Zwischen Vergangenheit und Verlust: Almas Suche nach sich selbst

Cover von Alma von Federica Manzon

Eine Rückkehr nach Triest

Nachdem die dreiundfünfzigjährige Alma vor wenigen Wochen einen Brief ihres einstigen Geliebten Vili erhalten hat, in dem sie aufgefordert wird, den Nachlass ihres verstorbenen Großvaters entgegenzunehmen, reist sie in ihre Geburtsstadt Triest. Dort mietet sie sich ein Hotelzimmer und begibt sich auf die Suche nach Vili, den sie seit dreißig Jahren nicht mehr gesehen hat.

Erinnerungen, die in die Habsburgerzeit zurückführen

Soweit zum aktuellen Geschehen in dem aus dem Italienischen von Verena von Koskull übersetzten Roman Alma von Federica Manzon. Übergangslos wechselt die Autorin zu Ereignissen der Vergangenheit – ein Stilmittel, das vom Leser Konzentration verlangt, zumal der Roman konsequent im Präsens erzählt wird. Ein Großteil der Handlung spielt in der Habsburgerzeit, als sich im Café Stella Polare in Triest das mitteleuropäische Bürgertum traf. Auch Alma kehrt nach Jahrzehnten dorthin zurück, weil sie dort viele glückliche Stunden ihres Lebens verbracht hat.

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Hybride Bedrohung im Schatten Europas – ein Politthriller, der wachrüttelt

Cover von Im Sog der Zersetzung von H. Dieter Neumann

Warum dieser Roman nicht in große Verlagsprogramme passt – und gerade deshalb gelesen werden sollte

Wie H. Dieter Neumann in einer Randnotiz zu seinem Politthriller Im Sog der Zersetzung feststellt, wollen Leser „nicht mit allzu realistischen Szenarien … belästigt werden“. Genau deshalb, so schreibt er, hätte sein beachtenswerter Roman kaum in das Programm eines großen deutschen Verlages gepasst. Doch wer sich nicht von heiler‑Welt‑Geschichten einlullen lassen möchte und angesichts zweifelhafter Sicherheitsgarantien der NATO durch die USA im Ernstfall beunruhigt ist, wird diesen „vor einem sehr realen Hintergrund spielenden“ Roman über den „hybriden Krieg, den Russland immer entschlossener … führt“, mit großem Interesse verfolgen.

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Auf der Suche nach dem fehlenden Ende eines Traums

Cover von Der Traum des Nomaden von Jonas Pöltl

Ein junger Nomade und ein rätselhaftes Amulett

Mit siebzehn Jahren verlässt der in der Wüste geborene Nael seinen Stamm, um Traumdeuter aufzusuchen, die ihm seinen immer wiederkehrenden Traum erklären sollen. Als Diebe seine Trinkschläuche stehlen und ein Amulett mit einem schwarzen Skorpion zurücklassen, eilt ihm Cato, der Hofnarr des Sultans, zu Hilfe. Nachdem Nael dem Sultan vorgestellt wurde, setzt er seine Reise fort und trifft auf den Angreifer Dorian, der ebenfalls das ihm bekannte Amulett trägt. Dorians Bruderschaft verfolgt das Ziel, „die Welt so zu bewahren, wie sie heute ist“.

Begegnungen, Prüfungen und ein unvollendeter Traum

Auf seiner Reise begegnet Nael dem blinden Alvar, der ihn während eines Angriffs lehrt, Pfeile abzufeuern. Nael staunt über die Treffsicherheit des Blinden. Nach ihrem Abschied erreicht er den Tempel auf dem Berg und trifft dort auf vier Traumdeuter.

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Wenn Erinnerung trügt und Vertrauen zerbricht

Cover von Das Signal von Ursula Poznanski

Erwachen ohne Vergangenheit

Die mit dem Meinungsforscher Adam Decker verheiratete Viola wacht im Krankenhaus ohne Erinnerung an das Geschehene auf. Von einer Ärztin erfährt sie, dass sie einen Unfall hatte, bei dem sie sich neben einer Gehirnerschütterung drei Rippen brach und ihr linkes Bein verlor. Adam, mit dem sie seit fünf Jahren verheiratet ist und mit dem sie erst vor drei Monaten in ein abgelegenes, altes Haus gezogen ist, erklärt ihr bei seinem Besuch, dass er bereits eine Pflegekraft organisiert habe: Die aus Rumänien stammende Otilia werde bei ihnen einziehen. Da Viola vorerst keine Treppen steigen könne, müssten sie zudem auf getrennten Etagen schlafen.

Zweifel im eigenen Zuhause

Wieder zu Hause angekommen, stellt Viola irritiert fest, dass ihre App den Live-Standort ihres Ehemannes nicht mehr anzeigt. Zufällig stößt sie auf eine Werbung für Tracker, von denen sie ohne zu zögern zehn bestellt.

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Zwischen Trauma und Hoffnung – ein Roman, der nachhallt

Cover von Die Frauen der Familie von Katherena Vermette

Wer sind die Indigenen? Ein notwendiger Einstieg

Indigene sind die Nachkommen der ursprünglichen Bevölkerungen eines Landes – Menschen, deren Kulturen, Sprachen und Traditionen bereits vor der Kolonisierung existierten. Zu ihnen zählen unter anderem die Indianer Nord- und Südamerikas, die Aborigines in Australien, die Māori in Neuseeland, die Inuit der Polarregion, die Sami Nordeuropas sowie zahlreiche indigene Gruppen in Bolivien, Guatemala und Peru.

Katherena Vermette, selbst indigene Kanadierin, weist in ihrem Roman Die Frauen der Familie in einer einleitenden Warnung darauf hin, dass das Buch für viele Leserinnen und Leser mit traumatischen Erfahrungen belastend sein kann. Umso bewusster habe sie „Liebe und Hoffnung“ in ihre Texte gelegt.

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Ein Tannenbaum als Mordwaffe – Oskar Sterns achter Fall

Cover von Mühlviertler Todesstoß von Eva Reichl

Ein tödlicher Fund auf dem Adventsmarkt

Chefinspektor Oskar Stern vom LKA Linz will gerade mit seiner neuen Liebe Silvia Burgstaller bei einem gemütlichen Abendessen die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage planen, als ihn sein Dienststellenleiter Bormann an seinem freien Tag mit einer schockierenden Nachricht konfrontiert: Auf dem handwerklichen Adventsmarkt von Schloss Weinberg gibt es einen Toten. Gemeinsam mit seiner Kollegin Mara Grünbrecht erreicht Stern wenig später den Tatort. Dort erfährt er, dass der Hausmeister den Toten bereits identifiziert hat: Es handelt sich um Jakob Grünwald, den Firmenchef von Grünwaldöfen. Dem Opfer wurde grausam ein hölzernen Tannenbaum in den Hals gestoßen.

Familiengeheimnisse und alte Konflikte

Als Erstes besuchen Stern und Grünbrecht die Witwe Maike Grünwald, die sie im Morgenmantel empfängt. Sie berichtet, dass ihre Schwiegertochter Anna sie hasse, während sie sich mit deren Bruder Matteo inzwischen versöhnt habe.

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Zwischen Absturz und Konfetti: Max Steinbachs wilde Reise

Cover von Konfetti-Blues von Lutz van der Horst

Ein Comedian zwischen Rausch und Realität

Max Steinbach träumt von einer Karriere als Comedian und moderiert seine eigene Show. Für den jungen Mann, der über einem Pornokino in Köln wohnt, und seinen besten Freund Markus gehören Wodka Red Bull, Ecstasy und einige Lines Kokain zum Alltag. Mit dem soliden Danny, der sich mit Isi verloben will, teilt Max sich ein Büro. Als Markus ihn dort abholen möchte und auf Danny trifft, ist der Crash der ungleichen Typen vorprogrammiert. Bereits auf dem Weg zu einer multisexuell orientierten Party glühen die beiden Freunde vor und begegnen später Elmar, der mit seiner Nina Probleme hat.

Liebe, Lust und Ernüchterung

Auf der Party hat der bisexuelle Max nur Augen für den Japaner Yuma, den er als den „schönsten Menschen des Planeten“ bezeichnet. Im siebten Himmel schwebt er, als Yuma ihn nach Hause begleitet.

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Zwischen Pseudonym und Wahrheit: Der lange Weg der Vera Albach

Cover von Es könnte so einfach sein von Anne Handorf

Der Beginn einer ungewöhnlichen Karriere

Der Roman Es könnte so einfach sein von Anne Handorf erzählt die Geschichte der Bestsellerautorin Vera Albach, die sich als Schriftstellerin in einer Männerwelt behaupten muss. In den 1960er Jahren arbeitet sie als Stenotypistin im Vorzimmer von Gustav Bigalke, dem Inhaber eines familiengeführten Verlags für Romanhefte und Bücher.

Als Siegfried Dunckel, Autor der erfolgreichen Heftroman-Serie „Klinik am See“, ein unvollständiges Manuskript einreicht und danach nicht mehr erreichbar ist, überarbeitet Vera einige Stellen nach ihren Vorstellungen und vervollständigt das Werk. Bigalke ist am nächsten Morgen von ihrer Arbeit begeistert – und so geht Veras erster Heftroman in den Druck. Die Serie wird erfolgreicher als je zuvor. Vera erhält zwar einen Autorenvertrag, doch zu ihrem Leidwesen erscheinen die Romane weiterhin unter dem Namen Siegfried Dunckel.

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Schweben im Moor der Erinnerungen – Kur, Internat und Geschichte im Wechselspiel

Cover von Schweben im Moor der Erinnerungen von Franz-Josef Schulte

Ein Kuraufenthalt mit unerwarteten Begegnungen

Für Franz-Josef Schulte machten seine Rückenprobleme eine Kur erforderlich. Bevor es für drei Wochen nach Bad Doberan in eine für ihre Moorbäder berühmte Kurklinik gehen sollte, musste er zunächst zum PCR-Test in eine Corona-Teststation in Berlin. Sein Zimmer erinnerte ihn sofort an seinen Aufenthalt als Schüler in einem streng katholischen Internat in Kleve. Wenn er keine Moorbäder nahm, wanderte er durch die mecklenburgischen Wälder. Eines Tages gesellte sich zu seinem Tischnachbarn Norbert, einem afghanischen Veteran im Rollstuhl, noch der Geigenvirtuose Lothar. Die Überlegung, Ella den Abbruch der Kur zu eröffnen, geriet dadurch in den Hintergrund.

Die Idee eines gemeinsamen Buches

Wie Schulte im Epilog seines autobiografischen Romans Schweben im Moor der Erinnerungen erklärt, entwickelte er mit Lothar die Idee, ihre gemeinsame Geschichte aufzuschreiben.

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Am Saum der Jahre – Ein Leben zwischen Schuld und Sehnsucht

Cover von Am Saum der Jahre von Thomas Röthlisberger

Lehrjahre im Schatten des Meisters

Herrenschneider Ernst Bergmann schickt seine Tochter Margret, die eines Tages sein Schneideratelier für wohlhabende Männer im Dorf übernehmen soll, zum verheirateten Schneidermeister Paul Pfund, damit das begabte Mädchen dort noch einiges dazulernt. Von Beginn an hat der Patron ein Auge auf seine Lehrtochter geworfen. Nach erfolgreich beendeter Lehre bietet er ihr nicht ohne Hintergedanken einen Vertrag an und legt alsbald seine Hand auf die ihre, während er von den Bedürfnissen eines Mannes spricht. Überstürzt und irritiert rennt Margret daraufhin aus dem Haus.

Ein verhängnisvoller Augenblick

Später lässt Margret stillschweigend geschehen, dass Paul Pfund sie küsst. Schließlich nimmt er sich, was nicht länger warten kann. Wankend kommt sie nach Hause und erbricht sich, was der aufmerksamen Mutter nicht verborgen bleibt.

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