„Das geht nicht!“, ist ein Ausspruch, den Wolfgang Kulow noch nie gelten ließ, denn er wollte in seinem Leben stets Das Unvorstellbare wagen. In seiner Autobiografie, die er in Zusammenarbeit mit Iris Hadbawnik geschrieben hat, bekennt der an der Ostsee aufgewachsene Extremsportler freimütig, dass er sich immer nur wirklich frei im Wasser, in der Wüste oder in den Armen einer schönen Frau gefühlt hat. Schon als junger Mann sucht er die Herausforderung und übernimmt nach Feierabend gefährliche Arbeiten am Rumpf der Fischerboote.

Obwohl er seine junge Frau und sein Kind dadurch vernachlässigt, beginnt er mit dem Training für einen Triathlon, dem diverse Ultra-Triathlons folgen. Er nimmt am Race Across America teil, bei dem zunächst 4800 km mit dem Rad und anschließend 420 km laufend zurückgelegt werden müssen. Ob dabei nun fünfzigtausend Höhenmeter, oder wegen dauernd veränderter Streckenverläufe „nur“ vierzigtausend bewältigt werden müssen, dürfte wohl kaum noch eine Rolle spielen, da die Anforderungen ohnehin enorm sind.

Auf der Suche nach einer weiteren Herausforderung entdeckt Wolfgang Kulow die Wüste für sich und nimmt am „Marathon des Sables“ in der Sahara teil. Er berichtet von den logistischen Problemen, da der Rucksack Proviant und Schlafsack fassen muss. Spätestens an dieser Stelle fragt sich der Leser, wie ein Mensch sich freiwillig in diese Hölle begeben kann: An sieben Tagen 220 km bei rund 50° und streng rationiertem Wasser durch die Wüste marschieren. Weiterlesen »

Während eines Familienurlaubs auf Sardinien kommt es zwischen Ilka und ihrem Mann Dennis zu einem Streit, nachdem er sie wieder einmal mit einer anderen Frau betrogen hat. Hals über Kopf verlässt sie ihn daraufhin mit den beiden Kindern Thea und Felix. Doch wegen eines Motorschadens an ihrem Auto kommt sie nicht weit. Es bleibt ihr nichts anderes übrig, als ausgerechnet in einem Gay-Resort für eine Nacht unterzukommen. Obwohl Helmer, der Betreiber des Schwulen-Hotels, Ilka und die Kinder nur ungern aufnimmt, macht er ihr am Morgen das Angebot, auch für die nächsten drei Tage bis zum Heimflug zu bleiben. Auf die pubertierende Thea und ihren sechsjährigen Bruder Felix, der bevorzugt eine rosa Badehose trägt, warten aufregende Tage, und sie machen die Bekanntschaft mit Olga, einem Transvestiten sowie einem Schwulenchor.

Volker Surmann erzählt seinen Roman Mami, warum sind hier nur Männer? aus verschiedenen Perspektiven, indem er seine jeweiligen Handlungspersonen in der Ich-Form berichten lässt, was naive Fragen, besonders des kleinen Felix, einschließt. Wie nicht anders zu erwarten, bedient sich der Autor bei diesem Thema so ziemlich aller Klischees, doch vernachlässigt er dabei weder interessante Informationen über Sardinien, noch über das Leben der Männer, die Ilka in dem Resort kennenlernt. So hat nicht nur der Transvestit Olga eine Vergangenheit, die überrascht, sondern auch Helmer tut es gut, Ilka sein Herz auszuschütten. Weiterlesen »

Die Eltern der fünfzehnjährigen Bee sind Elgin Branch, der als Teamleiter bei Microsoft arbeitet, und Bernadette Fox, eine berühmte Architektin. Bee, die korrekt Balakrishna heißt, wünscht sich für ihre überdurchschnittlich guten Schulnoten eine Familienreise in die Antarktis. Ihre Mutter, die das Haus nur ungern verlässt, beauftragt Manjula Kapoor, eine virtuelle Freundin aus Indien, per Mail mit den Reisevorbereitungen für die Expedition. Ihrer Tochter zuliebe will sie mitfahren, doch fürchtet sie sich vor der Überquerung der gefahrvollen Drakestraße, die den Atlantik mit dem Pazifik verbindet.

Audrey Griffin, die Nachbarin der in einem baufälligen Backsteingebäude in Seattle wohnenden Familie, verlangt von Bernadette die Beseitigung von Brombeersträuchern, die in ihren Garten wuchern. Als Audrey, die in ihrem Garten einen Schul-Brunch ausrichten will, ihre Nachbarin in der Galer Street School darauf ansprechen will, fährt die einfach davon. Später behauptet Audrey, Bernadette sei ihr mit dem Auto über den Fuß gefahren.

Die Mutter eines Mitschülers von Bee wird die neue Admin eines Teams, dessen Leiter Elgin ist. Von ihr erfährt er auch, dass seine Frau bereits das Gesprächsthema in der Schule ist, weil sie unter anderem den Garten von Audrey in eine Schlammlawine verwüstet haben soll. Als er zu Hause eine größere Menge Tabletten findet, will er Bernadette noch vor der Familienreise vor Weihnachten in die Psychiatrie einweisen lassen. Doch plötzlich ist sie verschwunden. Weiterlesen »

Der aus einer reichen, adligen Familie stammende Comte Aristide de Tancarville hat gleich mehrere Morddrohungen erhalten, die seinen baldigen Tod ankündigen. Obwohl ihn selbst die Warnungen nicht sonderlich beunruhigen, wendet sich sein Butler an das zuständige Commissariat in Deauville, das im Auftrag der Regierung einen Personenschutz stellt. Nicolas Guerlain, der wegen eines fehlgeschlagenen Auftrages von einem Psychologen betreut wird, soll auf Bitte des Ministerpräsidenten zum Schutz seines persönlichen Freundes Aristide abgestellt werden, wozu ihn sein ehemaliger Teamleiter überreden kann. Doch bereits auf dem Weg von Paris nach Deauville fällt ihm ein von einer Brücke in die Seine herabhängendes Seil auf, an deren Ende ein toter Mann hängt.

Unterdessen beobachten Luc Roussel, der vorübergehende Leiter des Commissariats, und seine Kollegin das Bordell Kakadu und knöpfen sich den Barkeeper Serge vor, der nicht wissen will, wo der Besitzer steckt. Bei der folgenden Razzia finden sie ein totes Mädchen, das eine Postkarte mit einer darauf notierten Nummer bei sich trägt. Die Beamten wählen die Nummer und sind überrascht, als sich ihr Kollege Nicolas am anderen Ende der Leitung meldet. Als der nämlich den aufgefundenen Toten in Augenschein nimmt, findet er bei ihm ein klingelndes Handy. Weiterlesen »

Welche Stimmung wird sich wohl unter elf Menschen entwickeln, die sich nur zum Teil kennen und für einige Tage auf mehr oder weniger engem Raum miteinander auskommen müssen? Wenn ihnen der Jugo, der heiße Wüstenwind aus der Sahara, wie der Scirocco in Kroatien genannt wird, die Gedanken vernebelt und ihre Nerven bis aufs Äußerste strapaziert? Nataša Dragnić hat diese Fragen in ihrem Roman Der Wind war es verarbeitet und wohl nur ein Mensch, der diese Gegend seine Heimat nennt, kann den sich ankündigenden Wetterumschwung, „der in den Knochen, auf der Haut und in der Nase gespürt“ wird, so eindrucksvoll wie die Autorin schildern.

Aus München begibt sich eine Gruppe junger Leute auf den Weg zur Insel Brać in Kroatien, um für ein Laientheater zu proben. Julia, die dort mit Toma wohnt, hat ihrer Nichte Barbara für die Zeit das Gästehaus abgetreten. Sie empfängt Barbara mit ihrem Freund Stefan, der das Theaterstück geschrieben hat, den Regisseur Anton und die drei Studenten Michael, Lisa und Katrin herzlich. Die Zimmer sind noch nicht verteilt, da werden erste Unstimmigkeiten bezüglich der Arbeitsmoral laut. Katrin, die immerzu mit drei Brillen gleichzeitig herumläuft, ist auf Lisa eifersüchtig, die in dem Stück die Geliebte von Michael sein darf. Julia sieht ihre Ruhe in der Abgeschiedenheit der Bucht gefährdet, und Toma, zu dem sie ohnehin eine schwierige Beziehung unterhält, kämpft gegen seine Erinnerungen an den Krieg. Weiterlesen »

Knut Jansen, Kommissar aus Valandsiel, wird zu einer Leiche gerufen, aus deren Mund Sand rieselt. Es besteht kein Zweifel, dass Robert Jäger ermordet wurde und Knut fordert zur Unterstützung Helen Henning an, eine ehemalige Profilerin vom FBI, die ihm bereits vor drei Monaten bei einem Fall geholfen hat. Während des Mordes muss sich die völlig verstört wirkende Melanie Roth, Geliebte von Robert Jäger, in seiner Wohnung befunden haben, weshalb sie nicht vernehmungsfähig ist. Gemeinsam mit Johann Maas vom LKA bilden Knut und Helen eine Soko und stellen sich die Frage, wie der Täter einen Zugang zur Wohnung finden konnte und wer die Polizei benachrichtigt hat.

Die gerichtsmedizinische Untersuchung ergibt, dass Jäger seinen Tod bei vollem Bewusstsein erlebt haben muss und ihm mit einem Laryngoskopspatel gewaltsam eine enorme Menge Sand eingetrichtert wurde. Als die Architektin Anneke Goldmann vermisst wird, ahnen die Ermittler schon einen Zusammenhang und ihre schlimmsten Befürchtungen werden wahr, als eine weitere Leiche aufgefunden wird. Überraschend nimmt Knut einen Anruf mit einer verzerrten Stimme an, in dem weitere Morde angekündigt werden und ihnen ein Ultimatum gestellt wird. Da alles auf einen alten Fall vor fünfundzwanzig Jahren hindeutet, fragt Knut seinen Vater Thor um Rat, der die Revierleitung an seinen Sohn erst kürzlich abgegeben hat und der über ein erstaunliches Gedächtnis verfügt. Weiterlesen »

Seit zwei Monaten wohnt der fast zehnjährige Max mit seiner Mutter im Altenheim Burg Geroldseck, die dort als Altenpflegerin tätig ist. Mit seinem übergewichtigen Kater Motzkopf soll er eines Tages alleine zum Tierarzt fahren. Als er sich bereits auf dem Rückweg von Dr. Blümlein zur Bushaltestelle befindet, wird er von einem Motorradfahrer in ein Gespräch verwickelt. Max, der dazu den Tierkäfig abgestellt hat und einen Weg beschreibt, sieht gerade noch, wie ein Mann Motzkopf aus dem Käfig holt und ihn in einen schwarzen Lieferwagen packt. Für Max steht fest, dass der Motorradfahrer nur ein Ablenkungsmanöver war und geht mit seiner Mutter zur Polizei. Doch Polizeimeister Poschke glaubt Max nicht, der sich sogar an einen Drachenkopf auf dem Tank des Motorrads erinnern kann.

Von Laura, seiner Sitznachbarin aus der Klasse 4 b, erfährt Max, dass auch ihr Dackel verschwunden ist. Zusammen mit Vera, Horst und Kilian, den Altenheimbewohnern von Tisch Nummer 7, will er der Sache auf den Grund gehen. Tatsächlich ist die wilde 7 einer Drachenbande auf der Spur, die übergewichtige Hunde und Katzen für Tierversuche einfängt, um eine Diätnahrung zu testen. Für eine wilde Verfolgungsjagd stellt Horst seine Hermine, einen alten VW-Käfer, zur Verfügung und Max schwänzt sogar die Schule. Seine Mutter ist darüber natürlich verärgert und bestraft ihn. Doch ist er von ihr auch sehr enttäuscht, nachdem er festgestellt hat, von ihr belogen worden zu sein. Weiterlesen »

Ursprünglich zählte der heute nur noch zu einem kümmerlichen Rest fast vollständig verlandete Aralsee zu den weltweit vier größten Binnenseen, was natürlich für die Bevölkerung katastrophale Folgen nach sich gezogen hat. Um die schmutzigen Geschäfte der Bank German Global Credit aufzudecken, die neue Technologien zur Wasser- und Bodenentsalzung fördert, hat Marie-Luise, kurz Malu, eine anonyme Aktionszelle gegründet. Mit ihrem Freund Leon, dem Libanesen Habibi und Hacker Sanctus, der sich vor einem Jahr in die Bank eingeschleust hat und dort mit seinem Stellvertreter Hellcamp in der IT-Abteilung tätig ist, will sie erreichen, dass deren Manager die Verantwortung für ihre Entscheidungen tragen und in der Bevölkerung ein allgemeiner Bewusstseinswandel einsetzt. Sie entführen den skrupellosen Vorstandsvorsitzenden Harald Lengsfeld, damit er ihnen detailliert Auskunft darüber gibt, in welche Manipulationen die Bank verstrickt ist und wie sie Zahlungen verschleiern.

Doch scheinbar hat irgendjemand ihren Plan nachgeahmt, denn plötzlich wird es mit der Entführung von Joachim Focker Das Spiel der Anderen. Nach einem anonymen Hinweis finden Kommissarin Kara Menzel und ihr Kollege Jörg Olvers den zweiten Vorstandsvorsitzenden verbrannt in seinem Auto. Die beiden sollen die Umstände seines Todes klären, während Kriminalrätin Dr. Vera Werchteshaus Kommissar Leininger in dem Entführungsfall ermitteln lässt. Weiterlesen »

Seit Jahrtausenden fürchten sich die Menschen vor der in aller Regel durch Hunde übertragenen Tollwut, die ohne Impfung oder eine Prophylaxe innerhalb weniger Stunden nach einer Infektion immer tödlich verläuft. Auslöser sind Lyssaviren, die auch durch den Biss einer Fledermaus übertragen werden können. Mit genau dieser Problematik muss sich Valentina Bergh auseinandersetzen, die zu ihrer Tante Konstanze Schilling nach Berlin geholt wird, nachdem sie ihren Job als Chefsekretärin verloren hat. Wie ihre Tante will auch sie in Zukunft nur noch Krimis schreiben. Valentina vermietet ihre Eigentumswohnung und macht sich auf den Weg. Als sie mit ihrer Freundin Frederike Singer, die sie vom Flughafen abgeholt hat, am Haus eintrifft, ist die Tante verschwunden, ihre Colliehündin nicht zu finden und die Katze halb verhungert. Der Nachbar Wilhelm Blank weiß den beiden Frauen von einem Notarztwagen zu berichten, der Konstanze vor zwei Tagen abgeholt hat. Wie Valentina in Erfahrung bringt, wurde ihrer Tante von Prof. Lukas Roth eine neue Hornhaut transplantiert und nach Aussage der Oberärztin Elena Garcia-Diaz wäre sie nach kurzem Koma dem Tod erlegen. Die Obduktion hat Anzeichen einer Tollwut ergeben, und obwohl auch ein Fremdverschulden nicht ausgeschlossen werden konnte, hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren mangels Beweisen eingestellt. Weiterlesen »

Mit neunzehn Jahren bereitet sich Jana auf ihr Abitur vor. Ihr Vater ist ein bekannter Schauspieler und mit ihren Eltern, dem älteren Bruder Jo und dem Nesthäkchen Lisa bewohnt sie in einem noblen Villenort von Berlin ein großzügiges Haus. In der Schule wird sie auf den neuen, bereits zwei Jahre älteren Schüler Max aufmerksam, der musisch talentiert ist. Nachdem er auf der Schulweihnachtsfeier als Solist aufgetreten ist und sich vor ihr verbeugt hat, geht sie zu ihm auf die Bühne. Er nimmt sie mit in seine Garderobe und in seine bescheidene Wohnung. Für beide ist es die große Liebe. Auch Janas Eltern akzeptieren die Beziehung und nehmen den jungen Mann in die Familie auf. Als Belohnung für die guten Noten zum Abitur werden beide zu einem Urlaub auf die Seychellen eingeladen.

Doch ausgerechnet am Tag vor dem Flug erhält Max angeblich einen Anruf seiner kranken Mutter aus Hannover und reist überstürzt ab. Am Flughafen wird Jana zunehmend unruhiger, entschuldigt sich bei den Eltern und macht sich auf die Suche nach Max. In Hannover findet sie zu ihrer Überraschung seine Mutter bei bester Gesundheit vor. Von ihr erfährt Jana, dass Max aus Enttäuschung über seinen verschwundenen Vater anfing zu kiffen und später sogar heroinsüchtig wurde. Weiterlesen »