Alsterherzen von Sofie Berg

AlsterherzenDie beiden Schwestern in dem Roman „Alsterherzen“ von Sofie Berg könnten kaum unterschiedlicher sein: Für die in einem Warenhaus beschäftigte ältere Eva zählen nur „Mode, Filme, Jungs und Musik“. Sie schwärmt für die Beatles, während Anne am liebsten Tschaikowsky hört und sich im Jahr 1962 eine Lehrstelle als Fotografin wünscht. Umso größer ist die Enttäuschung, dass ihre Eltern Ingrid und Georg Reimers für ihre vierzehnjährige Tochter eine Ausbildung in einem Büro vorgesehen haben.

Fünf Jahre später ist Eva mit Jürgen Hoffmann verlobt und hofft auf eine baldige Heirat. Doch dieser Traum zerplatzt ausgerechnet im Warenhaus. Als sie ihre Tränen vor den Kollegen nicht mehr zurückhalten kann, nimmt sich der Kaufhausdirektor Lothar Christensen ihrer an und tröstet sie über den Verlust des Verlobten hinweg. Unterdessen lernt Anne auf einer Demonstration Peter Schäfer kennen, einen Studenten der Politikwissenschaft. Anders als Familie Reimers wohnt dieser in dem vornehmen Vorort Blankenese.

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Das geheime Band von Rachael English

Das geheime BandIn den 1970er Jahren galt ein uneheliches Kind noch als eine Schande. In Irland war es besonders schlimm und fast unmöglich, solch ein Kind selbst großzuziehen. Zur Geburt wurden die ledigen Mütter von ihren Eltern in ein Mutter-Kind-Heim gegeben, so wie es der zwanzigjährigen Patricia in dem Roman „Das geheime Band“ auch ergeht. Ohne ein Wort des Abschieds von ihren Eltern bringt sie der Pfarrer nach Carrigbrack. Als sie erfährt, dass die Ehefrau des Vaters ihres Kindes auch schwanger ist und ihre Eltern mit ihm darin übereingekommen sind, sein Fremdgehen zu verschweigen, ist Patricia am Boden zerstört. Während der harten Arbeit, die alle Schwangeren unter der Aufsicht von Nonnen im Heim Carrigbrack zu verrichten haben, freundet sie sich mit Winnie an. Trotz ihrer Bitten, den Gebärenden frühzeitig eine Hebamme an die Seite zu stellen, ihnen bei Arbeitsverletzungen Medikamente zu geben oder die jungen Mütter öfter zu ihren Säuglingen zu lassen, führen ihre Proteste nicht zum Erfolg und sie müssen enttäuscht einsehen, dass sie wegen ihres Aufbegehrens nur noch härtere Strafen erwarten.

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Todsichere Rezepte für die moderne Hausfrau von Karma Brown

Todsichere Rezepte für die moderne HausfrauDie neunundzwanzigjährige Alice Hale zieht mit ihrem Ehemann Nate in ein Haus nach Greenville. Fernab der Großstädte wollen sie auf dem Land eine Familie gründen. Während Nate den Kinderwunsch sofort umsetzen möchte, zögert Alice noch, zumal das alte Haus immer neue Reparaturen notwendig macht. Auf der Suche nach Abdeckplanen entdeckt sie im Keller Kartons mit alten Journalen der Jahrgänge 1954 bis 1957 sowie ein Kochbuch. Von ihrer Nachbarin Sally erfährt sie, dass die Sachen Nellie gehört haben, der ehemaligen Bewohnerin des Hauses. Alice interessiert sich zunehmend für das Leben von Nellie und möchte endlich an einem Roman mit dem Titel „Todsichere Rezepte für die moderne Hausfrau“ arbeiten. Die Familiengründung kann nach ihren Vorstellungen warten, was jedoch zu Spannungen zwischen ihr und Nate führt. Allerdings ist das nicht Alices einzige Sorge, denn ihre frühere Chefin Georgia Wittington berichtet ihr von einer Anzeige des Autors James Dorian. Dass sie während ihrer früheren Anstellung in eine heikle Sache verwickelt war, hat sie ihrem Mann ebenso verschwiegen wie die daraus begründete Kündigung.

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Talberg 1935 von Max Korn

Talberg 1935Mitten in der Nacht fordert der Waldbauer Josef Steiner seine Schwiegertochter Elisabeth auf, ihm auf den Berg zu folgen. Auf dieser höchsten Erhebung über dem Dorf hat ihr Ehemann, Oberstudienrat Wilhelm Steiner, einen Turm errichten lassen, angeblich zu Vermessungszwecken. Doch die Dorfbewohner glaubten eher, er wolle seine Frau von dort hinunterstürzen. Obwohl der reichste Bauer Elisabeth die Erklärung für den nächtlichen Anstieg schuldig bleibt und es obendrein heftig regnet sowie stürmt, folgt sie ihm anstandslos. Am Turm treffen die beiden mit ihrem Vater Albert Wegebauer, seinem Hofknecht Florian Schmidinger sowie Johannes Steiner, ein mit nur einem Arm aus dem Krieg heimgekehrter Sohn des reichsten Bauern Josef Steiner zusammen. Wie sich herausstellt, hat der Knecht Schmidinger unterhalb des Turms die Leiche seines Erbauers, nämlich den Dorflehrer Wilhelm Steiner gefunden.

Polizeimajor Karl Leiner von der Bayerischen Landespolizei soll die Ermittlungen in Talberg aufnehmen, was sich nicht einfach gestaltet, da der heftige Regen mögliche Spuren verwischt hat.

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Jüdische Hochzeit von Karl Peter Schwarz

Jüdische HochzeitDie Familie der Journalistin Sarah Schönberger lebt in Haifa und im Ruhrgebiet. Sie ist die deutschstämmige Tochter eines jüdischen Unternehmers und möchte sich kurz vor einem wahrscheinlichen Wahlsieg der Nationalen Partei in Nordrhein-Westfalen durch Recherchen vor Ort ein Bild über die politische Stimmung verschaffen. Die Journalistin befürchtet, dass Bürger mit jüdischen Wurzeln wieder einmal ins Hintertreffen geraten könnten und will ihnen gegebenenfalls eine Ausreise nach Israel nahelegen. Im Wohnquartier Ruhrstadt West, einem Modellprojekt, in dem die durch fortschreitende Automatisierung überflüssig gewordenen Menschen lediglich eine Grundversorgung erhalten und verpflichtet sind, Arbeitsdienste in der Pflege oder anderen Einrichtungen abzuleisten, für die sie Sozialleistungsgutschriften erhalten, recherchiert sie undercover als Mitarbeiterin in einem Sozialkaufhaus.

Bei ihrer Arbeit im Sozialkaufhaus lernt Sarah den Untergrundaktivisten Hans Schaffner kennen. Sie findet den Leiter der Haustechnik attraktiv, seine direkte Art gefällt ihr und sie verliebt sich in ihn.

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Ende in Sicht von Ronja von Rönne

Ende in SichtDie Klassenkameraden der fünfzehnjährigen Juli Pfingsten sind auf dem Weg nach Prag. Während ihre Lehrerin glaubt, dass Juli wegen einer Halsentzündung nicht mitkommt, wähnt ihr alleinerziehender Vater seine Tochter auf Klassenfahrt. Doch das depressive Mädchen ist ihres Lebens überdrüssig geworden und beschließt, von einer Autobahnbrücke zu springen. Zur selben Zeit befindet sich die neunundsechzigjährige Hella Licht mit ihrem alten Passat auf dem Weg in die Schweiz. Dort hat sie nämlich zwei Termine: Der erste gilt dem Schminken und Frisieren, der zweite der in der Schweiz straffreien Sterbehilfe. Auch sie sieht als ehemals gefeierter Popstar keinen Sinn mehr in ihrem Leben, nachdem sie schon lange keinen ihrer Fans mehr zu Gesicht bekommen hat.

Auf der langen Autofahrt kann Hella vor Müdigkeit kaum noch ihre Augen offenhalten, als sie plötzlich auf der Fahrbahn einen Körper entdeckt. Sie bremst, stellt das Fahrzeug auf dem Standstreifen ab und zieht den auf dem Asphalt liegenden Teenager auf den Grünstreifen.

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Miss Veronica und das Wunder der Pinguine von Hazel Prior

Miss Veronica und das Wunder der PinguineDie fünfundachtzigjährige Veronica McCreedy bewohnt das herrschaftliche Anwesen The Ballahys im schottischen Ayrshire. Ihrer Putzfrau Eileen Thompson trägt sie auf, alle Spiegel abzunehmen. Folgsam will Eileen die Spiegel in einem Hinterzimmer unterbringen, wobei sie eine Kiste entdeckt. Veronica missfallen die Fragen von Eileen bezüglich der Kiste, zumal diese Dinge aus ihrem Leben beinhaltet. Hin und her gerissen öffnet die alte Dame die Kiste, in der sich ein Medaillon und zwei Tagebücher befinden, geschrieben von ihr vor sieben Jahrzehnten. Veronica kommen Zweifel, ob es nicht doch einen rechtmäßigen Erben geben könnte, woraufhin sie Eileen bittet, eine diskrete Agentur mit der Nachforschung etwaiger Angehöriger zu beauftragen.

Der siebenundzwanzigjährige Patrick konnte, nachdem ihn seine Freundin Lynette verließ, die Miete nicht mehr aufbringen und war gezwungen, in ein „ziemliches Loch“ zu ziehen. Einen Tag in der Woche arbeitet er bei seinem Freund Gav, lebt ansonsten von Sozialhilfe und sucht Trost in einem Joint.

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Familie ist, wenn man trotzdem lacht von Wiebke Busch

Familie ist, wenn man trotzdem lachtSteffi und Arno Ruttmann leben mit ihren Kindern Lina und Oskar in Hamburg-Ottensen. Schon seit der Geburt ihres zweiten Kindes wünscht sich Steffi eine größere Wohnung. Als ihr ein Makler eine ideale Wohnung vierzig Kilometer von der Innenstadt entfernt zeigt, ist Steffi von der Größe und Ausstattung begeistert. Erst auf der Rückfahrt in die Stadt wird ihr klar, warum die Wohnungen in den Randbezirken so günstig angeboten werden können: Niemand will täglich auf dem Weg zur Arbeit und später auf dem Nachhauseweg im Stau stehen oder die schlechtere Netzabdeckung hinnehmen. Oskar, der als Geschäftsführer einer Werbeagentur arbeitet, erzählt seiner Ehefrau eines Tages, dass die Wohnung eines seiner Kollegen in der Stadtmitte frei wird. Infolge der Begeisterung für die perfekte Wohnung begeht Steffi einen dummen Fehler, der sie ihm wahrsten Sinne des Wortes teuer zu stehen kommt. Zum Glück hat ihre clevere und zu ironischen Bemerkungen neigende Freundin Helen eine Idee, wie sie das Geld zurückbekommen kann.

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Unwert – Der Weg des Kirschmädchens von Yasmin Alinaghi

Nach dem Tod seiner Ehefrau ist Josef Klepper der Trunksucht verfallen. Seit er im Siechenhaus lebt, kümmert sich um seine Tochter Käthe ihr Onkel Alwin Klepper, der mit Elsa verheiratet ist. Ihr Vater, der Winzer Karl Ott, war zunächst gegen die Verbindung mit dem Obstbauern, willigte jedoch in die Ehe ein, nachdem er feststellte, wie einträglich dessen Obstwiesen sind. Als Alwin im Juni 1935 einen Einberufungsbefehl erhält, weiß Elsa nicht, wie sie nur mit Unterstützung von Käthe die Ernte einbringen soll. Großzügig schickt ihr Vater Karl Ott für die Ernte seinen Knecht Zores. Die erst dreizehnjährige Käthe fürchtet sich vor dem kräftigen Mann, der ihr im Stall auflauert. Auf Dauer kann sie seinen Zudringlichkeiten nicht ausweichen und wird schließlich von ihm vergewaltigt. Da ihr bewusst ist, dass Zores für die Kirschernte unabkömmlich ist, schweigt sie auch zu seinen wiederholten Übergriffen, nicht zuletzt auch aus Scham.

Dass dem Mädchen Gewalt angetan wird, bleibt auf dem Hof in der hessischen Gemeinde Gudenshain auch Elsa nicht verborgen.

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Mama von Jessica Lind

MamaAmira und Josef verbringen ihren Urlaub in der Thalbacher Hütte im Wald, weit abgelegen vom nächsten Ort. Josef hat dort die Sommer seiner Kindheit verbracht. Vor nunmehr zweiundzwanzig Jahren, als er zwölf Jahre alt war, hat es jedoch einen tödlichen Unfall gegeben: Sein Vater wurde von Baumstämmen erschlagen. Das Paar hofft, im Urlaub Zeit für sich zu haben. Amira, die unbedingt schwanger werden will, setzt Josef allerdings an ihren fruchtbaren Tagen unter Druck, was zu Spannungen zwischen den beiden führt. Ihm kommen gar Zweifel, da seine Eltern nur so lange glücklich miteinander waren, bis er auf die Welt kam. Vierunddreißig Wochen später besuchen die werdende Mutter Amira und Josef wieder die Hütte.

Jessica Lind hat ihren Protagonisten im Roman „Mama“ keine Nachnamen gegeben. Über den Handlungsort erfährt der Leser lediglich, und das auch erst fast am Ende des Plots, dass die Wohnung des Paares in Wien liegt. Von Anfang an hat die Geschichte einen mysteriösen Anklang.

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