Wenn die Hitze zur Gefahr wird – ein Krimi im Schatten des Klimawandels

Cover von Schatten über dem Karwendel von Friederike Schmöe

Klimawandel, Dürre und eine neue Bedrohung

Die Auswirkungen des Klimawandels mit steigenden Temperaturen sind längst spürbar. Laut aktuellen Nachrichten hat in Deutschland nur noch jeder fünfte Baum eine gesunde Krone – eine Folge der Dürrejahre 2018 bis 2020. Und auch die ursprünglich in Süd- und Südostasien beheimatete Tigermücke breitet sich zunehmend im Mittelmeerraum aus.

Friederike Schmöe greift dieses Thema in ihrem Kriminalroman Schatten über dem Karwendel* auf. Der darin beschriebene See und die Ortschaften existieren zwar nicht, doch die geschilderten Entwicklungen wirken erschreckend real. Über fünf Tage hinweg begleitet die Autorin Mira Peters, die einen Campingplatz am Obersteinsee betreibt. Gewissenhaft führt Mira ein Logbuch und dokumentiert Wasserstand und Temperatur des zunehmend austrocknenden Sees. Die braune Brühe stinkt, die Hitze steigt, und die Waldbrandgefahr nimmt so stark zu, dass bereits Evakuierungsübungen angeordnet wurden.

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Zwischen Staunen und Zweifel – Eine Lebensreise voller Brüche und Botschaften

Cover von Nichts weiter - staunen, träumen, sterben von Lea L.

Kindheit, Krankheit und die erste „außerkörperliche Erfahrung“

Lea L. schildert in ihrem Buch Nichts weiter – staunen, träumen, sterben* eindrücklich ihre frühen Erinnerungen an die Großeltern und eine Operation am kranken Auge. Während der Narkose erlebt sie sich selbst wie von außen – eine Erfahrung, deren Bedeutung sie erst später einordnen konnte. Als „Anschauungsobjekt“ für interessierte Studenten eingesetzt, wandte sie sich zunehmend Astrologie und Horoskopen zu und kam zu dem Schluss, dass deren Anhänger „keine abgehobenen Spinner“ seien.

Verlust, Krankheit und der Weg zur Meditation

Ausführlich beschreibt die Autorin den Tod ihrer Großmutter und die Beerdigung. Eine geplante Flugreise mit ihrem Freund musste sie abbrechen, da sie wegen eines erhöhten Augeninnendrucks – verursacht durch ein Glaukom – stationär behandelt wurde.

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Ein Vater am Abgrund – und ein Albtraum, der nie endet

Cover von Die Verlorenen von Simon Beckett

Das verschwundene Kind

Ein traumatisches Ereignis hat das Leben von Jonah Colley für immer zerstört: Sein kleiner Sohn Theo verschwindet spurlos von einem Spielplatz. Jonah gibt sich die Schuld, denn er war für einen Moment eingeschlafen. Als möglicher Entführer gerät der Obdachlose Owen Stokes ins Visier, doch eine Überwachungskamera zeigt ihn allein den Spielplatz verlassen. In einem Gebüsch findet man einen von Theos Schuhen an einem schmalen Kanalzugang. Der Tunnel ist so eng, dass nur ein Kind hineinpasst – und laut Ermittlungen soll Theo in dem Labyrinth aus Wasserwegen ertrunken sein.

Dieser Schicksalsschlag zerstört nicht nur Jonahs Ehe mit Chrissie, sondern auch seine Freundschaft zu seinem Kollegen Gavin McKinney. Nach der Scheidung zieht Jonah nach East London und lebt seitdem innerlich gebrochen und zurückgezogen.

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Im Schatten des Boxrings: Ein Schüler, ein Geheimauftrag und eine Wahrheit, die brennt

Cover von Der Club von Takis Würger

Ein Jugendleben voller Schicksalsschläge

Nachdem Hans in der Schule verprügelt wurde, beginnt er mit dem Boxtraining und bestreitet bereits mit dreizehn Jahren seinen ersten Kampf. Zwei Jahre später fährt sein Vater ihn zu einem Turnier – und verunglückt tödlich. Der Junge gibt sich die Schuld. Kurz darauf stirbt auch seine Mutter: Sie erleidet beim Ernten von Schnittlauch einen allergischen Schock durch das Gift einer Honigbiene, weil sie ihrem Sohn ein Rührei zubereiten wollte.

Ein Internat im Bayerischen Wald – und die Einsamkeit

Tante Alex hält es nach dem Tod seiner Eltern für das Beste, den Fünfzehnjährigen auf das von Mönchen geleitete Johannes-Kolleg im Bayerischen Wald zu schicken. Pater Gerald ermöglicht Hans zwar, weiter zu trainieren, doch trotz aller Vertiefung in die Bücher bleibt er einsam.

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Zwischen Vergangenheit und Verlust: Almas Suche nach sich selbst

Cover von Alma von Federica Manzon

Eine Rückkehr nach Triest

Nachdem die dreiundfünfzigjährige Alma vor wenigen Wochen einen Brief ihres einstigen Geliebten Vili erhalten hat, in dem sie aufgefordert wird, den Nachlass ihres verstorbenen Großvaters entgegenzunehmen, reist sie in ihre Geburtsstadt Triest. Dort mietet sie sich ein Hotelzimmer und begibt sich auf die Suche nach Vili, den sie seit dreißig Jahren nicht mehr gesehen hat.

Erinnerungen, die in die Habsburgerzeit zurückführen

Soweit zum aktuellen Geschehen in dem aus dem Italienischen von Verena von Koskull übersetzten Roman Alma* von Federica Manzon. Übergangslos wechselt die Autorin zu Ereignissen der Vergangenheit – ein Stilmittel, das vom Leser Konzentration verlangt, zumal der Roman konsequent im Präsens erzählt wird. Ein Großteil der Handlung spielt in der Habsburgerzeit, als sich im Café Stella Polare in Triest das mitteleuropäische Bürgertum traf. Auch Alma kehrt nach Jahrzehnten dorthin zurück, weil sie dort viele glückliche Stunden ihres Lebens verbracht hat.

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Hybride Bedrohung im Schatten Europas – ein Politthriller, der wachrüttelt

Cover von Im Sog der Zersetzung von H. Dieter Neumann

Warum dieser Roman nicht in große Verlagsprogramme passt – und gerade deshalb gelesen werden sollte

Wie H. Dieter Neumann in einer Randnotiz zu seinem Politthriller Im Sog der Zersetzung* feststellt, wollen Leser „nicht mit allzu realistischen Szenarien … belästigt werden“. Genau deshalb, so schreibt er, hätte sein beachtenswerter Roman kaum in das Programm eines großen deutschen Verlages gepasst. Doch wer sich nicht von heiler‑Welt‑Geschichten einlullen lassen möchte und angesichts zweifelhafter Sicherheitsgarantien der NATO durch die USA im Ernstfall beunruhigt ist, wird diesen „vor einem sehr realen Hintergrund spielenden“ Roman über den „hybriden Krieg, den Russland immer entschlossener … führt“, mit großem Interesse verfolgen.

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Wenn Erinnerung trügt und Vertrauen zerbricht

Cover von Das Signal von Ursula Poznanski

Erwachen ohne Vergangenheit

Die mit dem Meinungsforscher Adam Decker verheiratete Viola wacht im Krankenhaus ohne Erinnerung an das Geschehene auf. Von einer Ärztin erfährt sie, dass sie einen Unfall hatte, bei dem sie sich neben einer Gehirnerschütterung drei Rippen brach und ihr linkes Bein verlor. Adam, mit dem sie seit fünf Jahren verheiratet ist und mit dem sie erst vor drei Monaten in ein abgelegenes, altes Haus gezogen ist, erklärt ihr bei seinem Besuch, dass er bereits eine Pflegekraft organisiert habe: Die aus Rumänien stammende Otilia werde bei ihnen einziehen. Da Viola vorerst keine Treppen steigen könne, müssten sie zudem auf getrennten Etagen schlafen.

Zweifel im eigenen Zuhause

Wieder zu Hause angekommen, stellt Viola irritiert fest, dass ihre App den Live-Standort ihres Ehemannes nicht mehr anzeigt. Zufällig stößt sie auf eine Werbung für Tracker, von denen sie ohne zu zögern zehn bestellt.

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Ein Mädchen kehrt zurück – und ein Albtraum beginnt

Cover von Rabenland von Max Bentow

Ein rätselhaftes Wiederauftauchen

Die siebzehnjährige Lilly Steiner, die vor einem Jahr in Berlin auf dem Weg zur Schule verschwand, wird von einem Autofahrer vor einer Klinik in Templin abgelegt. Der Fahrer flieht unerkannt, bevor jemand eingreifen kann. Die Ermittler Kriminalkommissar Nils Trojan und die Kriminalpsychologin Carlotta Weiss vom LKA übernehmen den Fall. Zunächst vermuten sie, dass Lilly von einem Auto angefahren wurde, doch das Mädchen kann sich an nichts erinnern. Sie ist traumatisiert und weiß nicht, wo sie sich während ihres Verschwindens aufgehalten hat. Ihre einzige Erinnerung: Sie habe im Wald unter Raben gelebt und dort angeblich ihre Sprache erlernt.

Wurde sie entführt? Konnte sie vor dem Entführer fliehen? Die Ermittler stehen vor einem Rätsel.

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Zwischen Trauma und Hoffnung – ein Roman, der nachhallt

Cover von Die Frauen der Familie von Katherena Vermette

Wer sind die Indigenen? Ein notwendiger Einstieg

Indigene sind die Nachkommen der ursprünglichen Bevölkerungen eines Landes – Menschen, deren Kulturen, Sprachen und Traditionen bereits vor der Kolonisierung existierten. Zu ihnen zählen unter anderem die Indianer Nord- und Südamerikas, die Aborigines in Australien, die Māori in Neuseeland, die Inuit der Polarregion, die Sami Nordeuropas sowie zahlreiche indigene Gruppen in Bolivien, Guatemala und Peru.

Katherena Vermette, selbst indigene Kanadierin, weist in ihrem Roman Die Frauen der Familie* in einer einleitenden Warnung darauf hin, dass das Buch für viele Leserinnen und Leser mit traumatischen Erfahrungen belastend sein kann. Umso bewusster habe sie „Liebe und Hoffnung“ in ihre Texte gelegt.

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Zwischen Sehnsucht und Ausgrenzung – Laura Vinogradovas Roman „Sanna und Lia“

Cover von Sanna und Lia von Laura Vinogradova

Kindheit im Heim

Die dreizehnjährige Sanna, die nichts über den Verbleib ihrer Mutter weiß, lebt seit sieben Jahren in einem Kinderheim, in dem die Erzieherin es gut mit den Kindern meint. Wie alle Heimkinder ist auch sie auf Kleiderspenden angewiesen und darf gelegentlich ein Wochenende bei einer Schulfreundin verbringen, die in einem großen Haus in der Nähe des Heims wohnt. An ihrem vierzehnten Geburtstag singt man ihr ein Ständchen, und nur der Romajunge Andrejs wagt es, ihr einen „ordentlichen Schmatzer“ auf die Wange zu geben – was sie sehr verlegen macht. Wenn sich jemand über sie als Heimkind lustig macht, reagiert Sanna impulsiv und schlägt unbarmherzig zu.

Der Weg nach Riga

Nach einem solchen Vorfall fährt Sanna nach Riga und kommt in einem Wohnheim unter. Für einen Monat hat man ihr Geld zum Leben mitgegeben.

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