Die Prophezeiung ist der Auftakt der neuen Fantasy-Trilogie „Die Chroniken von Toronia“ von J. D. Rinehart. Die Handlung ist im Königreich Toronia angesiedelt, in dem der grausame König Brutan herrscht. Seit tausend Jahren kennt Toronia nichts als Krieg. Doch in einer alten Prophezeiung wird vorausgesagt, dass drei Erben die Macht des Königs beenden werden und eine neue Zeit des Friedens für das Reich anbricht. So schöpfen die Menschen neue Hoffnung, als der in der Vorhersage angekündigten Dreistern am Himmel alles andere überstrahlen.

Der Magier Melchior steht im Burghof, als er die drei neuen Sterne entdeckt. Der erste schimmert blassgrün, der zweite rot, der dritte golden, und sie bilden ein winziges Dreieck. Schnell eilt er zum Bergfried in die Gemächer von Kalia, die ein Kind von Brutan erwartete, doch gerade Drillinge geboren hat. Aber auch König Brutan hat das Zeichen der Prophezeiung am nächtlichen Sternenhimmel gesehen. Doch gelingt es Melchior mit Hilfe einer Magie, den Tod der Neugeborenen vorzutäuschen und den König zu überzeugen, dass die Prophezeiung nicht eingetreten ist. Kalia überredet er, sich von den Drillingen zu trennen, um sie in weit voneinander entfernte Teile des Landes in Sicherheit zu bringen.

Erst dreizehn Jahre später erfahren die drei, in völlig unterschiedlichen Verhältnissen aufgewachsenen Kinder Elodie, Tarlan und Agulphus, von ihren Geschwistern und ihrer eigentlichen Bestimmung. Während Elodie im Haus des Lord Vicerin wie eine Prinzessin aufgewachsen ist, wurde Tarlan in den Weiten von Yalasti von der Frosthexe Mirith gefunden, die ihn wie ihr eigenes Kind aufgezogen hat, und Agulphus wurde von dem Ritter Sir Brax an eine Gauklertruppe verkauft, die letztendlich am Hof von König Brutan landet. Doch nun müssen die Drillinge zueinander finden, um gemeinsam den Thron zu erobern und die Prophezeiung zu erfüllen.

J. D. Rinehart ist mit dem ersten Band der Trilogie Die Chroniken von Toronia – Die Prophezeiung ein spannendes und packendes Fantasy-Abenteuer gelungen, das jugendliche Leser begeistern und fesseln wird. Denn die sehr anschaulichen Schilderungen des Autors erscheinen sehr realistisch und täuschen darüber hinweg, dass es sich um ein modernes Märchen handelt. Allerdings wirken die erst dreizehnjährigen Protagonisten nicht authentisch, da sie wie Erwachsene handeln und sich nicht wie Kinder verhalten. Außerdem ist es fraglich, ob der Roman, wie vom Verlag angegeben, bereits für Kinder ab zehn Jahre geeignet ist, da die Geschichte in drei Handlungssträngen erzählt wird und an einigen Stellen bildhafte Beschreibungen sehr brutaler Szenen enthält, die für Kinder ungeeignet sind.

J. D. Rinehart, Die Chroniken von Toronia – Die Prophezeiung, Fischer Verlag 2015, Hardcover, 416 Seiten, ISBN 978-3-7373-5323-6, Preis: 16,99 Euro.

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Über den Autor: Michael Petrikowski

Ich lese seit über 45 Jahren Sachbücher aus unterschiedlichen Wissensgebieten und über diverse Themen. Meine große Leidenschaft gehört allerdings der zeitgenössischen Literatur, wobei mein Hauptinteresse den deutschsprachigen Autoren gilt. Erich Maria Remarque, Hans Fallada, Heinrich Böll und Günter Grass, um nur einige Autoren zu nennen, haben mich in meiner Jugend geprägt. Seit 2008 schreibe ich kurze und prägnante Buchbesprechungen über Belletristik sowie über Sachbücher zu verschiedenen Themen.

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