Die Notaufnahmeschwester von Ingeborg Wollschläger

Die NotaufnahmeschwesterWer wie Ingeborg Wollschläger zwanzig Jahre „Die Notaufnahmeschwester“ war, hat einiges erlebt. In ihrem Sachbuch schreibt sie, wie sie in Pfarrhäusern aufgewachsen ist und sich für eine Ausbildung als Schwesternschülerin entschieden hat. Zunächst arbeitete sie in der Neurochirurgie und der Dialyse, bis sie in die Notaufnahme wechselte. Sie nennt Gründe, warum es dort nicht immer der Reihe nach gehen kann, welche Regeln das Leben für medizinisches Personal sowie Patienten angenehmer machen und wie einmal erlerntes und über die Jahre verloren gegangenes Wissen durch Erfahrung wettgemacht werden kann. Sie weist auf die Bedeutung des Nocebo-Effekts hin und erklärt, was Mediziner unter einem Notfall verstehen. Eine gute Beobachtungsgabe ist ihrer Meinung nach in diesem Beruf unabdingbar.

Interessant sind die vielfältigen Reaktionen, die sie zu ihrem Job als Notaufnahmeschwester erfahren hat, von dem sie allerhand Kurioses und schier Unglaubliches zu berichten weiß. Natürlich hatte sie während ihrer Arbeit auch weniger schöne Erfahrungen machen müssen und eine der Kehrseiten sind unangenehme Gerüche, denen sie unweigerlich ausgesetzt war.

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Die Gefangenen von Debra Jo Immergut

Die GefangenenMiranda Greene ist wegen Totschlags zu zweiundfünfzig Jahren Haft verurteilt worden, wobei sie wenig Aussicht auf eine vorzeitige Entlassung hat. In der Justizvollzugsanstalt Milford Basin in New York soll der Zweiunddreißigjährigen der gleichaltrige Psychologe Frank Lundquist seelischen Beistand leisten, nachdem sie aus der Isolationshaft entlassen wurde. Dem Gefängnispsychologen fallen sofort ihre rötlich gefärbten Haare und der Gang auf. Er kennt die Gefangene, denn während der gemeinsamen Schulzeit auf der Lincoln High-School hat er heimlich für sie geschwärmt. Ihm wird augenblicklich bewusst, dass er den Fall wegen nicht gegebener Objektivität und Befangenheit ablehnen müsste, doch ist er fest entschlossen, ihr zu helfen.

Im Gegensatz dazu nutzt Miranda die Hilfsbereitschaft des Psychologen aus und bittet ihn bei seinen Besuchen um die Verschreibung von Tabletten, die sie zu dem Zweck horten will, ihrem Leben in der Frauenhaftanstalt ein Ende zu setzen.

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Blaue Nächte von Rebekka Knoll

Blaue NächteAls ihre Mutter erkrankt, soll Milena vorübergehend im Klub Blue Nights aushelfen, der nach dem Tod ihres Vaters von der Mutter geführt wird. Eines Abends möchte ein etwa siebzigjähriger Mann in den Klub. Er spricht von begangenen riesigen Fehlern und will die letzte Gelegenheit wahrnehmen, um alles wieder in Ordnung zu bringen. Offensichtlich ist er verwirrt und wird zunächst vom Türsteher, dann auch von Milena abgewiesen. Plötzlich bricht er zusammen und wird mit einem Rettungswagen abtransportiert. Als daraufhin eine ältere Dame in einem azurblauen Kleid aus dem Blue Nights tritt, erinnert sich Milena, sie zuvor an der Bar beobachtet zu haben. Vermutlich wollte der Mann zu ihr, mutmaßt Milena, und versucht sie vergeblich aufzuhalten.

Als Milena endlich nach Hause kommt, ist ihre Nase gebrochen, weil es wieder einmal eine Schlägerei gab. Völlig demotiviert gesteht sie ihrer Mutter, dass sie nicht mehr weitermachen und sich lieber auf das von ihrem Großvater übernommene Antiquariat konzentrieren möchte.

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Bergab geht’s tot am schnellsten von Hilke Sellnick

Bergab geht's tot am schnellstenWährend Henni, mit bürgerlichem Namen Henriette Sophie von Kerchenstein, und ihre Freundinnen Cindy und Claudia zum gemeinsamen Musizieren und Feiern bei ihrer Großmutter auf Schloss Kerchenstein verweilen, entschließen sie sich, ein Angebot zu einem Gig anzunehmen: Lauretta Linz feiert den einhundertsten Geburtstag ihres bereits seit über dreißig Jahren verstorbenen Ehemannes im Grandhotel Alpenstern in den Schweizer Bergen mit einem rauschenden Fest. Da in Hennis Kasse wegen einer Steuernachzahlung Ebbe herrscht und die Gage zu verlockend ist, machen sich die drei Frauen samt Instrumenten auf den Weg. In St. Nikolaus werden sie von Sepp Lustenberger empfangen, Skilehrer und Sohn des Bürgermeisters. Doch das in den verschneiten Bergen gelegene Hotel macht auf die Frauen einen wenig einladenden Eindruck.

Enttäuschung macht sich bei Henni, Cindy und Claudia nicht nur wegen des heruntergekommenen Hotels breit, sondern auch in Bezug auf die Köstlichkeiten, mit denen die Geburtstagsgäste verwöhnt werden und von denen sie kaum etwas abbekommen. Als ein Schneesturm ausbricht, wird plötzlich einer der Gäste vermisst.

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Scharfschütze von Christian Kärger

ScharfschützeMitten in München werden vor einem Café fünf Menschen kaltblütig erschossen. Zwischen den Toten scheint es keine Verbindung zu geben, ein Motiv ist nicht erkennbar und der untergetauchte Täter hat keine Spuren hinterlassen. Auch nach zwei Wochen tritt die Soko “Scharfschütze” noch auf der Stelle, woraufhin sich Kriminaldirektor Dr. Schubert keinen anderen Rat weiß, als den ehemaligen Kriminalhauptkommissar Paul Simon ins Boot zu holen, der seit der Geburt seiner zweiten Tochter auf Wunsch seiner Ehefrau freiwillig den Dienst quittiert hat und in seiner Rolle als Hausmann glücklich ist. Obwohl ihn sein früherer Kollege und bester Freund Abel Lackhardt inständig um Unterstützung bittet, lehnt er ab. Erst als ihn seine ältere Tochter bittet, den Mörder ihrer unter den Mordopfern befindlichen Mitschülerin zu finden, nimmt er eine Sonderrolle als externer Ermittler an.

Während das LKA und der Verfassungsschutz keine neuen Erkenntnisse vorweisen können, bittet Paul seinen Kollegen Abel sowie die neue Kollegin Sandra Kleinert um absolutes Stillschweigen bezüglich der eigenen Ermittlungen, für die er sich ausdrücklich „freie Hand“ beim Chef erbeten hat.

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Dreck am Stecken von Alexandra Fröhlich

Dreck am SteckenDer als Redakteur bei einer Zeitung beschäftigte Johannes wird von dem Heim, in dem sein an Alzheimer erkrankter Großvater untergebracht ist, über dessen Tod unterrichtet. Wenig später erhält er einen Anruf von Friedrich Löwe, der sich als ehemaliger Rechtsanwalt des verstorbenen Großvaters ausgibt und Johannes nebst seinen drei Brüdern zur Testamentseröffnung in die Kanzlei bittet. So informiert dieser seine Brüder: Jakob, der extra aus London nach Hamburg anreisen muss, den in Hannover niedergelassenen Chirurg Philipp und Simon, der wegen verkrampfender Anfälle mit seiner Betreuerin Ania auf dem Land lebt. Bei dem Zusammentreffen in der Kanzlei können die Brüder lediglich eine Kiste mit Fotos und losen Blättern, die ihnen der Großvater hinterlassen hat, in Empfang nehmen, worauf Simon unmittelbar mit einem Anfall reagiert.

Während Jakob und Philipp die Kiste am liebsten im Müll entsorgen wollen, überwiegt bei Johannes die Neugier. Ania bestärkt ihn darin, sich die Unterlagen anzusehen, denn seit dem Treffen haben sich die Anfälle von Simon gehäuft und er klagt über schlechte Träume, was kein Zufall sein kann.

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Mein Mann, der Rentner, auf Tour statt Kur von Rosa Schmidt

Mein Mann, der Rentner, auf Tour statt KurSeit nunmehr drei Jahren genießt Günther Schmidt das Rentendasein und verbringt seinen Lebensabend mit seiner Ehefrau Rosa. Wie alle in die Jahre Gekommenen quälen sie kleine Zipperlein und ihre Gedanken kreisen um eine mögliche Grippe oder beginnende Arthrose. Nachdem ihre Freunde sogar bis ins südamerikanische Patagonien gereist sind, wollen sie sich endlich auch einmal etwas gönnen. Allerdings stellen sie fest, dass ihre Vorstellungen von Urlaub weit auseinander gehen: Während Günther einen Campingurlaub favorisiert, möchte sich Rosa lieber auf einer Kreuzfahrt verwöhnen lassen. Tochter Julia hat die rettende Idee für das Dilemma und schlägt einen Wettstreit vor. Jeder darf einen Urlaub nach seinen Wünschen planen und am Ende soll der Spaßfaktor den Ausschlag geben.

Bereits bei den Planungen des Campingurlaubs stellt Günther fest, dass alles gar nicht so einfach ist. Er hat weder Ahnung, wie das mit dem Gas, noch, wie es mit der Campingtoilette funktioniert. Zum Glück kann er sich von erfahrenen Campern beraten lassen. Endlich naht der große Tag, der jedoch für Rosa eine erste Ernüchterung bereithält: Statt der versprochenen Hängeschränke findet sie in dem Wohnmobil nur „Mini-Kästchen“ vor.

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Ich und meine Mutter von Vivian Gornick

Ich und meine MutterIn ihrem autobiografischen Roman “Ich und meine Mutter” schreibt Vivian Gornick von einigen Stationen ihres Lebens. Aufgewachsen ist sie in dem New Yorker Stadtteil Bronx, wohin es einst ihre aus Russland stammende Großmutter verschlagen hat. Mit dreizehn Jahren verlor sie ihren Vater und lebte fortan nur noch mit ihrem neun Jahre älteren Bruder und ihrer Mutter zusammen, der die Liebe ihres Mannes fehlte und sie depressiv werden ließ. Bis zu ihrem einundzwanzigsten Lebensjahr wohnte die als Journalistin arbeitende Vivian Gornick in einem Mietshaus, mit dem sie zahlreiche Erinnerungen verbindet.

Die Handlung wird von Gesprächen der fünfundvierzigjährigen Autorin mit ihrer siebenundsiebzigjährigen Mutter dominiert, die beide durch Manhatten führen. Wechselweise erinnern sie sich an die schwere Zeit des Kriegs und der Inflation, an die ehemalige Wohnung und die Nachbarn, insbesondere die früh zur Witwe gewordene Nettie.

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Gott wohnt im Wedding von Regina Scheer

Gott wohnt im WeddingIm Berliner Ortsteil Wedding leben viele Menschen mit Migrationshintergrund, die aus den unterschiedlichsten Kulturen kommen. Dort ist auch Leo Lehmann, der Protagonist des Romans “Gott wohnt im Wedding” aufgewachsen. Im Jahr 1948 ist er nach Israel ausgewandert und kehrt nach über siebzig Jahren mit seiner Enkelin Nira wegen einer Erbschaftsangelegenheit zurück. Immer wieder steht er an der Stelle, an der er seinen Freund Manfred zum letzten Mal sah. Als „U-Boote“ haben die beiden Juden nachts Unterschlupf bei Gertrud Romberg gefunden. Doch offensichtlich war sie eine Verräterin, denn ihre Wohnung wurde für Manfred zur Falle.

Der Roman erzählt die Familiengeschichte von Leo Lehmann, dessen Eltern im Konzentrationslager ums Leben kamen. Seine Frau Edith ist schon seit zwanzig Jahren tot und der Besitz ihrer Mutter wurde vom Deutschen Reich eingezogen. Bei der Konfrontation mit seiner Vergangenheit erinnert sich Leo als alter Mann an vergessen geglaubte Begebenheiten.

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Blumenspiel von Hajo Steinert

BlumenspielHeinrich Theodor Karthaus arbeitet im elterlichen Betrieb. Sein Vater, ein Kunstschmied, ist ein Patriarch und unterstützt im Gegensatz zur Mutter nicht die Vorliebe Heinrichs zum Malen. Nach dem Tod der Eltern unterbreitet ihm Else Römer, eine Freundin seines Vaters, das Angebot, zu ihr nach Cöln an den Rhein zu ziehen. Nach anfänglichem Zögern entschließt sich Heinrich zum Verkauf der Schmiede und des Fachwerkhauses und begibt sich im Jahr 1908 mit einem Koffer, einem Rucksack und seinem Hammer von Engelskirchen im Bergischen Land nach Cöln, wobei er die Strecke aus Angst vor der Eisenbahn zu Fuß bewältigt. Bei Else Römer, die ihn wie eine Mutter umsorgt, wohnt er in der vierten Etage zur Untermiete und legt sich den Künstlernamen Henri Cartouse zu, da er endlich seiner Leidenschaft frönen kann.

Von seinem Balkon aus fällt Heinrich auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Schaufenster auf, durch das die Näherin Hedwig Maria Groll zu sehen ist. Fortan kreisen seine Gedanken nur noch um ein Treffen mit ihr, während seine Vermieterin Else auf eine Zukunft mit ihm hofft. Bei Hedwig, die für die Kostümbildnerei an der Oper arbeitet, lässt auch Bariton Rudolf Rosenblatt nähen.

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