Tote reisen nicht von Angelika Stephan

Tote reisen nichtAngelika Stephan wartet bereits mit der ersten Kurzgeschichte in ihrem Buch “Tote reisen nicht” mit einer Überraschung für den Leser auf, nachdem ein Überfall auf Hanna einen glücklichen Ausgang genommen hat. In einer nächsten Geschichte täuscht ein Paar eine Autopanne vor und ahnt noch nicht, dass ihnen ein Ring zum Verhängnis wird, als sie sich offensichtlich Hilfe suchend an Christine wenden. Katja wird es noch bereuen, in einer Disco einen Whiskey mit Cola getrunken zu haben, und der Ehestreit zwischen Helen und Heinz fährt eine entscheidende und völlig überraschende Wendung in der Auseinandersetzung zwischen Mario und Georgio herbei.

Nach diesen Spannung geladenen Texten wendet sich die Autorin Nachdenklichem zu. So will Jens, der in Amerika lebende Sohn von Mia, seiner Mutter zum Weihnachtsfest eine Überraschung bereiten, ohne zu ahnen, welche Überraschung ihn ereilen wird. Eine weitere Episode erzählt die Geschichte einer Frau, die während einer Straßenbahnfahrt irritiert beobachtet, wie ungerecht eine Mutter ihrem Sohn gegenüber ist.

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Das große Nöstlinger Lesebuch von Christine Nöstlinger

Das große Nöstlinger LesebuchDer Kurzgeschichtenband “Das große Nöstlinger Lesebuch” enthält ausschließlich Geschichten der Kinder- und Jugendbuchautorin Christine Nöstlinger und behandelt die unterschiedlichsten Themen. Da gibt es beispielsweise den Jungen Jim, dem grüne Bohnen aus Nase, Mund und Ohr wachsen oder Schulkinder, für die ausgerechnet ein Hund der beste und liebste Lehrer ist. Das Mädchen Kathi muss für die Schule stricken lernen, Jo hat Kummer, den er in eine Kummerdose packt, und Anna trommelt ihre aufgestaute Wut weg. In weiteren Geschichten wird der Ausgang des Märchens “Der Wolf und die sieben jungen Geißlein” infrage gestellt, ein König erlässt Gesetze zum Schutz der Kinder, Hugo trennt sich aus Liebe zu seiner Lieserl von ihr, und Pinocchio landet im Spielzeugland.

Die Leser erfahren, wie es Familie Gugurell mit ihrem Hund Guggi erging, und dass sich Kitti und Michl absolut nicht mit den Plänen ihrer Eltern anfreunden können. In einer Geschichte geht es um die Frage, ob die Mutter oder das Christkind den Pullover zu Weihnachten strickt und in einer nächsten macht Hugo die Erfahrung, dass ein Küken nicht immer klein und süß bleibt.

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Weihnachtsherzen von Anne Tente (Hrsg.)

WeihnachtsherzenNur eine von elf Geschichten in der Anthologie “Weihnachtsherzen” hat ein Mann geschrieben. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn sich vieles um Beziehungskrisen dreht. So denkt auch Zoe an eine Liebe in der Sommerstadt, irrt am Heiligen Abend umher und kann sich einfach nicht entschließen, zu ihrer Familie zu gehen. Mary muss sich zwischen ihrem Zuhause in Ingleby und einem Mann entscheiden, dem ihre Liebe gehört. Zum Heiligen Abend des Jahres 2007 begibt sich der Buchhändler Jean Perdu sowohl auf eine literarische, wie auch auf eine phantastische Tagtraumreise, und in einer weiteren Geschichte verknüpfen sich die Erlebnisse der unglücklichen Jana während einer Überfahrt mit einem Segelschiff im Jahre 1878 nach New York mit einer Urlauberin auf den vor Cornwall gelagerten Scilly-Inseln im Handy-Zeitalter.

Georg trauert um den frühen Tod seiner geliebten Leni und bereitet zum Heiligen Abend ein Essen vor, bei dem ihm ausgerechnet eine Katze wertvolle Tipps gibt. Anstatt, wie geplant, mit ihrem Mann und den beiden Kindern die Weihnachtstage in einem Vier-Sterne-Hotel in St. Moritz zu verbringen, warten auf Carmen jede Menge böse, wie auch angenehme Überraschungen.

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Von Engeln, Drachen und mutigen Kindern von Dietmar Ostwald

Von Engeln, Drachen und mutigen KindernIn einer der Geschichten aus dem Kinderbuch “Von Engeln, Drachen und mutigen Kindern” von Dietmar Ostwald erzählt eine Großmutter ihrer Enkelin eine Geschichte, die sie schon als Kind von ihrer Großmutter gehört hat, während die Schneeflocken rieselten. In weiteren Geschichten muss ein Mädchen eine Rätselaufgabe von einem Einhorn lösen, Kobolde im Kikiland müssen ihre Erdbeeren vor einem Untier in Sicherheit bringen oder ein Junge erkennt, dass auch sein Vater nicht alles kann. Aus den Heften von Schülern verschwinden Buchstaben, ein Junge beobachtet Marienkäfer, wofür sein Vater absolut kein Verständnis hat, und ein neuer Schüler wird von allen für doof gehalten, weil er gehbehindert ist. Ein Drache will mit Yvonne auf eine Reise gehen und in einer weiteren Episode besiegt Yvonne mit dem Drachen ein Ungeheuer. Zur Verwunderung ihrer Mitschülerin kann sich ein Mädchen verwandeln und fliegt mit ihr als Drache davon. Ein Weihnachtsmann sorgt am Heiligen Abend für eine entsprechende Atmosphäre und hat sogar zum Erstaunen der Mutter die Geschenke gebracht, während in einer anderen Geschichte alle Kinder bis auf einen Jungen zu Weihnachten leer ausgehen, weil sie nicht an den Weihnachtsmann geglaubt haben.

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Wär Seligkeit für mich von Anna Aldrian

Wär Seligkeit für michIn den acht abgeschlossenen Kurzgeschichten aus dem Buch “Wär Seligkeit für mich” von Anna Aldrian spielt immer auch ein ganz spezielles Musikstück eine Rolle, das die Autorin passend zum Text gewählt hat. Den Anfang macht die Erzählung einer Frau, die während einer Fiesta bei ihrem Cousin Don Neco in Paraguay einen gewissen Señor Carlos Fensterseifer kennen lernte. Als der verstirbt, ist sie zur Universalerbin seiner Hazienda bestimmt. Doch die Freude vergeht ihr, als sie die Bedingung im Testament liest.

Der Polizeibeamte Leopold besucht mit seiner Schwiegermutter Hanna ein Konzert. Am darauf folgenden Tag wird der Cellist mit einem Schädel-Hirn-Trauma aus dem Wienfluss geborgen und sein Cello scheint verschwunden. Doch Hanna entdeckt es zufällig, und zur Überraschung von Leopold und Hanna spielt der ehemaligen Cellist bei einem weiteren Konzertbesuch auf dem Piano.

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Weihnachtsgeschichten aus dem Ruhrgebiet von Margit Kruse

Weihnachtsgeschichten aus dem RuhrgebietIn der Vorweihnachtszeit machen es sich viele Menschen gerne zu Hause in der warmen Stube gemütlich und greifen zu einem Buch. Welche Lektüre könnte sich da besser anbieten als “Weihnachtsgeschichten aus dem Ruhrgebiet”? In dreizehn, in sich abgeschlossenen Geschichten rund um das Fest schreibt Margit Kruse, wie die Menschen im Ruhrgebiet diese festlichen Tage erlebt haben.

Dieter möchte seiner Taube Mövchen eine besondere Heilige Nacht bescheren und handelt sich damit bei seinen Eltern mächtigen Ärger ein. Eine fast Vierzehnjährige bessert sich mit dem Austragen der Kirchenzeitung in einem Altenheim das Taschengeld auf, doch die erhoffte Geldzuwendung aus Anlass des bevorstehenden Weihnachtsfestes bleibt aus. Nachdem Karl von seiner Frau verlassen wurde, verlor er seine Arbeit und sehnt sich als Obdachloser wenigstens zum Fest nach etwas Wärme. Ein Mädchen kann die Neugier auf ihr Weihnachtsgeschenk nicht bremsen und hält deshalb auf dem Dachboden Ausschau nach Paketen.

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Kein Elch. Nirgends von Sebastian Lehmann

Kein Elch. NirgendsSpieleabende, bei denen Rollen- oder Strategiespiele gespielt werden, kann Sebastian nichts abgewinnen, denn es geht immer ums Gewinnen, wozu er keinen Ehrgeiz hat. Also verlässt er wieder einmal Berlin, um nach Stockholm zu fahren, wo er durch die Wälder fährt, aber nirgendwo einen Elch findet. Dafür begegnet er in einem Café in Södermalm mehreren jungen schwedischen Männern, die mit ihren dunkelblonden Bärten aussehen wie Wikinger und besser und akzentfreier Englisch sprechen, als echte Engländer. Am Abend geht er in einen Club, in dem ausschließlich Berliner Elektromusik gespielt wird und begegnet einem wunderschönen Mädchen in einem riesigen, schwarzen Sackkleid von Acne. Am nächsten Tag beschließt er in einen Naturpark zu fahren, denn besser ein Elch in einem Gehege, als gar keiner. Doch findet er am Zaun den Hinweis: „No elk today“.

Zurück in Berlin erfährt Sebastian bei einem Anruf einer Hotline der Polizei, dass alle Polizeistreifen im Einsatz sind oder eine Pause bei Burger King machen und er Selbstjustiz üben soll, um für Ruhe und Ordnung zu sorgen.

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Betrachtungen über Blaues und Schwarzes von Enya Benthaus

Betrachtungen über Blaues und SchwarzesEs gibt Kunstwerke, die durchaus ein Vermögen kosten, und dennoch mag sich mancher Betrachter fragen, was ihm der Künstler damit sagen will. Vielleicht fragt er sich sogar im Stillen, ob er die Klecksereien oder Pinselstriche nicht genauso hinbekommen hätte. Es ist allgemein bekannt, dass sich über Kunst streiten lässt, wozu unzweifelhaft auch literarische Werke gehören.

Ähnlich ergeht es manchem Leser, wenn er das Büchlein “Betrachtungen über Blaues und Schwarzes” von Enya Benthaus zur Hand nimmt, in dem die Autorin in den Kapiteln „Himmel/Wasser“, „Blues/Rhythm“, „Die Blaue Blume“, „Nacht“ und „Bluescreen/Testbild“ Kurzgeschichten und Gedichte vorstellt. Da trifft ein Vater seine Tochter bei Regen in einem Café, doch erfährt der Leser nichts über den Dialog. Ein Mensch, der nicht an die Naturgesetze glaubt, springt vom Parkhaus und will fliegen, ein anderer springt von einer Stromleitung auf ein Zugdach.

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Wer nimmt Oma? von Hans Scheibner

Wer nimmt Oma?In einer von über vierzig Gedichten und Geschichten, die sich rund um das Weihnachtsfest drehen, widmet sich Hans Scheibner in humorvoller Weise der Frage “Wer nimmt Oma?”, wenn es unter ihren Kindern wieder einmal aufzuteilen gilt, bei wem sie den Heiligabend verbringen soll. Er kritisiert in den Texten die Heuchelei der Menschen zu diesem Friedensfest und dass heutzutage immer teurere Geschenke gemacht werden. In einem Streitgespräch eines Ehepaares geht es darum, was mehr Freude macht: Etwas zu bekommen oder etwas zu verschenken. Makaber wird es, wenn per Grundgesetz jedem Bürger aus Kostengründen nur noch fünfundsiebzig Lebensjahre zugestanden werden sollen.

Hans Scheibner stellt fest, dass viele Menschen nur am Heiligabend das Bedürfnis haben, in die Kirche zu gehen und dass häufig niemand weiß, wo der ganze Verpackungsmüll bleiben soll. Manch einer verschenkt sein Geschenk an Dritte weiter, ein anderer kann den Ehepartner nicht zufrieden stellen, weil das Geschenk entweder zu teuer, oder zu billig ist.

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Momente im Jetzt von Louis Jansen

Momente im JetztIn vierundzwanzig Kurzgeschichten und Gedichten erzählt Louis Jansen in seiner Anthologie “Momente im Jetzt” von einer Frau, die in ihrem Ehemann einen Held sieht oder einer anderen, die nicht mehr leben will und deshalb den Freitod wählt. Ein Vater fährt mit seinen drei Söhnen mit dem Wohnmobil zu einer Weihnachtsmarkttour und ein anderer erschlägt seinen Sohn wegen eines begangenen Diebstahls. In einer Geschichte läuft die Freiheitsstatur durch New York, in einer weiteren hat ein Professor aus Heidelberg eine ungewöhnliche Leidenschaft und in wieder einer anderen geht es in einem Gespräch mit dem Präsidenten um die Eigentumsfrage des Mondes. Der Leser weiß nach der Lektüre, dass man besser nicht Trompete spielen sollte, wenn man es nicht kann und wundert sich mit dem Protagonisten Redcap über die Veränderungen seiner Großmutter, der er das Essen bringen sollte.

In den Kurzgeschichten und auch in den Gedichten geht es überwiegend um gebrochene und enttäuschte Menschen, die in ihrem Leben keinen Sinn mehr sehen und alle Hoffnungen verloren haben.

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