
Ein langweiliges Dorf und ein völlig verrückter Besuch
Nach dem Tod ihrer Mutter lebt Bitsy Wilder mit ihrem Vater Eric, einem Astrophysiker, im verschlafenen Oddingham – einem Ort, an dem scheinbar nie etwas passiert. Gemeinsam mit ihrem besten Freund Koshan aus Sri Lanka produziert sie gerade einen Nachrichten‑Podcast, als plötzlich ein riesiges violettes Hamstozeros die Treppe hinaufpoltert. Es verschlingt erst die gesamte Wäsche samt Weidenkorb, dann den Inhalt des Bücherschranks.
Auf der Suche nach Hilfe treffen die Kinder auf eine Frau mit rabenschwarzem Haar, die von Bitsys Vater ein bestimmtes Buch verlangt. Eric erklärt ihnen, dass das Hamstozeros die machtvolle Kreatur eines Magicore sei. Kurz darauf entweicht aus seinem Füllfederhalter eine Wolke, die sich zu einer Raupe formt – er nennt sie Quasar und bittet sie um Hilfe, bevor er bewusstlos zusammenbricht und gemeinsam mit der fremden Frau verschwindet.
Ein Geheimzimmer und eine Spur aus der Vergangenheit
Bitsy und Koshan können kaum glauben, was sie erlebt haben, und beschließen, Eric zu suchen. Die erste Spur führt zu dem Buch, das die Frau verlangte. Beim Durchsehen eines Regals entdecken sie Bitsys alte Holzflöte. Ein versehentlicher Druck auf eine Klappe öffnet ein verborgenes Zimmer. Darin finden sie das Buch MAGICALIA – und eine Karte aus dem Jahr 1676. Außerdem entdecken sie einen Brief der Kanzlerin der Europäischen Akademie für Heraufbeschwörung. Darin wird Bitsy – eigentlich Miss Elizabeth – zu einem kosmodynamischen Test eingeladen, um ihre Begabung für das Heraufbeschwören von Magicores festzustellen.
Eine Reise durch London, New York, Indien und Frankreich
Die Kinder folgen der ersten Spur zur Kosmodiologin Miss G. Greynette nach London. Sie müssen sich beeilen, denn Bitsys Vater könnte verletzt sein. Zum Glück kann Bitsy alle Kosten mit Erics Kreditkarte begleichen.Ihre Suche führt sie weiter nach New York, Indien und Frankreich. Dank eines Wurzelschlüssels reisen sie durch ein unterirdisches Wurzelnetzwerk. Unterwegs begegnen sie Denkertüchern, Pfennigstein, fliegen auf einem Ozoz und nutzen Tarnkappentechnik. In der magischen Welt existieren Lichtfäden und sechs Heraufbeschwörer‑Zünfte: Metamorphose, Hellseher, Weber, Waffenmeister, Jäger und Elementale.
Fantasievolle Wesen und magische Fähigkeiten
Der Fantasie der Autorin sind keine Grenzen gesetzt. Ein Bündler kann nahe Gegenstände, Personen oder sogar Gebäude unsichtbar machen. Eine Copykatze verwandelt sich in jede beliebige Person – ähnlich einem Avatar. Illustrator David Wyatt verleiht vielen dieser Geschöpfe ein Gesicht, stets begleitet von ausführlichen Beschreibungen.
Gefahren, Rätsel und Wissen für junge Leser
Bitsy und Koshan werden auf ihrer Suche von Donner, Blitzen und unheimlichen Kreaturen verfolgt. Sie müssen Rätsel lösen, Prüfungen bestehen und begegnen Wesen wie dem Proxiwig. Neben all den fantastischen Elementen vermittelt das Buch auch Wissen: verschiedene Energieformen, die Bedeutung eines Quasars, historische Fakten zum Drury‑Lane‑Theater, zum Taj Mahal und zu Schloss Versailles. Während Begriffe wie Portikus vielleicht unbekannt sind, kennen junge Leser sicher Mario Kart oder Buzz Lightyear, die ebenfalls erwähnt werden.
Ein fantasievolles Abenteuer voller Überraschungen
Im ersten Band des Kinderbuchs Magicalia* von Jennifer Bell, übersetzt von Friedrich Pflüger, findet Bitsy alte Briefe ihrer Mutter und erfährt mehr über deren Vergangenheit. Der Roman überzeugt mit überraschenden Wendungen, originellen Ideen und einer spannenden Handlung, die Kinder ab acht Jahren – und darüber hinaus – begeistern dürfte.
Magicalia von Jennifer Bell

Übersetzung von Friedrich Pflüger | Illustrationen von David Wyatt
Carl Hanser Verlag 2026
Hardcover
336 Seiten
ISBN 978-3-446-28343-5