Schatten, Streit und Versöhnung: Wie ein Kinderbuch klug Konflikte löst

Cover von Schnuffel und Hops von Žiga X. Gombač und Tanja Komadina

Ein ungewöhnlich stiller Heimweg

Im Kinderbuch Schnuffel und Hops von Žiga X. Gombač begleitet Dominik seinen Vater auf dem Nachhauseweg vom Kindergarten. Anders als an den anderen Tagen, an denen sie gemeinsam Dinospuren suchten, fröhlich reimten, Wolken zählten oder mit den Vögeln trillerten, laufen sie heute stumm nebeneinander her. Dominik schaut finster drein – ein Ausdruck, den Tanja Komadina in ihrer Illustration durch den gebückten Kopf des Kindes eindrucksvoll visualisiert. Auf sämtliche besorgten Fragen des Vaters reagiert Dominik lediglich mit einem Kopfschütteln oder einem Schulterzucken.

Besuch im Kinderzimmer – mit Schatten und Gefühl

Zu Hause kündigt der Vater seinem Sohn an, dass in seinem Zimmer Besuch auf ihn warte. Er macht das Licht an und lässt die Rollos herunter. Geschickt hält er seine Hände vor den Lichtstrahl, sodass Schatten auf die Wand fallen: der Nachbarshund Schnuffel und das Häschen Hops von Omas Bauernhof erscheinen.

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Zwischen Trödel, Erinnerungen und der Suche nach Liebe

Eine Romanbetrachtung zu „Eddie Winston sucht die Liebe“ von Marianne Cronin

Cover von Eddie Winston sucht die Liebe von Marianne Cronin

Ein ungewöhnlicher Rentner und sein Meerschweinchen

Der neunzigjährige Eddie lebt mit seinem Meerschweinchen Puschkin-Spiderman Winston zusammen und arbeitet als ehrenamtlicher Rentner im Trödelladen von Marjie. Diese nimmt Habseligkeiten von Verstorbenen aus städtischen Sozialwohnungen entgegen, die von einem Hausentrümpelungstrupp der Stadtverwaltung Birmingham übergeben werden, oder von Menschen, die sich von Dingen des täglichen Lebens trennen möchten. Eddie jedoch verwahrt heimlich Gegenstände in seiner Kommode, die für die Verstorbenen eine persönliche Bedeutung gehabt haben könnten und sich kaum verkaufen ließen.

Begegnung mit Bella und ein erster Kuss

Eines Tages spricht Eddie eine Frau im Laden an, die ihm bereits mehrfach durch ihre auffälligen pinkfarbenen Haare aufgefallen ist. Ihr Namensschild weist sie als Bella aus.

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Wenn die Eltern weg sind: Ein Abend voller Chips, Grusel und Chaos

Cover von Gutenachtgeschichten für Celeste von Nikolaus Heidelbach und Ole Könnecke

Allein zu Hause – und schon beginnt das Abenteuer

Die Eltern von Boris und Celeste sind bei ihren Nachbarn zum Geburtstag eingeladen und lassen ihre Kinder zum ersten Mal ganz allein zu Hause. Boris soll als der Ältere für das Abendbrot sorgen, seine Schwester ins Bett bringen und ihr dort eine Gutenachtgeschichte vorlesen. Doch statt des bereitgestellten Vollkornbrots, der Paprika und des Salats gibt es für die Geschwister Kartoffelchips und Kekse zum Abendessen. Und obwohl die Eltern ausdrücklich verboten haben, noch einen Film zu schauen, sieht Boris sich einen Gruselfilm an und schickt Celeste währenddessen zum Zähneputzen ins Bad.

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Die verlorene Puppe – und ein Schriftsteller, der Trost schenkt

Cover von Kafkas Puppe von Gerd Schneider

Ein Mädchen, ein Park und ein Schriftsteller

An einem sonnigen Oktobertag im Jahr 1923 spaziert Franz Kafka im Park am Steglitzer Wasserturm in Berlin. Auf einer Bank sitzt ein kleines Mädchen mit blonden Zöpfen und weint, weil ihre Puppe verschwunden ist. Sie hatte sie während des Spielens auf eine Bank gesetzt und glaubt nun, jemand habe sie gestohlen.

Kafka erkundigt sich behutsam, wie die Puppe ausgesehen habe, und Lena beschreibt sie ihm bis ins Detail. Um sie zu trösten, behauptet Kafka, die Puppe sei nicht gestohlen worden – er habe sie am Parkeingang gesehen, wo sie ihm gesagt habe, sie wolle Lena schreiben.

Die Briefe der Puppe

Am nächsten Tag kehrt Kafka zur gleichen Uhrzeit in den Park zurück, in der Hoffnung, Lena wiederzutreffen. Als sie erscheint, überreicht er ihr einen Brief, angeblich von ihrer Puppe. Darin erzählt diese, dass ein Hund nach ihr geschnappt habe und sie deshalb weggelaufen sei, sich dann aber verirrt habe.

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Die verkaufte Sängerin – Ein Mädchen zwischen Freiheit und Zwang

Cover von Die verkaufte Sängerin von Iny Lorentz

Ein Leben unter Gauklern

Nach dem Tod ihrer Mutter hat sich Ettore Chiodo da Maniscalco seiner Nichte Cristina angenommen. Mit seiner Sippe, deren Oberhaupt er ist, tritt er als Gaukler auf Jahrmärkten auf.

Da Cristina unehelich zur Welt kam, hat sie besonders unter Alfonsina, der Ehefrau des Patrons, zu leiden. Diese trägt ihre Abneigung gegen das „Hurenbalg“ offen zur Schau und neidet ihr die Gabe, auf der Mandoline zu spielen und mit ihrem Gesang das Publikum zu erfreuen. Ihre Beleidigungen gegen das Mädchen und dessen verstorbene Mutter führen zu immer neuen Streitereien innerhalb der Sippe, weil sich Ettore dem nicht widersetzen kann.

Ein Auftrag des Herzogs

Herzog Georg von Sachsen‑Meiningen erteilt seinem Höfling Irmbert von Lauenstein den Auftrag, die Sängerin Belle Légendaire zu suchen und für ein Engagement an seinen Hof zu holen. Gemeinsam mit der Hofdame und Chorleiterin Elisabeth Karau macht er sich auf den Weg.

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Das Flüstern des Lebens – Ein Erbe, das alles verändert

Cover von Das Flüstern des Lebens von Katharina Fuchs

Ein Schock aus Tansania

Während einer Taxifahrt hört die Architektin Isabelle in den Nachrichten, dass ihre Tante Corinna Waldeck, die sich derzeit auf ihrer Mawingu‑Farm in Tansania aufhält, bei einem Autounfall tödlich verunglückt ist. Sofort fährt sie zu ihrer Mutter Doris, der Zwillingsschwester Corinnas.

Kaum haben die beiden die schockierende Nachricht verarbeitet, erreicht sie ein Anruf des Konsulats: Corinnas Tochter Hannah sei bereits in Frankfurt gelandet und habe einen Anschlussflug nach München, wo sie abgeholt werden müsse. Isabelle und Doris sind fassungslos – sie können nicht glauben, dass Corinna ihnen über Jahre ein Kind verheimlicht haben soll. Isabelle war häufig auf der Kaffeeplantage zu Besuch und hat dort nie etwas von einer Tochter gehört.

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Wenn der Schlaf boomerangt – eine turbulente Reise ins Traumland

Cover von Der Schlummerang von Nils Mohl und Sabine Kranz

Tiere, die partout nicht schlafen wollen

In dem Kinderbuch Der Schlummerang von Nils Mohl versammeln sich zunächst ein Fuchs, ein Pinguin, ein Schweinchen und ein Hund, die offensichtlich noch nicht schlafen wollen. Stattdessen toben sie herum und liefern sich eine ausgelassene Kissenschlacht, wie die erste Illustration von Sabine Kranz zeigt.

Doch das Sandmännchen und das Sandmädchen müssen sich für diese widerspenstigen Zubettgeher etwas Besonderes einfallen lassen. Nur ein Geheimtrick kann helfen: der Schlummerang – ein Bumerang, dem niemand entkommt und der die Wirkung von tausend Einschlafliedern besitzt. Sobald er fliegt, liegen alle, selbst der Partylöwe, für Stunden k. o. im Bett.

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Wie lange ist „gleich“? – Ein Kinderbuch über die Zeit

Cover von Hast du Zeit? von Antje Bones und Nele Palmtag

Fragen an die Zeit

In dem Kinderbuch Hast du Zeit? hat sich Antje Bones mit der Frage auseinandergesetzt, wie man Zeit definieren kann. Mit wenigen Worten stehen auf den großformatigen Buchseiten jeweils eine Frage, auf die Nele Palmtag als Illustratorin bereits mögliche Antworten in ihren Bildern gibt. So fragt sich ein im Bett liegendes Kind auf der ersten Seite, ob die Zeit während des Schlafes stillsteht, weil scheinbar alles ruht und nichts passiert. Was bedeutet es für ein Kleinkind, wenn es beispielsweise von den Eltern hört, dass sie keine Zeit haben? Überall wird gehetzt, Termine müssen eingehalten werden, und Menschen fahren wütend aus der Haut, wenn sich ein Liebespaar voneinander verabschiedet und dabei den Verkehr aufhält.

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Tatort Hafen – Tod an den Landungsbrücken: Spannung aus dem Herzen Hamburgs

Cover von Tatort Hafen – Tod an den Landungsbrücken von Kästner & Kästner

Eine nächtliche Entdeckung im Hamburger Hafen

Tom Bendixen, Dienstgruppenleiter des Wasserschutzpolizeikommissariats im Hamburger Hafen, ist während seiner zwölfstündigen Nachtschicht mit seinen Kollegen Gunnar und „Quetsche“ im Streifenboot unterwegs. Plötzlich meldet sich der Michel-Sprecher: „Leblose Person auf Hafenbarkasse an den Landungsbrücken“.

Bei dichtem Nebel steuert Tom mit Blaulicht vorsichtig zur Einsatzstelle. Dort angekommen, erkennt er in der leblosen Person den Skipper Dominic Lutteroth. Der Notarzt kann nur noch den Tod feststellen – ein tödlicher Schlag auf den Schädel macht klar: Die Kripo übernimmt.

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Wenn ein Hund das letzte Wort hat – und meist auch recht behält

Cover von Der Hund hat Recht von Elfriede Hammerl

Ein Frauchen, ein Tierheimhund und ein ungewöhnlicher Dialog

In dem Dialog Der Hund hat Recht von Elfriede Hammerl unterhält sich ein namentlich nicht erwähntes Frauchen mit ihrem Hund, den sie aus einem Tierheim geholt hat. Wie der Titel bereits vermuten lässt, fühlt sich der Hund, der im Laufe des Gesprächs den Namen Herbert erhält, seinem Frauchen überlegen.

Von ihm erfährt man, dass er für alles Britische schwärmt, von seiner Mutter getrennt und anschließend von einer Katzenmutter aufgezogen wurde. Das Frauchen arbeitet im Homeoffice, sofern sie nicht eine Leserreise unternimmt. Sie hat einen Sohn, der in Triest lebt, und einen Freund in Amerika. Als dieser über Weihnachten zu Besuch kommt, stellt der Hund fest, dass die beiden nicht zueinander passen. Angeblich sei der Freund ein Frauenversteher, könne aber nicht einmal sein eigenes Frauchen verstehen. Zudem sei er ein „handwerklicher Depp“, der Herbert störe.

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