Die beiden Brüder, der achtjährige Karl und der zehnjährige Lorenz, leben in einem kleinen Dorf in der Oberpfalz. Ihre Mutter Hanna, die von den Dorfbewohnern hinter vorgehaltener Hand als Verrückte bezeichnet wird, hat sich das Leben genommen. Eine kleine grüne Mütze, die sie nach der Entlassung aus der Psychiatrie von einem Arzt geschenkt bekommen hatte, ist vor elf Tagen verschwunden. So setzte sie sich einen rosa Schlüpfer auf den Kopf und sprang vom Balkon. Der Vater Randolph Brauer vermietet vierzehn Fremdenzimmer im Haus, die als die schönsten im Ort gelten. Nach der Saison, wenn die Touristen ausbleiben, arbeitet er in einer nahegelegenen Fabrik. Nun muss der Vater den toten Körper von Hanna nach Den Haag bringen, um sie in der Familiengruft der van Dohls beizusetzen. Die beiden Jungen bleiben in der Obhut der Haushälterin Frau Kratzler und des Dauergastes Herr Murmelstein zurück. Frau Kratzler wurde wie ein Erbstück von einer Generation zur nächsten weitergegeben, niemand kann sich an eine Zeit ohne sie erinnern und deshalb sind Karl und Lorenz davon überzeugt, dass sie die älteste Frau der Welt ist. Herr Murmelstein, der Murmeltier genannt wird, lebt seit zehn Jahren im Haus der Familie. Er war eigentlich nur auf der Durchreise, doch dann hatte er einen Verkehrsunfall und sein Wagen erlitt einen Totalschaden. Er deutete dies als Fügung des Schicksals und blieb in dem Dorf. Weiterlesen »

Im Piper Verlag ist Ende Februar 2013 das Buch Stolz und Demut erschienen. Um es vorwegzunehmen: Die Schriftstellerin Sophie Weiss existiert nicht, sondern ist vielmehr das Pseudonym einer bekannten deutschen Romanautorin. Doch die Wahl des Pseudonyms hat einen guten Grund: Die Geschichte, die in Stolz und Demut erzählt wird, ist nicht nur äußerst pikant und teilweise sogar schockierend, sondern sie ist vielmehr auch autobiografisch.

Zum Inhalt: Sophie, so heißt die Heldin des Buches konsequenter auch gleich selbst, hat ihr Faible für die geheimnisvolle und bizarre Welt des Sadomasochismus entdeckt und taucht in Berlin in eine Welt ein, in der es um Macht, Beherrschung und natürlich ganz große sexuelle Gefühle geht. Auf einer sogenannten Sklavenversteigerung lernt sie Richard kennen, einen mächtigen Wirtschaftsboss, der auch im Bett seine Macht immer wieder ausleben will. Sophie ist noch jung und unerfahren, er dagegen Ende 40 und ein Kenner der SM-Praktiken. Er nimmt Sophie unter seine Fittiche und führt sie in seiner Privatunterkunft in Berlin und an anderen Schauplätzen in die bizarre Sexwelt des Sadomasochismus ein. Zunächst genießen beide ihre aufregend-geheimen Treffen und den unkonventionellen Sex, doch alles ändert sich schlagartig, als Sophie sich in Richard verliebt. Weiterlesen »

Einer Legende nach machte sich ein Läufer, als die Athener in der Schlacht von Marathon gesiegt hatten, auf den 40 Kilometer langen Weg nach Athen. Kaum hatte er die Botschaft vom Sieg verkündet, brach er zusammen und starb. Damit Ihnen bei einem Marathonlauf nicht ein ähnliches Schicksal widerfährt, empfiehlt es sich einen Blick in das Buch Lust am Laufen von Rainer Ningel zu werfen.

Der Autor schildert darin die Erlebnisse bei einem Marathonlauf in Köln, den Robert gemeinsam mit den beiden Protagonisten Marie und Fred bestritten hat. Während Robert bereits vierzehn Marathons auf dem Buckel hat, ist dieser Lauf für Marie und Fred der erste Marathon über die gesamte Strecke. Nach vielen regelmäßigen, gemeinsamen Dauerläufen, je ein Halbmarathon in Trier und Mainz, sowie sechs langen Läufen über drei Stunden streben sie ihrem Wunsch, gemeinsam die Ziellinie zu überqueren, entgegen. Was jedoch trotz guter Stimmung nicht immer ganz unproblematisch ist, denn bereits nach sieben Kilometern bemerkt Robert ein Ziehen im rechten Oberschenkel und hofft, dass nicht eine alte Zerrung wieder aufbricht. Nach fünfundzwanzig Kilometern rutscht Fred von einer Bordsteinkante ab und gerät aus dem Tritt. Er bekommt Schmerzen in der Brust und dem Lauf droht ein vorzeitiges Ende. Weiterlesen »

Endlich ist es Shiva, der Journalistin einer Boulevardzeitung, nach zwei Jahren gelungen, einmal aus der Tretmühle auszubrechen, um ein paar Urlaubstage in Oberhof zu verbringen. Sie kann es kaum erwarten mit ihren Langlaufskiern in die Loipe zu kommen, in der sie auf Susanna trifft, die sich etwas merkwürdig verhält. Doch schnell freundet sie sich mit Susanna und ihrer Freundin Judith an, und noch bevor sie dem merkwürdigen Verhalten von Susanna auf den Grund gehen kann, wird sie von ihrem Chefredakteur nach Berlin in die Redaktion beordert. Um die sinkende Auflage der Zeitung wieder zu steigern, hat er beschlossen, alte Kriminalfälle noch einmal neu aufzurollen. Für Shiva hat er den Kreuzworträtselmord vorgesehen, ein Fall, der vor über dreißig Jahren lückenlos aufgeklärt wurde. Der Täter wurde gefasst und war geständig, er wurde verurteilt und weggesperrt – was sollte sie da noch ausgraben.

Von der Idee und dem Bauchgefühl ihres Chefredakteurs genervt, beginnt Shiva mit ihren Recherchen und bekommt unerwartet Unterstützung von Kriminalrat Glosswig, der damals bei den Ermittlungen dabei war. Sie findet heraus, dass der Täter Sven G. inzwischen aus dem Vollzug entlassen wurde und in Schaulern, nur ein paar Kilometer von Oberhof entfernt, lebt. So kann sie ihren Urlaub fortsetzen und an dem Fall weiter recherchieren. Weiterlesen »

Manchmal verwenden Autoren ein Pseudonym für einen Roman, wenn sie persönlich nicht mit ihrem Werk in Verbindung gebracht werden möchten. Besonders häufig ist das bei erotischer Literatur der Fall und deshalb ist es bei dem Roman SexLügen geradezu verständlich. Denn bei der Protagonistin handelt es sich um Denise Harris persönlich, die im Verlauf des Romans mit dreihundert Männern (und zwei Frauen) Sex hat.

Durch ein Telefonat mit Mr Murdock von der First Interstate Bank erfährt Denise Harris, dass ihr Mann Ronald nicht nur alle Konten überzogen hat, sondern auch noch drei Monatsraten für das Haus ausstehen. Ronald, der die meiste Zeit bei seiner Geliebten Ellen verbringt, ist faktisch pleite und rät Denise, sich eine günstige Wohnung und einen Job zu suchen. Drei Wochen, nachdem sie eine Fehlgeburt hatte und ihr Baby in der zwanzigsten Schwangerschaftswoche verliert, wird sie vergewaltigt, nimmt fünfundzwanzig Schlaftabletten und erwacht in einer Klinik. Doch weil sie nicht zulassen will, dass ihr Haus mit Ronalds Firma untergeht, nimmt sie einen Job bei einem Escort-Service an. Als willige Austauschstudentin Danielle aus Paris kann sie von Interessenten über eine Webseite gebucht werden. Ihre Profilbilder sind noch nicht einmal zweieinhalb Stunden online, da hat sie auch schon ihren ersten Kunden. Weiterlesen »

Mit ihrem Debüt Feuchtgebiete wirbelte Charlotte Roche gehörig die Gemüter auf. Die einen hassten und verhöhnten es, die anderen liebten und feierten Roches ekelhaft offenes Werk. Daher wurde auch der Folgeroman Schoßgebete mit gemischten Gefühlen erwartet. Der Roman lehnt sich jedoch nicht gänzlich an seinen Vorgänger an. Hier steht das eheliche und mitmenschliche Zusammensein in seinen unterschiedlichsten Facetten im Mittelpunkt. Jedoch zeigt Roche erneut, dass sich auch hier jede Menge Tabus finden lassen, die man gehörig ausschlachten kann.

Und noch etwas fällt schnell auf, wenn man die ersten Seiten des Buches aufschlägt und liest: Die autobiografischen Züge zwischen dem weiblichem Hauptcharakter Elizabeth und Autorin Roche scheinen stärkere Ähnlichkeiten angenommen zu haben, als es noch beim Vorgänger der Fall war. Trotzdem wird schnell klar, dass Roche hier nicht allzu offenherzig von sich selbst spricht.

Der Roman ist insgesamt 283 Seiten lang und beginnt auch ohne große Umschweife mit einer seitenlangen und enorm explizierten Beschreibung eines oralen Abenteuers. Wer hier nun aber sofort brüskiert das Buch zuschlägt und denkt, man hätte alles gelesen, was man lesen muss, der irrt sich. Weiterlesen »

Gemordet, gestohlen, betrogen und hintergangen wird immer, und so hat der ehemalige Journalist Freddie Nietsch eine eigene Detektei eröffnet. Doch seit über drei Monaten wartet er nun schon auf den ersten Auftrag, denn anscheinend hat er die Nachfrage an Privatdetektiven überschätzt. Er kann es kaum fassen, als sich ein erster Mandant telefonisch bei ihm meldet und mit ihm einen Termin vereinbart. Ewald Betzberg macht sich Sorgen um seinen siebzehnjährigen Sohn Alexander, der in letzter Zeit die Schule und auch seine Freunde vernachlässigt. Betzberg vermutet, dass die drogenabhängige Guinevere schuld daran ist, denn das Mädchen ist ins Milieu abgerutscht und scheint in Schwierigkeiten zu stecken.

Sein erster Auftrag führt Freddie Nietsch zum Hansaplatz nach St. Georg, wo er nach Auskunft von Betzberg mit großer Wahrscheinlichkeit auf Guinevere treffen wird. Tatsächlich braucht der Privatdetektiv auch nicht lange zu warten bis das Mädchen mit Alexander Betzberg dort auftaucht. Die beiden streiten sich so lautstark, dass einige Passanten auf sie aufmerksam werden. Alexanders Vater lag mit seinem Verdacht offensichtlich richtig, sein Sohn war blauäugig ins Rotlichtmilieu getappt und droht sich dort die Finger zu verbrennen. Weiterlesen »

Max Bronski, der über die Stadtgrenzen Münchens hinaus durch seine Kriminalromane, in denen er dem Leser Einblicke in die Münchner Gesellschaft rund um das Schlachthof-Viertel gewährt, bekannt geworden ist, legt mit Der Tod bin ich seinen ersten Thriller vor.

Der ehemalige Gutsverwalter von Schloss Ottenrain, Richard Eulmann, wird in seinem Garten erschossen, wobei die Tat einer Hinrichtung gleicht. Er war bereits vor fünf Jahren in den Ruhestand getreten, lebte zurückgezogen in seinem Holzhaus und hatte keine Feinde. Nur wenige Tage später wird die Tante von Tino Senorer, Eulmanns Nachfolger als Verwalter, in seinem Heimatdorf in Österreich auch erschossen. Als Tino seiner Mutter Ella seinen Verdacht mitteilt, die beiden Morde könnten zusammenhängen, verschwindet Ella spurlos. Denn sie glaubt, dass es sich um eine Verwechslung handelt und der Täter eigentlich sie töten wollte. Da die Polizei mit ihren Ermittlungen nicht voran kommt, beginnt Tino mit eigenen Recherchen im Internet und findet heraus, der wirkliche Richard Uhlmann ist bereits 1965 verstorben, bevor der Name in Eulmann geändert wurde.

Der Tod von Richard Eulmann ruft die beiden ehemaligen Agenten Fred Fridge vom englischen MI6 und Joe Salantino vom amerikanischen CIA auf den Plan, was auch dem in Berlin lebenden ehemaligen Agenten des KGB Aron Malikow nicht verborgen bleibt. Weiterlesen »

Manfred ist ein ruhiger, zurückhaltender und stets freundlicher Zeitgenosse und nach fünf Jahren Beziehung hat sich Claudia an das unaufgeregte Zusammenleben mit ihrem Freund Freddie gewöhnt. Mit Mitte dreißig hofft sie nicht mehr auf einen Supermann und Freddie ist zwar manchmal ein echter Langweiler, aber auch ein angenehmer Ruhepol. Sie hat ihn damals auf einem Grillfest kennengelernt und war von seinem muskulösen Rücken und seinen starken, gebräunten Unterarmen fasziniert, was sie vielleicht von Freddies Körpermitte abgelenkt hat, denn er ist kräftig gebaut. Als er ihr in einem Gespräch erzählte, dass er Feuerwehrmann ist, wurde der unscheinbare Freddie in ihren Augen noch attraktiver. Obwohl er von keinen spektakulären Einsätzen berichten konnte, glaubte sie, er würde seine eigentlichen Heldentaten verschweigen. Heute weiß sie, dass er nur die Wahrheit gesagt hat.

Als die neue, topmoderne Waschmaschine während des Schleudergangs kaputt geht, ist Claudia stinksauer auf Freddie, denn bestimmt hat er wieder einmal etwas in die Maschine gestopft, ohne vorher die Taschen zu leeren. Wütend zieht sie die Wäsche aus der Maschine, doch plötzlich benimmt sich Freddie wie ein Irrer auf Freigang, denn er entdeckt seinen alten grellgrünen Trainingsanzug unter der Wäsche. Weiterlesen »

„Für alle, die mehr Leichtigkeit in ihrem Leben brauchen“, hat Ellen Berg ihr Buch Das bisschen Kuchen geschrieben. Wobei es sich, wie schon das Cover vermuten lässt, um einen nicht ganz ernst gemeinten Diät-Roman handelt.

Zu ihrem fünfundzwanzigsten Hochzeitstag will die stark übergewichtige Annika Michels, kurz Niki genannt, sich ein schönes Kleid kaufen. Ihr Mann Walter hat ihr dafür seine Kreditkarte in die Hand gedrückt, aber in der eleganten Boutique gibt es keine Designermode in Übergrößen. Sie ist den Tränen nahe, denn sie befürchtet, dass sie wieder einmal nur in der Abteilung für Umstandsmoden im Kaufhaus fündig wird. Was war nur mit ihr passiert, fragt sich Niki, sie fühlt sich wie Moby Dick im Trockendock. Doch wenigstens ihr Wolfgang liebt sie, so wie sie ist, und so tröstet sie sich zunächst in einem Café mit Cappuccinotorte, einem Stück Käsesahne, zwei Mandelhörnchen sowie einem großen Latte Macchiato. Als sie sich in das Kaufhaus begeben will, entdeckt sie ihren Wolfgang auf der gegenüberliegenden Seite, wie er eine junge Frau küsst, die sich eng an ihn presst.

Mit Tränen überströmt kommt sie, wie durch ein Wunder, unfallfrei zuhause an und in ihrer Verzweiflung gelangt sie zu der Erkenntnis: Wenn sie ihre Ehe retten will, muss sie abnehmen. Weiterlesen »

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