Ein Monster unter dem Bett – und jede Menge Chaos

Cover von Moin und das Monster von Anushka Ravishankar

Wenn Zeichnen zur Mutprobe wird

Eines Nachts hört Moin unter seinem Bett ein Geräusch – tatsächlich stammt es von einem Monster. Doch, wie ihm erklärt wird, kann er es erst sehen, wenn er es zeichnet. Also beginnt Moin nach der Beschreibung des Monsters zu malen. Das Ergebnis sorgt allerdings für Empörung: Der Junge habe es als Witzfigur dargestellt, sodass niemand Angst vor ihm hätte – dabei müsse ein Monster doch furchterregend sein!

Bananen, Arztbesuch und ein Monster in der Hemdtasche

Mr. Kaif, Moins Vater, hat wieder einmal Mitleid mit einem Straßenverkäufer und kauft eine riesige Ladung Bananen. Nachdem Moin davon reichlich gegessen hat, schwört er, nie wieder Bananen anzurühren.

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Überraschungen in jeder Zahl – wie Amanda Mijangos Kinder zum Staunen bringt

Cover von ErZähl mir etwas von Amanda Mijangos

Ein spielerischer Zugang zu Zahlen

Die aus Mexiko stammende Amanda Mijangos stellt in ihrem Kinderbuch ErZähl mir etwas der Reihe nach die uns bekannten arabischen Zahlen vor, mit denen sie mittels ihrer Illustrationen regelrecht „spielt“. So steht die 1 für das Abbild einer Person, die 2 für die Dopplung bei einer Spiegelung, die 3 deutet die Ecken eines Vulkans an, und wer die 4 auf den Kopf stellt, erblickt einen Stuhl.

Zahlen als Bilder – und Bilder als Geschichten

Für die Autorin steht die 5 für flüchtige Sterne, die 6 gleicht in ihrer Form einer Spirale, mit 7 Farben lässt sie ein Kind malen, die 8 entspricht im Aussehen einer aufgesetzten Brille, 9 Monate warten Eltern auf ihr Baby, und an den Händen haben wir 10 Finger.

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Zwischen den Zweigen: Wie Jambu Singad die Vogelwelt seiner Heimat sichtbar macht

Cover von Zweiggezwitscher von Jambu Singad und Gita Wolf

Ein Künstler aus dem Herzen Madhya Pradeshs

Der Gärtner Jambu Singad stammt aus Balwon, einem Bhil‑Dorf im Jhabua‑Distrikt des indischen Bundesstaates Madhya Pradesh. Wie er Gita Wolf erzählte, beobachtet er leidenschaftlich gern Vögel in den Bäumen seiner Umgebung. Die traditionelle Bhil‑Malerei, geprägt von mit Punkten gefüllten abstrakten Formen, erlernte er von seiner Schwester.
Für sein Buch Zweiggezwitscher, aus dem Englischen übersetzt von Barbara Brennwald, schuf er Illustrationen in dieser Technik. Die begleitenden Texte verfasste Gita Wolf auf Grundlage zahlreicher Gespräche mit ihm.

Vögel in Bäumen – ein Streifzug durch die Natur

Den Auftakt bilden zwei Vögel auf dem Tendu, einem Ebenholzbaum, dessen Blätter verkauft und medizinisch genutzt werden. Ein Schwarm lässt sich im Vahadi, einem Bambuswäldchen, nieder; Rebhühner sitzen im Mangobaum, und nachts sucht ein Spatzenschwarm Schutz im Bambus.

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Mabelle – Ein poetisches Bilderbuch voller Geheimnisse und Fragen

Cover von Mabelle von Matías Acosta

Erste Erkundungen in der Natur

Die Protagonistin Mabelle ist erst kürzlich in ein Haus außerhalb der Stadt gezogen. Matías Acosta stellt das Haus in seinen Illustrationen einsam in eine hügelige Landschaft gebettet dar. Mit dem Fahrrad erkundet das Mädchen die Umgebung und fährt einen Waldweg entlang, auf dem im Vordergrund kleine Blumen blühen. Besonders gerne besucht sie eine Wiese mit wilden Ringelblumen und kniet vor den wie Gold schimmernden Pflanzen nieder. Sie betrachtet sie eingehend und flüstert ihnen Geheimnisse zu. Auf dem Rückweg trägt sie einen Strauß Blumen im Fahrradkorb.

Das plötzliche Verschwinden der Ringelblumen

Eines Morgens kehrt Mabelle zu dem Feld zurück – doch die Ringelblumen sind verschwunden. Die einst farbenfrohe Wiese ist nun kahl und braun.

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Die weiße Laterne – Shaw Kuzkis bewegender Jugendroman über Erinnerung und Verlust

Ein literarischer Blick auf die Folgen des Atombombenabwurfs auf Hiroshima

Cover von Die weiße Laterne von Shaw Kuzki

Historischer Hintergrund und Mahnung

Shaw Kuzki gehört zur Nachfolgegeneration der Opfer des Atombombenabwurfs auf Hiroshima am 6. August 1945. Damals starben siebzigtausend Menschen sofort – und bis Ende des Jahres kamen weitere siebzigtausend hinzu. Wie die Autorin in ihrem Roman Die weiße Laterne schildert, herrschte im Epizentrum eine Temperatur von über 4.000 Grad, sodass Körper schmolzen und selbst Gebäude im Umkreis von zwei Kilometern in Brand gerieten.

Alljährlich gedenkt Japan diesem unfassbaren Ereignis: Am 6. August um 8.15 Uhr läuten im Friedenspark Hiroshima die Glocken. Hibakusha, die Überlebenden, berichten von ihren Erlebnissen. Am Abend werden bunte Papierschiffchen – wie Laternen gestaltet – auf dem Fluss Motoyasu zu Wasser gelassen.

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Zwischen Trauma, Terror und der Suche nach Wahrheit – Tsai Kun‑Lins letzter Weg

Cover von Tsai Kun-Lin – Was bleibt von Yu Pei-yun und Zhou Jian-xin

Ein Leben zwischen Haft und politischem Umbruch

Die beachtenswerte vierbändige Graphic Novel aus Taiwan, deren einzelne Bände isoliert gelesen kaum verständlich wären, schildert zum einen das schicksalhafte Leben des unschuldig inhaftierten Tsai Kun‑Lin und beleuchtet zugleich die politischen Verhältnisse des Landes. Die Vielzahl an Ereignissen ließ sich nicht in einem einzigen Buch unterbringen, weshalb vier chronologisch aufeinanderfolgende Bände erschienen.

Der abschließende Band Tsai Kun‑Lin – Was bleibt knüpft nahtlos an seinen Vorgänger an: 1969 zerstörten zwei verheerende Taifune alles, was Kun‑Lin und seine Familie über Jahre aufgebaut hatten. Besonders belastete ihn, dass er Verwandte und Freunde, die ihm Kredite gewährt hatten, in die Insolvenz riss.

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Ein Affe, ein Mädchen – und ein Kunststück, das alles verändert

Cover von Maimun von Sahar Abdallah

Ein Morgen in Kairo – und ein Bild aus der Vergangenheit

Tuha lebt mit ihrem Vater, der als Gaukler sein Geld verdient, und ihrem Affen Maimun in einem dicht besiedelten Stadtviertel Kairos. Beim Frühstück entdeckt sie in der Zeitung ein altes Foto aus der Zeit der Pharaonen: Ein Affe spielt darauf Harfe. Für Tuha ist sofort klar, dass Affen schon seit Ewigkeiten gespielt und getanzt haben.

Gemeinsam mit ihrem Vater und Maimun zieht sie durch die Gassen bis zu einem Platz voller Gaukler. Dort tanzen Tuha und Maimun im Takt der Musik, die der Vater auf dem Tamburin schlägt. Nach einer Pause mit Pfefferminztee geht es weiter.

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Ein Junge aus dem Regenwald – und ein Abschied, der bleibt

Cover von Kayabu von Eymard Toledo

Begegnung am Urubu

Die kleine Maná sitzt am Ufer des Urubu, einem Seitenarm des brasilianischen Amazonas, und beobachtet in diesem Jahr weniger Fische als sonst. Dafür entdeckt sie viele Baumstämme, die im Fluss treiben, und sieht einen Jungen, der ein Kanu geschickt zwischen ihnen hindurchsteuert. Wenig später stellt ihre Lehrerin den Jungen als neuen Schüler namens Kayabu vor. Er wird ihr Sitznachbar, und auf dem Heimweg staunt Maná, wie er im Dorfladen einen Fisch gegen Kekse tauscht.

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Tsai Kun-Lin – Ein neues Leben: Der dritte Band der bewegenden Graphic Novel aus Taiwan

Cover von Tsai Kun-lin – Ein neues Leben von Yu Pei-yun und Zhou Jian-xin

Ein Neuanfang nach zehn Jahren Haft

Unvermittelt knüpft der dritte Band Tsai Kun-Lin – Ein neues Leben an die Graphic-Novel-Reihe aus Taiwan an. Er beginnt mit der Ankunft Tsai Kun-Lins im Jahr 1960 nach einer zehnjährigen Haftstrafe. Die Enttäuschung ist groß: Sein Vater, der aus Kummer Suizid beging, ist nicht mehr am Leben. In Taipeh sucht Tsai täglich nach Arbeit und findet schließlich eine Anstellung bei einem Zeitungsverlag. Durch Zufall erfährt er, wo seine Jugendliebe Kimiko lebt. Bei ihrem Besuch werden Erinnerungen an die gemeinsame Schulzeit wach. Aufgrund seiner Vorstrafe muss Tsai jedoch die Stelle beim Verlag aufgeben – seinem Chefredakteur drohen Repressalien. Nach einer erneuten Phase der Arbeitslosigkeit wird Tsai freier Mitarbeiter bei einem Comicverlag.

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Gefangenschaft, Folter und verlorene Jugend – Tsai Kun-lins erschütternde Jahre

Cover von Tsai Kun-lin Die gestohlenen Jahre von Yu Pei-yun und Zhou Jian-xin

Ein junger Mann gerät unschuldig in die Fänge des Regimes

Tsai Kun-lin – Die gestohlenen Jahre ist der zweite von vier Bänden, die inhaltlich eine geschlossene Einheit bilden. In dieser ausführlichen Comicform erzählt Yu Pei-yun das Leben von Tsai Kun-lin, der ihr und Illustrator Zhou Jian‑xin in zahlreichen Gesprächen seine Erinnerungen anvertraut hat.

Die Fortsetzung knüpft direkt an den ersten Band an, der mit Kun‑lins Abführung zum Verhör endet: Nachdem sein ahnungsloser Bruder Kun‑chang die Militärpolizisten unwissentlich zu ihm geführt hat, gerät der knapp Zwanzigjährige am 10. September 1950 unschuldig in die Gewalt des Regimes von Chiang Kai‑shek. Sein einziges „Vergehen“ besteht darin, während der Schulzeit einem Lesezirkel angehört zu haben, der als „aufrührerische Vereinigung“ eingestuft wurde.

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