Valentina fährt nach einem Besuch bei ihren Eltern, wo sie ihren dreißigsten Geburtstag gefeiert hat, mit dem Zug nach Hause. Aus dem Fenster beobachtet sie einen Mann auf dem Bahnsteig, dessen Blicke sie treffen. Weil ihr dieser Mann nicht mehr aus dem Kopf geht, steigt sie an der nächsten Station aus und kehrt zurück. Doch der Unbekannte ist nicht mehr da. Auf der Suche nach ihm spricht sie eine Frau an und zeigt ihr eine Portraitzeichnung, die sie während der Zugfahrt von dem Mann angefertigt hat. Schnell freundet sie sich mit Vanessa an, die den Mann wiedererkannt hat und Valentina bei der Suche behilflich ist.

Seit der Begegnung auf dem Bahnsteig fühlt sich Valentina verändert. Ihren Traum und ihre Hoffnung, eines Tages den Richtigen und damit die Liebe zu finden, hatte sie schon aufgegeben. Doch durch den Blick des Fremden kann sie wieder Freude am Leben empfinden, wofür sie sich bei ihm bedanken will. Mit Steckbriefen und einem Inserat will sie den Unbekannten finden. Tatsächlich meldet sich einen Tag später ein freundlicher Herr bei ihr und gibt ihr einen Tipp, in welchem Restaurant er den Gesuchten gesehen hat.

Die Lektüre des Romans Valentina sucht das Glück erinnert allein schon aufgrund des poetischen Sprachgebrauchs von Hans Kruppa an ein Märchen. Das wird besonders an einem Traum von Valentina deutlich, bei dem sie durch eine ihr unbekannte Stadt läuft, wie es von den beiden Töchtern aus Frau Holle bekannt ist, die sich nach dem Fall in einen Brunnen auf einer Wiese wiederfinden und daraufhin den unbekannten Ort erkunden. Weiterlesen »

Unter einem Podcast versteht man einen Audiobeitrag, den man sich aus dem Internet herunterladen kann. In dem Roman Schläfst du noch? von Kathleen Barber bedient sich die Enthüllungsjournalistin Poppy Parnell dieses Mediums, um eine Wiederaufnahme des Mordes an Prof. Charles Buhrmann anzuregen, der in seiner Küche erschossen wurde. Zu dem Zeitpunkt waren seine beiden Töchter, die Zwillinge Josie und Lanie im Hause, wobei Lanie als Augenzeugin den siebzehnjährigen Nachbarn Warren Cave gesehen haben will. In dem folgenden Indizienprozess wurde er zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt, obwohl er immer wieder seine Unschuld beteuerte.

Inzwischen sind dreizehn Jahre vergangen, in denen Josie die Vergangenheit möglichst auf sich beruhen lassen will. Doch als sie von dem Podcast hört, überwiegt ihre Neugier. Angeblich soll es Ungereimtheiten im Prozess gegeben haben, weshalb Poppy Parnell nicht unbedingt von der Schuld des Verurteilten überzeugt ist. Zu allem Überfluss nimmt sich Josies Mutter, die nach dem Tod ihres Ehemannes die Zwillinge verlassen hat und von ihrer Familie völlig abgekapselt in einer Sekte untergetaucht ist, das Leben. Josie bucht einen Flug von New York nach Illinois, um an der Kondolenzfeier für ihre Mutter teilzunehmen. Weiterlesen »

Nina Altmann ist eine gefeierte Pianistin, doch kann sie sich nicht verzeihen, ihre Freundin und Professorin, der sie ihre Karriere zu verdanken hat, mit dessen Ehemann Johannes betrogen zu haben. Seit jener Nacht verkrampfen sich ihre Finger beim Anblick eines Klaviers und sie kann nicht mehr spielen. Umso dankbarer ist sie, ihrem Wohnort Dortmund entfliehen zu können, als sie das Landhaus Stone Abbey in England von ihrer Urgroßtante Ernestine erbt. Doch mit diesem Erbe ist die Verpflichtung verknüpft, dass sie die Unschuld ihrer Vorfahrin Anna Stone beweist, die vor einhundertachtundfünfzig Jahren vier Menschen ermordet haben soll und gehängt wurde.

Nach ihrer Ankunft fällt Nina sofort an einem Gemälde eine frappierende Ähnlichkeit zwischen ihr und Anna Stone auf, die ebenfalls eine Pianistin war. Ihre Nachforschungen führen sie nach Mainston Hall, wo sie von Butler Bryan begrüßt wird. Obwohl Bryan von Anna Stones Schuld überzeugt ist, führt er Nina bereitwillig durch das Haus und sogar durch verstaubte Zimmer, die seit langer Zeit ungenutzt geblieben sind. Seit Der Klang der verborgenen Räume für Nina wahrnehmbar ist, will sie unbedingt hinter das Geheimnis von Anna Stone kommen. Ihre Großmutter Abigail, der es zu Lebzeiten nicht gegönnt war, das Gerücht einer Mörderin aus der Welt zu schaffen, soll endlich ihre Ruhe finden. Weiterlesen »

Auf dem Sterbebett äußerte Friedrich Krameike, ein guter Freund von Koslowski, seine letzte Bitte: Im Keller seiner Wohnung lägen Briefe, die Koslowski lesen soll. Zu dessen Erstaunen handelt es sich dabei um alte Tagebuchaufzeichnungen von Wilhelm Krameike, dem Vater von Friedrich, der als Angehöriger der Waffen SS an einem besonderen Auftrag des Führers in den österreichischen Alpen beteiligt war. Ohne alpine Erfahrung musste die Gruppe an einer gefährlichen Klettertour teilnehmen. Wilhelm und seinem Kamerad Horst Bärwald gelang zwar die Flucht, doch überlebte Horst nicht mehr lange, wie Koslowski den weiteren Aufzeichnungen entnimmt.

Damit Angehörige von Bärwald erfahren, was damals geschehen ist, soll Koslowski diese ausfindig machen. Mit Unterstützung seiner Freundin Britta Craven findet er Martin Neumann, einen Enkel von Horst Bärwald. Der hat inzwischen einen Anruf erhalten, dass sein Großvater in der Gerichtsmedizin in Salzburg liegt, nachdem Mitglieder der Bergwacht zufällig auf die Leiche des ehemaligen Soldaten gestoßen sind. Zu dritt machen sie sich auf den Weg nach Österreich, doch noch ahnt Koslowski nicht, dass er für die weiteren Ermittlungen die Hilfe eines Pfarrers sowie eines erfahrenen Bergsteigers in Anspruch nehmen muss und auch nicht, dass er es noch mit einem Erpresser zu tun bekommt. Weiterlesen »

Im Januar 1860 begibt sich Jakob Wyssler auf die Suche nach einer Wohnung für seine schwangere Frau Verena und die drei Kinder. In seiner Not erbittet er bei Res Schlatter eine Unterkunft, der bei allen als mürrischer Geizkragen gilt, mit dem niemand auskommt und der seine drei Schwestern, wie auch seinen Vater aus dem Haus getrieben haben soll. Widerwillig stimmt Res, ein Vetter von Verena, zu und gibt Jakob Geld für den Kauf von zwei Ziegen mit. Erst Wochen später kommt dieser mit seiner Familie auf dem Schafberg im Emmental an, jedoch ohne die Ziegen, da er das Geld zum Begleichen seiner Schulden brauchte. Obwohl alle hungrig sind, wird ihnen in der vernachlässigten und verdreckten Stube nichts angeboten.

Jakob findet weder bei der Eisenbahn, noch als Schuhmacher eine Arbeit und Res überlässt ihnen nur einen steinigen Boden für das Setzen der Saatkartoffeln, die Verena von ihrer Schwester Magdalena als Leihgabe erhält. Trotz der Arbeiten, die Verena und Annelies, die älteste Tochter, für Res verrichten, wächst der Familie der Schuldenberg über den Kopf. Res hält Abmachungen nicht ein und entlohnt sie nicht ehrlich. Lebensmittel lässt er lieber verderben, als sie den Hungernden anzubieten. Ein Jahr später spricht Jakob mit Dorfbewohnern über das unmenschliche Verhalten von Res und man ist sich einig, dass der Alte eine Abreibung verdient hätte. Weiterlesen »

Anais und ihr Bruder Bruno leben zwar bei ihrer Mutter, doch verbringt Maria, die als Tänzerin in der Bar von Fred arbeitet, wo sie von Männern an der Stange bewundert wird, nur wenig Zeit mit ihren beiden Kindern. Bei Bedarf kümmert sich die Nachbarin Frau Wendeburg um sie. Während Anais, die für ihren Mitschüler Peter schwärmt, alles hinterfragt, führt Bruno dauernd ein großes Buch über die Brücken der Welt mit sich, ist wortkarg und antwortet nur einsilbig. Von Zeit zu Zeit erkundigt sich ein Mitarbeiter des Jugendamtes, ob es ihnen gut geht und sich ihre Mutter um sie kümmert. Denn in der Schule macht man sich Sorgen, weil die Kinder nicht zum Unterricht erscheinen.

Immer ist alles schön, redet sich Anais ein und hofft, dass tatsächlich eines Tages alles gut wird. In ihrer Fantasie erträumt sie sich eine Welt nach ihren Vorstellungen und Wünschen. Auch ihre Mutter Maria hatte einst den Traum von einem glücklichen und harmonischen Familienleben. Sie wurde schwanger, heiratete den Vater, einen Studenten, der jedoch zu ihrer Enttäuschung ständig in seinem Arbeitszimmer verschwand. Auf das Kind konnte sie sich nicht freuen, obwohl ihre Freundinnen sie darum beneideten und der Vater meinte, ein Kind bedeute Glück. Eines Tages verlangte er die Scheidung, weil eine Andere ein Kind von ihm erwarte. Für Maria ging das Leben weiter, sie wurde ein zweites Mal schwanger und nahm die Arbeit in Freds Bar auf, wo sie viel zu viel rauchte und trank. Weiterlesen »

In dem schweizerischen Uhrendorf Saint-Imier schließen sich Zehn unbekümmerte Anarchistinnen zusammen, die von der Hoffnung auf den Sieg einer proletarisch-sozialistischen Revolution getragen werden, wie sie von der Pariser Kommune propagiert wird. Sie kämpfen für ein selbstbestimmtes Leben, das sie nicht so weiterführen wollen, wie es die Veränderungen des industriellen Aufschwungs vorsehen. Zunächst wandern nur Colette und Juliette nach Amerika aus, von deren Tod die Zurückgebliebenen jedoch bald erfahren. Trotz aller Zweifel glauben Valentíne und ihre Schwester Blandine, Jeanne, Lison, Émilie, Adèle, Mathilde und Germaine den Versprechungen der Werber und gehen 1873 mit ihren neun Kindern an Bord eines Schiffes, das sie nach Punta Arenas in den Süden von Chile bringen soll.

Die Frauen müssen mit ansehen, wie Deportierte der Pariser Kommune an Bord in Käfigen eingesperrt werden und müssen sich vor Plünderungen in Acht nehmen. Émilie verstirbt als Erste bei der Niederkunft eines Kindes. Am Ziel angekommen, führen die sieben verbliebenen Frauen ein beschwerliches Leben und können sich mit der Gründung einer Bäckerei und einem Uhrmacherladen gerade so über Wasser halten. Bevor sie ihre Reise entlang der chilenischen Küste zur Insel Juan Fernandez fortsetzen, verabschieden sie sich von Jeanne, die zurück bleibt. Weiterlesen »

Ambroise Larnier ist Thanatopraktiker und somit als Leichenpräparator nicht nur für die hygienische Versorgung der Toten zuständig, sondern möchte vor allem den Hinterbliebenen Trost spenden, indem er die Leichen einer ästhetischen Behandlung unterzieht. Seit einem Zerwürfnis mit seinem Vater Prof. Henri Larnier, der einen Nobelpreis in Medizin erhalten hat, lebt er mit seiner Großmutter Beth zusammen.

Manelle ist als Seniorenbetreuerin tätig und erledigt in dieser Eigenschaft nicht nur anfallende Hausarbeiten, sondern liest auf Wunsch auch vor oder unterhält sich mit den alten Leuten. Als sie Samuel Dinsky zu einem Neurologen begleitet, der aufgrund eines festgestellten Glioblastoms, eines bösartigen und nicht operablen Tumors im Gehirn, nur noch eine kurze Lebensdauer des Patienten prognostiziert, hat dieser nur noch einen Wunsch: Da er als Zwölfjähriger im Vernichtungslager Sobibor die Gaskammern überlebt und Unmenschliches mit ansehen musste, erbittet er einen humanen Tod und möchte, dass ihn Manelle nach Genf zu einem ärztlich betreuten Suizid begleitet, was die jedoch als Beihilfe zum Mord versteht und ablehnt.

Für die Fahrt in die Schweiz beauftragt Samuel Dinsky ein Unternehmen, für das Ambroise Larnier arbeitet. Doch während der sich auf den Weg macht, ist ihm Der unerhörte Wunsch des Monsieur Dinsky nicht in vollem Umfang bekannt. Weiterlesen »

Noch an ihrem Hochzeitstag erfährt Anne Glawe etwas über ihren frisch vermählten Fabio, das sie in eine tiefe Krise stürzt. Hals über Kopf verlässt sie ihren italienischen Ehemann, und anstelle der geplanten Hochzeitsreise führt sie ihre Flucht im Hochzeitskleid von Berlin nach Zicker an die Ostsee. Die erste Nacht verbringt sie am Strand, und dem ersten Menschen, dem sie am nächsten Morgen dort begegnet, ist ausgerechnet Fritz. Bei der mittlerweile Vierunddreißigjährigen werden Erinnerungen an ein Ferienlager vor zwanzig Jahren wach, als sie von Fritz ihren ersten Kuss bekam. Seine Eltern, die sich noch gut an die Zeit der Ferienlager erinnern, bereiten Anne einen herzlichen Empfang und bieten ihr eine Ferienwohnung an.

In Gesprächen mit den Anwohnern erfährt Anne, dass in der Nähe des Naturschutzgebietes ein Luxushotel gebaut werden soll, was allen missfällt. Nachdem Anne den eher mürrischen und wortkargen Fritz, der als Fischer arbeitet, näher kennen lernt und feststellt, dass er ihr immer sympathischer wird, will sie sich mit einer Petition für den Erhalt eines alten Hauses stark machen, das dem Projekt weichen müsste. Anne kann dabei auf ihre Erfahrungen in ihrem Job bei einer PR-Agentur zurückgreifen. Doch so sehr sie sich engagiert, muss sie sich auch über ihre Gefühle zu Fritz im Klaren werden und das Gespräch mit Fabio suchen. Weiterlesen »

Frieda und Anselm besuchen dieselbe Schule. Anselm, der von allen nur Amsel gerufen wird, gilt als Außenseiter in der Klasse und verbringt als Nerd die Nachmittage am liebsten vor seinem Computer. Mathematik bereitet ihm im Gegensatz zu Frieda keine Probleme, die in dem ihr verhassten Fach sogar Nachhilfe von einer älteren Schülerin benötigt. Dafür ist sie in Musik und Sport die Bessere.

Während der Vorbereitungen zu einer Radfahrprüfung zum Ende des vierten Schuljahres kommt es zwischen den beiden im Verkehrsgarten zu einem Zusammenstoß. Obwohl sie bis zu diesem Zwischenfall den jeweils anderen wegen seiner Schwächen ausgelacht haben, zeigt sich Frieda nun hilfsbereit und übt mit Anselm für die anstehende Prüfung. Beide stellen überrascht fest, dass der andere eigentlich ganz nett ist. An einem Teich, wo sie Kaulquappen beobachten, kommen sie sich näher, und Frieda hat plötzlich ein Gefühl Wie Brausepulver im Bauch.

Frieda und Anselm verbinden zu ihrem Erstaunen gleiche Interessen. Mit Stolz erzählt sie von ihrer Froschsammlung, und bei ihm zu Hause zeigt er ihr seine beiden Echsen. Seine jeansblauen Augen gehen Frieda nicht mehr aus dem Kopf und sie schämt sich, zusammen mit Anselm gesehen zu werden. Doch spätestens, als Anselm sie zu seinem 10. Geburtstag einlädt, weiß die ganze Klasse von den sich entwickelnden zarten Banden. Weiterlesen »

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