Flucht, Verlust und ein Erbe aus Schmerz: Eine Familiengeschichte, die nachhallt

Cover von Bis ans Meer von Peggy Patzschke

Der jähe Aufbruch: Januar 1945 in Brieg

Während ihr Ehemann Karl Puchalla an der Front ist, hämmert eines Abends im Januar 1945 plötzlich der Blockwart im schlesischen Brieg an Friedas Haustür: Auf Befehl des Gauleiters haben sich am nächsten Morgen um fünf Uhr alle mit maximal zwei Gepäckstücken zur Evakuierung bereitzuhalten. In größter Eile vergräbt Frieda Wertsachen im Garten und lockt ihre kleine Tochter Erika mit dem Versprechen, nach Wünschelburg zu Onkel Walter und Tante Charlotte zu fahren.

Die erste Enttäuschung folgt sofort: Der letzte Bus zum Fliegerhorst ist ohne sie abgefahren. Gemeinsam mit Hunderten Vertriebenen marschieren Frieda, Erika und Sohn Horst bei minus 30 Grad über die Dörfer, immer auf der Flucht vor den Kanoneneinschlägen der Roten Armee. Ihnen bleiben die Anblicke erschöpft Zusammengebrochener, die nicht mehr aufstehen, von Toten, die bis auf die Unterwäsche entkleidet wurden, und die fürchterlichen Schreie Verletzter oder Niedergetrampelter nicht erspart.

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Drei Frauen, drei Wege – und ein Neubeginn im Rundfunk

Cover von Die Radioschwestern - Tanz in ein neues Leben von Eva Wagendorfer

Neue Herausforderungen für Gesa Kellermann

Die ersten beiden Teile der Trilogie umfassen die Freundschaft der Frauen Gesa, Margot und Inge in den Jahren von 1926 bis 1955, woran der Roman Die Radioschwestern – Tanz in ein neues Leben* direkt anschließt.

Gesa Kellermann, deren erster Ehemann im Krieg blieb und die inzwischen mit dem Programmdirektor Philip vom Hessischen Rundfunk verheiratet ist, sorgt sich um ihren Sohn Julius, nachdem er in Berlin beruflich scheiterte und nun ausgerechnet von der Konkurrenz eine Zusage als deutsch‑amerikanischer Koordinator erhalten hat.

Zu allem Überfluss will plötzlich auch Rikard van Leeuwen, der Vater ihres Enkelkindes Peterchen, den Jungen sehen, obwohl er Christel Bronnen damals im Stich gelassen hat.

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Zwischen Erbe, Idealen und Abgrund

Eine Familie am Rand des finanziellen und moralischen Kollapses

Cover von Keine Reue von Ellen Sandberg

Ein Leben über den Verhältnissen

Die Anwältin Barbara und ihr Ehemann, der Publizist Gernot Maienfeld, leben in einer großzügigen Eigentumswohnung in Stuttgart, die sie Ende der 1980er Jahre gekauft haben. Als Barbaras Eltern kurz nacheinander verstorben sind, hat sie völlig unerwartet einen Teil des Millionenvermögens aus deren Textilfabrik geerbt. Obwohl sie die Erbschaft zunächst ausschlagen wollte, hat Gernot sie überredet, mit einem Teil des Geldes einige Organisationen zu unterstützen. Doch das ausschlaggebende Argument für sie war, dass sie sich mit dem Geld eine kleine Wohnung in Stuttgart, Frankfurt oder München leisten könnten. Die Aussicht, aus dem alten Haus in Buchsweiler auszuziehen und wieder in einer Stadt zu leben, war zu verlockend.

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Kornblumenzeit – Eine Familiengeschichte zwischen Glück, Krieg und Flucht

Cover von Kornblumenzeit von Simona Wernicke

Ein Leben in Ostpreußen vor dem Sturm

Nach den Erinnerungen ihres Vaters hat Simona Wernicke den Roman Kornblumenzeit* geschrieben – eine ostpreußische Familiengeschichte nach wahren Begebenheiten. Käthe lebt 1928 mit ihren Geschwistern und den Eltern Hugo und Anna Weiß, Besitzern des Dorfkrugs in Koschainen, ein glückliches Leben. Als sie Carl Kühnapfel zum Pfingstfest nach fünf Jahren wiedersieht, verlieben sich beide sofort ineinander. Da Carl die Bäckerei seines Vaters in Locken übernehmen und zuvor die Meisterschule in Berlin abschließen will, sehen sie sich während der Verlobungszeit nur selten. Schließlich läuten die Hochzeitsglocken, und das junge Paar freut sich über die Geburt des ersten Sohnes Heinz.

Die Nationalsozialisten gewinnen an Einfluss, und Käthe sorgt sich um ihre jüdische Freundin Esther, deren Mann auswandern möchte – was sie jedoch ablehnt. Nach Doris wird im Januar 1935 Rudolf geboren. Der jungen Familie, die Land und Vieh besitzt, geht es gut; sie können sich sogar ein Auto leisten. 1936 kommt Werner zur Welt, gefolgt von Martin.

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Wenn das Leben zerbricht – und neu beginnt: Olivias Weg zurück zu sich selbst

Cover von Wohin gehst du, wenn ich bleibe von Lucia Sperling

Ein Geburtstag, der alles verändert

Die siebenundvierzigjährige Olivia ist Dozentin für Kunstgeschichte an der Universität Göttingen. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Philip lebt sie in einem großzügigen Haus, das auch eine Wohnung für ihren inzwischen in England studierenden Sohn Vincent umfasst.

Für Philips Geburtstag organisiert sie eine Überraschungsparty – erfolgreich, denn er rechnet mit keinem seiner Freunde. Doch Olivia trifft der nächste Moment völlig unvorbereitet: In seiner Dankesrede verkündet Philip, aufs Land ziehen und einen alten Hof sanieren zu wollen. Um das zu finanzieren, möchte er ihr gemeinsames Haus verkaufen. Olivia ist fassungslos, denn eigentlich wollten sie dort gemeinsam alt werden. Offenbar hat Philip alles bereits mit seinem Geschäftspartner Tom besprochen.

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Ein Mord im Jahr 1944 – und ein Geheimnis, das bis heute nachwirkt

Cover von Etwas verborgen Schönes von Arne Jensen

Ein erschlagener Vater und eine verstörte Jugendliche

Im Alter von sechzehn Jahren sitzt die zutiefst verstörte Ottilie im Jahr 1944 neben ihrem im Bett liegenden, erschlagenen Vater Walter Rabe. Sie hat keine Erinnerung daran, warum Blut an ihrer Hand ist. Von Kriminalrat Werner Beltheim wird verlangt, den Mord an dem Gestapo-Offizier und Mitarbeiter im Sicherheitsdienst schnellstmöglich aufzuklären. Da Ottilie nichts zum Tathergang aussagen kann, gelingt es Beltheim, der von ihrer Schuld nicht überzeugt ist, nicht einmal zu erwirken, dass sie vor ein milderes Jugendgericht gestellt wird. Stattdessen wird die Jugendliche zu einer zehnjährigen Haft in der Uckermark verurteilt. Für den nicht linientreuen Kriminalrat wird klar, dass der wirklich Schuldige geschützt wird, und während seiner Ermittlungsarbeit tauchen immer neue Fragen auf. Gleichzeitig muss er aufpassen, nicht selbst in die Fänge der Gestapo zu geraten.

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Glamour, Abgründe und ein Versprechen, das nachwirkt

Cover von Babas Vermächtnis von Michael Hetzner

Zwischen Rasputin, Reichtum und Hamburger Nobelleben

Swetlana, die Tochter des russischen Waffenhändlers Wladimir Wladimirowitsch und der erfolglosen Theaterschauspielerin Tatjana Valentina, lebt mit ihren Eltern in einer Villa im Hamburger Nobelviertel Harvestehude. Ihr Vater, der große Rasputin, hat es mit seinen Geschäften zu erheblichem Reichtum gebracht. Als Nichte des russischen Präsidenten, dem kleinen Rasputin, gehört sie zu den Privilegierten. Von ihrem Vater hat sie früh gelernt, dass man in Russland mit den richtigen Scheinchen jedes Problem aus der Welt schaffen kann – doch die Deutschen sind furchtbar kleinlich.

Als Swetlana am frühen Morgen durch die Salven einer Kalaschnikow im schallisolierten Schießstand des Hauses geweckt wird, in dem der große Rasputin seinem Hobby nachgeht, beschließt sie, heute zur Schule zu gehen, um Oberstudienrat Bismarck eine Freude zu machen.

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Im Schatten der Nachkriegszeit – Hennis Weg zwischen Liebe, Verlust und Neubeginn

Cover von Wie ein Stern in mondloser Nacht von Marie Sand

Ein Unfall, der alles verändert

Henni Bartholdy lebt 1947 allein mit ihrer Mutter Wilma und ihrem kränkelnden Bruder Paulchen in Berlin, nachdem der Vater in Russland gefallen ist. Als sie für ihre geschwächte Mutter im Haus der Rothenburgs putzen soll, stürzt der erwachsene Sohn auf der von ihr mit Schmierseife behandelten Treppe und schlägt mit dem Kopf auf den Putzeimer. Eine blutende Wunde an der Stirn ist die Folge. Hennis direkte Art macht den jungen Mann neugierig. Er möchte mehr über sie und die Sorgen armer Leute erfahren. Gleichzeitig vertraut er ihr an, dass er seine verlogene Familie nicht mehr erträgt und nach Cambridge gehen will, um Medizin zu studieren. Anders als sein Vater, der zahlungskräftigen Frauen Abtreibungen ermöglicht, möchte er später auch ohne Bezahlung helfen. Um Henni das Abitur zu ermöglichen, übernimmt er ihre Putzarbeiten und entlohnt sie dennoch großzügig.

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Die Kunst der Rebellion – Elsa Schiaparellis Weg nach Paris

Cover von Die Modemacherin von Paris von Mina König

Neuanfang nach einer gescheiterten Ehe

Die 1890 in Rom geborene Elsa Schiaparelli hat es nach einer unglücklichen Ehe in New York zurück nach Europa gezogen, wo sie bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs eine gefeierte Modeschöpferin war, die Größen wie Greta Garbo und Joan Crawford einkleidete. Doch bis dahin hatte sie noch einen beschwerlichen Weg vor sich, den Mina König in ihrem Roman Die Modemacherin von Paris nachgezeichnet hat: Nachdem Elsa von ihrem Ehemann wegen einer Affäre verlassen wurde, zieht sie mit der zweijährigen Tochter Gogo und ihrer Freundin Gabi Picaba, deren Ehemann Francis sie nur noch gelegentlich besucht, nach Paris. In dieser Metropole will Elsa ihren Traum verwirklichen und die Pariserinnen in ihre Kunstwerke kleiden, wie sie ihre Entwürfe nennt.

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Erbgut von Bettina Scheiflinger

ErbgutBettina Scheiflinger stellt in ihrem Debütroman Erbgut drei scheinbar voneinander unabhängige Familien vor, deren Verflechtungen sich dem Leser erst im weiteren Handlungsverlauf, und selbst dann nur bruchstückhaft offenbaren. So wird die Ich-Erzählerin in verschiedenen Stadien ihres Lebens vorgestellt. Diese berichtet von ihrer älteren Schwester Anna, ihren beiden Wohnungen in Wien und der Schweiz, einer Liebe und der Sorge, dass sie die Gene ihrer an Krebs erkrankten Mutter geerbt haben könnte.

In einer anderen Familie steht Johanna im Vordergrund, die nach ihren Kindern Frieda und Inge während eines Bombenalarms im Krieg Arno zur Welt bringt. Ihr Ehemann Franz ist im britischen Gefangenenlager und als er heimkommt, ist er dem Jungen fremd. Dieser lernt ihn nur als gewalttätigen Vater kennen. Als Erwachsener zieht es Arno nach Beendigung seiner Ausbildung in die Welt.

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