
Warum dieser Roman nicht in große Verlagsprogramme passt – und gerade deshalb gelesen werden sollte
Wie H. Dieter Neumann in einer Randnotiz zu seinem Politthriller Im Sog der Zersetzung feststellt, wollen Leser „nicht mit allzu realistischen Szenarien … belästigt werden“. Genau deshalb, so schreibt er, hätte sein beachtenswerter Roman kaum in das Programm eines großen deutschen Verlages gepasst. Doch wer sich nicht von heiler‑Welt‑Geschichten einlullen lassen möchte und angesichts zweifelhafter Sicherheitsgarantien der NATO durch die USA im Ernstfall beunruhigt ist, wird diesen „vor einem sehr realen Hintergrund spielenden“ Roman über den „hybriden Krieg, den Russland immer entschlossener … führt“, mit großem Interesse verfolgen.
weiterlesenHybride Bedrohung im Schatten Europas – ein Politthriller, der wachrüttelt
Melia Adan ist leitende Kriminalrätin für Gewaltverbrechen in Düsseldorf. Ihr Onkel Bashir bittet sie, sich um den Überfall auf Oscar Ravani, den Sohn seines Freundes, zu kümmern, woraufhin sie diesen im Krankenhaus besucht. Sofort fallen ihr an seiner Darstellung des Hergangs Ungereimtheiten auf und sie ist sicher, dass ihr der in London arbeitende Journalist nicht alles erzählt, zumal er in Rätseln spricht, wenn er sagt: „Diese Leute haben gewonnen.“ Melia hofft, Näheres bei einem Besuch in dem Lokal zu erfahren, in dem Oscar vor dem Überfall war.
John F. Kennedy fand im November 1963 in Dallas durch mehrere Schüsse den Tod. So viel zu den Fakten. In seinem Politthriller 
Hauptkommissar Eugen de Bodt und seine Mitarbeiter Silvia Salinger und Ali Yussuf ermitteln in einem Mordfall an dem Leiter des größten Berliner Wasserwerks und seiner Ehefrau, die in ihrer Badewanne ertränkt wurden. Kurz darauf erschüttert ein Sprengstoffanschlag die Oberbaumbrücke in Berlin, bei dem es zahlreiche Tote und Verletzte gibt. In Paris wird eine Brücke über der Seine mitsamt einem Zug, einigen Autos und Radfahrern in die Luft gejagt, und in London liegt die London Bridge, die über die Themse führt, in Trümmern. Wie bereits in Berlin und Paris schlagen auch hier die Täter zum richtigen Zeitpunkt zu, als viele Passanten, Autos und zwei Touristenbusse auf der Brücke sind. Die Zahl der Opfer steigt stündlich. Und auch in Paris und London werden Leiter von Wasserwerken und ihre Ehefrauen tot in ihren Badewannen aufgefunden.
Bei einem Staatsbesuch des russischen Präsidenten wird während der Fahrt vom Flughafen Tegel zum Kanzleramt ein Anschlag auf die Fahrzeugkolonne verübt. Eine Bombe verfehlt den Mercedes Guard, in dem sich die deutsche Bundeskanzlerin und der russische Präsident befinden, um nur „Zwei Sekunden“ und hat das nachfolgende Fahrzeug mit Chauffeur, Personenschützern und einem Assistenten der Kanzlerin erwischt. In den Medien wird spekuliert, ob eine islamistische Terrorgruppe, Tschetschenen oder ukrainische Terroristen dahinter stecken. Der russische Präsident hat sich viele Feinde gemacht, und auch für einen Anschlag auf die Kanzlerin gibt es einige Motive. Die Öffentlichkeit erwartet eine zügige Aufklärung des Falls, und in den Medien werden schnelle Ermittlungsergebnisse gefordert. Doch geht weder ein Bekennerschreiben ein, noch gibt es verwertbare Spuren, und die Kriminalbeamten der eilig einberufenen Taskforce tappen im Dunkeln. 
Der Journalist Paul hat den Auftrag, einen Bericht über den jüdischen Amerikaner Daniel Pearl zu schreiben, der von Mitgliedern der Al Qaida enthauptet wurde. Die Suche führt Paul, der in der arabischen Welt Safiy al Din oder Boulos genannt wird, zu einem geheimen Camp in die Berge Pakistans, wo Kinder zu Soldaten ausgebildet werden. Dass sich Paul für den vierzehnjährigen Jungen Haydar in dem Camp interessiert, macht den pakistanischen Geheimdienstler Zaim, den Leiter des Camps, skeptisch, denn er hält Paul für einen Spion. Schließlich kann Paul ihn jedoch vom Gegenteil überzeugen und er darf bleiben.