Familie ist, wenn man trotzdem lacht von Wiebke Busch

Familie ist, wenn man trotzdem lachtSteffi und Arno Ruttmann leben mit ihren Kindern Lina und Oskar in Hamburg-Ottensen. Schon seit der Geburt ihres zweiten Kindes wünscht sich Steffi eine größere Wohnung. Als ihr ein Makler eine ideale Wohnung vierzig Kilometer von der Innenstadt entfernt zeigt, ist Steffi von der Größe und Ausstattung begeistert. Erst auf der Rückfahrt in die Stadt wird ihr klar, warum die Wohnungen in den Randbezirken so günstig angeboten werden können: Niemand will täglich auf dem Weg zur Arbeit und später auf dem Nachhauseweg im Stau stehen oder die schlechtere Netzabdeckung hinnehmen. Oskar, der als Geschäftsführer einer Werbeagentur arbeitet, erzählt seiner Ehefrau eines Tages, dass die Wohnung eines seiner Kollegen in der Stadtmitte frei wird. Infolge der Begeisterung für die perfekte Wohnung begeht Steffi einen dummen Fehler, der sie ihm wahrsten Sinne des Wortes teuer zu stehen kommt. Zum Glück hat ihre clevere und zu ironischen Bemerkungen neigende Freundin Helen eine Idee, wie sie das Geld zurückbekommen kann.

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Unwert – Der Weg des Kirschmädchens von Yasmin Alinaghi

Nach dem Tod seiner Ehefrau ist Josef Klepper der Trunksucht verfallen. Seit er im Siechenhaus lebt, kümmert sich um seine Tochter Käthe ihr Onkel Alwin Klepper, der mit Elsa verheiratet ist. Ihr Vater, der Winzer Karl Ott, war zunächst gegen die Verbindung mit dem Obstbauern, willigte jedoch in die Ehe ein, nachdem er feststellte, wie einträglich dessen Obstwiesen sind. Als Alwin im Juni 1935 einen Einberufungsbefehl erhält, weiß Elsa nicht, wie sie nur mit Unterstützung von Käthe die Ernte einbringen soll. Großzügig schickt ihr Vater Karl Ott für die Ernte seinen Knecht Zores. Die erst dreizehnjährige Käthe fürchtet sich vor dem kräftigen Mann, der ihr im Stall auflauert. Auf Dauer kann sie seinen Zudringlichkeiten nicht ausweichen und wird schließlich von ihm vergewaltigt. Da ihr bewusst ist, dass Zores für die Kirschernte unabkömmlich ist, schweigt sie auch zu seinen wiederholten Übergriffen, nicht zuletzt auch aus Scham.

Dass dem Mädchen Gewalt angetan wird, bleibt auf dem Hof in der hessischen Gemeinde Gudenshain auch Elsa nicht verborgen.

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Mama von Jessica Lind

MamaAmira und Josef verbringen ihren Urlaub in der Thalbacher Hütte im Wald, weit abgelegen vom nächsten Ort. Josef hat dort die Sommer seiner Kindheit verbracht. Vor nunmehr zweiundzwanzig Jahren, als er zwölf Jahre alt war, hat es jedoch einen tödlichen Unfall gegeben: Sein Vater wurde von Baumstämmen erschlagen. Das Paar hofft, im Urlaub Zeit für sich zu haben. Amira, die unbedingt schwanger werden will, setzt Josef allerdings an ihren fruchtbaren Tagen unter Druck, was zu Spannungen zwischen den beiden führt. Ihm kommen gar Zweifel, da seine Eltern nur so lange glücklich miteinander waren, bis er auf die Welt kam. Vierunddreißig Wochen später besuchen die werdende Mutter Amira und Josef wieder die Hütte.

Jessica Lind hat ihren Protagonisten im Roman „Mama“ keine Nachnamen gegeben. Über den Handlungsort erfährt der Leser lediglich, und das auch erst fast am Ende des Plots, dass die Wohnung des Paares in Wien liegt. Von Anfang an hat die Geschichte einen mysteriösen Anklang.

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Ach, mein Kosovo! von Mechthild Henneke

Ach, mein Kosovo!Um der jugoslawischen Volksarmee zu entkommen, floh Taras Galani mit zwanzig Jahren nach Deutschland. Er nahm ein Medizinstudium auf und arbeitete bereits sechs Jahre in der Notaufnahme eines Krankenhauses in Bad Neuenahr. Die Eltern seiner Lebensgefährtin Karla haben ihn mittlerweile voll akzeptiert und dem jungen Paar eine Wohnung eingerichtet. Doch als der Krieg im Kosovo unter Führung des serbischen Diktators Slobodan Milošević eskaliert und einer seiner Helden samt der Familie von Serben in den Tod getrieben wurde, schließt sich Taras, kurz vor seiner medizinischen Zwischenprüfung im Jahr 1998 mit seinem Freund Top der Befreiungsarmee UÇK an, um für das Vaterland zu kämpfen.

Während der Fahrt in das Kriegsgebiet lernen die Freunde Edi und Afrim kennen, die wie sie vor Milošević geflohen sind. Sie erhalten veraltete Kalaschnikows und begeben sich mit zum Kampf bereiten, teils Minderjährigen, zu Fuß auf den Weg in den Kosovo.

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Graff oder Allahs Zorn im Garten Europas von Winfried Veit

Graff oder Allahs Zorn im Garten EuropasDer Ursprung der Anschläge auf das World Trade Center im September 2001, gefolgt von denen in London im Juli 2005 oder in Berlin auf dem Weihnachtsmarkt im September 2016 reicht zurück bis ins 12. Jahrhundert, so schreibt der Politikwissenschaftler Winfried Veit in seinem Buch „Graff oder Allahs Zorn im Garten Europas“. Diese und viele andere Terroranschläge wurden von religiösen Fanatikern ausgeführt, denen es in erster Linie um Macht und Reichtum ging und geht, womit sie in die Fußstapfen etlicher Vorgänger aus vergangenen Jahrhunderten getreten sind. In seinem Roman nimmt das Grenzgebiet zwischen Frankreich, Deutschland und der Schweiz eine Schlüsselstellung ein:

Der im Elsass beheimatete Kommissar-Oberst Jean-Jacques Graff liest einen Zeitungsartikel über in Strasbourg randalierende Jugendliche, die das System hassen, das ihnen keine Chance im Leben gibt.

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Das Glück läuft wohin es will von Elle Spellman

Das Glück läuft wohin es willVor wenigen Wochen wurde Hannah Saunders von ihrem Ehemann Dan, mit dem sie über zwanzig Jahre in Bristol gelebt hat, wegen einer anderen Frau verlassen. Seitdem tröstet sie sich mit einigen Gläsern Rotwein. Über Facebook findet sie heraus, dass Dan sie wegen der jüngeren und wesentlich schlankeren Sophia verlassen hat. Während Hannah wieder einmal dem Alkohol zugesprochen hat, entdeckt sie zufällig auf einer Internetseite eine Anzeige über den „Great South West Marathon“, für den sie sich spontan anmeldet. Am nächsten Morgen ist sie darüber im nüchternen Zustand erschrocken und fragt sich, wie sie die Strecke über 42,195 Kilometer bewältigen soll.

Die Personalvermittlerin Malika Sade trauert immer noch um ihre Freundin und Arbeitskollegin Abbie, die bei einem Radunfall tödlich verletzt wurde. Vorübergehend hat sie deren Posten als stellvertretende Filialleiterin übernommen und findet in den Unterlagen von Abbie ein Flugblatt über den geplanten Marathon, den zu laufen sie Abbie versprochen hatte.

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Die Journalistin – Der Preis der Wahrheit von Maria Reig

Die Journalistin - Der Preis der WahrheitIm Jahr 1927 kann die sechsundzwanzigjährige Elisa in der von ihrer wohlhabenden Tante Manuela Montero arrangierten Ehe mit dem vermögenden Bankier Francisco de las Heras y Rosales immer noch kein Glück finden, obwohl es ihr in der großzügigen Wohnung in Madrid an nichts fehlt und sie die Annehmlichkeiten einer Sommerfrische durchaus zu schätzen weiß. Sie hatte gehofft, endlich ihren Traum als Journalistin verwirklichen zu können. Francisco würde ihr das auch erlauben, aber erst, nachdem sie ihm seinen Wunsch nach Kindern erfüllt. Elisa entzieht sich zunehmend seinen Annäherungsversuchen und konzentriert sich stattdessen auf gelegentliche Artikel, die sie hinter dem Rücken ihres vielbeschäftigten Ehemannes unter dem Pseudonym Pedro Liébana verfasst. Um sich glaubwürdig zu präsentieren, tritt sie in der Redaktion als Mann verkleidet auf, wovon nur wenige ihrer Vertrauten Kenntnis haben.

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Sandseele von Wolf Gregis

SandseeleWie die jüngsten Entwicklungen zeigen, ist es bis heute nicht gelungen, eine Kontrolle über die in Afghanistan regierenden Taliban zu erlangen. In der Vergangenheit scheiterten Engländer und die Sowjets daran, dem Land Frieden zu bringen. Unter dem Pseudonym Wolf Gregis hat der Afghanistan-Experte Christian Taszarek aufgrund seiner Erfahrungen als Bundeswehroffizier im Auslandseinsatz den Roman „Sandseele“ geschrieben.

Eines Abends, seine Ehefrau verbringt das Wochenende mit den Kindern bei seinen Eltern, erkennt Martin Küfer in der Tagesschau ein Gesicht, an das er zehn Jahre nicht mehr dachte: Abdul Rahman. Plötzlich kommen alte Erinnerungen an seine Zeit als Offizier in Afghanistan auf. Martin denkt an die Armeeeinrichtung in Mazar-e-Sharif und hat immer wieder das Bild von Abdul vor Augen, der als Dolmetscher für die Unterredungen mit seinem einflussreichen Onkel Mohammed Sahib Khan fungiert hat.

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Wild Card von Claudia Sammer

Wild CardAls Wild Cards werden unerwartete Ereignisse bezeichnet, die eine geringe Wahrscheinlichkeit haben, deren Eintreten jedoch starke Veränderungen nach sich ziehen. Ein solches Ereignis war der Terroranschlag vom 11. September 2001, den die vier Protagonisten in Claudia Sammers Roman „Wild Card“ aus unterschiedlichen Perspektiven wahrgenommen haben.

Zwei Fremde, die sich zufällig begegnet sind, streifen in der Nacht des elften Septembers durch die ungewohnt menschenleeren Straßen von New York und versuchen, das Unfassbare zu begreifen. Sie lassen sich treiben und werden an verschiedene Orte in der Stadt gespült. Fast vergessen sie, dass es nicht einfach nur eine durchzechte Nacht ist und plötzlich stehen sie im hellen Kerzenschein. Soweit das Auge reicht, den ganzen Block entlang, stehen überall Kerzen und an den Häuserwänden hängen Zettel mit Vermisstenanzeigen. Als die Nacht vorüber ist, verabschieden sie sich fast wie alte Freunde, wohl wissend, dass sie nur Gestrandete sind, die Halt gesucht haben.

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Sein Name war Annabel von Kathleen Winter

Sein Name war AnnabelHermaphroditismus oder in jüngster Zeit auch Intersexualität genannt, ist medizinisch eine beim Menschen äußerst seltene Sexualdifferenzierungsstörung, bei der sowohl männliche, wie auch weibliche Geschlechtsmerkmale vorhanden sind. Noch vor gar nicht so langer Zeit durften sich die Eltern nach der Geburt für ein Geschlecht entscheiden, was für das Kind neben einer Operation auch eine lebenslange Hormoneinnahme zur Folge hatte. Kathleen Winter zeichnet in ihrem Roman „Sein Name war Annabel“ den Lebensweg eines solchen Menschen in sehr eindringlicher Form nach:

In dem kleinen Dorf Croydon Harbour an der Südküste Labradors in Kanada wird im Jahr 1968 Wayne Blake geboren. Es ist eine Hausgeburt, bei der auch Thomasina Baikie hilft. Sie sieht bei dem Neugeborenen nicht nur einen Hoden, sondern auch Schamlippen und eine Vagina. Während die Mutter Jacinta durchaus mädchenhafte Züge in dem Säugling sieht, entscheidet ihr Ehemann Treadway, dass es ein Junge sein soll.

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