Ein Vater am Abgrund – und ein Albtraum, der nie endet

Cover von Die Verlorenen von Simon Beckett

Das verschwundene Kind

Ein traumatisches Ereignis hat das Leben von Jonah Colley für immer zerstört: Sein kleiner Sohn Theo verschwindet spurlos von einem Spielplatz. Jonah gibt sich die Schuld, denn er war für einen Moment eingeschlafen. Als möglicher Entführer gerät der Obdachlose Owen Stokes ins Visier, doch eine Überwachungskamera zeigt ihn allein den Spielplatz verlassen. In einem Gebüsch findet man einen von Theos Schuhen an einem schmalen Kanalzugang. Der Tunnel ist so eng, dass nur ein Kind hineinpasst – und laut Ermittlungen soll Theo in dem Labyrinth aus Wasserwegen ertrunken sein.

Dieser Schicksalsschlag zerstört nicht nur Jonahs Ehe mit Chrissie, sondern auch seine Freundschaft zu seinem Kollegen Gavin McKinney. Nach der Scheidung zieht Jonah nach East London und lebt seitdem innerlich gebrochen und zurückgezogen.

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Im Schatten des Boxrings: Ein Schüler, ein Geheimauftrag und eine Wahrheit, die brennt

Cover von Der Club von Takis Würger

Ein Jugendleben voller Schicksalsschläge

Nachdem Hans in der Schule verprügelt wurde, beginnt er mit dem Boxtraining und bestreitet bereits mit dreizehn Jahren seinen ersten Kampf. Zwei Jahre später fährt sein Vater ihn zu einem Turnier – und verunglückt tödlich. Der Junge gibt sich die Schuld. Kurz darauf stirbt auch seine Mutter: Sie erleidet beim Ernten von Schnittlauch einen allergischen Schock durch das Gift einer Honigbiene, weil sie ihrem Sohn ein Rührei zubereiten wollte.

Ein Internat im Bayerischen Wald – und die Einsamkeit

Tante Alex hält es nach dem Tod seiner Eltern für das Beste, den Fünfzehnjährigen auf das von Mönchen geleitete Johannes-Kolleg im Bayerischen Wald zu schicken. Pater Gerald ermöglicht Hans zwar, weiter zu trainieren, doch trotz aller Vertiefung in die Bücher bleibt er einsam.

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Wenn Erinnerung trügt und Vertrauen zerbricht

Cover von Das Signal von Ursula Poznanski

Erwachen ohne Vergangenheit

Die mit dem Meinungsforscher Adam Decker verheiratete Viola wacht im Krankenhaus ohne Erinnerung an das Geschehene auf. Von einer Ärztin erfährt sie, dass sie einen Unfall hatte, bei dem sie sich neben einer Gehirnerschütterung drei Rippen brach und ihr linkes Bein verlor. Adam, mit dem sie seit fünf Jahren verheiratet ist und mit dem sie erst vor drei Monaten in ein abgelegenes, altes Haus gezogen ist, erklärt ihr bei seinem Besuch, dass er bereits eine Pflegekraft organisiert habe: Die aus Rumänien stammende Otilia werde bei ihnen einziehen. Da Viola vorerst keine Treppen steigen könne, müssten sie zudem auf getrennten Etagen schlafen.

Zweifel im eigenen Zuhause

Wieder zu Hause angekommen, stellt Viola irritiert fest, dass ihre App den Live-Standort ihres Ehemannes nicht mehr anzeigt. Zufällig stößt sie auf eine Werbung für Tracker, von denen sie ohne zu zögern zehn bestellt.

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Am Saum der Jahre – Ein Leben zwischen Schuld und Sehnsucht

Cover von Am Saum der Jahre von Thomas Röthlisberger

Lehrjahre im Schatten des Meisters

Herrenschneider Ernst Bergmann schickt seine Tochter Margret, die eines Tages sein Schneideratelier für wohlhabende Männer im Dorf übernehmen soll, zum verheirateten Schneidermeister Paul Pfund, damit das begabte Mädchen dort noch einiges dazulernt. Von Beginn an hat der Patron ein Auge auf seine Lehrtochter geworfen. Nach erfolgreich beendeter Lehre bietet er ihr nicht ohne Hintergedanken einen Vertrag an und legt alsbald seine Hand auf die ihre, während er von den Bedürfnissen eines Mannes spricht. Überstürzt und irritiert rennt Margret daraufhin aus dem Haus.

Ein verhängnisvoller Augenblick

Später lässt Margret stillschweigend geschehen, dass Paul Pfund sie küsst. Schließlich nimmt er sich, was nicht länger warten kann. Wankend kommt sie nach Hause und erbricht sich, was der aufmerksamen Mutter nicht verborgen bleibt.

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Zwischen Liebe, Verrat und verlorenen Hoffnungen – Yvonne Zitzmanns Roman „Die geteilte Schuld“

Cover von Die geteilte Schuld von Yvonne Zitzmann

Martina und Mischa: Ein Leben zwischen Kranarbeit und Regimezwang

Yvonne Zitzmann zeichnet in ihrem Roman Die geteilte Schuld* das Leben von zwei Frauen nach. Martina Seiffert ist 1977 Kranführerin in einem Betonwerk der DDR. Noch wohnt sie bei ihrer Mutter, träumt jedoch von einer eigenen Wohnung. Mit dem neuen Schweißer Mischa freundet sie sich an, bevor er für fünf Monate in die bitterkalte Sowjetunion zur Verlegung der Druschba-Pipeline aufbricht.

Im Dezember 1978 heiraten beide, doch schon im Januar fährt Mischa erneut fort. Das Paar bezieht eine Wohnung, und nach der Geburt eines Kindes will der Vater zur Freude von Tina bei seiner neuen Familie bleiben.

1985 gesteht Mischa seiner Ehefrau, dass ihn das Regime seit einem tödlichen Unfall eines Kollegen in der Hand habe. Zwar träfe ihn keine direkte Schuld, doch unter Druck habe er sich als Spitzel betätigt.

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Haltlos – Ein Psychothriller über Erinnerung, Schuld und Identität

Cover von Haltlos von Sarah Nisi

Ein Leben im Schatten der Erinnerung

Seit drei Tagen lebt Emily in einem fremden Appartement im Barbican Estate – einer brutalistischen Wohnanlage und der größten Wohnsiedlung Londons, die emotionale Kälte und Isolation widerspiegelt. Vor drei Monaten starb ihre beste Freundin Liv an der U-Bahn-Station Holborn, als sie auf die Gleise stürzte. Emily stand neben ihr, als es passierte, doch ihre Erinnerung ist wie ausradiert. Diese Leere macht ihr zunehmend Angst.

Sie kann weder das Alleinsein noch Gesellschaft ertragen. Wenn sie überhaupt schläft, hat sie Albträume und wacht schweißgebadet auf. Ihr Therapeut hat ihr ein Medikament gegen Angststörungen verschrieben, das ihr hilft, sich von der Welt zu distanzieren. Das WG-Zimmer in Stoke Newington hat sie gekündigt, ihr Jurastudium abgebrochen und ihren Podcast aufgegeben. Sie hat ein Trauma erlitten – eines, an das sie keine Erinnerung hat.

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Was danach kommt – Roman über Schuld, Trauma und Selbstwahrnehmung

Cover von Was danach kommt von Anika Suck

Alltag und Unfall: Der Wendepunkt im Leben der Protagonistin

Karmen Anger arbeitet im Kindergarten und lebt seit vier Jahren bei Georg, der ihr ein Zimmer in seiner Wohnung untervermietet hat. Eines Morgens vergisst sie auf dem Weg zum Auto ihre Wasserflasche und kehrt zurück, um sie zu holen. Dabei entsorgt sie auch den Müll. Als sie ins Auto steigt, merkt sie, dass sie bereits spät dran ist, da im Radio die Nachrichten laufen.

Auf dem Weg zum Kindergarten erhält sie einen Anruf ihrer Mutter, die ihr von einem Mamakarzinom einer Bekannten erzählt. In einem unachtsamen Moment prallt Karmen mit dem Auto gegen die vierjährige Alice Mohnberger – das Kind stirbt noch am Unfallort.

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Wenn der Tod nur Tarnung ist: Ulla Mothes’ fesselnde Spurensuche

Zwischen Betrug, Verlust und Neuanfang – ein vielschichtiger Roman über Schuld, Identität und innere Kraft

Cover von Ich spüre dich leben von Ulla Mothes

Ein Leben zerbricht: Ein Abschiedsbrief mit fataler Wucht

Die Goldschmiedin Stella Schönfeld lebt mit ihrem Ehemann Falk, einem Investmentbanker, im wohlhabenden Frankfurt-Westend. Unerwartet hinterlässt Falk einen Abschiedsbrief, in dem er seinen Suizid ankündigt. Als Stella – hochschwanger und verstört – auf das Klingeln nicht reagiert, verschafft sich die Polizei mit einem Durchsuchungsbeschluss gewaltsam Zutritt zur Wohnung. Der Schock führt zu einem Blasensprung, woraufhin Stella kurz darauf ihren Sohn Linus zur Welt bringt.

Fragwürdiges Erbe: Was Falk hinterlässt

Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus entdeckt Stella bei einem Blick in die Kreditunterlagen, dass alle Tilgungen für die Eigentumswohnung bereits abgeschlossen sind

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Intrigen, Schuld und Spiritismus: Eine Reise in Fogazzaros „Piccolo Mondo Antico“

Cover von Piccolo Mondo Antico von Antonio Fogazzaro

Die Welt am Luganer See – ein politisch aufgeladener Schauplatz

Der nach sechsjähriger Arbeit im Jahr 1895 erschienene Roman Piccolo Mondo Antico* von Antonio Fogazzaro spielt im Gebiet des Luganer Sees um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit existierte noch das Königreich Lombardo-Venetien – ein Detail, das für das Verständnis der politischen Verhältnisse der vom Autor geschilderten Ereignisse von Bedeutung ist.

Im Zentrum steht Don Franco Maironi, der früh seine Eltern verloren hat und deshalb unter der strengen Autorität seiner wohlhabenden und tief religiösen Großmutter, Marchesa Ursula Maironi, aufwächst. Als sich in ihrem Haus unter anderem Pasotti einfindet – begleitet von seiner tauben Ehefrau Barborin und einem Pfarrer, mit dem er über den Luganer See übergesetzt wurde –, eskaliert ein Streit. Die Marchesa droht Franco mit Enterbung, sollte er Luisa Rigey heiraten. Franco verlässt daraufhin die Zusammenkunft.

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