Schweben im Moor der Erinnerungen – Kur, Internat und Geschichte im Wechselspiel

Cover von Schweben im Moor der Erinnerungen von Franz-Josef Schulte

Ein Kuraufenthalt mit unerwarteten Begegnungen

Für Franz-Josef Schulte machten seine Rückenprobleme eine Kur erforderlich. Bevor es für drei Wochen nach Bad Doberan in eine für ihre Moorbäder berühmte Kurklinik gehen sollte, musste er zunächst zum PCR-Test in eine Corona-Teststation in Berlin. Sein Zimmer erinnerte ihn sofort an seinen Aufenthalt als Schüler in einem streng katholischen Internat in Kleve. Wenn er keine Moorbäder nahm, wanderte er durch die mecklenburgischen Wälder. Eines Tages gesellte sich zu seinem Tischnachbarn Norbert, einem afghanischen Veteran im Rollstuhl, noch der Geigenvirtuose Lothar. Die Überlegung, Ella den Abbruch der Kur zu eröffnen, geriet dadurch in den Hintergrund.

Die Idee eines gemeinsamen Buches

Wie Schulte im Epilog seines autobiografischen Romans Schweben im Moor der Erinnerungen erklärt, entwickelte er mit Lothar die Idee, ihre gemeinsame Geschichte aufzuschreiben.

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Baobab von Ada Diagne – Ein poetisches Jugendbuch über Erinnerung, Herkunft und Widerstand

Cover von Baobab von Ada Diagne

Ein Kind aus dem Sturm

Als ein heftiger Sturm ein westafrikanisches Dorf bedroht, versuchen die Bewohner, ihr zunehmend aufgewühltes Vieh zu retten. Inmitten der Unruhe wird ein Boot mit einem weißen Baby in der Lagune angespült. Madame Oumou, Vorsitzende des Ältestenrates, sieht darin die Wiederkehr traumatischer Erinnerungen an die „Weißen Soldaten“ aus dem Nordland, deren Ankunft einst eine Zeit des Schreckens brachte. Sie fordert, das Kind zurück ins Meer zu schicken – doch Mutter Fatou widersetzt sich mutig und nimmt das Mädchen, das fortan Zeyna heißt, bei sich und ihrer Familie auf.

Rückblicke unter dem Affenbrotbaum

Hundert Jahre zuvor erzählt die zwölfjährige Ava den anderen Kindern Geschichten unter ihrem geliebten Baobab-Baum.

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Unsere Liebe war unerhört – Ein Roman als Zeugnis des Überlebens und der Erinnerung

Cover von Unsere Liebe war unerhört von Eva Müller

Die letzten Tage des Krieges und eine ungewöhnliche Begegnung

Am Ende des Zweiten Weltkriegs ist die einundzwanzigjährige Marga verpflichtet, in der niederbayerischen Außenstelle des Konzentrationslagers Flossenbürg auf dem Fliegerhorst sämtliche Unterlagen vor dem Eintreffen der Amerikaner zu vernichten. In Mairing trifft sie auf den ehemaligen Häftling Henryk Stattler, den sie während ihres Dienstes mehrfach beobachten konnte. Wie viele andere überlebende Juden ist auch Henryk gesellschaftlich isoliert und versucht sich durch den Handel mit Altwaren mehr schlecht als recht durchzuschlagen.

Zwischen Nähe und Zweifel – Der Beginn einer besonderen Beziehung

Aus anfänglichen Spaziergängen entsteht eine Einladung zu Margas Eltern, die zwar den Altersunterschied von zwölf Jahren zur Sprache bringen, jedoch keine Einwände gegen Henryks jüdischen Glauben haben.

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Die weiße Laterne – Shaw Kuzkis bewegender Jugendroman über Erinnerung und Verlust

Ein literarischer Blick auf die Folgen des Atombombenabwurfs auf Hiroshima

Cover von Die weiße Laterne von Shaw Kuzki

Historischer Hintergrund und Mahnung

Shaw Kuzki gehört zur Nachfolgegeneration der Opfer des Atombombenabwurfs auf Hiroshima am 6. August 1945. Damals starben siebzigtausend Menschen sofort – und bis Ende des Jahres kamen weitere siebzigtausend hinzu. Wie die Autorin in ihrem Roman Die weiße Laterne schildert, herrschte im Epizentrum eine Temperatur von über 4.000 Grad, sodass Körper schmolzen und selbst Gebäude im Umkreis von zwei Kilometern in Brand gerieten.

Alljährlich gedenkt Japan diesem unfassbaren Ereignis: Am 6. August um 8.15 Uhr läuten im Friedenspark Hiroshima die Glocken. Hibakusha, die Überlebenden, berichten von ihren Erlebnissen. Am Abend werden bunte Papierschiffchen – wie Laternen gestaltet – auf dem Fluss Motoyasu zu Wasser gelassen.

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Ein Vermächtnis in Briefen: Die erschütternde Geschichte hinter «Spreche morgen Rolf»

Cover von Spreche morgen Rolf von Christian Brückner

Ein Nachlass, der zur Mahnung wird

Das Buch «Spreche morgen Rolf» versammelt im Wesentlichen jene Briefe, deren Veröffentlichung Reinhard Frank testamentarisch seinem Nachlassverwalter Christian Brückner anvertraute. Brückner, Notar und Dozent der Universität Basel, später außerordentlicher Professor für Privatrecht, erhielt von Frank die Aufgabe, die an dessen Mutter Hilde Frank (geb. Feldberg) gerichteten Schreiben zu sichten und zugänglich zu machen. Ebenso sollte er die Berichte von Franks Schwester Anita veröffentlichen, die im jüdischen Krankenhaus Berlin entstanden und als nahezu einzigartig gelten.

Hilde Franks Schicksal zwischen Hoffnung und Verlust

Brückner setzt seine Darstellung im Jahr 1932 an – dem Jahr, in dem Hilde Frank zur Witwe wurde und in die großzügige Villa eines Universitätsdozenten zog, wie eines der zahlreichen Fotos im Buch zeigt. Der ersten Fluchtwelle jüdischer Bürger schloss sie sich nicht an; ihre Bemühungen um eine Emigration nach Palästina kamen zu spät.

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