Die Zeit, die vor uns liegt von Maria Barbal

Die Zeit, die vor uns liegtArmand ein Witwer, der über Rückenschmerzen und Schlafstörungen klagt, wird von seinem Arzt empfohlen, es doch einmal mit Yoga zu versuchen. Er meldet sich für einen Anfängerkurs im Bürgerzentrum von Sants, einem Stadtbezirk von Barcelona, an und muss feststellen, dass er der einzige Mann unter mehr als einem Dutzend Frauen ist. Auch wenn ihm das zunächst Unbehagen bereitet, fühlt er sich nach einiger Zeit doch recht wohl dabei. Eines Morgens wird er von Elena angesprochen, ob er nicht eine Tochter namens Silvia hätte. Obwohl er keine Tochter hat, klärt er Elena nicht über ihren Irrtum auf. Da er sie attraktiv findet und sie ihm gleich zu Anfang aufgefallen war, möchte er sie gerne näher kennenlernen.

Nach Kursende folgt er Elena in der Hoffnung, dass sich eine Begegnung ergibt. Als Armand sie in einem Café entdeckt, nimmt er seinen ganzen Mut zusammen, spricht sie an und setzt sich zu ihr an den Tisch.

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Kinder des Aufbruchs von Claire Winter

Kinder des AufbruchsEmma Laakmann arbeitet als Dolmetscherin in West-Berlin und ist mit dem Dozenten Julius verheiratet. Sie leidet unter den Folgen einer Fehlgeburt und wünscht sich sehnlichst ein Kind. Nachdem sie in einem Waisenhaus übersetzt hat und nach Hause fahren will, hat sich ein verängstigter Junge in ihrem Auto versteckt. Emma kann Luca immerhin zur Rückkehr ins Heim überreden und verspricht ihm, ihn wieder zu besuchen. Ihre in einem Heim aufgewachsene Zwillingsschwester Alice Weiß, von der Emma nach der Flucht aus Ostpreußen lange getrennt war, hat mit Rechtsanwalt Max die achtjährige Tochter Lisa. Um ihr ein Familieneben zu ermöglichen, haben sie geheiratet, allerdings nicht aus Liebe.

Als am 2. Juni 1967 anlässlich des Schahbesuchs demonstrierende Studenten auf die Straße gehen, kann Alice mit Hilfe ihres Journalistenstatus einem Demonstranten, auf den die Polizei einprügelt, das Leben retten. Zu ihrem Erstaunen kennt sie ihn sogar: Es ist Fritz Uhlig, der wegen einem von ihr begangenen Fehler vier Jahre in der DDR inhaftiert war.

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Das verlorene Kleid von Jade Beer

Das verlorene Kleid von Jade BeerZu ihrem zweiunddreißigsten Geburtstag bekommt Lucille von ihrer geliebten Granny Sylvie zwei Nächte in einem Pariser Hotel geschenkt. Allerdings knüpft die fast Neunzigjährige daran die Bedingung, dass ihre Enkelin schon morgen aufbricht und das von Dior entworfene Kleid Maxim mitbringt, das sie einer alten, inzwischen gestorbenen Freundin geliehen hatte. Deren Tochter Véronique würde Lucille bereits erwarten.

Der Chef von Lucille, die in London als Reisejournalistin arbeitet, zeigt kein Verständnis für den unerwarteten Ausfall, doch Lucille kann ihrer Granny den ihr offensichtlich so viel bedeutenden Wunsch nicht abschlagen. In Paris fühlt sie sich augenblicklich vom „sexy Glanz verführt“ und ist beeindruckt, wie herzlich sie von Véronique empfangen wird. Doch zu ihrer Enttäuschung ist das Kleid nicht mehr in deren Besitz. Dafür aber eine Schachtel mit Designer-Etiketten, die zu insgesamt acht Kleidern einer Dior-Kollektion gehören und neben eingravierten Daten und Sprüchen die Initialien A&A aufweisen.

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Bella Musica von Stefanie Gerstenberger

Bella MusicaLuna ist Köchin in dem von ihrem Bruder Lorenzo geführten Restaurant La Piccola in München. Ungewollt wird sie schwanger, zu einer Zeit, als sie für Diamantino, den Küchenchef des Restaurants, nichts mehr empfindet. Nach einer Fehlgeburt wird sie noch unzufriedener. Sie weiß nicht was sie will, ist niedergeschlagen und gefällt sich selbst nicht. Bei einem Besuch ihrer Mutter Isabell Kreutzner in Mittenwald erfährt Luna, dass ihr Vater, den sie seit dem Tag ihres Schuleintritts nicht mehr gesehen hat, ihr gerne den Namen seiner Mutter Battisti gegeben hätte. Isabell überreicht ihrer Tochter eine Sechzehntelvioline, Lunas Kindergeige, deren Inschrift den Namen Anna Battisti ziert. Luna soll eine Reise ins italienische Cremona, wo die Geige von ihrer Großmutter angefertigt wurde, unternehmen und so ihre Wurzeln aufspüren.

Obwohl Luna von dem Vorschlag alles andere als begeistert ist, kann ihre Freundin Gitta mit ihrer einzigartigen Art, die keine Widerrede zulässt, sie zu der Reise überreden. Unbarmherzig graben die Frauen immer tiefer in der Vergangenheit.

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Warten auf Eliza von Leaf Arbuthnot

Warten auf ElizaVor fast zwei Jahren hat die über siebzigjährige Ada ihren Mann Michael durch einen Herzinfarkt verloren. Da die Ehe kinderlos blieb und sich frühere Freunde nicht mehr bei ihr gemeldet haben, fühlt sie sich zunehmend einsam. Hinzu kommt, dass sie mit der Kassiererin im Supermarkt wegen Rationalisierungsmaßnahmen kein Wort mehr wechseln kann und dass es ihr wenig bedeutet, ihre Anthologie auf der Shortlist eines Lyrikpreises zu sehen. Durch eine Begegnung auf der Straße inspiriert und von dem Bedürfnis nach Kontakten und Gesprächen getrieben, bietet sie sich als Leihoma an und gründet „RENT-A-GRAN“.

Die bisexuell veranlagte Eliza ist fünfundzwanzig Jahre alt und promoviert in Italienischer Literatur an der Universität Oxford. Dort hat sie zwar die Bekanntschaft der Bachelorstudentin Nat gemacht, fühlt sich aber ebenfalls einsam, nachdem sie von Ruby verlassen wurde.

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Das Kind der Wellen von Rebecca Martin

Das Kind der WellenFamilie Sommer besitzt ein Ferienhaus an der Nordseeküste. Als Lisa mit ihrem Mann Lukas sowie den Kindern Johnny, Neo und Millie vor gut einem Jahr in der Villa Urlaub gemacht haben, passte sie nur einen Moment nicht auf und die dreijährige Millie ertrank in den Fluten. Seitdem ergeht Lisa in Selbstvorwürfen und hat schon versucht, sich in der Badewanne zu ertränken. Da sie sich kaum noch um ihre beiden Söhne kümmert, leidet auch das Verhältnis zu ihrem Ehemann, der mit der Zeit kein Verständnis für das Verhalten seiner Frau aufbringen kann. Schließlich fasst Lisa den Entschluss und fährt mit dem Vorsatz, ihrer Tochter zu folgen, an die Nordseeküste.

Bei der Inspektion der alten Villa entdeckt Lisa einen Wasserschaden. Sie fragt ihre Nachbarin Anke Peters um Rat, die sie zur Schreinerei Claassen schickt. Jonas Claassen, der lange Zeit zu Forschungszwecken in der Antarktis verbracht hat, ist zunächst nicht darüber erfreut, dass sein Vater Lars, dessen Frau vor Monaten verstarb und der die Schreinerei längst aufgegeben hat, der Frau helfen will.

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Die Telefonistin – Mrs. Dalton hört mit von Gretchen Berg

Die Telefonistin – Mrs. Dalton hört mitNicht erst im Handy-Zeitalter werden Telefongespräche unerlaubterweise abgehört. Eine Telefonistin vergangener Tage konnte sich heimlich in eine vermittelte Leitung einklinken, indem sie einfach den Stumm-Schalter umlegte. So hat es auch die Protagonistin des Romans Die Telefonistin – Mrs. Dalton hört mit* von Gretchen Berg gehandhabt: Vivian Dalton lebt mit ihrem Ehemann Edward und Tochter Charlotte in Wooster, einem kleinen Ort im Bundesstaat Ohio. Eines Tages belauscht sie ein Gespräch, bei dem eine ihr unbekannte Frau eine Vermittlung mit Betty Miller wünscht. Ausgerechnet die Vivian verhasste Betty erfährt, dass Edward zu dem Zeitpunkt verheiratet gewesen sein soll, als er Vivian ehelichte! Sie ist außer sich vor Wut, denn zu der Enttäuschung, dass Edward seine Ehe verschwiegen hat, kommt ihre Sorge, dass Betty das Gerücht in Wooster verbreitet.

Gretchen Berg erzählt in ihrem Roman Die Telefonistin – Mrs. Dalton hört mit* die Geschichte ihrer Großmutter, wobei sie sich nach eigener Aussage in wesentlichen Punkten an die Fakten gehalten hat. Der Plot setzt im Jahr 1952 an.

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Das Mädchen aus Glas von Julie Hilgenberg

Das Mädchen aus GlasUnter der Bezeichnung Osteogenesis imperfecta, umgangssprachlich auch Glasknochenkrankheit genannt, verbirgt sich eine genetisch bedingte, selten auftretende Erbkrankheit, bei der die Knochen leicht brechen und die bis heute nur symptomatisch behandelt werden kann. Elisa von Treue, die Protagonistin in dem Roman Das Mädchen aus Glas* von Julie Hilgenberg, weiß seit ihrem siebten Lebensjahr, dass sie daran erkrankt ist. Ihre Eltern August und Pauline, die verständlicherweise sehr besorgt um sie sind, lassen Elisa seitdem kaum aus dem Haus, und ihr Arzt Johannes Friedmann verschreibt zu ihrem Schutz Medikamente, die sie ermüden und viel schlafen lassen. Sein Sohn Wilhelm ist für die Heranwachsende der einzige Freund.

Als Elisa im Jahr 1913 vierundzwanzig Jahre alt ist, überrascht sie ihr Vater mit der Nachricht, einen Ehemann auserwählt zu haben. Den Süßwarenfabrikant haben einzig und allein geschäftliche Interessen zu dieser Entscheidung bewogen, da Emil Lindquist, der Vater seines zukünftigen Schwiegersohns, ein angesehener Privatbankier ist.

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Leas Spuren von Bettina Storks

Leas SpurenDie Historikerin Marie Bergmann erhält einen Brief von einem Notar. Er bittet sie, ihn in Paris wegen einer Erbangelegenheit aufzusuchen, bei der es um den Verstorbenen Victor Blanc geht. Notgedrungen folgt sie der Einladung und wird mit Nicolas Blanc, dem zweiten Erben und Enkel von Victor, bekannt gemacht. Der Verstorbene, so erfahren beide, hatte während des Zweiten Weltkrieges eine Beziehung zu der verstorbenen Charlotte Schneider, die eine Schwester der Großmutter von Marie war. In dem Testament vermacht Victor eine Wohnung in bester Lage von Paris den beiden verblüfft dreinblickenden Leuten je zur Hälfte. Allerdings knüpft er an das Erbe die Bedingung, dass sie binnen eines Jahres ein verloren gegangenes Gemälde von Jakob Stern aufspüren und an den rechtmäßigen Besitzer übergeben. Andernfalls geht die Wohnung an eine Sozialeinrichtung. Zudem darf das Erbe nicht einseitig ausgeschlagen werden. Weder der Notar, noch Nicolas oder Marie können sich einen Reim darauf machen, was Victor mit einer einzulösenden Schuld Maries Großtante gegenüber meint.

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Gelateria Paradiso von Stefanie Gerstenberger

Gelateria ParadisoFlugbegleiterin Francesca Adler ist seit über fünfundzwanzig Jahren mit dem Onkologieprofessor Tim verheiratet. Da sie für jeglichen Luxus wie teure Autos, Kleidung und Kosmetik ein Faible hat, musste sie ihr Konto überziehen und sieht sich genötigt, die von ihren Eltern gegründete „Gelateria Paradiso“ aufzulösen. Die als Tischlerin arbeitende Susanne Werner hört von dieser Ladenauflösung. Als Francesca sie erblickt, kommt ihr die Frau irgendwie bekannt vor. Aber erst, als der fünfunddreißigjährige, minderbegabte Lennart, den Susanne mitgebracht hat, zufällig ein Foto entdeckt, das den Vater von Francesca zeigt, wird dieser bewusst, wem Susanne ähnlich sieht und was das bedeutet: Sollte ihr Vater eine Geliebte gehabt und mit ihr eine Tochter gezeugt haben, müsste sie mit einer Schwester teilen.

Susanne, die ihre leiblichen Eltern nicht kennt, geht es weniger um eine mögliche Erbschaft, als darum, ihren auf dem Foto entdeckten Vater kennenzulernen. Von dem Ehepaar, das sie adoptiert hat, ist ihr nie Liebe entgegengebracht worden, weshalb sie ihnen bereits im Alter von achtzehn Jahren den Rücken gekehrt hat.

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