In vierundzwanzig Kurzgeschichten und Gedichten erzählt Louis Jansen in seiner Anthologie Momente im Jetzt von einer Frau, die in ihrem Ehemann einen Held sieht oder einer anderen, die nicht mehr leben will und deshalb den Freitod wählt. Ein Vater fährt mit seinen drei Söhnen mit dem Wohnmobil zu einer Weihnachtsmarkttour und ein anderer erschlägt seinen Sohn wegen eines begangenen Diebstahls. In einer Geschichte läuft die Freiheitsstatur durch New York, in einer weiteren hat ein Professor aus Heidelberg eine ungewöhnliche Leidenschaft und in wieder einer anderen geht es in einem Gespräch mit dem Präsidenten um die Eigentumsfrage des Mondes. Der Leser weiß nach der Lektüre, dass man besser nicht Trompete spielen sollte, wenn man es nicht kann und wundert sich mit dem Protagonisten Redcap über die Veränderungen seiner Großmutter, der er das Essen bringen sollte.

In den Kurzgeschichten und auch in den Gedichten geht es überwiegend um gebrochene und enttäuschte Menschen, die in ihrem Leben keinen Sinn mehr sehen und alle Hoffnungen verloren haben. Schlachtfeld, Streit, Morde und Suizide sind die Schlagwörter und wenn man die Aussagen der Anthologie Momente im Jetzt bildhaft darstellen sollte, dann würden die schwarzen und dunklen Töne überwiegen. Die äußerst kurz gehaltenen Geschichten sind makaber und skurril und der Leser fragt sich am Ende häufig, was ihm der Autor beziehungsweise Dichter mitteilen will. Obwohl in einigen Geschichten sicher ein tieferer Sinn steckt, der lediglich von Louis Jansen besser hätte umgesetzt werden müssen. Immerhin kann an dieser Stelle erwähnt werden, dass der Autor seine Gäste bei einem Liveauftritt bestens zu unterhalten vermag und allein durch seine Vortragsart glänzt. Was allerdings dem Leser von Anfang an den Spaß verleidet, sind die „durch die Bank“ inflationsartig gemachten Fehler. Ob Zeichensetzung, Tempus oder Rechtschreibfehler, die Liste ließe sich unendlich fortsetzen, so dass vor einem Korrektorat von N. Nawel nur gewarnt werden kann.

Louis Jansen, Momente im Jetzt, Engelsdorfer Verlag 2013, Taschenbuch, 76 Seiten, ISBN 978-3-95488-531-2, Preis: 7,70 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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