Elisabeth Herrmanns Thriller „Schatten der Toten“ – Agenten, Identitäten und dunkle Geheimnisse

Buchcover des Thrillers Schatten der Toten

Die Rosenholz-Dateien als Inspiration

Für Elisabeth Herrmanns Thriller Schatten der Toten haben die Rosenholz-Dateien Pate gestanden. Der Leiter der Forschungsgruppe Rosenholz beriet die Autorin bei der Ausarbeitung. Die Rosenholz-Unterlagen enthalten Personenkarteien des DDR-Auslandsgeheimdienstes und umfassen Zehntausende Klar- und Decknamen ehemaliger Stasi-Auslandsspione. Erst im Jahr 2004 standen sie für Ermittlungen zur Verfügung.

Verrat und Täuschung: Die Geschichte von Eva und Tom

Im Roman gibt die Stenotypistin Eva geheime Informationen ihres Vorgesetzten Werner Kellermann an ihren Geliebten Tom weiter – einen sogenannten Romeo-Agenten.

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Der Junge von Alex Dahl

Der JungeJohan und Cecilia Wilborg leben in dem kleinen Ort Sandefjord in Norwegen. Wie allen Bewohnern geht es auch ihnen finanziell sehr gut: Das großzügige Haus verfügt über eine Dreifachgarage, ein Schwimmbad und bietet einen Panoramablick auf das Meer. Als Cecilia mit ihrer Tochter Nicoline im Schwimmbad auf deren Schwester Hermine wartet, fällt ihr bereits ein dunkelbrauner Junge auf. Nach Beendigung des Schwimmkurses will sich Cecilia gerade mit den Kindern auf den Heimweg machen, als sie von der Kassiererin zurückgerufen wird. „Der Junge“ würde erst ein paar Wochen mit zum Schwimmkurs kommen und offensichtlich hole ihn heute niemand ab. Daher ihre Bitte, dass Cecilia so freundlich sein und den achtjährigen Tobias nach Hause bringen soll. Seine Adresse sei bekannt.

Cecilia ist von diesem Vorschlag wenig begeistert, stimmt jedoch zu. Allerdings wohnt niemand an der ihr genannten Adresse, obwohl Tobias auf Nachfrage bestätigt, hier gewohnt zu haben. Da er weint und Cecilia flehentlich bittet, nur diese eine Nacht bei ihr und den beiden Töchtern bleiben zu dürfen, gibt sie trotz eines mulmigen Gefühls nach.

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Verachtung ist der wahre Tod von Joachim H. Peters

Verachtung ist der wahre TodPolizeioberkommissar Jürgen Kleekamp wird mit einem Kollegen zu einem Bauernhof gerufen, um Mitarbeiter des Veterinäramtes zu unterstützen. Der Bauer ist ihm noch von einem früheren Einsatz in unangenehmer Erinnerung, weil er Tiere gequält hat. Dieses Mal soll es um Hunde gehen. Als der Bauer zum Angriff übergeht, kann Kleekamp ihn schnell dingfest machen. Neben den mittlerweile verendeten Hunden finden sie auf dem Hof zu ihrer Überraschung auch noch eine Frauenleiche.

So sehr Thomas Golzig, Leiter der Dienstgruppe der Paderborner Polizei, Jürgen Kleekamp für ein charakterliches „Arschloch“ hält, so weiß er andererseits auch seine Qualitäten zu schätzen und tut sich schwer mit dessen neuer Beurteilung. Kleekamp wiederum ist Polizeioberrat verhasst und ist froh, als der zum LKA wechselt. Doch seine Freude darüber ist nur von kurzer Dauer, denn die neue Direktionsleiterin ist ausgerechnet Katharina Vogt, die Frau, mit der er eine Nacht verbrachte, die mit einem Filmriss endete.

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Der Begabte von Evelyn Grill

Der BegabteWolfgang Eder ist nicht nur für seinen Opa ein kleiner Mozart. Auch wenn er in der Kirche auf der Orgel spielt, ist er für alle im Ort „Der Begabte“. Doch Wolfgang weiß überhaupt nicht, warum er seit nunmehr einer Woche in einer Zelle sitzt. Er hat auch keine Erklärung dafür, warum sich sein Opa von ihm abgewandt hat und ihn seit der Verhandlung verleugnet. Wolfgang ist davon überzeugt, dass es sich um einen Justizirrtum handeln muss. Sein Anwalt sagt ihm, dass das Urteil noch nicht rechtskräftig ist, er Berufung einlegen wird und er rät ihm, mit der Psychologin zu reden, da das andernfalls bei den Geschworenen keinen guten Eindruck hinterlässt.

Evelyn Grill hat für ihren Roman den Erzählstil gewählt. Das aktuelle Geschehen, die Haftunterbringung von Wolfgang Eder, dem der Hofgang eine willkommene Abwechslung ist, wird ohne Übergänge durch Details aus dem Leben ihres Protagonisten unterbrochen. So erfährt der Leser, dass sein Opa im Dorf ein hochangesehener Bürger ist, der als Direktor eine Schule geleitet hat.

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Nudel im Wind von Jürgen von der Lippe

Nudel im WindDer Ehemann von Gisela Hilden-Söderlapp schreibt einen Roman, den er seiner Frau vorstellt: Nachdem der ehemalige Zuhälter Justus Lenz, der mittlerweile Kampfsportexperte und Privatdetektiv ist, die Visagistin Lisa Haiter sowie Gregor Zöller, den Erfinder einer neuen Show, kennengelernt hat, können die drei Hermjo Benek-Söderbaum, den Geschäftsführer von Allround-TV, als Produzenten ihrer neuen „Speckweg-Show“ gewinnen. Das Konzept: Fünf Trainer treten mit unterschiedlichen Methoden zum Abnehmen gegeneinander an, wobei die Kandidaten Aufgaben zu lösen haben. Als Autoren gewinnen sie Axel Herbst und Diether Liebherr. Alle sind begeistert, als sie die Nachricht erhalten, dass der Sender zehn Folgen produzieren wird, so dass sie sofort mit dem Casting von Abnehmwilligen beginnen. Ungeachtet der Sorgen, die sich Lisa und Gregor wegen des plötzlichen Verschwindens von Justus machen, kreiert Axel den Song „Nudel im Wind“ für die Sendung.

Von den ersten Seiten an findet der Leser in dem Roman von Jürgen von der Lippe keinen Zugang zu der Handlung, was darin begründet liegt, dass er genau die vergeblich sucht.

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Zwischen Schrebergarten und Männerchaos

Ein Blick in Ulrike Hartmanns Roman „Liebe geht durch den Garten“

Buchcover des Romans Liebe geht durch den Garten

Neuanfang mit Hindernissen

Für die Kinderbuchillustratorin Anna Baumgarten gibt es seit ihrer Scheidung nur noch schöne oder kluge Männer – von den schönen hat sie allerdings die Nase gestrichen voll. Nachdem sie ihren Ehemann Raimund mit der Erzieherin ihres Sohnes im Bett erwischt hat und inzwischen geschieden ist, lebt sie mit dem zehnjährigen Max und dessen zwei Jahre jüngerem Bruder Anton allein in einer Dachgeschosswohnung.

Beim Friseur stößt Anna in einer Gartenzeitschrift auf die Idee, einen Schrebergarten zu besitzen. Begeistert kontaktiert sie den Vorsitzenden einer Kleingartenanlage, der ihr eine frei gewordene Parzelle anbietet. Da es viele Bewerber gibt, muss sie sich schnell entscheiden – und unterschreibt überstürzt den Pachtvertrag.

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Gefährdet von Meike Dannenberg

Ein Fall für BKA-Spezialistin Nora Klerner!

GefährdetDie beim Landeskriminalamt in Berlin arbeitende Nora Klerner bekommt von ihrem Vorsetzten den Auftrag, die Kollegen in Hamburg in einem Entführungsfall zu unterstützen. Vor zwei Tagen sind dort die elfjährige Livia und ihr zwei Jahre älterer Bruder Lasse, die sich jeweils getrennt auf dem Heimweg befanden, nicht zu Hause angekommen. Da ihre Eltern Justus und Krystina Stein über ein Millionenvermögen verfügen, sind alle an dem Fall beteiligten Ermittler darüber erstaunt, dass noch keine Lösegeldforderung eingetroffen ist. Nora befragt Anwohner und sucht nach weiteren Kontakten der Kinder. Sie spricht sowohl mit der Mutter, wie auch mit dem Vater, der Geschäftsführer einer Reederei ist, und kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es um die Ehe der beiden nicht zum Besten bestellt ist. Ebenfalls sucht sie Jürgen Stein auf, den Bruder von Justus, der in derselben Reederei arbeitet. Als sie mit ihm zum Hafen geht, entdecken sie neue Einbruchspuren an einem Zaun.

Unterdessen wird der zur Abteilung Operativen Fallanalyse gehörende Johan Helms von der Kripo über den in einer Wohnung tot aufgefundenen Jurij Kondraschin informiert, der vor Jahren im Zusammenhang mit Zwangsprostitution aktenkundig wurde.

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Bomben auf Auschwitz von Konrad Pilger

Bomben auf AuschwitzWas würde heute in den Geschichtsbüchern stehen, wenn es einer couragierten Person wie Emily Brown in dem Roman von Konrad Pilger gelungen wäre, dem systematischen Morden der Deutschen in den Konzentrationslagern Einhalt zu gebieten? Als Auswerterin von Luftaufnahmen sind ihr die Deportationen Tausender aufgefallen, woraufhin sie sich Informationen aus erster Hand besorgt, um letztlich den Oberbefehlshaber der britischen Luftstreitkräfte, Arthur Harris, mit vorgehaltener Pistole zum Abwurf von Bomben auf Auschwitz* zu zwingen.

So viel zur Inhaltsangabe. Doch dieses Szenario hat Konrad Pilger lediglich als Rahmenhandlung genutzt, um an geschichtsrelevante Geschehnisse zu erinnern. Zu lesen ist von der als Spionin berühmt gewordenen Mata Hari sowie der auf dem Scheiterhaufen verbrannten Jeanne d’Arc. Der Autor erwähnt die Schlachten von Verdun, Arras und Somme, beklagt die an rund acht bis zehn Millionen Kongolesen begangenen Gräueltaten der belgischen Kolonialisten zwischen 1888 und 1908, das traurige Dasein von Millionen Kulis in Indien und die Unterdrückung der Bevölkerung Südtirols.

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So viele Jahre von Carla Freieck

So viele JahreThea Brandner ist seit dreißig Jahren mit Andreas verheiratet. Sohn Ben studiert auswärts, Tochter Nora ist selbst schon Mutter eines kleinen Kindes. Finanziell geht es dem Ehepaar gut: Sie besitzen ein Haus in Idstein, zwei Autos und können sich mindestens zwei Urlaube im Jahr leisten. Dennoch ist Thea mit ihrem Leben unzufrieden. Als sie über das Büro, in dem sie halbtags arbeitet, den attraktiven Geschäftspartner Johann Seitz kennenlernt und er sie auf eine Tasse Kaffee einlädt, sind da plötzlich Gefühle, die sie bei ihrem Mann schon lange nicht mehr hat. Thea gerät in einen Gewissenskonflikt, denn sie möchte einerseits ihren Mann nicht betrügen oder ihre schon „So viele Jahre“ währende Ehe aufs Spiel setzen, andererseits kann sie gegen ihre Gefühle nicht ankämpfen und gibt schließlich den Avancen von Johann nach.

Thea vertraut sich ihrer Freundin Katrin an und stellt sich nach dem Gespräch die Frage, ob sie in ihrer Ehe überhaupt noch glücklich ist. Wenig später heiratet Katrin und wird auf ihrer Hochzeit in eine alte Villa „entführt“, bei deren Anblick Thea eine Panikattacke erleidet.

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Marschmusik von Martin Becker

MarschmusikDer Roman Marschmusik* zeichnet das Leben eines namenlosen Protagonisten nach, der seine Mutter für drei Tage in dem fiktiven Ort Mündendorf besucht, einer Kleinstadt am Rand des Ruhrgebiets. Nach dem Tod des Vaters lebt sie alleine in einem Reihenhaus, wo sie täglich von einem Pflegedienst versorgt wird. Um nicht im Elternhaus übernachten zu müssen, verbringt der Sohn die Nächte bei seinem Bruder. So sehr er sich jedes Mal vor dem Besuch bei der Mutter fürchtet, so hat er noch mehr Angst vor der letzten Nacht. Er zählt die Tage und Stunden bis zum „Bergfest“ und danach bis zu seiner Abreise, der er mit Wehmut entgegensieht und äußert: „Ich will hier nicht weg. Ich halte es hier keine Sekunde länger aus“.

Die raschen Themenwechsel und nicht deutlich gemachten Zeitsprünge erschweren dem Leser den Einstieg in den drei Kapitel umfassenden Plot, zumal alle Handlungen im Präsens geschrieben sind und ihm damit suggerieren, dass die Szenen zeitgleich stattfinden.

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