errötet, wenn sie ihm nur begegnet. Da er Mitglied in einem Bibelkreis ist, dem Tally nicht angehören möchte, macht sie sich keine Hoffnungen, ihn für sich gewinnen zu können. Eines Tages macht sie zufällig die Bekanntschaft einer alten, Marzipan liebenden Frau mit einem Papagei, die ihre trüben Gedanken vertreibt.

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