Mich kriegt ihr nicht! – Die unglaubliche Lebensreise des Joseph Wisnicki

Cover von Mich kriegt ihr nicht! von Joseph Wisnicki

Vom Scharfschützen zur Flucht vor zwei Diktaturen

Der erste Teil des Buches Mich kriegt ihr nicht!* gibt die Lebensgeschichte des Juden Joseph Wisnicki in der Ich-Form wieder: Am 2. Oktober 1916 im polnischen Częstochowa geboren, wird er von der polnischen Armee als Scharfschütze ausgebildet. Im Krieg kämpft er gegen die Deutschen, gerät in sowjetische Kriegsgefangenschaft und kommt über einen Wachposten frei. Eine freundliche Familie nimmt ihn in Lemberg auf, er findet Arbeit, muss im Frühjahr 1940 wieder untertauchen und wird als Besitzer eines sowjetischen Passes nach Sibirien verbannt.

Überleben durch Mut, Zufall und falsche Papiere

Im Juni 1941 fallen die Deutschen in die Sowjetunion ein, und nur durch das Nichttragen der für Juden verpflichtenden Armbinde entgeht er einem kaltblütigen Erschießungskommando.

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Dunkle Schatten über Pirmasens – Eine Wahrheit, die nicht ruhen will

Cover von Am helllichten Tag von Peter Probst

Rückkehr in eine Vergangenheit voller Fragen

Im Mittelpunkt des Kriminalromans Am helllichten Tag* von Peter Probst steht die junge Journalistin Antonia Papin, kurz Toni genannt, die vor einigen Jahren ihre Heimatstadt Pirmasens verlassen und sich inzwischen ein neues Leben in München aufgebaut hat. Als sie eines Nachts von einem Anruf des Städtischen Krankenhauses Pirmasens aus dem Schlaf gerissen wird, teilt ihr eine weibliche Stimme mit, dass es ihrem Vater nicht gut geht. Sie macht sich sofort auf den Weg nach Pirmasens, doch als sie im Krankenhaus eintrifft, ist ihr Vater bereits verstorben. Toni macht sich Vorwürfe, weil sie in den letzten Tagen mehrere Anrufe ihres Vaters ignoriert hat.

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Schweben im Moor der Erinnerungen – Kur, Internat und Geschichte im Wechselspiel

Cover von Schweben im Moor der Erinnerungen von Franz-Josef Schulte

Ein Kuraufenthalt mit unerwarteten Begegnungen

Für Franz-Josef Schulte machten seine Rückenprobleme eine Kur erforderlich. Bevor es für drei Wochen nach Bad Doberan in eine für ihre Moorbäder berühmte Kurklinik gehen sollte, musste er zunächst zum PCR-Test in eine Corona-Teststation in Berlin. Sein Zimmer erinnerte ihn sofort an seinen Aufenthalt als Schüler in einem streng katholischen Internat in Kleve. Wenn er keine Moorbäder nahm, wanderte er durch die mecklenburgischen Wälder. Eines Tages gesellte sich zu seinem Tischnachbarn Norbert, einem afghanischen Veteran im Rollstuhl, noch der Geigenvirtuose Lothar. Die Überlegung, Ella den Abbruch der Kur zu eröffnen, geriet dadurch in den Hintergrund.

Die Idee eines gemeinsamen Buches

Wie Schulte im Epilog seines autobiografischen Romans Schweben im Moor der Erinnerungen* erklärt, entwickelte er mit Lothar die Idee, ihre gemeinsame Geschichte aufzuschreiben.

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Zwischen Trödel, Erinnerungen und der Suche nach Liebe

Eine Romanbetrachtung zu „Eddie Winston sucht die Liebe“ von Marianne Cronin

Cover von Eddie Winston sucht die Liebe von Marianne Cronin

Ein ungewöhnlicher Rentner und sein Meerschweinchen

Der neunzigjährige Eddie lebt mit seinem Meerschweinchen Puschkin-Spiderman Winston zusammen und arbeitet als ehrenamtlicher Rentner im Trödelladen von Marjie. Diese nimmt Habseligkeiten von Verstorbenen aus städtischen Sozialwohnungen entgegen, die von einem Hausentrümpelungstrupp der Stadtverwaltung Birmingham übergeben werden, oder von Menschen, die sich von Dingen des täglichen Lebens trennen möchten. Eddie jedoch verwahrt heimlich Gegenstände in seiner Kommode, die für die Verstorbenen eine persönliche Bedeutung gehabt haben könnten und sich kaum verkaufen ließen.

Begegnung mit Bella und ein erster Kuss

Eines Tages spricht Eddie eine Frau im Laden an, die ihm bereits mehrfach durch ihre auffälligen pinkfarbenen Haare aufgefallen ist. Ihr Namensschild weist sie als Bella aus.

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Die weiße Laterne – Shaw Kuzkis bewegender Jugendroman über Erinnerung und Verlust

Ein literarischer Blick auf die Folgen des Atombombenabwurfs auf Hiroshima

Cover von Die weiße Laterne von Shaw Kuzki

Historischer Hintergrund und Mahnung

Shaw Kuzki gehört zur Nachfolgegeneration der Opfer des Atombombenabwurfs auf Hiroshima am 6. August 1945. Damals starben siebzigtausend Menschen sofort – und bis Ende des Jahres kamen weitere siebzigtausend hinzu. Wie die Autorin in ihrem Roman Die weiße Laterne* schildert, herrschte im Epizentrum eine Temperatur von über 4.000 Grad, sodass Körper schmolzen und selbst Gebäude im Umkreis von zwei Kilometern in Brand gerieten.

Alljährlich gedenkt Japan diesem unfassbaren Ereignis: Am 6. August um 8.15 Uhr läuten im Friedenspark Hiroshima die Glocken. Hibakusha, die Überlebenden, berichten von ihren Erlebnissen. Am Abend werden bunte Papierschiffchen – wie Laternen gestaltet – auf dem Fluss Motoyasu zu Wasser gelassen.

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Flora Sommergrün und der Geschichtenschal – Ein poetisches Kinderbuch über Stricken, Erinnerungen und Generationenliebe

Cover von Flora Sommergrün und der Geschichtenschal von Juta Tanzer

Die strickende Dame im achten Stock

Flora Sommergrün wohnt im achten Stock eines Hochhauses und ist froh über den vorhandenen Aufzug. Von ihrem Balkon blickt sie auf die Dächer der kleinen Stadt und die Bäume im angrenzenden Park. Stricken war stets ihre Leidenschaft – mittlerweile widmet sie sich am liebsten Schals. Wenn die Tage kürzer werden, sitzt sie vor dem Fernseher und strickt. Spannende Filme vertreiben dabei ihre Müdigkeit.

Einkaufen geht sie nur selten, lieber beobachtet sie Kinder auf dem Spielplatz. Denn Kinder liegen ihr besonders am Herzen.

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Ein Vermächtnis in Briefen: Die erschütternde Geschichte hinter «Spreche morgen Rolf»

Cover von Spreche morgen Rolf von Christian Brückner

Ein Nachlass, der zur Mahnung wird

Das Buch «Spreche morgen Rolf»* versammelt im Wesentlichen jene Briefe, deren Veröffentlichung Reinhard Frank testamentarisch seinem Nachlassverwalter Christian Brückner anvertraute. Brückner, Notar und Dozent der Universität Basel, später außerordentlicher Professor für Privatrecht, erhielt von Frank die Aufgabe, die an dessen Mutter Hilde Frank (geb. Feldberg) gerichteten Schreiben zu sichten und zugänglich zu machen. Ebenso sollte er die Berichte von Franks Schwester Anita veröffentlichen, die im jüdischen Krankenhaus Berlin entstanden und als nahezu einzigartig gelten.

Hilde Franks Schicksal zwischen Hoffnung und Verlust

Brückner setzt seine Darstellung im Jahr 1932 an – dem Jahr, in dem Hilde Frank zur Witwe wurde und in die großzügige Villa eines Universitätsdozenten zog, wie eines der zahlreichen Fotos im Buch zeigt. Der ersten Fluchtwelle jüdischer Bürger schloss sie sich nicht an; ihre Bemühungen um eine Emigration nach Palästina kamen zu spät.

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Ein weißer Vogel in dunkler Zeit

Cover von White Bird - Wie ein Vogel von R.J. Palacio

Ein Anruf, der eine verdrängte Vergangenheit öffnet

Das Genre der Graphic Novels erfreut sich wachsender Beliebtheit, denn schon die Illustrationen sprechen unmittelbar das Gemüt an. R.J. Palacio wählt für ihre Graphic Novel White Bird – Wie ein Vogel* einen Face‑Time‑Anruf zwischen Großmutter und Enkel als Rahmen. Darin berichtet die Grandmère von ihrer Vergangenheit als junges Mädchen im Krieg. Obwohl es ihr schwerfällt, darüber zu sprechen – was die Illustrationen eindrucksvoll zeigen –, erfüllt sie die Bitte ihres Enkels. Sie möchte, dass seine Generation versteht, was geschehen ist, und nicht zulässt, dass sich solche Ereignisse wiederholen.

Ein behütetes Leben, das plötzlich zerbricht

Als Sara Blum lebt sie in den 1930er‑Jahren glücklich mit ihren Eltern in einem kleinen französischen Ort. Der Vater ist Arzt, die Mutter Mathematikerin. Doch nach der Kapitulation vor den Deutschen verliert die Mutter aufgrund der antijüdischen Gesetze ihre Anstellung an der Universität.

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Ein weißer Vogel gegen das Vergessen

Cover von White Bird von R.J. Palacio und Erica S. Perl

Ein Anruf zwischen New York und Paris

Per Face‑Time‑Anruf telefoniert Julian aus New York City mit seiner Grandmère in Paris und bittet sie, für einen Schulaufsatz von ihrer Zeit als Mädchen im Krieg zu berichten. Obwohl die Erinnerungen schmerzen, beginnt sie zu erzählen: Sie wuchs mit ihren Eltern in einem kleinen französischen Dorf auf. Sara war verwöhnt, hatte hübsche Kleidung, Spielzeug und sogar ein Klavier. Ihr Vater, ein berühmter Arzt, und ihre Mutter, Dozentin an der Universität, führten ein sorgenfreies Leben – bis die Kapitulation vor den Deutschen im Jahr 1940 alles veränderte. Die Mutter verlor ihre Arbeit, und der zwölfjährigen Sara wurde sogar der Besuch einer Eisdiele verwehrt.

Ein Skizzenbuch, ein Außenseiter und die ersten Schatten

Eines Tages vergaß Sara ihr Skizzenbuch mit Vogelzeichnungen in der Schule. Ausgerechnet ihr Tischnachbar Julien Beaumier, den sie wie alle anderen ignorierte und mit dem sie nie ein Wort gewechselt hatte, brachte es ihr zurück.

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Kornblumenzeit – Eine Familiengeschichte zwischen Glück, Krieg und Flucht

Cover von Kornblumenzeit von Simona Wernicke

Ein Leben in Ostpreußen vor dem Sturm

Nach den Erinnerungen ihres Vaters hat Simona Wernicke den Roman Kornblumenzeit geschrieben – eine ostpreußische Familiengeschichte nach wahren Begebenheiten. Käthe lebt 1928 mit ihren Geschwistern und den Eltern Hugo und Anna Weiß, Besitzern des Dorfkrugs in Koschainen, ein glückliches Leben. Als sie Carl Kühnapfel zum Pfingstfest nach fünf Jahren wiedersieht, verlieben sich beide sofort ineinander. Da Carl die Bäckerei seines Vaters in Locken übernehmen und zuvor die Meisterschule in Berlin abschließen will, sehen sie sich während der Verlobungszeit nur selten. Schließlich läuten die Hochzeitsglocken, und das junge Paar freut sich über die Geburt des ersten Sohnes Heinz.

Die Nationalsozialisten gewinnen an Einfluss, und Käthe sorgt sich um ihre jüdische Freundin Esther, deren Mann auswandern möchte – was sie jedoch ablehnt. Nach Doris wird im Januar 1935 Rudolf geboren. Der jungen Familie, die Land und Vieh besitzt, geht es gut; sie können sich sogar ein Auto leisten. 1936 kommt Werner zur Welt, gefolgt von Martin.

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