Nagel im Himmel von Patrick Hofmann

Nagel im HimmelOliver Seuß, deren Mutter das unerwünschte Kind schon kurz nach der Geburt im Jahr 1989 verlassen hat, wurde daraufhin von seinem Vater Achim in eine Wochenkrippe gegeben. Von allen ungeliebt, galt Oliver stets als Außenseiter. Bereits in der Grundschule fiel seine rasche Auffassungsgabe für Mathematik auf. Zunehmend fühlte er sich von der Verbindung der Klänge von Bach und ein paar Gläsern Bier beflügelt. Als ihm die Direktorin wegen übermäßiger Fehlstunden mit einem Wechsel des Gymnasiums droht, verspricht er, für eine mathematische Olympiade in Montreal alles zu geben. Tatsächlich freut sich die Schule über die mit seinem Erfolg verbundene Auszeichnung, und die Direktorin empfiehlt dem Eigenbrötler ein Studium in Dresden. Dort lässt er sich gehen, vernachlässigt seine Körperhygiene und bleibt ohne Freunde, was nicht ausschließt, dass er nach erfolgreichem Abschluss seines Studiums als „größte mathematische Hoffnung des Landes“ gilt.

Die Forschungslabore öffnen dem Leibniz-Preisträger die Tore. Oliver ist von dem Gedanken besessen, die von Bernhard Riemann im Jahr 1859 aufgestellte Vermutung zu beweisen, „dass sich hinter dem unregelmäßigen Vorkommen der Primzahlen eine höhere Ordnung verberge“.

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Staub zu Staub von Felix Weber

Staub zu StaubIm Februar 1949 sucht Maria ihren Bruder Siem Coburg auf, der auf einem fahruntüchtigen Boot lebt. Sie bittet ihn, den in einem Rollstuhl sitzenden Tammens in Utrecht aufzusuchen. Wie Coburg von diesem erfährt, hat er seinen schwachsinnigen Enkel Siebold vor drei Wochen in ein Heim geben müssen. Den keine siebzehn Jahre alten Jungen hat Tammens tot zurück bekommen, wobei er wegen der bei seinem Enkel festgestellten Verletzungen nicht an einen natürlichen Tod glaubt. Coburg will seinem Freund gerne den Gefallen tun und sich im Internat Sint Norbertus in Wercke umsehen, da ihm Tammens während seiner Zeit als Widerstandskämpfer Unterschlupf gewährt und sein Enkel Siebold ihm das Leben gerettet hat.

Siem Coburg mietet sich bei einer Witwe ein und unter dem Vorwand, einen Artikel über das Heim für missgebildete und schwachsinnige Kinder schreiben zu wollen, verschafft er sich Zugang. Auf den ersten Blick scheint dort alles mit rechten Dingen zuzugehen, doch seine weiteren Erkundigungen bei einem vom Heim entlassenen Schreiner ergeben, dass die Kinder mit Wissen des Abtes Podocarpus auch nachts in kalten und feuchten Räumen sowie bei schlechtem Licht arbeiten mussten.

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Die Schauspielerin von Anne Enright

Die SchauspielerinIn dem Roman von Anne Enright stellt sich Norah FitzMaurice die Frage, wer ihre Mutter war beziehungsweise welcher Mensch sie wirklich war. Für Norah ist schon unverständlich, dass ihre Mutter, die Schauspielerin Katherine O-Dell, ein Geheimnis aus ihrem Geburtsort London gemacht hat. In Irland konnte ihre Mutter erste Erfolge feiern, ein Sprungbrett für ihre Karriere, die sie ab Mai 1948 für dreiundzwanzig Jahre an den Broadway führte. Norah, die im Jahr 1952 in Brooklyn zur Welt kam, erinnert sich an die vielen Zigaretten, die ihre Mutter rauchte und deren übermäßigen Alkoholgenuss.

Schon frühzeitig berichtet die Ich-Erzählerin Norah von einem Angriff ihrer Mutter auf den Filmproduzenten Boyd O-Neill im Jahr 1980. Dafür, dass Katherine ihm in den Fuß geschossen hat, wurde sie in eine psychiatrische Anstalt eingeliefert, „mit Medikamenten vollgepumpt“ und als „unheilbar kranke Frau“ entlassen. Diese Begebenheit wird an anderen Stellen wiederholt aufgegriffen. Gleiches gilt auch für die Erzählungen der Bühnenauftritte und Rollen ihrer Mutter, die 1986 mit achtundfünfzig Jahren verstarb.

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Die Notaufnahmeschwester von Ingeborg Wollschläger

Die NotaufnahmeschwesterWer wie Ingeborg Wollschläger zwanzig Jahre „Die Notaufnahmeschwester“ war, hat einiges erlebt. In ihrem Sachbuch schreibt sie, wie sie in Pfarrhäusern aufgewachsen ist und sich für eine Ausbildung als Schwesternschülerin entschieden hat. Zunächst arbeitete sie in der Neurochirurgie und der Dialyse, bis sie in die Notaufnahme wechselte. Sie nennt Gründe, warum es dort nicht immer der Reihe nach gehen kann, welche Regeln das Leben für medizinisches Personal sowie Patienten angenehmer machen und wie einmal erlerntes und über die Jahre verloren gegangenes Wissen durch Erfahrung wettgemacht werden kann. Sie weist auf die Bedeutung des Nocebo-Effekts hin und erklärt, was Mediziner unter einem Notfall verstehen. Eine gute Beobachtungsgabe ist ihrer Meinung nach in diesem Beruf unabdingbar.

Interessant sind die vielfältigen Reaktionen, die sie zu ihrem Job als Notaufnahmeschwester erfahren hat, von dem sie allerhand Kurioses und schier Unglaubliches zu berichten weiß. Natürlich hatte sie während ihrer Arbeit auch weniger schöne Erfahrungen machen müssen und eine der Kehrseiten sind unangenehme Gerüche, denen sie unweigerlich ausgesetzt war.

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Die Gefangenen von Debra Jo Immergut

Die GefangenenMiranda Greene ist wegen Totschlags zu zweiundfünfzig Jahren Haft verurteilt worden, wobei sie wenig Aussicht auf eine vorzeitige Entlassung hat. In der Justizvollzugsanstalt Milford Basin in New York soll der Zweiunddreißigjährigen der gleichaltrige Psychologe Frank Lundquist seelischen Beistand leisten, nachdem sie aus der Isolationshaft entlassen wurde. Dem Gefängnispsychologen fallen sofort ihre rötlich gefärbten Haare und der Gang auf. Er kennt die Gefangene, denn während der gemeinsamen Schulzeit auf der Lincoln High-School hat er heimlich für sie geschwärmt. Ihm wird augenblicklich bewusst, dass er den Fall wegen nicht gegebener Objektivität und Befangenheit ablehnen müsste, doch ist er fest entschlossen, ihr zu helfen.

Im Gegensatz dazu nutzt Miranda die Hilfsbereitschaft des Psychologen aus und bittet ihn bei seinen Besuchen um die Verschreibung von Tabletten, die sie zu dem Zweck horten will, ihrem Leben in der Frauenhaftanstalt ein Ende zu setzen.

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Blaue Nächte von Rebekka Knoll

Blaue NächteAls ihre Mutter erkrankt, soll Milena vorübergehend im Klub Blue Nights aushelfen, der nach dem Tod ihres Vaters von der Mutter geführt wird. Eines Abends möchte ein etwa siebzigjähriger Mann in den Klub. Er spricht von begangenen riesigen Fehlern und will die letzte Gelegenheit wahrnehmen, um alles wieder in Ordnung zu bringen. Offensichtlich ist er verwirrt und wird zunächst vom Türsteher, dann auch von Milena abgewiesen. Plötzlich bricht er zusammen und wird mit einem Rettungswagen abtransportiert. Als daraufhin eine ältere Dame in einem azurblauen Kleid aus dem Blue Nights tritt, erinnert sich Milena, sie zuvor an der Bar beobachtet zu haben. Vermutlich wollte der Mann zu ihr, mutmaßt Milena, und versucht sie vergeblich aufzuhalten.

Als Milena endlich nach Hause kommt, ist ihre Nase gebrochen, weil es wieder einmal eine Schlägerei gab. Völlig demotiviert gesteht sie ihrer Mutter, dass sie nicht mehr weitermachen und sich lieber auf das von ihrem Großvater übernommene Antiquariat konzentrieren möchte.

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Bergab geht’s tot am schnellsten von Hilke Sellnick

Bergab geht's tot am schnellstenWährend Henni, mit bürgerlichem Namen Henriette Sophie von Kerchenstein, und ihre Freundinnen Cindy und Claudia zum gemeinsamen Musizieren und Feiern bei ihrer Großmutter auf Schloss Kerchenstein verweilen, entschließen sie sich, ein Angebot zu einem Gig anzunehmen: Lauretta Linz feiert den einhundertsten Geburtstag ihres bereits seit über dreißig Jahren verstorbenen Ehemannes im Grandhotel Alpenstern in den Schweizer Bergen mit einem rauschenden Fest. Da in Hennis Kasse wegen einer Steuernachzahlung Ebbe herrscht und die Gage zu verlockend ist, machen sich die drei Frauen samt Instrumenten auf den Weg. In St. Nikolaus werden sie von Sepp Lustenberger empfangen, Skilehrer und Sohn des Bürgermeisters. Doch das in den verschneiten Bergen gelegene Hotel macht auf die Frauen einen wenig einladenden Eindruck.

Enttäuschung macht sich bei Henni, Cindy und Claudia nicht nur wegen des heruntergekommenen Hotels breit, sondern auch in Bezug auf die Köstlichkeiten, mit denen die Geburtstagsgäste verwöhnt werden und von denen sie kaum etwas abbekommen. Als ein Schneesturm ausbricht, wird plötzlich einer der Gäste vermisst.

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Scharfschütze von Christian Kärger

ScharfschützeMitten in München werden vor einem Café fünf Menschen kaltblütig erschossen. Zwischen den Toten scheint es keine Verbindung zu geben, ein Motiv ist nicht erkennbar und der untergetauchte Täter hat keine Spuren hinterlassen. Auch nach zwei Wochen tritt die Soko “Scharfschütze” noch auf der Stelle, woraufhin sich Kriminaldirektor Dr. Schubert keinen anderen Rat weiß, als den ehemaligen Kriminalhauptkommissar Paul Simon ins Boot zu holen, der seit der Geburt seiner zweiten Tochter auf Wunsch seiner Ehefrau freiwillig den Dienst quittiert hat und in seiner Rolle als Hausmann glücklich ist. Obwohl ihn sein früherer Kollege und bester Freund Abel Lackhardt inständig um Unterstützung bittet, lehnt er ab. Erst als ihn seine ältere Tochter bittet, den Mörder ihrer unter den Mordopfern befindlichen Mitschülerin zu finden, nimmt er eine Sonderrolle als externer Ermittler an.

Während das LKA und der Verfassungsschutz keine neuen Erkenntnisse vorweisen können, bittet Paul seinen Kollegen Abel sowie die neue Kollegin Sandra Kleinert um absolutes Stillschweigen bezüglich der eigenen Ermittlungen, für die er sich ausdrücklich „freie Hand“ beim Chef erbeten hat.

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Dreck am Stecken von Alexandra Fröhlich

Dreck am SteckenDer als Redakteur bei einer Zeitung beschäftigte Johannes wird von dem Heim, in dem sein an Alzheimer erkrankter Großvater untergebracht ist, über dessen Tod unterrichtet. Wenig später erhält er einen Anruf von Friedrich Löwe, der sich als ehemaliger Rechtsanwalt des verstorbenen Großvaters ausgibt und Johannes nebst seinen drei Brüdern zur Testamentseröffnung in die Kanzlei bittet. So informiert dieser seine Brüder: Jakob, der extra aus London nach Hamburg anreisen muss, den in Hannover niedergelassenen Chirurg Philipp und Simon, der wegen verkrampfender Anfälle mit seiner Betreuerin Ania auf dem Land lebt. Bei dem Zusammentreffen in der Kanzlei können die Brüder lediglich eine Kiste mit Fotos und losen Blättern, die ihnen der Großvater hinterlassen hat, in Empfang nehmen, worauf Simon unmittelbar mit einem Anfall reagiert.

Während Jakob und Philipp die Kiste am liebsten im Müll entsorgen wollen, überwiegt bei Johannes die Neugier. Ania bestärkt ihn darin, sich die Unterlagen anzusehen, denn seit dem Treffen haben sich die Anfälle von Simon gehäuft und er klagt über schlechte Träume, was kein Zufall sein kann.

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Mein Mann, der Rentner, auf Tour statt Kur von Rosa Schmidt

Mein Mann, der Rentner, auf Tour statt KurSeit nunmehr drei Jahren genießt Günther Schmidt das Rentendasein und verbringt seinen Lebensabend mit seiner Ehefrau Rosa. Wie alle in die Jahre Gekommenen quälen sie kleine Zipperlein und ihre Gedanken kreisen um eine mögliche Grippe oder beginnende Arthrose. Nachdem ihre Freunde sogar bis ins südamerikanische Patagonien gereist sind, wollen sie sich endlich auch einmal etwas gönnen. Allerdings stellen sie fest, dass ihre Vorstellungen von Urlaub weit auseinander gehen: Während Günther einen Campingurlaub favorisiert, möchte sich Rosa lieber auf einer Kreuzfahrt verwöhnen lassen. Tochter Julia hat die rettende Idee für das Dilemma und schlägt einen Wettstreit vor. Jeder darf einen Urlaub nach seinen Wünschen planen und am Ende soll der Spaßfaktor den Ausschlag geben.

Bereits bei den Planungen des Campingurlaubs stellt Günther fest, dass alles gar nicht so einfach ist. Er hat weder Ahnung, wie das mit dem Gas, noch, wie es mit der Campingtoilette funktioniert. Zum Glück kann er sich von erfahrenen Campern beraten lassen. Endlich naht der große Tag, der jedoch für Rosa eine erste Ernüchterung bereithält: Statt der versprochenen Hängeschränke findet sie in dem Wohnmobil nur „Mini-Kästchen“ vor.

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