Zukunftsträume, die überraschen: Wenn Kinder ihre Zukunft entwerfen

Buchcover: Später wenn ich ... von Teresa Mossbauer und León Schellhaas

Sechzehn Ideen für das Leben von morgen

Anstelle nur einer Geschichte stellt das Kinderbuch Später wenn ich …* gleich sechzehn von ihnen vor, die Teresa Mossbauer und León Schellhaas bei der Befragung von Schulkindern, wie sie sich ihre Zukunft vorstellen, „zugeflüstert“ wurden: Während der tierliebhabende Jonas Zoodirektor werden möchte, sieht Wasserratte Siri ihre Zukunft als Schwimmlehrerin. Karli hat die Idee, sein Spielzeug als Erwachsener gegen Gebühr zu verleihen, und Layla reicht es nicht, Bürgermeisterin nur einer Stadt zu sein, sondern sie will dieses Amt gleich für die ganze Welt innehaben, um so allen Menschen zu einem besseren Leben zu verhelfen.

Um kein langweiliges Leben zu führen, möchte Amir in einem besonderen Auto mit Tanzpartyraum und ausklappbarem Pool samt Wasserrutsche leben. Sarah möchte gerne mit ihren sechzehn Freundinnen zusammen in einem Leuchtturm wohnen und von der Vermietung eines kleinen Zimmers leben. Von ihrer ersten Million, die sie dank vieler Erfindungen in dem mit Peter gegründeten Unternehmen einnimmt, träumt Leonora bereits heute.

Zwecks Überbrückung von Sprachbarrieren will Musa viele Sprachen hervorragend erlernen und dann das „Büro des offenen Ohres“ eröffnen. Ben geht davon aus, dass in der Zukunft ein Beamring erfunden sein wird, mit dem er sich nicht nur in andere Länder beamen, sondern auch in Welten aus Büchern und Games teleportieren kann. Die wissbegierige Laura sieht sich als Lehrerin einer Schule mit großer Bibliothek, die alle Fragen beantworten kann.

Zwischen Geisterbahn, Weltmeisterschaft und Eiffelturm

Da Ahmet nicht gerne Fußball spielt, will er zur Überraschung seiner Freunde Otto, Xavi, Adam und Aki einfach ihr Trainer werden und sie so zur Weltmeisterschaft führen. Als weltbeste Erschreckerin will Maya später eine Geisterbahn entwerfen und betreiben, zudem aber auch gruselige Erschreckgeschichten unter einem Pseudonym veröffentlichen. Lotte wünscht sich eine Stadt, in der alle Hauswände begrünt sind und nur mit wenigen Ausnahmen Autos für Kranke und Ältere fahren dürfen, während alle anderen für eine bessere Luft mit dem Fahrrad unterwegs sind.

In einem Büro für Arbeitsvermittlung möchte Elias alle Menschen entsprechend ihrer Neigungen zusammenbringen, sodass sie sich bereits morgens im Bett auf ihre Arbeit freuen. Mit ihren erwachsenen Brüdern Elio und Adam möchte Josefine, sobald sie sich traut, ohne Mama und Papa zu wohnen, auf den Eiffelturm nach Paris, auf die Galápagos-Inseln und in ein Land reisen, in dem Taylor Swift ein Konzert gibt. Da Kriege nach Miros Ansicht nur geführt werden, wenn Menschen gestresst sind und keine Pausen zur Erholung hatten, plant er, Geschichten über Pausen zu schreiben, an die sich jeder erinnern soll.

Kinder blicken auf Arbeit, Geld und Umwelt

Teresa Mossbauer und León Schellhaas haben für ihr Kinderbuch Später wenn ich …*, das sich an junge Leser ab fünf Jahren richtet, Schüler der OVS Waltergasse und der VS Grünentorgasse in Wien im Alter von sieben bis zehn Jahren befragt. Dabei wird deutlich, dass Geld grundsätzlich zum Überleben verdient werden muss, Jobs oftmals anstrengend sind und wenig Spaß machen und dass eine Person mit einem Baby nur wenige Stunden arbeiten kann, trotzdem aber genug verdienen muss. Ob das auch allen maßgeblichen Stellen in den Verwaltungen bekannt ist?

Die Kinder wussten vom Aussterben einzelner Tierarten und davon, dass nicht nur Autos, sondern auch Flugzeuge eine schlechte Umweltbilanz haben, wobei auch das stundenlange Warten und die Ohrenschmerzen bei der Landung angemerkt wurden. Interessant ist zudem der soziale Aspekt, nach dem Personen mit „nicht genug Geld“ kostenlos eingelassen werden, was bislang nur teilweise durch entsprechende Cards der Stadtverwaltungen oder ähnliche Modelle umgesetzt wird. Ein Schüler meinte sogar, Eintrittsgelder nur für Erwachsene zu verlangen, wobei er sich in seinem jugendlichen Alter noch nicht darüber im Klaren sein konnte, dass der Preis dann entsprechend höher ausfallen würde.

Fantasievolle Anregungen für junge Leser

Die von Anna Lena Gutwenger in farbenfrohe Illustrationen umgesetzten Texte regen die Fantasie von Kindern an, denen die Zukunftsgedanken ihrer Altersgenossen Impulse geben könnten, eigene Wünsche weiterzuentwickeln. Natürlich kann es noch nicht das Ziel eines Kindes in den ersten Schuljahren sein, ein festes Berufsziel ins Auge zu fassen. Dennoch könnten bereits Weichen für ein späteres Ziel gestellt werden, für das es sich lohnt, dem Unterrichtsgeschehen in der Schule aufmerksam zu folgen.

Später wenn ich … von Teresa Mossbauer und León Schellhaas

Buchcover: Später wenn ich ... von Teresa Mossbauer und León Schellhaas

Wie stellen sich Kinder ihre Zukunft vor? Sechzehn fantasievolle Geschichten über Berufe, Umwelt, Freundschaft und Träume zeigen, was junge Menschen bewegt und inspiriert.

    Illustrationen: Anna Lena Gutwenger
    Verlag: Achse
    Erscheinungsjahr: 2026
    Seitenzahl: 36
    Genre: Kinderbuch

Bildquelle: Achse Verlag