Geschichte bezeichnet Werke, die sich mit vergangenen Ereignissen, Epochen oder Entwicklungen befassen und diese erzählerisch, dokumentarisch oder reflektierend aufbereiten. Im Mittelpunkt stehen historische Zusammenhänge, prägende Wendepunkte und die Menschen, die sie erlebt oder gestaltet haben.
Der Begriff umfasst Bücher, die historische Fakten vermitteln, Zeiträume lebendig machen oder zeigen, wie Vergangenheit Identitäten, Gesellschaften und Gegenwart beeinflusst. Geschichte steht für Kontext, Erinnerung und das Verständnis dafür, wie frühere Entscheidungen und Ereignisse die Welt formen, in der wir heute leben.
Anton Prock setzt in seinem Buch Die schönsten Tiroler Burgen und Schlösser im Mittelalter an und erläutert zunächst die Unterschiede zwischen Burg, Schloss, Festung, Ansitz und Palais. Bedeutungsvoll weist er darauf hin, dass heute – nicht zuletzt durch Ritterromane – ein „teilweise romantisch verklärtes Bild des Rittertums“ vorherrscht.
Anschaulich beschreibt er den Bau einer Burg, bei dem die Planer bereits die Möglichkeit der Selbstversorgung im Falle einer Belagerung berücksichtigten. Er geht dabei auf die Vielzahl der beteiligten Handwerker, ihre Werkzeuge und die verwendeten Materialien ein. Eine schematische Darstellung veranschaulicht die wichtigsten Bauteile einer Burg.
Leben auf der Burg: hart, eng und unhygienisch
Unmissverständlich wird deutlich, dass der Alltag der Burgbewohner „hart und entbehrungsreich“ war. Die hygienischen Verhältnisse waren äußerst schlecht – menschliche wie tierische Exkremente gelangten schlicht über den Burggraben nach außen.
Ein Blick auf Geschichte, Gegenwart und Widersprüche
Der Baedeker SMART Reiseführer Kuba gliedert sich in fünf Regionen, die jeweils in Top 10 für einzigartige Sehenswürdigkeiten, unverzichtbare Highlights und weitere interessante Ziele unterteilt sind. Bevor es damit losgeht, vermittelt Martina Miethig grundlegende Informationen – unter anderem über die beiden Anführer der Revolution, Fidel Castro und Ernesto „Che“ Guevara, sowie deren Lebenswege.
Trotz des bis heute anhaltenden Wirtschaftsembargos zeigt sie die erzielten Erfolge auf, denn im Vergleich zu den Nachbarländern herrschten auf Kuba einst „vergleichsweise fast schon paradiesische Zustände“. Seit der Corona-Pandemie gehören diese jedoch der Vergangenheit an.
Die norwegische Postschifflinie Hurtigruten gibt es seit dem Jahr 1893. Mit ihr werden nicht nur Post und Fracht, sondern auch Einheimische und Urlauber transportiert. Norwegen, die Heimat von Edvard Grieg und der Trolle, erfreut sich dabei wachsender Beliebtheit.
Von Süd nach Nord stellt das Reise-Taschenbuch Norwegen, das Fjordland unter anderem mit Stavanger die reichste Stadt des Landes vor, in der die Bewohner einst ein hartes Leben fristeten. Der Leser macht Bekanntschaft mit dem zweitlängsten Fjord, dem Hardangerfjord, der als einer der schönsten gilt, sowie mit der Trolltunga, deren Spitze man nach vierstündigem Aufstieg – teils robbend – erreicht und die ein weltweit beliebtes Selfie-Motiv ist.
Jo Lendle zeichnet in seinem Roman Die Himmelsrichtungen das Leben der am 2. Juli 1937 im Pazifik verschollenen Flugpionierin Amelia Earhart nach. Schon in der Schule zieht sie sich zurück und ist lieber allein. Als sie Verwundete des Ersten Weltkriegs sieht, bricht sie das College ab und arbeitet freiwillig in einem Militärkrankenhaus.
Nach einem abgebrochenen Medizinstudium nimmt sie bei der Pilotin Neta Snook Flugstunden. Um die Kosten zu finanzieren, übernimmt Amelia verschiedene Jobs. In kurzer Zeit erwirbt sie die Pilotenlizenz und verlobt sich mit Samuel Chapman, genannt Sam.
1928 ist sie zwar nur Passagierin an Bord eines von Wilmer Stultz gesteuerten Flugzeugs, doch sie ist die erste Frau, die bei einem Nonstop-Flug über den Atlantik – mit Ziel Irland – an Bord ist.
Nach dem frühen Tod ihrer Mutter lebt Felicitas mit ihrer jüngeren Schwester Tessa, der Gouvernante Fräulein Korbinian und ihrem Vater Egidius Louisburg in einem großzügigen Palais. Egidius hat mit Eisenbahnen, Schienennetzen, Lokomotiven und Waggons ein Vermögen gemacht.
Heimlich lässt sich Felicitas von ihrer Zofe Minna die Zeitungen bringen und schleicht sich nachts in das Arbeitszimmer ihres Vaters. Dort entdeckt sie Unterlagen, die ihr ein beträchtliches Vermögen zusprechen – obwohl sie nie eigenes Geld hatte. Gleichzeitig erfährt sie von den enormen Schulden, die ihr Vater zu tilgen hat.
Ein Ball als Schachzug – und eine Tochter als Verhandlungsmasse
Wie Felicitas befürchtet, plant ihr Vater einen pompösen Ball, der noch Jahre Gesprächsthema sein soll. Dort will er sie verloben. Sofort beginnen die Vorbereitungen: ein maßgeschneidertes Kleid, eine durchgearbeitete Gästeliste und Tanzfolgen, die sie mit Elsa aus dem niederen Adel durchgeht.
Im vierten Band der Reihe Zauberhaftes Lütteby arbeitet Lina Hansen weiterhin als Leiterin der Touristeninformation und ist seit wenigen Monaten mit Jonas verheiratet. Der einzige Wermutstropfen: Wegen seiner häufigen Geschäftsreisen muss sie ihren Kinderwunsch vorerst zurückstellen.
Ihre Freundin, Pastorin Sinje, steckt ebenfalls in einer emotionalen Zwickmühle. Nach der Trennung von Gunnar würde sie gern mit Sven zusammenkommen – doch für ihn steht seine Tochter Carla an erster Stelle. Sinje versteht das, doch es schmerzt sie, dass Carla sich lieber die Versöhnung ihrer Eltern wünscht.
Die dritte im Freundinnenbund ist die Französin Amelie, die noch immer mit ihrer Vergangenheit ringt. Seit Jules sie für eine andere Frau verlassen hat, lebt sie mit ihrem Partner Pascal in Lütteby und betreibt ein Café. Als Jules plötzlich wieder vor ihr steht und eine zweite Chance möchte, gerät ihr Leben ins Wanken.
Familiengeheimnisse, Stadtpolitik und ein umstrittenes Hochhaus
Linas Vater, Bürgermeister Falk van Hove, würde gern wieder mit ihrer Mutter Florence zusammenkommen – doch beide behalten dies zunächst für sich. Umso überraschter ist Lina, als sie das Medaillon ihrer Mutter bei ihm entdeckt.
Währenddessen verfolgt Falk den geplanten Abriss eines renovierungsbedürftigen Hochhauses, das ihm seit Langem ein Dorn im Auge ist. Die meist älteren Bewohner reagieren jedoch mit heftigem Widerstand.
Sinje bittet Sven, der als Architekt und Bauingenieur arbeitet, das Gebäude zu begutachten. Er zeigt sich begeistert von ihren Ideen einer Dachbegrünung und empfiehlt zusätzlich eine ökologische Fassadenbepflanzung. Auf dem Fest der Grachtenweihnacht freut sich der Bürgermeister über die spontanen Hilfsangebote der Anwohner, die den Mietern während der Sanierung Unterkunft bieten wollen.
Eine alte Sage, ein fehlendes Glockenspiel und drohende Unwetter
Neben ihrem Kinderwunsch beschäftigt Lina ein weiteres Problem: Einer alten Sage zufolge droht Unglück, wenn die Kirchenglocken an Heiligabend nicht läuten. Die verheerende Flutkatastrophe von 1717, die ein junges Mädchen damals vorausgesagt haben soll, weil das Glockenspiel verstummte, ist in Lütteby bis heute präsent.
Gemeinsam überlegen Lina, Sinje und Amelie, wie sie das Geld für ein neues Glockenspiel aufbringen könnten – doch alle Bemühungen scheitern. Während Lütteby unter einer dichten Schneedecke versinkt und Weihnachten näher rückt, kündigen sich schwere Unwetter und eine Sturmflut an.
Rückblenden ins 18. Jahrhundert: Marens Albtraum und historische Realität
Gabriella Engelmann unterbricht die Gegenwartshandlung immer wieder mit Kapiteln aus dem 18. Jahrhundert. Darin träumt die siebzehnjährige Maren von einem schrecklichen Unglück. Tatsächlich ereignete sich 1717 eine der schlimmsten Sturmfluten Europas, die in Deutschland, den Niederlanden und Dänemark Deiche brechen ließ.
Häuser wurden fortgerissen, Tiere ertranken zu Tausenden, und über zehntausend Menschen verloren ihr Leben. Auch die im Roman erwähnte Sturmflut wenige Wochen später im Februar ist historisch belegt.
Viel Romantik, wenig Tiefgang – ein Wohlfühlroman für Fans
Der vierte Band von Gabriella Engelmann ist flüssig geschrieben, doch die Handlung plätschert weitgehend dahin. Die Figuren sprechen über Alltägliches, und die Konflikte bleiben überschaubar:
Lina leidet unter der Fernbeziehung zu Jonas,
Sinje muss akzeptieren, dass Sven eine Tochter hat,
Linas Oma Henrikje ist unschlüssig, ob sie mit Thorsten zusammenkommen soll,
Amelie schwankt zwischen Jules und dem charmanten Trödelladenbesitzer Kai Brodersen.
Leserinnen und Leser, die keinen großen Tiefgang erwarten und sich mit „zarten Küssen, Nächten voller Erotik und Leidenschaft“ zufriedengeben, kommen hier auf ihre Kosten – auch wenn der Roman jugendfrei bleibt und das Wort „Erotik“ allein die Fantasie anregen soll.
Vielleicht liegt Engelmanns Erfolg darin, dass viele sich gern in eine Welt träumen, in der Männer einfühlsam fragen, ob sie küssen dürfen, in der Himmelbetten, Schaumbäder und „ultrasexy“ Stimmen zum Alltag gehören. Wer diese Art von Wohlfühlroman mag, wird sich in Lütteby gut aufgehoben fühlen – zumal am Ende sogar alte Rezepte warten.
Der Winter zaubert Träume am Meer von Gabriella Engelmann
Knaur Verlag 2024
Klappenbroschur
272 Seiten
ISBN 978-3-426-21753-5
Der mutige Weg einer Frau gegen gesellschaftliche Zwänge
Sabine Trinkaus zeichnet in ihrem Roman Henriette – Ärztin gegen alle Widerstände das bemerkenswerte Leben der ersten in Deutschland praktizierenden Zahnärztin Henriette Therese Margaretha Hirschfeld-Tiburtius nach. Schon früh erkennt Henriette, anders als ihre Freundin Friederike, dass ihr Lebensweg nicht in Ehe und Mutterschaft liegt. Heimlich lernt sie Latein bei ihrem Bruder – ein Privileg, das Mädchen damals verwehrt bleibt. Als sie endlich die Erlaubnis ihrer Eltern erhält, im Lazarett zu arbeiten, wird sie enttäuscht: Ihr Alter ist zu gering. Verständnis erfährt sie allein von ihrer jüngeren Schwester Emilie.
Zwangsehe und der Bruch mit Konventionen
Nach nur vier Monaten muss Henriette ihr schulisches Vorhaben an der höheren Töchterschule in Hamburg aufgrund eines familiären Ereignisses abbrechen.
Vom Schüler zum Lehrer: Otto Leege und sein früher Werdegang
Im Alter von rund sechzig Jahren erzählt der 1862 in Uelsen geborene Volksschullehrer Otto Leege, inzwischen in zweiter Ehe mit Engeline verheiratet und zum achten Mal Vater, seinen Schülern von seinem bewegten Leben. Seine botanisch versierte Mutter weckte früh seinen Wissensdurst. Als die Frage nach der beruflichen Zukunft aufkam, unterstützte ihn sein Lehrer mit dem Vorschlag, die Laufbahn eines Schulmeisters einzuschlagen.
Während seiner Ausbildung in Aurich erkundete Otto neugierig die Natur und lernte von seinen Weggefährten. Früh begann er, seine Beobachtungen in einem Tagebuch festzuhalten. Bei einem Ausflug nach Norderney faszinierte ihn die einzigartige Pflanzen- und Vogelwelt so sehr, dass er am liebsten dort geblieben wäre.
Kriminalkommissar Ernst Cronenberg und sein Assistent Bruno Harting sind wenig begeistert über die Freilassung von Felix Blom, der drei Jahre im Zellengefängnis Moabit in Berlin verbracht hat. Zuvor war Blom an ein ausschweifendes Leben und maßgeschneiderte Kleidung gewöhnt. Obwohl er weiterhin behauptet, zu Unrecht wegen eines nicht begangenen Einbruchs verurteilt worden zu sein, sind die Kommissare überzeugt, dass er der Täter war und den entwendeten Schwarzen Adlerorden irgendwo versteckt hat.
Ein rätselhafter Todesfall
Unterdessen werden Cronenberg und Harting zu einem Toten in die Charité gerufen. Dort liegt der aus Dresden stammende Julius Jacobi, der sich augenscheinlich selbst eine Kugel in den Kopf geschossen hat.
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