Am Saum der Jahre – Ein Leben zwischen Schuld und Sehnsucht

Cover von Am Saum der Jahre von Thomas Röthlisberger

Lehrjahre im Schatten des Meisters

Herrenschneider Ernst Bergmann schickt seine Tochter Margret, die eines Tages sein Schneideratelier für wohlhabende Männer im Dorf übernehmen soll, zum verheirateten Schneidermeister Paul Pfund, damit das begabte Mädchen dort noch einiges dazulernt. Von Beginn an hat der Patron ein Auge auf seine Lehrtochter geworfen. Nach erfolgreich beendeter Lehre bietet er ihr nicht ohne Hintergedanken einen Vertrag an und legt alsbald seine Hand auf die ihre, während er von den Bedürfnissen eines Mannes spricht. Überstürzt und irritiert rennt Margret daraufhin aus dem Haus.

Ein verhängnisvoller Augenblick

Später lässt Margret stillschweigend geschehen, dass Paul Pfund sie küsst. Schließlich nimmt er sich, was nicht länger warten kann. Wankend kommt sie nach Hause und erbricht sich, was der aufmerksamen Mutter nicht verborgen bleibt.

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Zwischen Liebe, Verrat und verlorenen Hoffnungen – Yvonne Zitzmanns Roman „Die geteilte Schuld“

Cover von Die geteilte Schuld von Yvonne Zitzmann

Martina und Mischa: Ein Leben zwischen Kranarbeit und Regimezwang

Yvonne Zitzmann zeichnet in ihrem Roman Die geteilte Schuld das Leben von zwei Frauen nach. Martina Seiffert ist 1977 Kranführerin in einem Betonwerk der DDR. Noch wohnt sie bei ihrer Mutter, träumt jedoch von einer eigenen Wohnung. Mit dem neuen Schweißer Mischa freundet sie sich an, bevor er für fünf Monate in die bitterkalte Sowjetunion zur Verlegung der Druschba-Pipeline aufbricht.

Im Dezember 1978 heiraten beide, doch schon im Januar fährt Mischa erneut fort. Das Paar bezieht eine Wohnung, und nach der Geburt eines Kindes will der Vater zur Freude von Tina bei seiner neuen Familie bleiben.

1985 gesteht Mischa seiner Ehefrau, dass ihn das Regime seit einem tödlichen Unfall eines Kollegen in der Hand habe. Zwar träfe ihn keine direkte Schuld, doch unter Druck habe er sich als Spitzel betätigt.

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Drei Frauen, drei Schicksale – ein Roman, der nachhallt

Cover von Aabidah, Emma, Iryna von Alma Ramsden

Aabidah: Zwischen Bomben und Flucht aus Aleppo

Die schicksalhaften Lebenswege der drei Frauen Aabidah, Emma, Iryna zeichnet Alma Ramsden in ihrem Roman nach. In ihrer Vorbemerkung betont sie, dass sie deren Geschichten sorgfältig recherchiert hat.

Die in Syrien lebende Aabidah heiratet mit achtzehn Jahren den angehenden Zahnmediziner Amir. Unter Baschar al-Assad nehmen willkürliche Verhaftungen zu, zwei ihrer Brüder werden festgenommen, und Spitzel finden sich sogar innerhalb der Familien. Nachdem im Jahr 2013 Bomben die Universität treffen, muss Aabidah ihr Studium der Ingenieurwissenschaften unterbrechen. Hunger und Kälte sind ständige Begleiter der jungen Familie mit inzwischen drei Kindern. Erst nach der Detonation ihres Wohnhauses fassen die Eheleute den Entschluss, aus Aleppo zu fliehen – zumal auch Amirs Praxis zerstört wurde.

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Zwischen Recht und Rache: Carolin Gerbers gefährlicher Plan

Cover von Morden für Einsteiger von Claudia Rimkus

Wenn Gerechtigkeit zur Privatsache wird

Der achtunddreißigjährigen Rechtsanwaltsfachangestellten Carolin Gerber reicht es. Seit Jahren macht ihr das kriminelle Verhalten mancher Mitmenschen zu schaffen. Sie will sich nicht länger damit abfinden, dass Täter durch juristische Schlupflöcher, geschickte Verteidiger oder milde Richter ungestraft davonkommen. Die Diskrepanz zwischen Recht und Gerechtigkeit veranlasst sie dazu, eine Liste mit Namen von zehn Personen zu erstellen, die ihrer Meinung nach einen Platz „unter der Grasnarbe“ verdient hätten.

Die Nummer eins: Kalle, der Schwager

Mit Abstand an erster Stelle auf Carolins Liste steht ihr Schwager Kalle, dem gelegentlich die Hand ausrutscht. Hinterher rechtfertigt er sich mit fadenscheinigen Erklärungen, die Carolins Schwester Melli stets das Gefühl geben, selbst Schuld an seinem Ausraster zu sein.

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Drei Frauen, drei Schicksale – und ein mörderischer Pakt

Cover von Melancholische Mörderinnen von Silvia Zwahlen

Eine Reise ins Ungewisse

Jorinde war Reiseleiterin, bevor sie den Magier Nepomuk kennenlernte, für den sie ihren Job aufgab. Als sie eines Tages vom Einkauf zurückkommt und für ihren Ehemann ein Steak zubereiten will – so, wie er es liebt –, erwischt sie ihn mit seiner Geliebten im Bett. Entschlossen schmeißt sie ihn aus ihrer Wohnung, zumal dies nicht die erste Kränkung ist, die sie von dem mittlerweile arbeitslosen Zauberer einstecken muss. Immer sollte sie die Schuld für alles tragen. Endlich kommt sie zu der Einsicht, jahrelang kontrolliert und manipuliert worden zu sein. Ihr Weg in die Freiheit führt sie mit Zug und Schiff in die ägyptische Stadt Dahab, wo sie in einer Tauchschule einen Job in der Buchhaltung findet.

Verrat und Flucht

Seit Käru im Baugeschäft von Bettis Vater Fuß fassen konnte, war Olivia für ihn nur noch seine Geliebte. Doch da sie für ihn auch während seiner Ehe mit Betti die Geheimkonten führte, über die er heimlich Geld vom Firmenkonto abzweigte, blieb Olivia nicht untätig und schaffte auch für sich ein schönes Sümmchen beiseite.

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„Ich liebe, was ich tue“ – Bestsellerautorin Saskia Louis über Kreativität, Figurenliebe und Schreibdisziplin

Porträt der Autorin Saskia Louis
Bildquelle: Saskia Louis

Über Saskia Louis: Autorin und Musikerin

Saskia Louis wurde 1993 geboren und wuchs gemeinsam mit ihren älteren Brüdern in der Kleinstadt Hattingen auf. Nach dem Abitur zog sie nach Köln, wo sie den Studiengang Medienmanagement mit dem Bachelor abschloss. Sie ist Autorin und Musikerin mit Leib und Seele – und schreibt humorvolle Liebesromane, unterhaltsame Krimis sowie Fantasygeschichten fürs Herz. Bereits im Alter von einundzwanzig Jahren veröffentlichte sie ihren Debütroman „Miss Ich-Bin-Nicht-Verliebt“ und kann mittlerweile auf zahlreiche weitere Veröffentlichungen zurückblicken.

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Zwei Frauen, zwei Zeiten – und ein Geheimnis, das alles verändert

Cover von Liebe und andere Heimlichkeiten von Michaela Küpper

Evelyn 1959: Eine Begegnung, die ihr Leben aus der Bahn wirft

Michaela Küpper beschreibt in ihrem Roman Liebe und andere Heimlichkeiten das Schicksal zweier Frauen, die in unterschiedlichen Zeiten leben, mit verschiedenen gesellschaftlichen Erwartungen konfrontiert sind und dennoch ähnliche Konflikte durchleben.

Da ist zum einen Evelyn, die mit dem Mechaniker Friedrich verheiratet ist und die Kinder Martha und Kai-Uwe hat. Als ihr Ehemann 1959 beruflich nach Italien fährt, klingelt es unverhofft an ihrer Tür. Ein fremder Mann, der sich als Jonas Schulte vorstellt, möchte Friedrich sprechen – in der Hoffnung, eine Arbeit in dessen Reparaturwerkstatt zu bekommen.

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Die Kunst, sich selbst wiederzufinden

Ein Leben zwischen Kunst, Verlust und Neubeginn

Cover von Die Kunst, eine schwarze Katze von André David Winter

Die ersten Schritte einer Künstlerin

Anina, die Protagonistin des Romans Die Kunst, eine schwarze Katze von André David Winter, wagt im Jahr 1964 in ihrer Schule im Wallis ihre ersten Malversuche. Als der italienischsprachige Schüler Agostino in ihre Klasse kommt, soll sie ihm helfen, da sie als Klassenbeste Hochdeutsch beherrscht. Während sie ihm die Sprache näherbringt, lernt sie selbst Italienisch – und Agostino inspiriert sie mit einem Buch über die Weltmeere zu weiterem künstlerischen Schaffen. Umso größer ist ihre Enttäuschung, als er eines Tages plötzlich nicht mehr in der Schule erscheint.

Paris: Kunst, Freundschaft und ein schmerzhafter Bruch

Zehn Jahre später lebt Anina in einem Internat und besteht die Aufnahmeprüfung an der Akademie in Paris. Dort freundet sie sich mit Nathalie Dupré an, die sie liebevoll „Pralina“ nennt.

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Ein Todesfall mit Fragezeichen

Wie eine Putzfrau wider Willen zur Ermittlerin wird

Cover von Haja oder Hanoi? - Wehrles Detektivmobil von Lili Lemberg

Ein unerwartetes Erbe und ein noch unerwarteter Verdacht

Ilse Behring lebt in einer Senioren‑WG mit Helga Schuh, dem dementen Herbert Würfel sowie dem Ehepaar Lotte und Egon Laible. Vermieterin ist Anke Zähringer. Eines Tages erhält die geschiedene Nikola Wehrle von Anke einen Anruf: Ihre Tante Ilse sei in der Nacht an einem Schlaganfall verstorben.

Auf der Beerdigung überreicht Anke ihr einen Umschlag, in dem Ilse ihr einen nostalgischen VW‑Bus und eine kleine Geldsumme vermacht hat. Spontan kündigt Nikola ihre Stelle als Putzfrau bei der Polizei und plant eine Ausbildung zur Detektivin – frei, mobil und unabhängig.

Doch an ihrem letzten Arbeitstag klingelt das Telefon. Helga Schuh, die beste Freundin der Verstorbenen, hält Nikola für eine angehende Kriminalkommissarin und berichtet von Unstimmigkeiten rund um Ilses Tod. Nikola solle sofort nach Bad Dürrheim kommen – und mit niemandem darüber sprechen.

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Die Frau, die das Automobil in Bewegung setzte

Cover von Bertha Benz und die Straße der Träume von Alexander Schwarz

Eine Begegnung, die Geschichte schreibt

Wahrscheinlich ist es unmöglich, die Anzahl der heute weltweit fahrenden Autos auch nur annähernd zu beziffern. Umso erstaunlicher ist es, sich vorzustellen, dass noch vor rund eineinhalb Jahrhunderten kaum jemand an ein Fahrzeug glaubte, das sich ohne Pferde fortbewegen könnte.

Bis auf den Ingenieur Carl Benz, der in Alexander Schwarz’ Roman Bertha Benz und die Straße der Träume der vierzehnjährigen Bertha Ringer im Jahr 1863 erstmals in Pforzheim begegnet. Sie staunt über den jungen Mann, der zwischen zwei Rädern auf einem „hölzernen Apparat“ strampelt. Sechs Jahre später treffen sie sich bei einem Familienausflug wieder – und Bertha weiß beim Blick in seine Augen sofort, dass sie ihn heiraten möchte. Geduldig erzählt Carl von seinem Veloziped und seinem Traum, einen selbstfahrenden Apparat zu bauen, der ohne Pferde auskommt.

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