Spurensuche zwischen Überfällen und Familiengeheimnissen – Charlottes härtester Fall

Cover von Birkenblut von Claudia Rimkus

Überfälle, ein Komapatient und ein bekanntes Muttermal

Hauptkommissar Hannes Bremer wird gemeinsam mit seiner Kollegin Pia Wagner zu einem dritten Überfall auf Gold‑ und Diamantenhändler gerufen. Vor Ort finden sie einen Juwelier und dessen Ehefrau ermordet auf. Zudem wurde auf der Straße ein verletzter Mann ohne Papiere aufgegriffen, der nicht vernehmungsfähig ist. Beim Stammtisch, an dem auch die ehemalige Ermittlerin Charlotte Stern teilnimmt, wird diskutiert, ob er Täter oder Zeuge sein könnte.

Als Hannes den Komapatienten im Krankenhaus besucht, fällt ihm ein markantes Muttermal am Unterarm auf, das ihm bekannt vorkommt.

Ein Foto, ein Muttermal – und Charlottes Vergangenheit

Charlotte Stern kehrt mit ihrem Lebenspartner Philipp, einem Professor für forensische Psychologie, in die Villa der Senioren‑WG Eichengrund zurück. Dort erwartet sie Hannes bereits. Zunächst zeigt er ihr ein Foto des komatösen Mannes, das bei ihr keine Reaktion auslöst. Doch als er ihr das Bild des Muttermals zeigt, ist sie außer sich: Ihr Bruder Andreas, der vor fast vierzig Jahren ohne Erklärung das Elternhaus verließ und seitdem verschwunden ist, trug genau ein solches Muttermal am rechten Unterarm.

Ein BMW, neue Spuren und ein weiterer Überfall

Bei der Sichtung von Videoüberwachung und Aufzeichnungen aus Geschäften entdeckt Teamkollege Walter Drews einen BMW, der bei zwei Überfällen in der Nähe geparkt war. Als der Halter Sebastian Fesser vorgeladen wird, müssen die Ermittler ihn jedoch wieder gehen lassen und können lediglich eine Funkzellenabfrage beantragen.

Ein weiterer Überfall mit Opfern kann nicht verhindert werden, während die SOKO Birkenblut weiterhin auf die Vernehmung des aufgegriffenen Mannes hofft. Charlotte kann über ihre Freundin und Anwältin Julia erreichen, dass Philipp als Betreuer eingesetzt wird und so einen DNA‑Abgleich veranlassen kann.

Diamanten, Rückblicke und ein zweiter Handlungsstrang

Claudia Rimkus beginnt ihren Hannover‑Krimi Birkenblut* mit einem Überfall auf einen Diamantenhändler, bei dem sich die Täter mittels eines raffinierten Tricks Zutritt verschafft und den Händler sowie seinen Assistenten kaltblütig erschossen haben.

Wer glaubt, die Ermittler würden sich nun ausschließlich diesem Fall widmen, irrt. Denn es bleibt nicht bei einem Überfall, und zusätzlich schiebt sich ein zweiter Handlungsstrang in den Vordergrund:

Nach dem Tod der Mutter und dem Suizid des Vaters kommen die drei Kinder der Familie ins Heim und wachsen getrennt voneinander auf. Kira lebt mit einer ihr nicht wohlgesonnenen Schwester bei Pflegeeltern und bleibt von schlimmen Erfahrungen nicht verschont. Ihr Zwillingsbruder Leon packt auf dem Hof seiner Pflegeeltern kräftig mit an, während der ältere Bruder Maik nach traumatischen Heimerlebnissen und Schlägen seines Pflegevaters nach Amsterdam flieht.

Zwischen Vergangenheit und Gegenwart – Ermittlungen mit Tiefgang

Der Plot wechselt zwischen den Rückblicken der Geschwister und den aktuellen Ermittlungen. Zu klären ist, ob der Besitzer des BMW mit den Überfällen in Verbindung steht und ob der Komapatient tatsächlich Charlottes Bruder ist oder ein Zufallsopfer.

Am Rande thematisiert die Autorin die qualvollen Folgen für Igel beim Einsatz von Mährobotern sowie die früheren Konsequenzen für nicht akzeptierte Linkshänder.

Fachwissen, Gesetze und psychologische Einblicke

Spezifische Informationen über den Handel und die Zertifikate von Diamanten vermittelt Claudia Rimkus über einen im Plot agierenden Sachverständigen. Professor Philipp erläutert die Speicherung von Erinnerungen im Gehirn sowie Amnesie und Traumata. Zudem erklärt die Autorin das Gendiagnostikgesetz von 2010 und das DNA‑Identitätsfeststellungsgesetz von 1998.

Ein vielschichtiger Krimi mit starken Figuren und überraschenden Wendungen

Im Krimi Birkenblut*, dem sechsten Fall um Hobbyermittlerin Charlotte Stern, spielen auch Staatsanwältin Dr. Benita Pauli und die Bewohner der Senioren‑WG eine bedeutende Rolle.

Der Leser, der den Ermittlern stets einen Schritt voraus ist und die Absichten der Täter kennt, fiebert dem Handlungsverlauf umso gespannter entgegen – bis hin zu einem Zeugenschutzprogramm.

Der mit intelligent verwobenen Fäden gestrickte Krimi überzeugt mit zahlreichen Überraschungen und Wendungen, die in dieser Häufigkeit und Spannung ihresgleichen suchen.

Birkenblut von Claudia Rimkus

Cover von Birkenblut von Claudia Rimkus
Gmeiner Verlag 2026
Taschenbuch
400 Seiten
ISBN 978-3-8392-8126-0

Bildquelle: Gmeiner Verlag

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