Fantasie gegen die Angst vor dem Arztbesuch

Buchcover: Kapitänin Toni - Fantasie ist die beste Medizin von Regina Feldmann

Eine Piratin in der Kinderarztpraxis

Mit ihrem Papa besucht Toni in der Verkleidung einer Piratin die Kinderarztpraxis. Im Wartezimmer schüttelt sie auf Papas Vorschlag, ihr vorzulesen, nur den Kopf. Spielen will sie auch nicht, denn sie möchte nur nach Hause. Dann erschallt aus dem Lautsprecher eine Stimme mit der Aufforderung, dass Toni im Behandlungszimmer bei der Katze erwartet wird. Mit gesenktem Kopf fügt sich Toni und folgt ihrem Papa an der Hand.

Empfangen wird Toni von der Kinderärztin Frau Dr. Aydin, die sich, äh, schnell verbessert: Sie ist schließlich Kapitänin Selma. Während Toni nur ihren Papa und ihr Kuscheltier Landratte mitgebracht hat, ist die Ärztin beziehungsweise Kapitänin in Begleitung ihres Lehrlings Leo, der heute assistiert, sowie der Schiffsschreiberin Anne, die alles ins Logbuch einträgt.

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Ein Junge, ein Rollbrett – und der Mut, Neues zu wagen

Cover von Wieder da! von Julie Flett

Neugier am Fenster

Ein Junge hört draußen Geräusche, die näher kommen und nach kurzem Vorbeiziehen wieder verschwinden. Neugierig läuft er zum Fenster. Rasch zieht er sich an und beobachtet im Park andere Kinder beim Rollbrettfahren, wobei er sich in seiner Vorstellung selbst unter ihnen sieht. Zu seiner Überraschung erhält er eines Tages ein Rollbrett von seiner Mutter – jenes, mit dem sie selbst in seinem Alter gefahren ist.

Erste Versuche und kleine Rückschläge

Auf dem Gehweg, dem Spielplatz, dem Basketballplatz, dem Pausenhof und vor dem Haus seiner Tante übt der Junge das Rollbrettfahren. Dabei bleiben schmerzhafte Stürze nicht aus.

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Aufbruch in die Freiheit – Carlas mutige Reise in ein selbstbestimmtes Leben

Cover von Der Traum der Nomadin von Jonas Pöltl

Ein Mädchen zwischen Pflicht, Enge und Erwartungen

Im Mittelpunkt des Romans Der Traum der Nomadin steht die sechzehnjährige Carla, die seit ihrer Kindheit Verantwortung für Haushalt, Einkäufe und die Erziehung ihrer sechsjährigen Schwester trägt. Eigene Freiräume kennt sie kaum. Ihr Vater ist ein strenger Mann, den sie nie lachen gesehen hat. Für ihn zählen nur Zahlen und Geld – und da Carla im heiratsfähigen Alter ist, plant er, sie als Zweitfrau an einen adeligen Geschäftspartner zu verheiraten.

Doch Carla weigert sich, ihr Leben in einem goldenen Käfig zu verbringen. Unterstützung von ihrer Mutter, einer energielosen Frau, die nie gegen die Pläne des Vaters aufbegehrt, kann sie nicht erwarten.

Schmetterlinge, eine geheimnisvolle Gasse und Señora Suerte

Jeden zweiten Tag geht Carla auf den Markt, um frisches Obst und Gemüse zu kaufen. Eines Tages sieht sie farbenfrohe Schmetterlinge durch die Luft wirbeln. Fasziniert folgt sie ihnen in eine Gasse, die ihr noch nie aufgefallen ist.

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Mit dem Fahrrad zum Weihnachtsmann: Jasmin Böhm und ihr Sohn Emil auf großer Nordkap-Reise

Cover von Hallo Angst, ich mach's jetzt doch! von Jasmin Böhm

8.000 Kilometer Abenteuer: Eine Mutter, ein Kind, ein Gravelbike

Jasmin Böhm, die bereits mit einer Freundin die weite Welt erkundet hat, legte in den vergangenen eineinhalb Jahren über 8.000 Kilometer mit dem Fahrrad zurück – gemeinsam mit ihrem Sohn Emil. Ihre erste Tour führte sie nach Südspanien, die zweite von Deutschland bis nach Istanbul. Das nächste Ziel: das Nordkap, wo bekanntlich der Weihnachtsmann zu Hause ist. Für die Reise verband sie ihr Gravelbike mittels Tandemstange mit Emils Kinderrad. Neben einem Kindersitz, der auch Schlaf ermöglichen sollte, transportierte sie über 80 Kilogramm Gepäck in Satteltaschen – inklusive Thermokleidung für Temperaturen unter -20 °C.

Von Hamburg bis Norwegen: Eine Reise durch Wind, Wetter und Wunder

Im April 2023 startete die Tour. Übernachtet wurde entweder im mitgeführten Zelt oder bei Followern, die Jasmin über Instagram kontaktierten. Die Route führte über Hamburg, Lübeck, Kopenhagen – laut Jasmin die „schönste Fahrradstadt der Welt“ – und entlang der schwedischen Westküste bis nach Norwegen.

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Eine Klasse voller Geschichten: Wie Vielfalt, Mut und eine kleine Maus die Igelkinder zusammenschweißen

Cover von Wir sind (die) Weltklasse von Tanya Lieske und Sybille Hein

Ein Neubeginn in Deutschland

Weil Adams Mutter Aneta in Milicz keine Arbeit mehr als Kostümschneiderin am Theater fand, zog die Familie gemeinsam mit Großvater Marek und Vater Kasimir, der nun Pakete austrägt, nach Deutschland. Als Adam in die erste Igelklasse zu Lehrerin Frau Meister kam, sprach er noch kein Deutsch. In der Igelzwei, die aus neunzehn Kindern aus vielen verschiedenen Ländern besteht, beherrscht er die Sprache inzwischen gut. Für das Sachkundethema haben die „Dinos“ den Zuschlag erhalten – deshalb steht ein Ausflug ins Frankfurter Museum an, wo echte Dinoskelette zu sehen sind.

Eine Maus als heimlicher Held

Während der Busfahrt freundet sich Adam mit Mariam an. Im Museum müssen alle ihre Rucksäcke abgeben. Adam versteckt schnell seine erst kürzlich gefundene weiße Maus Karol – benannt nach Papst Karol Wojtyła – in seinem Shirt, damit Frau Meister sie nicht entdeckt.

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Mut, Verlust und Hoffnung: Malias Kampf für die Orang-Utans

Cover von Berani - Malias mutige Mission von Michelle Kadarusman

Eine junge Aktivistin in Surabaya

Die dreizehnjährige Malia, die Greta Thunberg zum Vorbild hat und sich selbst als Aktivistin sieht, lebt nach dem Tod ihres Vaters allein mit ihrer Mutter in Surabaya, Indonesien. Für die Schule arbeitet sie an einer Präsentation, die sie mit einer Petition gegen den Anbau von Palmöl verbinden möchte. Denn für die Plantagen werden Regenwälder abgeholzt – Lebensraum der Orang-Utans.

Da viele Eltern ihrer Mitschüler vom Palmölanbau ihren Lebensunterhalt bestreiten, befürchtet Malias Mutter einen Gewissenskonflikt bei möglichen Unterzeichnern. Doch Malia schlägt die Warnungen ihrer Mutter in den Wind und bringt die Petition in Umlauf. Als ihre Klassenlehrerin alle Zettel einbehält, um zunächst das Einverständnis der Schulleitung einzuholen, geht Malia entschlossen noch einen Schritt weiter: Sie lädt die Petition online auf die Webseite ihrer Klasse hoch.

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Die Frau, die das Automobil in Bewegung setzte

Cover von Bertha Benz und die Straße der Träume von Alexander Schwarz

Eine Begegnung, die Geschichte schreibt

Wahrscheinlich ist es unmöglich, die Anzahl der heute weltweit fahrenden Autos auch nur annähernd zu beziffern. Umso erstaunlicher ist es, sich vorzustellen, dass noch vor rund eineinhalb Jahrhunderten kaum jemand an ein Fahrzeug glaubte, das sich ohne Pferde fortbewegen könnte.

Bis auf den Ingenieur Carl Benz, der in Alexander Schwarz’ Roman Bertha Benz und die Straße der Träume* der vierzehnjährigen Bertha Ringer im Jahr 1863 erstmals in Pforzheim begegnet. Sie staunt über den jungen Mann, der zwischen zwei Rädern auf einem „hölzernen Apparat“ strampelt. Sechs Jahre später treffen sie sich bei einem Familienausflug wieder – und Bertha weiß beim Blick in seine Augen sofort, dass sie ihn heiraten möchte. Geduldig erzählt Carl von seinem Veloziped und seinem Traum, einen selbstfahrenden Apparat zu bauen, der ohne Pferde auskommt.

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Ein weißer Vogel in dunkler Zeit

Cover von White Bird - Wie ein Vogel von R.J. Palacio

Ein Anruf, der eine verdrängte Vergangenheit öffnet

Das Genre der Graphic Novels erfreut sich wachsender Beliebtheit, denn schon die Illustrationen sprechen unmittelbar das Gemüt an. R.J. Palacio wählt für ihre Graphic Novel White Bird – Wie ein Vogel* einen Face‑Time‑Anruf zwischen Großmutter und Enkel als Rahmen. Darin berichtet die Grandmère von ihrer Vergangenheit als junges Mädchen im Krieg. Obwohl es ihr schwerfällt, darüber zu sprechen – was die Illustrationen eindrucksvoll zeigen –, erfüllt sie die Bitte ihres Enkels. Sie möchte, dass seine Generation versteht, was geschehen ist, und nicht zulässt, dass sich solche Ereignisse wiederholen.

Ein behütetes Leben, das plötzlich zerbricht

Als Sara Blum lebt sie in den 1930er‑Jahren glücklich mit ihren Eltern in einem kleinen französischen Ort. Der Vater ist Arzt, die Mutter Mathematikerin. Doch nach der Kapitulation vor den Deutschen verliert die Mutter aufgrund der antijüdischen Gesetze ihre Anstellung an der Universität.

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Ein weißer Vogel gegen das Vergessen

Cover von White Bird von R.J. Palacio und Erica S. Perl

Ein Anruf zwischen New York und Paris

Per Face‑Time‑Anruf telefoniert Julian aus New York City mit seiner Grandmère in Paris und bittet sie, für einen Schulaufsatz von ihrer Zeit als Mädchen im Krieg zu berichten. Obwohl die Erinnerungen schmerzen, beginnt sie zu erzählen: Sie wuchs mit ihren Eltern in einem kleinen französischen Dorf auf. Sara war verwöhnt, hatte hübsche Kleidung, Spielzeug und sogar ein Klavier. Ihr Vater, ein berühmter Arzt, und ihre Mutter, Dozentin an der Universität, führten ein sorgenfreies Leben – bis die Kapitulation vor den Deutschen im Jahr 1940 alles veränderte. Die Mutter verlor ihre Arbeit, und der zwölfjährigen Sara wurde sogar der Besuch einer Eisdiele verwehrt.

Ein Skizzenbuch, ein Außenseiter und die ersten Schatten

Eines Tages vergaß Sara ihr Skizzenbuch mit Vogelzeichnungen in der Schule. Ausgerechnet ihr Tischnachbar Julien Beaumier, den sie wie alle anderen ignorierte und mit dem sie nie ein Wort gewechselt hatte, brachte es ihr zurück.

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Wenn Freundschaft verschwindet – und neue Hoffnung entsteht

Cover von Dinge, die verschwinden von Kim Fupz Aakeson und Stian Hole

Ein Junge, der seinen besten Freund vermisst

Axel vermisst seinen Freund Bosse, der mit seinen Eltern nach Perth in Australien gezogen ist, wo der Vater eine neue Arbeit gefunden hat. Australien liegt auf der anderen Seite der Erdhalbkugel – viel zu weit weg für einen Besuch. Seitdem hat Axel in der Schule niemanden mehr, mit dem er spielen kann: Albert ist mit Gunnar befreundet, Mats mit Noah, und die Mädchen spielen untereinander. Für ihn bleibt niemand übrig.

Jedes Mal, wenn Axel auf seinem Schulweg an Bosses früherem Haus vorbeikommt, erinnert er sich an ihn.

Besuche im Pflegeheim und unbeantwortete Fragen

Gelegentlich besucht Axel seinen Opa im Pflegeheim, der sich nicht mehr an den Namen seines Enkels erinnern kann. Axel möchte wissen, ob Opa sich noch an Oma erinnert und ob sie ihm fehlt – doch er erhält keine Antwort.

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