
Zwischen Auszug, Jagd und alten Wunden
Charlie Berg plant seinen Auszug aus dem Elternhaus und sieht sich bereits im Zivildienst, den er in einem Leuchtturm antreten soll. Anschließend, so sein Plan, will er einen Roman schreiben, der sein Durchbruch als Autor werden soll. Doch als er mit seinem Großvater Bardo auf die Jagd geht, wird nicht nur der Hirsch getroffen, sondern auch der Großvater – nebst einer weiteren Person. Als ob Charlie damit nicht genug Sorgen hätte, will Mayra, seine große Liebe aus Jugendtagen, den Gangster Ramón in Mexiko heiraten. Zu allem Ärger sitzt auch noch ihr Ziehvater Stucki im Gefängnis in Thailand und kann nur gegen Zahlung einer hohen Kaution freikommen, wozu sich Charlie als sein Patenkind verpflichtet fühlt.
weiterlesenEin Herz voller Chaos – Charlies Welt zwischen Liebe, Düften und Abgründen




Seit über zweihundert Jahren befindet sich das Weingut Graven im Saarland im Familienbesitz, der ganze Stolz von Winzer Thomas von Manthey. Kurz nach seiner Rückkehr von einer Weinmesse stürzt er im Weinberg infolge eines Herzinfarkts. Seine Frau Pia gibt ihrer Schwester Nane die Schuld, weil die nach zwanzigjähriger Haft direkt nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis mit Thomas reden wollte. Ihr plötzliches Auftauchen muss Thomas dermaßen erschreckt und den Infarkt ausgelöst haben. Im Krankenhaus führt zu allem Unglück eine Embolie dazu, dass er ohne Bewusstsein ist. Vorerst soll sich Tochter Lissy um das Weingut kümmern, die deshalb ihren Urlaub abbricht. Doch Margot, die von Thomas Eltern schon als Kind aufgenommen wurde und die sich inzwischen als unentbehrlich erwiesen hat, möchte ihrem Sohn Marius die Verantwortung über das Weingut übertragen. Die neuen Entwicklungen, die mit der Freilassung von Nane ihren Lauf nahmen, rufen bei allen Beteiligten Erinnerungen an ein Geschehen vor zwanzig Jahren hervor:
Der Roman „Vergiss kein einziges Wort“ ist eine Familiensaga, die im Jahr 1921 mit der Teilung Schlesiens seinen Anfang nimmt, den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs sowie die 68er Studentenunruhen und die Niederschlagung des Prager Frühlings mit dem Einmarsch der Russen behandelt, um schließlich mit dem Beitritt Polens in die EU im Jahr 2004 zu enden. Dörthe Binkert schildert anhand von Familienschicksalen die Konsequenzen, die sich für die schlesische Bevölkerung in dem Zeitraum ergeben haben, wobei sie sich einerseits ganz eng an geschichtliche Fakten gehalten, andererseits aber auch fiktive Handlungspersonen in den Plot eingebaut hat, mit denen sich der Leser identifizieren kann und ihm ein besseres Verständnis ermöglichen.
