
Musik als Lustquelle und gesellschaftliches Phänomen
Popmusik, so resümiert Thomas Jendrosch gleich zu Beginn seines gleichnamigen Sachbuchs, schadet niemandem wirklich – allerdings nur, wenn sie mit Augenmaß genossen wird. Er führt aus, dass die Stimulation des Gehörsinns offenbar ein Lustempfinden erzeugt. Der jeweilige Takt wirkt sich nicht nur auf die Milchproduktion von Kühen, Ratten und sogar Pflanzen aus, sondern spiegelt sich auch in Einschlafliedern für Babys wider. Unter die Lupe nimmt er die häufig als kitschig und trivial geltenden Schlager sowie das Boy-Group-Phänomen. Eine Studie will zudem nachgewiesen haben, dass Musik die Leistungsfähigkeit bei der Arbeit steigert. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hat wegen rechtsextremer Songs die Popmusik im Blick – selbst Schlager sind davon nicht ausgenommen. Ein Verbot sei aus psychologischer Sicht jedoch nicht zielführend.
weiterlesenPopmusik zwischen Lust, Kitsch und Kontrollverlust
Lizbeth Khiel verarbeitet in ihrem Buch „Drei Farben: Gold – Aurelia“ den Tod ihrer Tochter Aurelia. Es ist ihre dritte Schwangerschaft und bereits ab dem vierten Monat hat sie jede Woche denselben Traum, der nichts Gutes verheißt. Obwohl ihr Gynäkologe mit dem Verlauf der Schwangerschaft zufrieden ist, fürchtet Lizbeth, dass ihre Tochter nicht gesund sein wird. In der sechsunddreißigsten Woche stürzt sie direkt auf ihren Bauch. Da sich das Kind plötzlich nicht mehr bewegt, fährt sie mit ihrem Mann ins Krankenhaus und fordert eine sofortige Ultraschallaufnahme. Doch eine unerfahrene Hebamme sieht nicht die Notwendigkeit und es vergehen wertvolle Minuten. Erst als endlich eine Ärztin hinzugezogen wird, stellt diese anhand der Ultraschallaufnahmen fest, dass das Baby klinisch tot ist. In erster Linie geht es zu diesem Zeitpunkt darum, die Mutter zu retten, die innerlich zu verbluten droht, da sich die Plazenta bereits ablöst. Eine Notoperation wird in die Wege geleitet.