
Ein Urlaub, der alles verändert
Während eines Familienurlaubs auf Sardinien kommt es zwischen Ilka und ihrem Mann Dennis zu einem Streit, nachdem er sie erneut mit einer anderen Frau betrogen hat. Hals über Kopf verlässt sie ihn daraufhin mit den beiden Kindern Thea und Felix. Doch wegen eines Motorschadens an ihrem Auto kommt sie nicht weit. Es bleibt ihr nichts anderes übrig, als ausgerechnet in einem Gay-Resort für eine Nacht unterzukommen.
Obwohl Helmer, der Betreiber des Schwulenhotels, Ilka und die Kinder nur widerwillig aufnimmt, macht er ihr am nächsten Morgen das Angebot, auch für die verbleibenden drei Tage bis zum Heimflug zu bleiben. Auf die pubertierende Thea und ihren sechsjährigen Bruder Felix, der bevorzugt eine rosa Badehose trägt, warten aufregende Tage. Sie machen Bekanntschaft mit Olga, einem Transvestiten, sowie einem schwulen Männerchor.
Die Eltern der fünfzehnjährigen Bee sind Elgin Branch, der als Teamleiter bei Microsoft arbeitet, und Bernadette Fox, eine berühmte Architektin. Bee, die korrekt Balakrishna heißt, wünscht sich für ihre überdurchschnittlich guten Schulnoten eine Familienreise in die Antarktis. Ihre Mutter, die das Haus nur ungern verlässt, beauftragt Manjula Kapoor, eine virtuelle Freundin aus Indien, per Mail mit den Reisevorbereitungen für die Expedition. Ihrer Tochter zuliebe will sie mitfahren, doch fürchtet sie sich vor der Überquerung der gefahrvollen Drakestraße, die den Atlantik mit dem Pazifik verbindet.
Welche Stimmung wird sich wohl unter elf Menschen entwickeln, die sich nur zum Teil kennen und für einige Tage auf mehr oder weniger engem Raum miteinander auskommen müssen? Wenn ihnen der Jugo, der heiße Wüstenwind aus der Sahara, wie der Scirocco in Kroatien genannt wird, die Gedanken vernebelt und ihre Nerven bis aufs Äußerste strapaziert? Nataša Dragnić hat diese Fragen in ihrem Roman „Der Wind war es“ verarbeitet und wohl nur ein Mensch, der diese Gegend seine Heimat nennt, kann den sich ankündigenden Wetterumschwung, „der in den Knochen, auf der Haut und in der Nase gespürt“ wird, so eindrucksvoll wie die Autorin schildern.
Mit sechsunddreißig Jahren fühlt sich Emily einsam und verlassen, denn der Mann ihres Lebens ist ihr nirgendwo begegnet. Ein Medizin-Studium hat sie bereits abgebrochen und nach sechsjähriger Arbeit bei einer Versicherung hat sie die Kündigung erhalten. Was hat sie noch vom Leben zu erwarten? In ihrer Verzweiflung schluckt sie zu viele Tabletten, wird gerettet und landet schließlich in der geschlossenen Abteilung der psychiatrischen Klinik Burghölzli in Zürich, wo sie sich gerne mit dem Hochschulabsolventen Rolf und ihrer Zimmernachbarin Ariane austauscht.
Therese ist die Bürgermeisterin von Maierhofen, einem idyllisch gelegenen Örtchen im Allgäu, sowie stolze Besitzerin des Gasthauses „Goldene Rose“, in dem die Dorfbewohner nicht zuletzt wegen des Kochkünstlers Sam ihre Festlichkeiten abhalten. Doch Maierhofen hat nicht einmal mehr einen Spar-Markt, es gibt kaum Arbeitsplätze und die Jungen hat es in die Städte gezogen. Zu den Sorgen um den aussterbenden Ort kommen bei Therese noch die um ihre Gesundheit, nachdem sie an Gebärmutterhalskrebs erkrankt ist. Durch Zufall erkennt sie in einem Fernsehbericht ihre Cousine Greta, mit der sie als Kind gespielt hat und die in einer Werbeagentur erfolgreich ist.
Fanø ist eine dänische Insel im Wattenmeer, nördlich von Sylt gelegen. Auf diese Insel wird Klara ganz überraschend von ihrer Mutter Elisabeth eingeladen, weil deren Mann beruflich verhindert ist und sie nicht begleiten kann. Klara fällt die Entscheidung nicht leicht, denn zum einen hat sie noch eine Menge Arbeit für ihren Verlag zu erledigen, und eine Woche zusammen mit ihrer durchorganisierten und hektischen Mutter würde nicht gerade eine Erholung werden. Schließlich willigt sie im Hinblick auf die abgekühlte Liebe und angespannte Beziehung zu ihrem Mann Johann doch ein.
Seit einem halben Jahr wohnt Julie mit Casper zusammen. Doch bevor er den Schritt in die Ehe wagt, will er sich ganz sicher sein und verlässt Julie für eine Weile, indem er sich einfach auf und davon macht. Umso enttäuschender ist es für sie, dass er sich sogar für ein halbes Jahr beurlauben ließ und seine Reise nach Indien lange geplant hat. Julie lässt sich von ihrer besten Freundin Nina trösten und redet sich gebetsmühlenartig ein, dass Casper sicher bald wieder zu ihr zurückkommt. Schließlich hat er ihr einen Heiratsantrag gemacht und will mit ihr Kinder haben.
Aufgrund einer gegen sie gerichteten Intrige wird Dr. Samantha Goodwin, die alle nur Sam nennen, die Weiterarbeit an einem Projekt in Syrien vom Leiter des archäologischen Instituts in Oxford untersagt. Doch ihre Enttäuschung weicht schnell der Freude über einen neuen Auftrag in Wales, wo ihre Großmutter Gwen Morris zu Hause ist. Ein „Sturm über dem Meer“ hat dort einen vor 5000 Jahren existierenden, nunmehr versteinerten Wald freigelegt, wo die Reste einer Burganlage vermutet werden, die einer Legende zufolge auf ein versunkenes Königreich hindeuten.
Während des ersten Elternsprechtags seines Lebens versucht der junge Lehrer Fabian Dreher, eine Aufstellung der besten Deutschen Fußball-Nationalmannschaft aller Zeiten zu Papier zu bringen, denn er hat mit seinem Kumpel Gibbel um einen Kasten Bier gewettet, dass er eine bessere Elf aufstellen kann als sein Freund. Die einschläfernde Langeweile des Elternsprechtags macht ihn müde, woran der vorherige Abend, an dem er sich mit seinem Lehrerkollegen Herbert zum „Komma-Saufen“ getroffen hat, nicht ganz unschuldig ist, denn sie müssen bei diesem Spiel die Deutsch-Diktate ihrer Schüler korrigieren und für jeden Komma-Fehler einen Sambuca trinken. Auch nach drei Aspirin-Tabletten ist Fabian Dreher mit seinen Kräften immer noch am Ende und folgt nur gelangweilt den Ausführungen der Eltern, die ihre Kinder für Intelligenzbestien halten.
Die neunundzwanzigjährige Anwältin Sophie Diehl arbeitet für die Kanzlei Traynor, Hand, Wyzanski in New Salem und ist auf Strafrecht spezialisiert. David Greaves, einer der Partner der Kanzlei, bittet sie, mit Mia Durkheim, einer potentiellen Mandantin für einen Scheidungsfall, ein Erstgespräch zu führen, obwohl Sophie noch nie eine Ehesache verhandelt hat. Denn an diesem Tag ist keiner der Scheidungsanwälte verfügbar, und Mia Durkheim ist die Tochter von Bruce Meiklejohn, eines wichtigen Mandanten der Kanzlei, der um einen Termin für sie gebeten hat. Da ihr Ehemann Dr. Daniel Durkheim nach sechzehn Jahren Ehe völlig überraschend die Scheidung eingereicht hat, die ihr ausgerechnet in einem noblen Restaurant bei einem Essen mit einer Freundin zugestellt wurde, möchte ihr Vater, dass die Kanzlei den Fall übernimmt.