Westfalen mit Augenzwinkern – Eine Reise durch Landschaft, Sprache und Lebensart

Westfalen für Fortgeschrittene von Angelika Koch

Kindheit, Klima und Kultur: Angelika Kochs Einstieg

Angelika Koch beginnt ihr Sachbuch Westfalen für Fortgeschrittene* mit einer begrifflichen Erklärung der Region Ostwestfalen-Lippe, kurz OWL, deren Landschaft – ähnlich wie das benachbarte Münsterland – bäuerlich geprägt ist und einige Spracheigenheiten aufweist. Sie schreibt von ihrer Kindheit in Rheda-Wiedenbrück, die von ausufernder Sparsamkeit und wenig zweckdienlichem Unterricht geprägt war. Ihre spätere berufliche Tätigkeit übte sie in einem Großraumbüro mit einer „erbarmungslos wehenden Klimaanlage“ aus.

Münster: Geschichte, Gegenwart und Besonderheiten

Zu Münster berichtet die Autorin von den Wiedertäufern, dem Westfälischen Frieden, den über die ganze Stadt verteilten Universitätsgebäuden, der längsten Hausbesetzung in der Geschichte der Bundesrepublik, dem Send, dem Allwetterzoo sowie den Rieselfeldern. Bemerkenswert ist, dass die Stadt keine Leerstände aufweist.

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Fesselnde Romanbiografie über einen zerrissenen Künstler

Cover von Eisen von Gusel Jachina

Eisensteins schillernde Persönlichkeit

Mit der Romanbiografie Eisen* widmet sich Gusel Jachina einer der schillerndsten Persönlichkeiten der Filmgeschichte. Im Mittelpunkt steht der sowjetische Regisseur Sergej Eisenstein, dessen Leben zwischen künstlerischem Genie, politischer Vereinnahmung und persönlicher Zerrissenheit verläuft. Dabei verbindet die Autorin historische Fakten mit literarischer Fiktion – ein besonderer Reiz des Romans, der zugleich kritische Fragen aufwirft.

Aufbruchsjahre der Sowjetunion

Die Handlung setzt im Jahr 1924 ein, als die junge Sowjetunion sich in einer Phase des Aufbruchs befindet. Nach Revolution und Bürgerkrieg soll eine neue Gesellschaft entstehen, und der Film entwickelt sich zu einem der wichtigsten Mittel, um die Bevölkerung zu erreichen.

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Ein Traum im Adlon – und ein Geheimnis, das alles verändert

Cover von Das Zimmermädchen vom Adlon von Anett Diell

Ein Neubeginn im berühmtesten Hotel Berlins

Für Irabella Keller geht nach Beendigung des Ersten Weltkrieges ein lang gehegter Traum in Erfüllung, nachdem sie eine Zusage vom Hotel Adlon in Berlin auf ihre Bewerbung als Zimmermädchen erhalten hat. Ihre direkte Vorgesetzte Fräulein Meier macht sie mit den Regeln des Hauses vertraut und lässt alle Zimmermädchen täglich zum Appell erscheinen, wobei sie mit Argusaugen über alles wacht. Täglich verrichtet Ira ihre Aufgaben mit Freude, arbeitet sie doch am schönsten Ort der Welt, und mit Nellie, Irene und Lottchen gewinnt sie neue Freundinnen.

Zwischen Diskretion, Aufstiegschancen und neuen Begegnungen

Schnell macht sich Ira bei allen beliebt, und auch Concierge Julius schätzt ihre Unterstützung. Doch als Hedda Burger, die Verlobte von Louis Adlon, der das Hotel nach dem Tod seines Vaters Lorenz Adlon übernahm, ihr das Angebot einer Assistenz des Concierge macht, lehnt Ira ab.

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Zwischen Blutrichter und Gewissensqual

Die außergewöhnliche Biografie des SS-Untersuchungsrichters Konrad Morgen

Cover von Der Fall Konrad Morgen von Christian Hardinghaus

Aufstieg, Fall und erneuter Auftrag

Christian Hardinghaus rollt in der Biografie Der Fall Konrad Morgen* das Leben und Schaffen des SS-Untersuchungsrichters Konrad Morgen neu auf: angefangen von dessen Geburt im Jahr 1909 über seine Kindheit, Schulzeit, Studium, Promotion und seine Beitritte in SS und NSDAP, die ihm Aufstiegschancen versprachen. Wegen seiner Einmischung in eine Verhandlung wurde er schon wenige Wochen nach seinem Amtseintritt als Richter seines Amtes enthoben.

Nach einer Ausbildung an der von Heinrich Himmler gegründeten Sondergerichtsbarkeit glaubte der als Hilfsrichter Einberufene noch an die Gerechtigkeit und erhielt für seine Kompromisslosigkeit den Spitznamen „Blutrichter“. Er deckte Misshandlungen an der Zivilbevölkerung sowie die Bereicherungen des SS-Führers Hermann Fegelein auf, erkannte in Oskar Dirlewanger einen wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen verurteilten Täter, dessen Gefolgsleute ebenfalls verurteilte Verbrecher waren, denen Zehntausende zum Opfer fielen.

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Agnes zwischen Meer, Macht und Moral – ein Roman als Zeitzeugnis

Cover von Agnes im Meer von Ulrike Dotzer

Ein neues Leben auf Trischen

Agnes Nagel lebt mit ihrer Mutter und den Schwestern Ida und Hermine in Marne in der Region Dithmarschen und steht im Dienst des Rentmeisters Nikolaus Möller. Dieser hat dafür gesorgt, dass sein Freund Butz Brand neuer Pächter der vor Büsum gelegenen Insel Trischen wird. Er teilt Agnes mit, dass sie im Herrenhaus Luisenhof bei Brand eine Stelle als Wirtschafterin antreten soll. Mit diesem Schachzug erhofft sich Möller, Kontrolle über das lebensfrohe Paar Brand zu gewinnen, das zu Champagnergelagen neigt. Der Pachtvertrag sieht vor, dass Brand die landwirtschaftlichen Erträge für den von ihm zu errichtenden Deichbau nutzen darf – ein Projekt, das Möller besonders am Herzen liegt.

Während der Überfahrt lernt Agnes den Vogelwart Walter Fierling kennen, der die Vogelnester verteidigt, deren Eier die hungrigen Arbeiter lieber in der Pfanne sehen würden. Agnes übernachtet im zugigen ehemaligen Schäferhaus und soll auf Möllers Bitte hin die Dünen pflegen und Strandhafer pflanzen. So erhält sie bald den Beinamen „Agnes im Meer“.

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Burgen, Mythen und harte Realitäten – Ein Blick in Tirols mittelalterliche Welt

Cover von Die schönsten Tiroler Burgen und Schlösser von Anton Prock

Vom Mittelalter zur Begriffsklärung

Anton Prock setzt in seinem Buch Die schönsten Tiroler Burgen und Schlösser* im Mittelalter an und erläutert zunächst die Unterschiede zwischen Burg, Schloss, Festung, Ansitz und Palais. Bedeutungsvoll weist er darauf hin, dass heute – nicht zuletzt durch Ritterromane – ein „teilweise romantisch verklärtes Bild des Rittertums“ vorherrscht.

Anschaulich beschreibt er den Bau einer Burg, bei dem die Planer bereits die Möglichkeit der Selbstversorgung im Falle einer Belagerung berücksichtigten. Er geht dabei auf die Vielzahl der beteiligten Handwerker, ihre Werkzeuge und die verwendeten Materialien ein. Eine schematische Darstellung veranschaulicht die wichtigsten Bauteile einer Burg.

Leben auf der Burg: hart, eng und unhygienisch

Unmissverständlich wird deutlich, dass der Alltag der Burgbewohner „hart und entbehrungsreich“ war. Die hygienischen Verhältnisse waren äußerst schlecht – menschliche wie tierische Exkremente gelangten schlicht über den Burggraben nach außen.

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Karwendel in Bildern: Geschichte, Gipfel und Grenzerfahrungen

Cover von Karwendel von Heinz Zak

Ein Blick zurück: Arbeit, Mühen und frühe Bergpioniere

Der Bildband Karwendel* beginnt mit einem geschichtlichen Rückblick und zeigt unter anderem Holzfällertrupps bei ihrer gefährlichen Arbeit, die Holztrift, die beschwerliche Plackerei beim Abtransport schwerer Ölfässer beim Steinölbrennen mangels Seilbahn sowie Tätigkeiten im Erzbergbau. Der aus Scharnitz stammende Autor ergänzt diese Szenen mit Erklärungen und präsentiert zahlreiche Schwarz-Weiß-Fotografien vergangener Tage. Er berichtet von den rund siebzig bewirtschafteten Almen des zu den Ostalpen gehörenden Karwendels, das seine heutige Form seit der Hocheiszeit besitzt, und listet die mutigen Männer auf, die die Gipfel erstmals bestiegen haben.

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Kuba verstehen, bevor man es bereist

Ein Reiseführer, der mehr erzählt als nur Routen

Cover von Baedeker SMART Reiseführer Kuba von Martina Miethig

Ein Blick auf Geschichte, Gegenwart und Widersprüche

Der Baedeker SMART Reiseführer Kuba* gliedert sich in fünf Regionen, die jeweils in Top 10 für einzigartige Sehenswürdigkeiten, unverzichtbare Highlights und weitere interessante Ziele unterteilt sind. Bevor es damit losgeht, vermittelt Martina Miethig grundlegende Informationen – unter anderem über die beiden Anführer der Revolution, Fidel Castro und Ernesto „Che“ Guevara, sowie deren Lebenswege.

Trotz des bis heute anhaltenden Wirtschaftsembargos zeigt sie die erzielten Erfolge auf, denn im Vergleich zu den Nachbarländern herrschten auf Kuba einst „vergleichsweise fast schon paradiesische Zustände“. Seit der Corona-Pandemie gehören diese jedoch der Vergangenheit an.

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Norwegen entdecken: Zwischen Fjorden, Trollen und verborgenen Geschichten

Cover von Norwegen, das Fjordland von Marie Helen Banck

Eine Reise entlang der legendären Hurtigruten

Die norwegische Postschifflinie Hurtigruten gibt es seit dem Jahr 1893. Mit ihr werden nicht nur Post und Fracht, sondern auch Einheimische und Urlauber transportiert. Norwegen, die Heimat von Edvard Grieg und der Trolle, erfreut sich dabei wachsender Beliebtheit.

Von Süd nach Nord stellt das Reise-Taschenbuch Norwegen, das Fjordland* unter anderem mit Stavanger die reichste Stadt des Landes vor, in der die Bewohner einst ein hartes Leben fristeten. Der Leser macht Bekanntschaft mit dem zweitlängsten Fjord, dem Hardangerfjord, der als einer der schönsten gilt, sowie mit der Trolltunga, deren Spitze man nach vierstündigem Aufstieg – teils robbend – erreicht und die ein weltweit beliebtes Selfie-Motiv ist.

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Amelia Earhart: Eine Frau, die den Himmel neu dachte

Cover von Die Himmelsrichtungen von Jo Lendle

Vom Rückzug ins Abenteuer

Jo Lendle zeichnet in seinem Roman Die Himmelsrichtungen* das Leben der am 2. Juli 1937 im Pazifik verschollenen Flugpionierin Amelia Earhart nach. Schon in der Schule zieht sie sich zurück und ist lieber allein. Als sie Verwundete des Ersten Weltkriegs sieht, bricht sie das College ab und arbeitet freiwillig in einem Militärkrankenhaus.
Nach einem abgebrochenen Medizinstudium nimmt sie bei der Pilotin Neta Snook Flugstunden. Um die Kosten zu finanzieren, übernimmt Amelia verschiedene Jobs. In kurzer Zeit erwirbt sie die Pilotenlizenz und verlobt sich mit Samuel Chapman, genannt Sam.
1928 ist sie zwar nur Passagierin an Bord eines von Wilmer Stultz gesteuerten Flugzeugs, doch sie ist die erste Frau, die bei einem Nonstop-Flug über den Atlantik – mit Ziel Irland – an Bord ist.

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