
Ein Leben unter moralischer Anklage
Der Aufbruch* ist der Auftakt zur Eismeer-Trilogie von Ingeborg Arvola. Die Handlung des historischen Romans spielt im äußersten Norden Norwegens, genauer gesagt in der Region Finnmark, und beginnt im Jahr 1859 zunächst in Nordfinnland. Brita Caisa muss wegen ihrer beiden unehelichen Söhne eine Kirchenstrafe über sich ergehen lassen. An vier Sonntagen wird sie vom Pfarrer wegen ihres „unsittlichen Lebenswandels“ vor der versammelten Gemeinde angeprangert.
Ihr erster Sohn, der zwölfjährige Aleksi, stammt aus einer Liebesbeziehung mit einem verheirateten Mann. Der Vater des dreijährigen Heikki ist bereits verstorben. Brita muss deshalb zurück in das Haus ihrer Eltern ziehen. Doch sie möchte nicht, dass ihre Söhne mit ihrem Vater als männlichem Vorbild aufwachsen, da sie befürchtet, sie könnten sonst zu Trunkenbolden und Taugenichtsen werden.
weiterlesenRezension: „Der Aufbruch“ von Ingeborg Arvola – Eine Reise ins raue Nordland
Mit den zunehmenden Demonstrationen in Ostberlin beginnt der letzte Teil 
Nach dem Tod ihrer Mutter hat sich Ettore Chiodo da Maniscalco seiner Nichte Cristina angenommen. Er tritt mit seiner Sippe, deren Oberhaupt er ist, als Gaukler auf Jahrmärkten auf. Da Cristina unehelich zur Welt kam, hat sie besonders unter Alfonsina, der Ehefrau des Patrons, zu leiden. Denn diese trägt ihre Abneigung gegen das „Hurenbalg“ offen aus und neidet dieser besonders die Gabe, auf der Mandoline spielen zu können und dazu mit ihrem Gesang das Publikum zu erfreuen. Ihre ausgesprochenen Beleidigungen gegen das Mädchen und ihre verstorbene Mutter führen zu immer neuen Streitereien innerhalb der Sippe, weil sich Ettore dem nicht widersetzen kann.
Die ersten beiden Teile der Trilogie umfassen die Freundschaft der Frauen Gesa, Margot und Inge in den Jahre von 1926 bis 1955, woran der Roman
Als Konrad König, Leiter der Mordkommission in Berlin, eine Leiche in einer mitten auf der Straße befindlichen Grube in Augenschein nehmen will, ist seine Kollegin Manja Steinke bereits vor Ort. Erstaunt nimmt der Kriminalhauptkommissar zur Kenntnis, dass er die Tote als Margot Schreiner, eine hartnäckige Journalistin, identifizieren kann, wobei unklar ist, ob sie stürzte oder ermordet wurde. Für Kriminalhauptkommissarin Nora Rothmann bedeutet der Tod von Schreiner, dass ihre Kronzeugin für eine Anhörung betreffend der Korruptionsvorwürfe gegen den pensionierten Polizeipräsidenten Wilhelm Tuchfeldt, auf die sie sich vorbereitet, nicht mehr zur Verfügung steht. Außerdem ist die Angelegenheit ihrem Kollegen Benjamin Jasser zu heiß, weshalb er sie zu dem Gespräch nicht begleitet.
Die neunzehnjährige Eva Vordemfelde freut sich auf einen Urlaub bei ihrer Cousine Margit, die in einem luxuriösen Hotel in Fuschl am See eine Ausbildung zur Hauswirtschafterin absolviert. Als Eva bei ihr eintrifft, eröffnet diese ihr, dass aus der Wanderung nichts wird, da sie wegen der Dreharbeiten zu einem Sissi-Film, die kurzerhand in ihr Hotel verlegt wurden, arbeiten muss. Ehe sich Eva versieht, ist sie für eine Rolle als Statistin vorgesehen und zeigt sich von den Kostümen begeistert. Eigentlich hätte sie eine Schneiderlehre machen wollen, doch ihr strenger Vater Axel hatte es ihr nicht erlaubt. Als sie die Kostümbildnerin Gerdago kennenlernt, gesteht sie ihr, dass sie bereits Kostüme gezeichnet hat und stellt ihr die Entwürfe vor. Tatsächlich bescheinigt Gerdago ihr ein Talent und reicht ihr ein Empfehlungsschreiben für das Theater in München.
Nach der Flucht in den Westen von Ria Nachtmann vor sechzehn Jahren hat die ehemalige Leistungsturnerin und Krankenschwester Annie Temme ihre Mutter nicht mehr gesehen. Mit Michael, ihrem Freund aus vergangenen Tagen, der mittlerweile mit Franziska liiert ist, gehört sie zum Friedenskreis, der sich zur Aufgabe gemacht hat, die Auszählung der Stimmen zur Kommunalwahl in der DDR im Jahr 1989 zu verfolgen. Sämtliche Wahlbeobachter konstatieren Wahlbetrug und wollen nicht weiter von der Regierung belogen werden. Ein Schreiben an den Generalstaatsanwalt bleibt wirkungslos, und trotz Warnung sind Annie und Michael entschlossen, ihren Kampf fortzusetzen.
Im ersten Teil der Radioschwestern hoffte Gesa Bronnen auf eine Karriere bei Radio Frankfurt, Inge Jacobs wollte Sängerin werden und Margot Milanski sah sich als gefeierte Cellistin. Doch der Krieg zerstörte ihre Träume jäh: Die ungebundene Inge steht vor den Trümmern ihres erworbenen Stadthauses und ist zu Gesa gezogen. Als der ehemalige Schauspieler Theodor Conrad, dem sie viel verdankt, eines Tages völlig abgemagert zu ihr kommt, kümmert sie sich aufopfernd um ihn, zumal er von einem Berufsverbot betroffen ist. Dann erhält die ehemals berühmte Sängerin ein lukratives Angebot und soll die Leitung eines Kinderprogramms im Radio übernehmen. Doch kann sie sich das zutrauen?
Die zweimal geschiedene Minna Volkening lebt mit ihrer elfjährigen Tochter Hanne in Minden, wo sie eine Änderungsschneiderei führt, die gerade das Überleben sichert. Trotz des Unterhaltes von Fritz für Hanne kann Minna ihr nicht den Besuch einer höheren Schule ermöglichen. Als sie wegen einer Lungentuberkulose für drei Monat in die Lungenheilanstalt nach Bad Lippspringe muss, will sich ihr Bruder Karl um seine Nichte kümmern, wogegen sich allerdings seine Ehefrau Wilhelmine wehrt. Karl, der seine Eheschließung längst bereut hat, bleibt nichts anderes übrig, als Hanne zu den Schaustellern Fannie und Hans Winter zu bringen, die sich liebevoll um das stets folgsame und brave Mädchen kümmern.