Die Tagesschau meldet die Entführung von sechs hochrangigen, millionenschweren Persönlichkeiten: Aus Hamburg wird der Schauspieler Klaus van Boomerland vermisst, aus München die Vermögende Sigrun Tamelroth, der Bauunternehmer Franz Schneidmann aus Berlin, der Inhaber einer Billig-Ladenkette Theodor Fack aus Stuttgart, der aus Kassel stammende Software-Entwickler Hannes Gartenleitner sowie die Altenring-Gründerin Dr. Carola Blauschner aus Dresden. Rasch wird in Berlin unter der Leitung von Hasso Kohl eine Soko gegründet, zu der die Kommissare Hinrich und Rattner aus Leipzig Verbindung halten sollen, wobei sie von dem nur Ameise genannten Russen Anatolij Sorokin unterstützt werden.

Durch Zufall entdeckt der Schüler Konrad Kupfer die Internetseite Wer bleibt Millionär?, die als „genialste Lifeshow aller Zeiten“ angepriesen wird. Wie es heißt, würden sechs Millionäre gegeneinander antreten. Der Sieger darf als einziger nicht nur seine Millionen, sondern auch sein Leben behalten! Konrad glaubt seinen Augen nicht zu trauen, als er in den Kandidaten die Entführten aus der Tagesschau wiedererkennt. Über das Internet verbreitet sich die neue Show in Windeseile und der maskierte Showmaster, der sich nur als Quotenmann vorgestellt hat, präsentiert dem voyeuristischen Publikum pikante Details aus dem Leben seiner Kandidaten. Weiterlesen »

Im Jahr 2016 holt die Welt zu einem gemeinsamen Schlag gegen den islamischen Terror aus, was einen Dritten Weltkrieg mit atomaren Waffen heraufbeschwört. In der Folge kommt es zu gigantischen Erdbeben, das Weltklima gerät aus den Fugen, viele Teile der Erde sind unbewohnbar, das Internet bricht zusammen, Städte werden unter Panzerglas errichtet und eine Superkrebs-Erkrankung breitet sich unter den Überlebenden aus. Es kommt zur Gründung der Europäischen Demokratischen Republik, die im Jahr 2136 von den Diktatoren „Der Zehn“ regiert wird, die von Praescius befehligt werden. Auf der Halbinsel Schiereiland werden Spunde, Kindersoldaten, gezüchtet, die später auf Rotten aufgeteilt werden. Diese Educares genannten Spunde stehen über den Räudigern, den Wilden und Abtrünnigen, die bei Treibjagden eingefangen werden, doch haben die Educares im Gegensatz zu den Räudigern verkümmerte Geschlechtsteile, die sie zeugungsunfähig machen. Die Räudiger teilt man entweder nach Abrichtung einer Rotte zu oder glättet sie, womit ihre Tötung gemeint ist. Jede Rotte hat eine Führerin und einen kindlichen Gruppenführer, der mit einem Gehirn-Manipulations-Gerät ausgerüstet ist, das ihm per Knopfdruck eine Bestrafung eines Spundes erlaubt, weil er dadurch Einfluss auf einen eingepflanzten Chip in dessen Rückenmark nehmen kann. Weiterlesen »

Georg und sein jüngerer Bruder Konrad stehen vor einem Schaufenster und bewundern die vielen kleinen Figuren aus Holz, denn so einen weißen Schneemann, ein Weihnachtsmännchen oder Schlitten hätten sie auch gerne. Leider haben ihre Eltern kein Geld für diese wertvollen Sachen. Als Georg einen gelben Stern in dem Schaufenster hängen sieht, beschließt er, genau so einen Stern zu Hause zu basteln. Er soll ein Weihnachtsgeschenk für seine Eltern sein. Doch so sehr er sich bemüht, gelingt es ihm nicht, die sechsundzwanzig gebastelten Spitzen zu einem runden Stern zu verarbeiten.

Da entschließt sich Georg, seinen Opa um Hilfe zu bitten. Er erklärt ihm anhand seiner Versuche, wie der Stern aussehen soll, den er basteln möchte. Doch einen solchen Stern nachzubauen, gelingt auch seinem Opa nicht, denn es handelt sich um einen ganz besonderen Stern, einen Herrnhuter. Traurig geht Georg nach Hause. Umso erfreuter ist er, als ihm sein Opa eines Tages, rechtzeitig vor dem Weihnachtsfest, einen Bausatz überreicht. Gemeinsam haben sie den Stern, den Opa sogar mit einer elektrischen Beleuchtung versehen konnte, zusammengebaut und Georgs Eltern zu Weihnachten geschenkt. Weiterlesen »

Dietmar Krone ist eines von unzähligen Heimkindern, für die der in unserem Grundgesetz verankerte Satz „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ offensichtlich keine Geltung hatte. Nachdem er als unerwünschtes Kind 1954 zur Welt kam, hat er schon als Kleinkind eine vernünftige Mahlzeit vermisst, musste Wäsche waschen, putzen und in den Geschäften die Einkäufe anschreiben lassen. Als er mit zehn Jahren nach der Schule auch noch schwere körperliche Arbeit leisten musste, brach er zusammen. Es folgten ein Klinikaufenthalt und weitere Arbeitsstellen im Anschluss an den Schulunterricht. Mit knapp zwölf Jahren wurde er für mehrere Monate in eine Nervenklinik eingewiesen. Er besaß keine Turnschuhe und bekam deshalb in dem Fach Sport eine schlechte Note. Weil er auch keine Schulbücher hatte, konnte er seine Hausaufgaben nicht machen. Sein Vater, der ihn prügelte und von der Treppe stieß, verstarb, als er dreizehn Jahre alt war. Später prügelten ihn die Liebhaber seiner Mutter und sie selbst brach ihrem Sohn einmal das Nasenbein, was eine Bluttransfusion erforderlich machte. Daraufhin verbrachte er zwei schöne Wochen im Krankenhaus, doch selbst ein wissender Arzt hat nichts gegen sein trauriges Schicksal unternommen.

Im Alter von dreizehn Jahren begann für Dietmar Krone schließlich der Albtraum Erziehungsheim. Seine Mutter hatte einen gutmütigen Mann des Kindesmissbrauchs bezichtigt, weil der dem Jungen in seiner Not Unterschlupf bot. Beide wurden in Handschellen zur Polizei abgeführt, wo man Dieter Krone zu einer Unterschrift nötigte. Weiterlesen »

So, wie Palästina aktuell immer noch ein Krisenherd ist und Fundamentalisten Friedensbemühungen scheitern lassen, so kämpft auch Der junge Kreuzfahrer in dem historischen Roman von Lawrence T. Juarez für den Frieden. Im Alter von achtzehn Jahren bricht Konrad im Jahr 1226 von Koblenz nach Sizilien auf und schließt während der Reise Freundschaft mit Tonio. Der darf sich in Palermo der kaiserlichen Garde anschließen, während Konrad von Kaiser Friedrich dazu ausersehen ist, den vom Papst aufgezwungenen fünften Kreuzzug vorzubereiten. Der Kaiser bittet Carim, Konrad die arabische Sprache zu lehren und gemeinsam mit Tonio machen sich die beiden auf den Weg nach Kairo.

Unterdessen muss die Familie des ebenfalls achtzehnjährigen Muslim Raschid aus Cordoba nach Kairo auswandern, da Spanien nach langer islamistischer Herrschaft dem Christentum zufallen soll. Raschid, der in Kairo eine Anstellung als Privatsekretär bei Fahr ed-Din findet, freundet sich schnell mit Konrad, Carim und Tonio an und mit seinen Brüdern Hussein und Ali machen sich sechs junge Männer auf nach Isfahan. Wieder in Kairo, werden Konrad, Tonio und Carim zurück nach Palermo gerufen, doch führt sie eine weitere Reise nach Bagdad wieder zusammen, wo zähe Verhandlungen mit dem Wesir auf sie warten. In der Mongolei treffen sie auf einen jungen Mann, der sich nur Thai nennt und der ihnen immer mehr Rätsel aufgibt. Weiterlesen »

Maximilian Kramer kann nicht verstehen, warum sein Vater die Familie verlassen hat und noch weniger, warum sich seine Mutter Conrad zuwendet. Mit acht Jahren erwischt er die beiden beim Liebesspiel, wodurch er den Unmut seines Stiefvaters heraufbeschwört. Mit dem Titel „Meine schöne Welt“ soll er das Thema eines Schulaufsatzes verfehlt haben und wegen der schlechten Note wird die Mutter zur Schule beordert. Das macht Conrad noch wütender und in der Folge schlägt er den mittlerweile Neunjährigen immer häufiger und brutaler.

Mit seinem Freund Leon findet Maximilian beim Spiel eine Kinderleiche. Wie er herausfindet, handelt es sich dabei um Hannes Kliem, der sich wiederholt in seine Träume mischt. Als Maximilian bewusst wird, warum er die Gedanken an Hannes nicht verdrängen kann, vertraut er sich einem Kommissar an. Die Auseinandersetzung mit seinem Stiefvater, der ihn brutal schlägt und ihm droht, eskaliert.

Maximilian findet sich in einer Welt wieder, die von Stille beherrscht wird und in der kein Licht ist. Verzweifelt ruft er nach seiner Mutter, die ihm nicht antwortet. Er verlässt die Wohnung und begegnet einem Studenten, der sich Iwa nennt und behauptet, zusammengeschlagen worden zu sein. Von ihm erfährt Maximilian, dass er sich überall alles nehmen kann, denn es bleibt ohne Konsequenzen, da nach einem Schlaf alles so ist wie zuvor. Weiterlesen »

Nachdem der Handelsvertreter Tom Kramer sich endgültig von seiner Freundin Ulla getrennt hat und aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen ist, wohnt er seit ein paar Tagen in einem Hotel. Da erhält er von seinem Chef den Auftrag in der Volksrepublik China ein neues Vertriebsbüro zu eröffnen. Seine Aufgabe in Shinkh würde darin bestehen, aus einer bereits funktionierenden Cornflakesproduktion den Vertrieb in andere Länder zu organisieren. Seine Reise führt ihn über Hongkong nach Beijing, wo er von Li Ting, einem Mitarbeiter der Shinkh Corporation, bereits erwartet wird. Mit dem Privatjet von Ted Corner, dem Besitzer des Unternehmens, geht es weiter nach Xining und von dort mit dem Geländewagen nach Shinkh, wobei es sich nicht um eine Stadt handelt, wie Tom Kramer zu seiner Überraschung erfährt, sondern um ein Unternehmen, für das fast vierzigtausend Menschen arbeiten. Während der Fahrt über die westliche Hochebene werden sie von brutalen Räubern überfallen, die ihren Fahrer Hu erschießen. Doch Tom Kramer und Li Ting gelingt es in letzter Minute den Banditen zu entkommen.

Auf einem gut bewachten Hochplateau befindet sich das Firmengelände von Shinkh, auf dem es Produktionsanlagen, eine Druckerei für Verpackungen, Abfüllanlagen und eine Versandrampe gibt. Außer dem kleinen Spielzeug, das in die Cornflakesverpackungen kommt, wird hier alles hergestellt. Weiterlesen »

Der Journalist Paul hat den Auftrag, einen Bericht über den jüdischen Amerikaner Daniel Pearl zu schreiben, der von Mitgliedern der Al Qaida enthauptet wurde. Die Suche führt Paul, der in der arabischen Welt Safiy al Din oder Boulos genannt wird, zu einem geheimen Camp in die Berge Pakistans, wo Kinder zu Soldaten ausgebildet werden. Dass sich Paul für den vierzehnjährigen Jungen Haydar in dem Camp interessiert, macht den pakistanischen Geheimdienstler Zaim, den Leiter des Camps, skeptisch, denn er hält Paul für einen Spion. Schließlich kann Paul ihn jedoch vom Gegenteil überzeugen und er darf bleiben.

Bei seinem richtigen Namen Elias darf Paul den Jungen nicht nennen. Zaim hätte ihm den Namen Haydar gegeben, als der sich dem erst Dreijährigen in Afghanistan annahm. Für ihn zählt sein Gewehr mehr als sein Leben. Nur allmählich und mit viel Fingerspitzengefühl gelingt es Paul, Haydar etwas über seine Vergangenheit zu entlocken. Als kleines Kind muss ihm etwas Fürchterliches zugestoßen sein und auch in jüngster Vergangenheit hat er im Camp ein traumatisches Erlebnis erfahren. Als sich hoher Besuch im Camp ansagt, belauscht Haydar ein Gespräch und begibt sich mit Paul auf eine spektakuläre und gefahrvolle Flucht. Weiterlesen »

In vierundzwanzig Kurzgeschichten und Gedichten erzählt Louis Jansen in seiner Anthologie Momente im Jetzt von einer Frau, die in ihrem Ehemann einen Held sieht oder einer anderen, die nicht mehr leben will und deshalb den Freitod wählt. Ein Vater fährt mit seinen drei Söhnen mit dem Wohnmobil zu einer Weihnachtsmarkttour und ein anderer erschlägt seinen Sohn wegen eines begangenen Diebstahls. In einer Geschichte läuft die Freiheitsstatur durch New York, in einer weiteren hat ein Professor aus Heidelberg eine ungewöhnliche Leidenschaft und in wieder einer anderen geht es in einem Gespräch mit dem Präsidenten um die Eigentumsfrage des Mondes. Der Leser weiß nach der Lektüre, dass man besser nicht Trompete spielen sollte, wenn man es nicht kann und wundert sich mit dem Protagonisten Redcap über die Veränderungen seiner Großmutter, der er das Essen bringen sollte.

In den Kurzgeschichten und auch in den Gedichten geht es überwiegend um gebrochene und enttäuschte Menschen, die in ihrem Leben keinen Sinn mehr sehen und alle Hoffnungen verloren haben. Schlachtfeld, Streit, Morde und Suizide sind die Schlagwörter und wenn man die Aussagen der Anthologie Momente im Jetzt bildhaft darstellen sollte, dann würden die schwarzen und dunklen Töne überwiegen. Weiterlesen »

Als betroffene Mutter eines an Autismus leidenden Kindes hat sich Inez Maus dazu entschlossen, anhand ihrer Aufzeichnungen das Buch Mami, ich habe eine Anguckallergie zu schreiben, um anderen betroffenen Eltern Mut zu machen. Schon wenige Tage nach der Geburt ihres zweiten Sohnes Benjamin stellt sie fest, dass er auf Stoffe, Windeln und Pflegeprodukte mit Hautirritationen reagiert. Auffällig ist auch seine Abneigung gegenüber jeglichen Veränderungen. Sein Schlafbedürfnis ist gering und er fremdelt selbst gegenüber vertrauten Personen. Benjamin hat eine verzögerte Sprachentwicklung und er befolgt keine Aufforderungen, so dass die Eltern zum ersten Mal an Autismus denken, als er etwa zwei Jahre alt ist.

Inez Maus berichtet von ihren Erfahrungen beim Besuch einer Kleinkindgruppe, wo sie, wie so häufig in den folgenden Jahren, nur Unverständnis erntet. Sie schreibt weiter von den Problemen in ihrer Familie, die sich im Zusammenhang mit einer weiteren Geburt ergeben und einen durch den Familienzuwachs bedingten späteren Umzug. Denn beim Anblick der gepackten Kisten ahnt und fürchtet Benjamin Veränderungen. So gewöhnt er sich nur schwer an die neue Wohnung und hält ausgesprochen lange an seinem Buggy fest. Bei blutenden Wunden gerät er in Panik und das Duschen bereitet ihm enorme Ängste. Weiterlesen »

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