Intrigen und Abgründe in der Kastanienallee

Ein Roman über menschliche Schwächen und verborgene Machenschaften

Cover von Kastanienallee von Louise K.

Ein Leben voller Unzufriedenheit

Hermann Hartl, der von seinem Onkel die Trafik übernommen hat, ist mit seinem Leben äußerst unzufrieden, nachdem ihn seine Ehefrau Heidi mit der Nachricht ihrer Schwangerschaft konfrontiert hat. Nun liegt ihm nicht nur sie finanziell auf der Tasche, sondern auch die mittlerweile erwachsene, nichtsnutzige Tochter Jessica. Nichtsahnend wird Hartl bereits seit Längerem von Psychologe Arthur Furtner und dessen Ehefrau Dolli beobachtet – wohlhabende, neugierige Nachbarn von Rudi Staller.

Rudi Staller – Kind im Körper eines Erwachsenen

Rudi ist Erbe eines Hauses in der Kastanienallee und aufgrund eines Sauerstoffmangels bei seiner Geburt – diese fand in der luxuriösen Privatklinik Leopoldshof statt – geistig auf dem Stand eines Kindes geblieben. Auch mit Mitte fünfzig interessiert er sich ausschließlich für seine Modelleisenbahn und Autorennbahn.

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Was danach kommt – Roman über Schuld, Trauma und Selbstwahrnehmung

Cover von Was danach kommt von Anika Suck

Alltag und Unfall: Der Wendepunkt im Leben der Protagonistin

Karmen Anger arbeitet im Kindergarten und lebt seit vier Jahren bei Georg, der ihr ein Zimmer in seiner Wohnung untervermietet hat. Eines Morgens vergisst sie auf dem Weg zum Auto ihre Wasserflasche und kehrt zurück, um sie zu holen. Dabei entsorgt sie auch den Müll. Als sie ins Auto steigt, merkt sie, dass sie bereits spät dran ist, da im Radio die Nachrichten laufen.

Auf dem Weg zum Kindergarten erhält sie einen Anruf ihrer Mutter, die ihr von einem Mamakarzinom einer Bekannten erzählt. In einem unachtsamen Moment prallt Karmen mit dem Auto gegen die vierjährige Alice Mohnberger – das Kind stirbt noch am Unfallort.

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Flucht, Blut und alte Schuld

Cover von Blutsschwestern von Ana Wetherall-Grujić

Ein Hilferuf im Jahr 1989

Die Serbin Milena richtet im Jahr 1989 an Nikolina Javanovic die verzweifelte Bitte, ihr wegen einer Schwangerschaft zur Flucht nach Österreich oder Deutschland zu verhelfen. Erst als Nikolina erfährt, dass der muslimische Türke und Sohn des Imams, Salih, der Vater des ungeborenen Kindes ist, gewährt die von der Mafia als Hexe bezichtigte Frau Unterstützung – nicht zuletzt, um den unausweichlichen Konflikten im Dorf zuvorzukommen.

Ein Anruf aus dem Krankenhaus

Nach über zehn Jahren in Wien freut sich Sanja endlich wieder etwas von ihrer Schwester Ljiljana zu hören. Doch die Nachricht, dass Ljiljana im Krankenhaus liegt und ihre linke Gesichtshälfte nur noch „offenes, pulsierendes Fleisch“ sei, lässt Sanja alarmiert zurück. Mit der Anwesenheit der gemeinsamen Mutter im Krankenzimmer wächst ihre Sorge.

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Wenn ein Hund das letzte Wort hat – und meist auch recht behält

Cover von Der Hund hat Recht von Elfriede Hammerl

Ein Frauchen, ein Tierheimhund und ein ungewöhnlicher Dialog

In dem Dialog Der Hund hat Recht von Elfriede Hammerl unterhält sich ein namentlich nicht erwähntes Frauchen mit ihrem Hund, den sie aus einem Tierheim geholt hat. Wie der Titel bereits vermuten lässt, fühlt sich der Hund, der im Laufe des Gesprächs den Namen Herbert erhält, seinem Frauchen überlegen.

Von ihm erfährt man, dass er für alles Britische schwärmt, von seiner Mutter getrennt und anschließend von einer Katzenmutter aufgezogen wurde. Das Frauchen arbeitet im Homeoffice, sofern sie nicht eine Leserreise unternimmt. Sie hat einen Sohn, der in Triest lebt, und einen Freund in Amerika. Als dieser über Weihnachten zu Besuch kommt, stellt der Hund fest, dass die beiden nicht zueinander passen. Angeblich sei der Freund ein Frauenversteher, könne aber nicht einmal sein eigenes Frauchen verstehen. Zudem sei er ein „handwerklicher Depp“, der Herbert störe.

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Erbgut von Bettina Scheiflinger

ErbgutBettina Scheiflinger stellt in ihrem Debütroman Erbgut* drei scheinbar voneinander unabhängige Familien vor, deren Verflechtungen sich dem Leser erst im weiteren Handlungsverlauf, und selbst dann nur bruchstückhaft offenbaren. So wird die Ich-Erzählerin in verschiedenen Stadien ihres Lebens vorgestellt. Diese berichtet von ihrer älteren Schwester Anna, ihren beiden Wohnungen in Wien und der Schweiz, einer Liebe und der Sorge, dass sie die Gene ihrer an Krebs erkrankten Mutter geerbt haben könnte.

In einer anderen Familie steht Johanna im Vordergrund, die nach ihren Kindern Frieda und Inge während eines Bombenalarms im Krieg Arno zur Welt bringt. Ihr Ehemann Franz ist im britischen Gefangenenlager und als er heimkommt, ist er dem Jungen fremd. Dieser lernt ihn nur als gewalttätigen Vater kennen. Als Erwachsener zieht es Arno nach Beendigung seiner Ausbildung in die Welt.

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Mama von Jessica Lind

MamaAmira und Josef verbringen ihren Urlaub in der Thalbacher Hütte im Wald, weit abgelegen vom nächsten Ort. Josef hat dort die Sommer seiner Kindheit verbracht. Vor nunmehr zweiundzwanzig Jahren, als er zwölf Jahre alt war, hat es jedoch einen tödlichen Unfall gegeben: Sein Vater wurde von Baumstämmen erschlagen. Das Paar hofft, im Urlaub Zeit für sich zu haben. Amira, die unbedingt schwanger werden will, setzt Josef allerdings an ihren fruchtbaren Tagen unter Druck, was zu Spannungen zwischen den beiden führt. Ihm kommen gar Zweifel, da seine Eltern nur so lange glücklich miteinander waren, bis er auf die Welt kam. Vierunddreißig Wochen später besuchen die werdende Mutter Amira und Josef wieder die Hütte.

Jessica Lind hat ihren Protagonisten im Roman Mama* keine Nachnamen gegeben. Über den Handlungsort erfährt der Leser lediglich, und das auch erst fast am Ende des Plots, dass die Wohnung des Paares in Wien liegt. Von Anfang an hat die Geschichte einen mysteriösen Anklang.

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