Ein Brief, der Jahrzehnte überdauert – und Leben verändert

Cover von Die unscharfen Ränder der Liebe von Ava Husfeldt

Ein ungewöhnlicher Besuch auf Belle-Île

Inge erwartet gemeinsam mit ihrem in Saint-Malo wohnenden Sohn Philippe und ihrer Haushälterin Mathilde ungewöhnlichen Besuch auf der bretonischen Insel Belle-Île: Die Anfang fünfzigjährige Lea aus Norddeutschland, deren dementer Vater Uwe im Pflegeheim verstorben ist, hat in dessen Hinterlassenschaft neben einer Vielzahl an Postkarten und Briefen seiner zahlreichen Affären einen von ihm vor fast vierzig Jahren verfassten Brief gefunden. Sie gibt ihrem Vater das Versprechen, den Brief an Inge, die Angeschriebene, zu übergeben.

Obwohl Leas Freund Christoph, der in Süddeutschland als Anwalt tätig ist und mit ihr eine Fernbeziehung führt, gegen die weite Reise ist, bei der Lea den Brief persönlich übergeben will, macht sich die Maskenbildnerin auf den Weg.

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Orangen, Geheimnisse und ein Sommer, der alles verändert

Buchcover: Orangenleuchten an der Algarve von Jana Schäfer

Ein Erbe, das Fragen aufwirft

Cassy Sander lebt in Köln, hat eine eigene Kochshow und auf Instagram eine beachtliche Zahl an Followern. Als ihr im Süden Portugals lebender Vater Leander verstirbt, von dem sie in den letzten Jahren nur noch Geburtstagskarten erhalten hat, fährt sie nicht zur Beerdigung. Doch dann bekommt sie Post vom Nachlassgericht: Eine Orangenplantage, von der sie noch nie etwas gehört hat, soll sie mit anderen Angehörigen teilen.

Schon aus Neugier bucht Cassy für Anfang Mai einen Flug und kann bei ihrer Ankunft nicht verstehen, dass ihr Vater sie und ihre Mutter für eine abgelegene Farm zurückgelassen hat, die nicht mit den Traumstränden der Algarve konkurrieren kann. Immerhin wird sie dort freundlich von Almira in englischer Sprache begrüßt.

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Muttertage – Drei Frauen, drei Leben, ein Erbe voller Geheimnisse

Cover von Muttertage von Jennifer Segebrecht

Ein Sommer an der Côte d’Azur und seine Folgen

Im Jahr 1961 teilt sich Ulrike anlässlich eines Sprachkurses mit der aus Istanbul stammenden Liya ein Zimmer an der Côte d’Azur. Die beiden lernen Arthur aus Bochum kennen und folgen seinem Angebot zu einer Party. Wieder zurück bei ihren Eltern in Bonn stellt Ulrike fest, dass sie schwanger ist, denn in ihrer Erinnerung weiß sie nur, mit Arthur in der Villa getanzt zu haben. In Bochum konfrontieren ihre Eltern Arthurs Mutter mit der Schwangerschaft, doch schlägt diese den Besuchern die Tür vor der Nase zu, da ihr Sohn längst verheiratet ist.

Eine erzwungene Ehe und ein Leben ohne Nähe

Ulrike wird von ihren Eltern zur Hochzeit mit Wolfgang genötigt, der im Bundesministerium für Verteidigung arbeitet und aus gutem Grund in die Ehe eingewilligt hat.

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Zwischen Webstühlen und Intrigen – Lauras Kampf um die alte Hedley‑Mühle

Cover von Hedley Mill - Wohin der Weg dich führt von Sophie Oliver

Ankunft in Craster und ein kühner Plan

Der erste Teil Hedley Mill – Wohin der Weg dich führt* einer Weberei‑Trilogie setzt im Jahr 1954 an, als Laura Hedley nach einer Schneiderlehre und dem Besuch einer Modeschule mit dem Zug aus London ins Fischerdorf Craster reist. Dort möchte sie die seit den zwanziger Jahren stillgelegte Weberei ihres Großvaters wiederaufbauen, um Tweed zu produzieren. Ihre Tante Jane empfängt sie herzlich, bevor Laura sich die Webstühle ansieht, die – wie erwartet – in einem erbärmlichen Zustand sind.

Alte Meisterinnen, neue Verbündete

Auf den Rat ihrer Tante hin besucht Laura die ehemalige Weberin Penelope Fenwick, die zwar nicht mehr gut sehen kann, aber das richtige Einfädeln ertastet und sogar ein Notizbuch mit Mustern und deren Umsetzung aufbewahrt hat.

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Die verborgenen Stimmen – Geheimnisse, Götter und ein zerrissenes Erbe

Cover von Die Stimmen der Nacht von Tochi Eze

Ein Roman zwischen Tradition und Identität

In ihrem von Agnes Krup übersetzten Erstlingswerk Die Stimmen der Nacht* schreibt die aus Nigeria stammende Tochi Eze über Sitten und Gebräuche der Ndi Igbo, einer ethnischen Gruppe aus Nigeria. Dabei hebt sie die Suche der Menschen nach nationaler Identität hervor, die nach drei Jahrzehnten Militärdiktatur im Oktober 1960 endlich die Unabhängigkeit von Großbritannien erlangten.

Ahnen, Geheimnisse und die Götter von Umumilo

In dieser Zeit verliebte sich Ben Fletcher in Margaret. Bereits im zweiten Kapitel und im weiteren Verlauf wechselt die Erzählung immer wieder zu ihren Ahnen des Jahres 1905: Im Dorf Umumilo kann man sich zunächst nicht erklären, wie die Jungfrauen Adaora, Nneka und Priscilla schwanger wurden.

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Zwischen Nähe, Lügen und verlorenen Fäden

Ein Beziehungsgeflecht voller Brüche und unerwarteter Wendungen

Cover von Danke, wir können nicht klagen von Ruth Wittig

Ein riskanter Nachbarschaftsabend

Der geschiedene Enzo Brüning‑Cattaneo ist Psychiater und lebt mit Lene, einer Psychologin, die aktuell an ihrem zweiten Roman arbeitet, in einer Mietwohnung. Beide haben sich darauf geeinigt, kein Eigentum zu erwerben, da ihrer Meinung nach „Besitz belastet“.

Eines Sonntagabends werden sie von ihren neuen Nachbarn gebeten, wegen eines vergessenen Wohnungsschlüssels über ihr Fenster Zugang zur darüber liegenden Wohnung zu verschaffen. Als Reto, der Nachbar, bereits gefährlich nah am Abgrund steht, muss die Aktion abgebrochen werden. Vom Onkel der Nachbarin Nicole wollen sie Kletterequipment besorgen, während Lene inzwischen den Tatort im Abendprogramm ansieht. Zu ihrer Verwunderung gehen die Nachbarn nach ihrer Rückkehr ohne Übergang zum Du über.

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Zwischen Walnussbäumen und verlorenen Träumen

Eine Familiengeschichte voller Sehnsucht, Geheimnisse und zweiter Chancen

Cover von Walnusswünsche von Manuela Inusa

Abigails Verschwinden und Vickys Neubeginn

Die siebzehnjährige Vicky und ihre frisch volljährig gewordene Schwester Abigail leben mit ihrem Vater Anthony Lloyd auf einer Walnussfarm in Riverside. Eines Nachts verschwindet Abigail – sie verabschiedet sich lediglich von Vicky, um in Hollywood ihr Glück zu suchen.

Zehn Jahre später hat sich Abigails Traum in Luft aufgelöst. Ein Kameramann hat sie mit einem Kind sitzen lassen, und ihrer sechsjährigen Tochter Bella kann sie kaum etwas bieten. Schweren Herzens muss sie sich eingestehen, dass sie gescheitert ist.

Ein Autor auf Recherche und ein erster Funke

Währenddessen recherchiert der bekannte Autor Liam für seinen neuen Roman über Walnüsse. Zufällig stößt er auf einen Zeitungsartikel über eine Walnussfarm und nimmt Kontakt auf. Mit seinem Mustang macht er sich auf den Weg nach Kalifornien.

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Zwischen Trauma und Hoffnung – ein Roman, der nachhallt

Cover von Die Frauen der Familie von Katherena Vermette

Wer sind die Indigenen? Ein notwendiger Einstieg

Indigene sind die Nachkommen der ursprünglichen Bevölkerungen eines Landes – Menschen, deren Kulturen, Sprachen und Traditionen bereits vor der Kolonisierung existierten. Zu ihnen zählen unter anderem die Indianer Nord- und Südamerikas, die Aborigines in Australien, die Māori in Neuseeland, die Inuit der Polarregion, die Sami Nordeuropas sowie zahlreiche indigene Gruppen in Bolivien, Guatemala und Peru.

Katherena Vermette, selbst indigene Kanadierin, weist in ihrem Roman Die Frauen der Familie* in einer einleitenden Warnung darauf hin, dass das Buch für viele Leserinnen und Leser mit traumatischen Erfahrungen belastend sein kann. Umso bewusster habe sie „Liebe und Hoffnung“ in ihre Texte gelegt.

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Die weiße Laterne – Shaw Kuzkis bewegender Jugendroman über Erinnerung und Verlust

Ein literarischer Blick auf die Folgen des Atombombenabwurfs auf Hiroshima

Cover von Die weiße Laterne von Shaw Kuzki

Historischer Hintergrund und Mahnung

Shaw Kuzki gehört zur Nachfolgegeneration der Opfer des Atombombenabwurfs auf Hiroshima am 6. August 1945. Damals starben siebzigtausend Menschen sofort – und bis Ende des Jahres kamen weitere siebzigtausend hinzu. Wie die Autorin in ihrem Roman Die weiße Laterne* schildert, herrschte im Epizentrum eine Temperatur von über 4.000 Grad, sodass Körper schmolzen und selbst Gebäude im Umkreis von zwei Kilometern in Brand gerieten.

Alljährlich gedenkt Japan diesem unfassbaren Ereignis: Am 6. August um 8.15 Uhr läuten im Friedenspark Hiroshima die Glocken. Hibakusha, die Überlebenden, berichten von ihren Erlebnissen. Am Abend werden bunte Papierschiffchen – wie Laternen gestaltet – auf dem Fluss Motoyasu zu Wasser gelassen.

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Ein Vermächtnis in Briefen: Die erschütternde Geschichte hinter «Spreche morgen Rolf»

Cover von Spreche morgen Rolf von Christian Brückner

Ein Nachlass, der zur Mahnung wird

Das Buch «Spreche morgen Rolf»* versammelt im Wesentlichen jene Briefe, deren Veröffentlichung Reinhard Frank testamentarisch seinem Nachlassverwalter Christian Brückner anvertraute. Brückner, Notar und Dozent der Universität Basel, später außerordentlicher Professor für Privatrecht, erhielt von Frank die Aufgabe, die an dessen Mutter Hilde Frank (geb. Feldberg) gerichteten Schreiben zu sichten und zugänglich zu machen. Ebenso sollte er die Berichte von Franks Schwester Anita veröffentlichen, die im jüdischen Krankenhaus Berlin entstanden und als nahezu einzigartig gelten.

Hilde Franks Schicksal zwischen Hoffnung und Verlust

Brückner setzt seine Darstellung im Jahr 1932 an – dem Jahr, in dem Hilde Frank zur Witwe wurde und in die großzügige Villa eines Universitätsdozenten zog, wie eines der zahlreichen Fotos im Buch zeigt. Der ersten Fluchtwelle jüdischer Bürger schloss sie sich nicht an; ihre Bemühungen um eine Emigration nach Palästina kamen zu spät.

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