In dem Abenteuerroman Der Piratenlehrling von Lawrence T. Juarez betreiben die Eltern des 16-jährigen Carlos auf Kuba eine angesehene Metzgerei, die der Sohn übernehmen soll. Doch der Jesuitenpater Don Pedro und der englische Arzt Christian überzeugen die Eltern davon, dass Carlos für ein Medizinstudium wie geschaffen ist. Obwohl Carlos in die schöne Gouverneurstochter Concetta verliebt ist, bricht er 1756 mit seinem Freund Christian und einem Stipendium für ein Studium in Europa auf. Während der gefährlichen Schiffspassage hat die Besatzung mit Malaria zu kämpfen, Carlos gerät in Seegefechte und Gefangenschaft und unter Kapitän Monsieur Pierre wird er wider Willen zum Piratenlehrling. Carlos muss Erpressung und Verrat erdulden, lernt aber auch Freunde kennen, auf die er sich verlassen kann. Immer wieder heißt es, von ihnen Abschied zu nehmen.

Ähnlich ergeht es dem gleichaltrigen Jihad aus Alexandria, der ebenfalls Medizin studieren möchte, aber die väterliche Reederei übernehmen soll. Man einigt sich darauf, dass Jihad erst noch eine Karawane zum Tauschhandel ans Rote Meer begleiten soll und nach dem Abschied von seiner Liebe Yasmin bricht er mit seinem Cousin Karim auf. Weiterlesen »

David Knackmanns unglaubliche Vorlesenacht der vierten Klassen nimmt ihren Anfang, als die Schulleiterin Napollon einer Gesamtschule in Neustadt den Achtklässler dazu zwingt, als Lesepate die nächste Lesenacht verantwortlich zu leiten. Die alljährliche Lesenacht findet für die Viertklässler im Schulkeller statt und steht in diesem Jahr unter dem Motto „Ein Esel lese nie“. Zehn Kinder, darunter der geheimnisvolle Mikkel, kommen mit Schlafsack und Taschenlampe ausgerüstet zu David und er erhält den Generalschlüssel.

Doch nichts verläuft so, wie es sein soll. Das Buch, aus dem David vorlesen wollte, verwandelt sich plötzlich in ein ganz anderes Buch und besteht überwiegend aus leeren Seiten. Die ersten Zeilen fordern die Kinder zum Lösen von Rätseln auf. In diesen Rätseln werden ihnen Aufgaben gestellt und gelegentlich erscheinen wie von Geisterhand in einem der Kapitel weitere Textstellen. Einzelne Kinder werden zur Lösung weiterer Rätsel aufgefordert. Durch Zimmertüren, die plötzlich auftauchen und sich in Luft auflösen, verschwinden sie vorübergehend. Kellergewölbe erzittern und versetzen die Kinder in Angst. Weiterlesen »

Tino Hemmann greift in der Erzählung Hugo – Der unwerte Schatz das wohl düsterste Kapitel der deutschen Vergangenheit auf: Die systematische Tötung von geistig und körperlich Behinderten sowie all derer, die nicht ins System der Nationalsozialisten passten. Um dem Leser die unfassbaren Gräueltaten schildern zu können, bedient sich der Autor einer fiktiven Geschichte um einen Jungen, der stellvertretend für das Schicksal viel zu vieler Kinder steht:

Hugo erblickt am 24. Dezember 1931 in Leipzig das Licht der Welt. Sein Vater weiß, dass dieses Kind nicht von ihm ist und misshandelt den erst acht Monate alten Knaben mit einem Schürhaken. Er straft das Kind mit Verachtung und prügelt es oft bis zur Bewusstlosigkeit. Aus tiefster Verzweiflung erschafft sich Hugo einen imaginären Zwilling, den er Fritz nennt und der an seiner Statt die Prügel vom Vater bezieht. Bei der Untersuchung zur Einschulung stellt der Arzt zwar fest, dass der Junge überdurchschnittlich begabt ist und bereits abstrakte Aufgaben lösen kann. Doch erst seine Selbstgespräche, die er mit Fritz führt, erregen die Aufmerksamkeit des Arztes, der von dem Krankheitsbild einer gespaltenen Persönlichkeit fasziniert ist. Weiterlesen »

Angelika Stephan hat in einem Büchlein mit Kurzgeschichten und lyrischen Texten, die durch Abbildungen ihrer Gemälde noch Ergänzung finden, ihre künstlerische Vielfalt unter Beweis gestellt. Schon den Bucheinband ziert in Herzform ein Ausschnitt aus ihrem Bild „Entflammtes Herz“, wonach auch das Buch benannt ist. Die Künstlerin präsentiert einige ihrer abstrakten Kunstwerke, bei denen die orangen und blauen Töne überwiegen, teilweise dominiert auch nur eine dieser beiden Farben.

Die Kurzgeschichten könnten unterschiedlicher kaum sein. Angelika Stephan erzeugt in einigen Erzählungen schnell die nötige Spannung. In den Geschichten geht es aber auch um negative Erlebnisse beim Friseur oder Träumereien, die wie Seifenblasen platzen. Die Autorin stellt das traurige Schicksal einer Magersucht vor, präsentiert dem Leser ein trauriges Weihnachtsfest und einen zerbombten Keller während des Krieges. Eine Kurzgeschichte endet zwar mit der Freude über den Mauerfall, doch ist das Thema an sich schon eher bedrückend. Und dieser Grundstimmung, die alle ihre Erzählungen charakterisieren, bleibt Angelika Stephan auch treu, wenn sie von Vorurteilen gegen fremdländisch wirkende Menschen spricht und wenn Unwetter zu Katastrophen führen. Weiterlesen »

Henrik May ist 1998 nach Namibia ausgewandert, um dort ein neues Leben zu beginnen. In Wüstenskifahren schildert er seine Erlebnisse. Bereits in seiner Kindheit war das Skifahren sein Hobby, was er bis zum Schanzenspringen perfektionierte. Mit dem Zusammenbruch der DDR freut er sich auf die Freiheit, lernt in Abendkursen Englisch und fasst den Entschluss, aus Deutschland auszuwandern.

In Namibia lernt er Angeln, wie man Haie vom Strand aus fängt und wie man Tiere schlachtet und ausnimmt. Er muss seine Post von einem Postfach holen, weil es keine Briefträger gibt und er nimmt erstaunt zur Kenntnis, dass hier sogar im Juni mit einem Umzug Karneval gefeiert wird! Er schreibt aber auch von den Gefahren, die von den Krokodilen ausgehen und der Angst vor Malaria. Das Gesundheitssystem entspricht natürlich nicht dem westlichen Standard. Das stark salzhaltige Grundwasser zerstört die Aluminiumwände der Pumpen und damit sind große finanzielle Verluste vorprogrammiert, wenn die Rohre platzen und mit dem wertvollen Wasser die Wüste bewässert wird. Er berichtet von den Schwierigkeiten mit den Behörden, wenn man eine Aufenthalts- oder Arbeitsgenehmigung benötigt. Und auch von der Gefahr zu verdursten, wenn man mit dem PKW in der Savannenlandschaft liegen bleibt. Weiterlesen »

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