
Wenn Zeichnen zur Mutprobe wird
Eines Nachts hört Moin unter seinem Bett ein Geräusch – tatsächlich stammt es von einem Monster. Doch, wie ihm erklärt wird, kann er es erst sehen, wenn er es zeichnet. Also beginnt Moin nach der Beschreibung des Monsters zu malen. Das Ergebnis sorgt allerdings für Empörung: Der Junge habe es als Witzfigur dargestellt, sodass niemand Angst vor ihm hätte – dabei müsse ein Monster doch furchterregend sein!
Bananen, Arztbesuch und ein Monster in der Hemdtasche
Mr. Kaif, Moins Vater, hat wieder einmal Mitleid mit einem Straßenverkäufer und kauft eine riesige Ladung Bananen. Nachdem Moin davon reichlich gegessen hat, schwört er, nie wieder Bananen anzurühren. Trotzdem nimmt er einen großen Bund mit auf sein Zimmer – woraufhin seine Mutter, Ms. Kaif, den Arzt ruft. Im Wartezimmer hüpft das Monster in Moins Hemdtasche auf und ab, sodass die Mutter einen Herzanfall ihres Sohnes befürchtet und panisch ins Sprechzimmer stürmt.
Gesangsstunde, Geburtstag und ein Bauchredner‑Missverständnis
Die vom Arzt verordnete Wurmkur reicht Moin – wenig überraschend – an das Monster weiter. Da er es nur mit einer Gesangseinlage zur Einnahme überreden kann, endet die Szene damit, dass Moin künftig Gesangsunterricht nehmen muss.
Diese neue Verpflichtung bringt ihn fast zu spät zum Geburtstag von Parvati. Weil er das nicht eingeladene Monster mitnehmen will, bahnt sich die nächste Katastrophe an: Alle halten das Monster für eine Puppe und glauben, Moin sei ein Bauchredner.
Ein Unglück kommt selten allein
Für Moin reiht sich ein Missgeschick ans nächste. Er muss auf dem Geburtstag tanzen, wird in der Schule zum Direktor Kuttykrishnan zitiert, der selbst Stimmen hört und Dinge sieht – was sein Arzt als Zeichen geistiger Verwirrung deutet.
Als das Monster plötzlich eine neue Frisur verlangt, hat die „Haarbehandlung“ von Moin und Tony, einem wandelnden Lexikon, ungeahnte Folgen. Gemeinsam mit Parvati besuchen sie Onkel Harimama, suchen das Monster im Gebüsch – und am Ende beschließt es, für immer bei Moin zu bleiben.
Ein turbulentes Kinderbuch voller Witz und Fantasie
In Moin und das Monster von Anushka Ravishankar erlebt der Junge eine Reihe unvorhersehbarer Ereignisse, die ganz und gar nicht nach seinem Geschmack sind. Kinder ab neun Jahren werden sich köstlich amüsieren, wenn Moins Eltern sich wundern, warum ihr Sohn plötzlich so viel isst, Privatsphäre verlangt und Haarpflegeprodukte hortet – während die jungen Leser längst wissen, was dahintersteckt.
Schon zu Beginn sorgt die undeutliche Sprache des Monsters für Lacher, das unter dem Bett neben einem staubigen Koffer liegt und Moins stinkende Socken ertragen muss. Viele Kinder werden sich in dieser Szene wiederfinden – wer hat nicht schon einmal ein vermisstes Kleidungsstück unter dem Bett entdeckt?
Monsterregeln, grellpinkes Fell und sprachliche Raffinesse
Ravishankar ergänzt ihre Erzählung mit einer Illustration des Monsters – im Buch leider nur schwarz‑weiß, obwohl Moin es im Text grellpink zeichnet. In Kästchen finden sich „Monsterregeln“, und die jungen Leser lernen spielerisch neue Begriffe wie Bauchredner, abstrakte Malerei, Psychologie, Alien und Astronomie.
Die indische Autorin verbindet Humor mit Bildung und erklärt schwierige Wörter direkt auf der Seite. Für Übersetzerin Barbara Brennwald war die Übertragung der sich reimenden Liedtexte sicher eine besondere Herausforderung.
Moin und das Monster von Anushka Ravishankar

Übersetzung von Barbara Brennwald
Erschienen bei Baobab Books 2026
Hardcover
112 Seiten
ISBN 978-3-907277-35-5