Nachdem Luzia Gassner in Ravensburg von der Inquisition verfolgt wurde und als Hexe verbrannt werden sollte, konnte sie sich nach Montpellier absetzen. Die Fortsetzung des Romans Seelenfeuer setzt an dem Punkt an, als sich die bereits als Hebamme tätige Luzia im Jahr 1492 bei Prof. Laval zur Medica ausbilden lässt. Allerdings sind auch in Montpellier nur Männer zum Studium zugelassen, so dass sich Luzia als Mann verkleidet tapfer schlägt. Obwohl sie ihr Examen bei den an dieser Universität üblichen, durch den Papst allerdings verbotenen Leichenöffnungen besteht, und Prof. Ibn Faris ihr Interesse an der Frauenheilkunde lobt, muss sie sich vor Miguel Alvarez in Acht nehmen. Nur Claude, einem guten Freund, ist es zu verdanken, dass sie im Schutz einer Reisegruppe in ihre Heimat fliehen kann. Doch auch während der gefährlichen Alpenüberquerung läuft sie Gefahr, von Mitreisenden als gebrandmarkte Hexe erkannt zu werden.

Endlich am Bodensee angekommen, weiß Luzia nicht, wie sie Johannes von der Wehr gegenübertreten soll, dem sie einst die Ehe versprochen hat. Nach wie vor fühlen sie sich zueinander hingezogen. Die Ordensfrau Schwester Ansgard und Johannes sind froh, in Luzia eine tatkräftige Hilfe im Medicus Hospital zu haben, da der Bader Achmüller die neuen medizinischen Erkenntnisse nicht teilt. Weiterlesen »

Wer wissen will, wie es in den vergangenen Jahrzehnten in Gladbeck – Vor und hinter den Kulissen aussah, wirft am besten einen Blick in das Buch von Brigitte Vollenberg. Aus eigenen Erlebnissen oder auch Erzählungen ihrer Bekannten weiß sie darin von Geschichten und Anekdoten zu berichten. So auch von der Entstehungsgeschichte der im Eingangsbereich des St. Barbara Krankenhauses aufgestellten Bronzestatue „Der kleine Fritz“ oder den über der Eingangstür zur Gaststätte Surmann befindlichen Schlussstein des Künstlers Gottfried Kappen. Mancher Leser wird erstaunt sein, wenn er von sieben Kinos liest, wobei im Stadttheater sogar bis Ende der 1950er Jahre Stars von Weltrang aufgetreten sind. Außerdem zählte man zum Ende des Jahres 1968 allein in Gladbeck 173 Schank- und Gastwirtschaften. Da werden Erinnerungen an eine unrühmliche Drogenszene, eine Diskothek und eine Oben-Ohne-Bar wach. Gegenüber vom Café Siebeck, das seinen Gästen als Besonderheit eine Spanische Vanilletorte und im Winter eine Erdbeertorte anbot, gab es sogar noch die Lido Bar, einen Nachtklub, und in der ehemaligen Kultkneipe Dietzel, so ist zu lesen, hat man auf einem Billardtisch ein Schwein zerlegt.

Mit dem Bau der Europabrücke hatte der Tunnel, der die Stadtteile Rentfort, Schultendorf und Zweckel mit der Innenstadt verband, ausgesorgt. Sehr zum Leidwesen der Kolpingfamilienmitglieder, die seitdem durch die Einstellung des Straßenbahnverkehrs auf eine Annehmlichkeit verzichten mussten. 1978 rollte die letzte Straßenbahn durch Gladbeck und machte damit Platz für eine Fußgängerzone. Mit einem Akkordeon ausgerüstete Straßenmusiker trieben nicht nur damals die Chefin eines Metzgereibetriebes in den Wahnsinn, sondern bis in die heutige Zeit hinein die Anwohner in diesem Bereich. Weiterlesen »

Jeder Mensch, der eine enttäuschte Liebe oder gescheiterte Beziehung hinter sich hat, weiß um den damit verbundenen Schmerz. Mohsen Charifi zeigt mit seinem Buch Der sanfte Weg der Poesie einen Weg auf, der über das Gefühl der Poesie eine Heilung erzielen soll, wobei er zum einen aus seiner langjährigen Erfahrung als Paarberater, aber auch aus eigener, vor fast zwanzig Jahren gemachter schmerzvoller Erfahrung schöpfen kann. Im ersten Teil „Poesie als Therapeutikum“ macht er deutlich, dass eine Liebesbeziehung zwar einmalig, aber auch veränderlich ist, was zu Beginn jedoch kaum jemand wahrhaben will. Unsere Wahrnehmungen, so führt er weiter aus, sind kein Abbild der Realität, sondern subjektiv durch unsere Gefühle gefärbt. Die Rolle, die unser Unterbewusstsein dabei spielt, darf nicht unterschätzt werden.

Um zu erklären, wie er die Poesie als Bindeglied zwischen Schmerz und Heilung versteht, gebraucht der Autor Metaphern wie bunte Blumen für Freude oder stachlige Hecken für Zorn. Die Poesie kennt nicht wie unsere Sprache eine Gesetzmäßigkeit, denn wenn es heißt „ich friere Einsamkeit“, dann kann das nur poetisch verstanden werden, da isoliert betrachtet Einsamkeit lediglich ein Gefühl und frieren ein Körpersignal ist. Allein mit dem Wort Herzrasen kann wütende Angst, aber auch verliebtes Herzklopfen ausgedrückt werden. Es ist Mohsen Charifi wichtig aufzuzeigen, dass uns Wut nach einer enttäuschten Liebe lediglich im Bewusstsein der Trennung gefangen hält und keine Befreiung verspricht. Weiterlesen »

Das kennt jeder, der ein paar Pfunde loswerden will: Zu Beginn einer Diät oder einem Fitnessplan ist man hoch motiviert, gibt aber schnell auf, wenn es nicht sofort klappt. Patric Heizmann erzählt in seinem Buch Ich mach mich mal dünn vom Kampf, den jeder mit seinem inneren Schweinehund auszutragen hat und gibt Tipps, wie man ihm am besten begegnet. Ohne Frage muss sich der Mensch bewegen, um seine Wunschfigur zu erzielen, wobei er ein gemäßigtes Training in einem Fitnessstudio dreimal pro Woche einhalten sollte, da zu viel Sport sogar schädlich ist, wie der Autor nachvollziehbar erklärt. Seiner Meinung nach ist ein Muskelaufbau auch effektiver als Joggen geeignet, wenn man abnehmen will.

Böse Fallen sind Urlaube, bei denen eine Gewichtszunahme meist vorprogrammiert ist und deren Folgen noch Jahre nachwirken können. Zwei Drittel der Männer sollen übergewichtig sein, was die Gefahr einer Diabetes heraufbeschwört, obwohl sie sich darüber nicht im Klaren sind, weil sie im Gegensatz zu den Frauen ihr Übergewicht weniger realistisch einschätzen. Natürlich verlangsamt sich der Stoffwechsel mit zunehmendem Alter wegen des Abbaus an Muskelmasse, doch wenn immer wieder die Schuld auf andere geschoben und vor einer Diät noch einmal so richtig zugeschlagen wird, oder wenn immer neue Gründe für ein Aufschieben gefunden werden, was Patric Heizmann mit „Verschieberitis“ bezeichnet, wird man nie seine Traumfigur erreichen. Weiterlesen »

Nachdem Torsten Brettschneider, der Protagonist aus den beiden Romanen Elchscheiße und Kaimankacke von Lars Simon, wieder zurück in Schweden ist, kauft er ein kleines Ferienhaus ganz in der Nähe seiner Angebeteten Linda, die ihn mit ihren langen, goldblonden Haaren und einem Elfenlächeln verzaubert hat. Allerdings ist Linda zum Zweck der Selbstfindung nach Lappland gefahren, wo ihr Exfreund Olle Olofsson ein Kulturprojekt betreibt, was Torsten einiges Kopfzerbrechen bereitet. Doch beauftragt er zunächst einmal die Firma des Handwerkers Johansson mit der Renovierung des neu erworbenen Hauses. Noch während der Bauarbeiten kommt sein Kumpel Rainer in samischer Traditionsbekleidung vorzeitig von einem kulturellen Intensivkurs aus Lappland zurück. Als ihn dann noch sein Vater Gerd mit seiner esoterischen Freundin Renate und Pfarrer Pettersson unangemeldet besuchen, ist das Chaos perfekt.

Pfarrer Pettersson macht sich große Sorgen um seine Tochter Linda, die seit einigen Tagen nicht mehr zu erreichen ist. Er möchte nicht die Polizei einschalten und bittet Torsten, nach Jokkmokk zu fahren, um bei Olle Olofsson nach dem Rechten zu sehen. So begibt sich Torsten in Begleitung des realitätsfremden Sozialpädagogikstudenten Rainer in einem alten VW-Bus auf die Reise nach Lappland, um die Frau seiner Träume zu suchen, während sein Vater Gerd und Renate den Fortgang der Renovierungsarbeiten beaufsichtigen. In der eisigen Kälte Lapplands treffen Torsten und Rainer auf die Mitglieder einer Asen-Sekte, die anscheinend eine Vollmeise haben, denn sie sind davon überzeugt, die Reinkarnation nordischer Götter zu sein. Da die beiden hoffen, Linda hier zu finden, geben sie vor, auch Asen zu sein. Weiterlesen »

Wenn zwei Freundinnen mit der Mätresse des Ehemannes und der verhassten Schwiegermutter aufeinander treffen, kann es eigentlich nur im Chaos enden. Genau das erfährt Annemie Pfeffer, die seit achtzehn Jahren mit Wolfgang verheiratet ist, am eigenen Leib. Der Tumult beginnt in dem Moment, in dem Annemie versehentlich den Tod ihres Mannes, einen Kriminalhauptkommissar, durch einen Unfall herbeiführt. Nicht, dass sie darüber besonders traurig wäre, denn ihr Liebesleben ist schon lange auf einem Tiefpunkt angelangt, aber ins Gefängnis will sie natürlich auch nicht und die Witwenrente möchte sie ebenfalls kassieren. So bleibt ihr nichts anderes übrig, als alle Spuren zu beseitigen, wobei ihr der kriminalistische Ratgeber ihres Mannes gute Dienste leistet. Nach getaner Arbeit steht sie allerdings vor der größten Herausforderung, denn Wolfgang muss weg!

Die Tiefkühltruhe ist ihre Rettung, und alles könnte perfekt sein, wenn da nicht die viel zu aufmerksame Nachbarin Frau Feldmann wäre. Störend ist auch Wolfgangs Freund Holger, für den sich Annemie wie auch für die Arbeitskollegen ihres Mannes immer neue Lügen ausdenken muss. Das Lügenkonstrukt droht gefährlich zu wackeln, als sich auch noch ihre Schwiegermutter für ein paar Tage bei ihr einquartieren will. Aber zum Glück kann Annemie auf ihre beste Freundin Dörte zählen, die gewitzt, clever und redegewandt ist. Weiterlesen »

Elli ist elf Jahre und wohnt bei ihrer geschiedenen Mutter in der Nähe von San Francisco. Ihre frühere Babysitterin Nicole beaufsichtigt sie, wenn ihre Mom der Arbeit als Schauspiellehrerin nachgeht. Eines Tages bringt sie einen dreizehnjährigen Jungen mit nach Hause, der von der Polizei aufgegriffen wurde, weil er sich unerlaubt Zugang zu einem Labor verschaffen wollte. Doch ist dieser Junge eigentlich Ellis sechsundsiebzigjähriger Großvater, der ein Mittel gegen das Altern entdeckt hat.

Der Großvater, Melvin Herbert Sagarsky, erzählt seiner Enkelin Elli, dass er seit vierzig Jahren Quallen erforscht, bereits zwei Doktortitel und einen Nobelpreis bekommen hat und seinen Jungbrunnen an Mäusen testete, bevor er das Mittel an sich selbst ausprobierte. Ihm gefiel es nicht, immer schlechter sehen und hören zu können und auch immer häufiger auf die Toilette zu müssen. Dummerweise muss er jetzt mit dreizehn Jahren wieder eine Schule besuchen, bekommt Akne und darf nicht mehr Auto fahren. Das wird zum Problem, weil er unbedingt in sein Labor muss, um an die besondere Quallenart, die den Alterungsprozess umkehrt, zu kommen.

Elli wird in dem Kinderbuch Der vierzehnte Goldfisch von Jennifer Holm im Verlauf der Handlung klar, dass das Leben nicht unbedingt besser wird, wenn man plötzlich wieder jünger ist. Denn wenn das eigene, erwachsen gewordene Kind dem Vater, der wieder zum Kind wurde, Vorschriften machen kann, dann stellt sich die Frage, wer wofür die Verantwortung trägt. Weiterlesen »

Mal ehrlich – wer kann sich dem Zauber der prächtig und stimmungsvoll geschmückten Straßen und der vielen Glanzlichter in der Weihnachtszeit entziehen? Wer fühlt sich davon nicht emotional berührt? Weihnachten fällt aber auch in eine Zeit, die wie keine andere von Bräuchen bestimmt ist, und zwar vom 11. November, dem Martinstag, bis zum 2. Februar, dem Fest Mariä Lichtmess. Bis im Jahr 1582 hat man, so ist aus dem Buch Weihnachten in Norddeutschland von Jutta Kürtz zu erfahren, das neue Jahr immer erst im März eingeläutet. Wegen unterschiedlicher Festlegung des Jahresbeginns durch die Fürstenbistümer sprachen die Menschen in Norddeutschland vom 21. Dezember an nur von den Tagen zwischen den Jahren, und gerade um diese auch Raunächte genannten Tage hat sich Aberglaube zum Teil bis in die heutige Zeit gehalten.

Die Autorin schreibt von der Geschichte des Weihnachtsbaumes und den ersten, noch ganz schlicht gehaltenen Bäumen der nordischen Tradition. So gibt es auf Föhr den Friesenbaum und auf den Inseln Hiddensee und Rügen den Bügelbaum. Sie berichtet vom Ursprung des Adventskranzes in Hamburg und auch vom ersten Weihnachtskalender in München. Die Bedeutung der Mistelzweige wird ebenso erklärt, wie der Brauch des Schenkens entstanden ist, der noch aus einer Zeit stammt, in der bittere Not vorherrschte. Weiterlesen »

Das Buch Weihnachtsbräuche in aller Welt von Rüdiger Vossen gibt zunächst einmal einen Überblick über die weihnachtlichen Wendezeiten, die mit dem Martinitag am 11. November und den Martinsumzügen ihren Anfang nehmen. Es folgen Fakten, Mythen, Legenden und Brauchtum der Feste um Katharina, den Andreastag sowie den bereits in die Adventszeit fallenden Barbaratag, Nikolaus und Luzientag, gefolgt von den Klopfnächten und dem Thomastag am 21. Dezember mit dem Beginn der Zwölfnächte, vielen bekannt als die Rau- oder auch Rauhnächte. Dass einige Deutungen nur auf Vermutungen des Autors basieren, trotz der Bemühungen von Verhaltens- und Sprachforschern wie auch Volkskundlern, liegt auf der Hand, da die Wurzeln oft Jahrhunderte zurückliegen. Zumindest den in Städten aufgewachsenen Lesern dürften einige der erwähnten Feste und Bräuche völlig unbekannt sein.

Die Wurzeln des Epiphaniefestes am 6. Januar, das als Geburtsfest Christi begangen wurde und in Armenien sogar bis in die heutige Zeit gefeiert wird, reichen bis nach Ägypten, und die diesbezüglichen Ausführungen werden besonders Freunde der griechischen Mythologie begeistern. Erst im 4. Jahrhundert ist das Geburtsfest Christi von einem römischen Bischof auf den 25. Dezember festgelegt worden. In diesem Zusammenhang gibt der Text Antworten auf den Ursprung des Weihnachtsbaumes, wozu nicht weniger als vier verschiedene Ansätze angeführt werden. Zur Weihnachtskrippe und der verwendeten Materialien ihrer Figuren gibt es sehr unterschiedliche Deutungen und Darstellungen aufgrund regionaler und zeitlicher Differenzen, die zu lesen äußerst interessant sind. Weiterlesen »

Die Herausgeber Rasmus C. Beck und Hans-Peter Noll haben für den Bildband Faszination Ruhrgebiet namhafte Persönlichkeiten als Autoren gewinnen können, die sich mit der drittgrößten Metropole, die zudem einer der am dichtesten besiedelten Ballungsräume Europas ist, auseinandersetzten. Einigkeit herrscht darüber, dass das Ruhrgebiet nicht exakt geographisch definiert werden kann. Die Menschen, die als Gastarbeiter ins Ruhrgebiet kamen, sind eine Bereicherung für die Kultur, und die eigene Sprache der Ruhrpöttler darf nicht etwa als falsches Deutsch aufgefasst werden, sondern ist Ausdruck einer Sprachkultur, zu der auch die Bereitschaft zu kumpelhafter Hilfe zählt. Wo früher noch Wildpferde im Emscherbruch lebten, ist heute die renaturierte Emscher das Ziel, und wo einst Industrie angesiedelt war, hat man an ihrer Stelle Landschaftsparks errichtet.

Anhand zum Teil doppelseitiger, großformatiger Farbfotos, deren ungewöhnliche Luftaufnahmen von Gerhard Launer eine den meisten Menschen nicht gekannte Perspektive zeigen, werden Bergmannssiedlungen und unzählige, heute zumeist begehbare Halden, die durch den Abraum ehemaliger Zechen entstanden sind, vorgestellt. Natürlich darf in diesem Zusammenhang auch nicht das Deutsche Bergbaumuseum in Bochum fehlen, das weltweit seinesgleichen sucht. Beliebte Naherholungsgebiete sind die Ruhrstauseen, wie der Kemnader See oder der Baldeneysee, aber auch einige Schlösser, der „gläserne Elefant“ im Hammer Maximilianpark oder das bereits durch Kaiser Wilhelm II eingeweihte Schiffshebewerk in Waltrop. Weiterlesen »