Ab Oktober 1940 bis zum Kriegsende wurden etwa zwei bis drei Millionen Kinder aus Deutschland von ihren Eltern evakuiert, wobei die Zahl je nach Quelle variiert. Die jüngeren von ihnen kamen im Zuge der Kinderlandverschickung bei Familien unter, während die älteren in KLV-Lager kamen. Zunächst erfolgte die Verschickung nur in die näher gelegenen ländlichen Gebiete, doch mit Ausweitung des Luftkrieges dehnten sie sich fast auf ganz Europa aus. Kamen die Kinder anfangs nur aus Hamburg und Berlin, so waren es bald auch jene aus dem Ruhrgebiet und letztlich aus dem ganzen Land. Ihre Rückführung bei Kriegsende in die Heimat geschah oftmals überstürzt und nicht selten waren die Kinder während dieser, sich über Wochen hinziehenden Reise auf sich gestellt, ohne zu wissen, ob sie ihre Eltern jemals wiedersehen.
Frank Baer erinnert in seinem packenden Roman „Die Magermilchbande“ mit Max, Peter, Adolf sowie auch Tilli und Bille, die im weiteren Verlauf des Plots zu den Jungen stoßen, an das Schicksal vieler dieser Kinder. Nach Kusice in Westpommern wurden sie evakuiert. Die Kinder ahnen schon, dass sie bald die Heimreise nach Berlin antreten sollen, als plötzlich alle Schulklassen zum Aufbruch angetrieben werden.
Nach seinem Studium kehrt Christian Hochstett als Lehramtsanwärter nach Kirchfelden zurück, wo er als Junge einmal eine unbeschwerte Zeit bei Luise, einer Tante seines Vaters, verbracht hat. Luise bietet ihm sofort an, bei ihr zu wohnen, und so bezieht er nach fast siebzehn Jahren das selbe Zimmer in dem kleinen Haus. Bei seinem Antrittsbesuch ist Schulleiter Dalling nicht begeistert über den neuen jungen Lehrer, denn er hat bereits trübe Erfahrungen mit einem Junglehrer machen müssen. Christian übernimmt ein drittes Schuljahr. Alles liebe Kinder, wie ihm Dalling versichert. Doch bereits am zweiten Schultag hat er zwei Feinde in der Klasse, die imstande sind, achtzehn weitere Kinder gegen ihn aufzubringen. Die Zwillinge Peter und Paul Birkenfeld regieren die Klasse. Von seinem Kollegen Sebastian Burbach erfährt Christian, dass es die Kinder vom Birkenhof Clan, die in jeder Klasse mit mindestens einem Kind vertreten sind, schon einmal geschafft haben, einen jungen Lehrer zu vertreiben, was damals mit kleinen Schikanen im Unterricht begann.
Was geht im Kopf einer Bundeskanzlerin vor, wenn sie der Oper Tristan und Isolde von Richard Wagner im Bayreuther Festspielhaus beiwohnt? Gedanken, die sich Angela Merkel machen könnte, hat Konstantin Richter in seinem Roman „Die Kanzlerin – Eine Fiktion“ verarbeitet. Neben ihrem Mann Joachim Sauer sitzt sie in einer Loge und verfolgt nur mit mäßigem Interesse die Handlung auf der Bühne. Stattdessen setzt sie sich mit der Finanzkrise in Griechenland und dem aktuellen Flüchtlingsproblem auseinander. Sie erinnert sich an den Besuch eines Flüchtlingsheims in Heidenau, wo man sie auf Übelste beschimpft hat. In einem Gespräch mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer um die Frage, wie viel Flüchtlinge Deutschland aufnehmen kann, hatte er sie davor gewarnt, dass die Situation außer Kontrolle geraten könnte. Und auch der Innenminister Thomas de Maizière warnte sie später, die Grenzen weiterhin geöffnet zu halten, weil wegen fehlender Pässe der Flüchtlinge nicht mehr kontrolliert werden kann, wer ins Land einreist.
Lucy findet eines Tages ein Schreiben, wonach sie sich wegen einer Erbschaftsangelegenheit in einer Kanzlei melden soll. Bei dem Erbe handelt es sich um eine Villa am Chiemsee ihrer verstorbenen Tante Luise, die nach dem Umbau die Eröffnung der Pension nicht mehr erlebt hat. Für Lucy ist die Erbschaft die Rettung, denn von ihrem Esoterikladen kann sie kaum leben. Allerdings hat die Rechtsanwältin Verena van der Aue den Vertrag ohne die Billigung ihres Chefs Dr. Maier und des Bürgermeisters Allersfeld abgeschlossen, die selbst an dem Grundstück interessiert sind. Verena, die sich keine Vorschriften machen lässt, kündigt und verbündet sich mit Lucy. Da deren beste Freundin Kati zum selben Zeitpunkt fristlos gekündigt wurde und als Mutter von Zwillingen unbedingt eine Arbeit braucht, macht Lucy ihr und Verena den Vorschlag, mit in die Villa Sonnenschein zu ziehen. Kati soll die Gäste bekochen und Verena die Büroarbeit erledigen.
Nachdem sich Insa nach einer Scheidung auch noch mit ihrem Freund Max zerstritten hat, kommt ihr ein Internetangebot gerade recht: An der Côte d’Azur soll sie das Haus von Daniel Richez an Feriengäste vermieten und selbst in einem Nebenhaus auf dem Grundstück wohnen. So nimmt sie das gebuchte Flugticket von Hamburg nach Nizza an und freut sich auf einen schönen „Sommer in Villefranche“. Doch als sie dort eintrifft, wird sie von Daniels Ehefrau Véronique unfreundlich empfangen. Insa ist verzweifelt, denn sie soll so schnell wie möglich verschwinden und kann ihren Auftraggeber Daniel nicht erreichen.
Kann man einen Beweis für die Existenz Gottes erbringen und wenn ja, wo ist er zu finden? Für Tomás Noronha steht in dem Roman „Das Einstein Enigma“ von J.R. Dos Santos viel auf dem Spiel, denn wenn er diesen Beweis nicht erbringen kann, ist ein Menschenleben in Gefahr. Angefangen hat für den Kryptanalytiker alles damit, dass er in Kairo von der attraktiven Ariana Pakravan gebeten wird, im Auftrag ihrer Regierung ein Manuskript mit dem Titel „Die Gottesformel“ zu übersetzen. Sie bietet ihm für das von Albert Einstein verfasste Dokument viel Geld, so dass er schließlich zusagt. Doch bevor er mit der Arbeit beginnt, fliegt er noch einmal zurück nach Portugal und besucht seine Eltern. Von seinem sterbenskranken Vater erfährt er, dass dessen Kollege Prof. Augusto Siza, der bedeutendste Physiker Portugals, verschwunden ist.
Die wohlhabende 69-jährige Clara Dorn hat ihr Antiquitätengeschäft bereits vor einigen Jahren geschlossen. Doch macht sie dank ihrer solventen Privatkundschaft noch immer ein kleines Vermögen, das sie in edlen Boutiquen für Designerkleidung ausgibt. Sie sieht blendend aus, fühlt sich wie eine Frau in den besten Jahren und ist in einer Beziehung mit dem ehemaligen Model Sky. Gelegentlich träumt sie davon, für ein Lifestyle-Magazin interviewt zu werden und führt Gespräche mit einer fiktiven Journalistin. Zusammen mit ihrer einzigen Freundin Marie, die bis vor einem Jahr die exklusivste Galerie in Hamburg geleitet hat, geht sie in Kunstausstellungen und zu Theaterpremieren. Als Marie an Krebs erkrankt, besucht Clara sie nicht im Krankenhaus und bleibt auch ihrer Beerdigung fern.
Nelly ist Journalistin, vierundfünfzig Jahre alt, und trauert um Lázló, mit dem sie sechzehn Jahre lang verheiratet war. Ihre Freundin Julia ist zehn Jahre jünger, die Frau eines Anwalts und Mutter von Zwillingen. Den Jahreswechsel verbringen die beiden bei einer Frauensilvesterparty und entschließen sich am Neujahrsmorgen dazu, jeweils zwölf ausgefallene Aufgaben im neuen Jahr zu erfüllen.
Obwohl Percy erst sechzehn Jahre alt ist, arbeitet sie schon in einer Möbelwerkstatt, anstatt weiter die Schule zu besuchen, weil sie sich und ihre dem Alkohol verfallene Mutter Carletta durchbringen muss. Von einem Freund erfährt sie, dass er Carletta zusammen mit dem vorbestraften und drogenabhängigen Shelton Potter gesehen hat. Aus Sorge um ihre Mutter fährt sie im Schneesturm zu seiner Farm, die Sheltons Onkel Rick gehört. Nachdem sie die letzten eineinhalb Kilometer aus Angst, im Schnee stecken zu bleiben, zu Fuß zurückgelegt hat, findet sie anstelle von Carletta lediglich Shelton und Kayla vor, die mit ihrer Schwester zur Schule ging. Beide schlafen offensichtlich ihren Rausch aus. Einem Gestank und Geräusch folgend, entdeckt Percy zunächst einen toten Hund und schließlich ein Baby, dessen Gesicht bereits durch ein offen stehendes Fenster vom Schnee bedeckt ist. Kurz entschlossen nimmt sie die kleine Jenna, wie ihr Name am Bettchen verrät, mit einer Tasche voll Windeln und Babynahrung an sich.
Agnes Weisgut flüchtet mit ihren Eltern im Jahr 1935 in das kleine Dorf Groß Hubnicken in Ostpreußen, weil in Königsberg zu viele von den jüdischen Wurzeln ihres Vaters wissen. Mit achtzehn Jahren wird die gebildete junge Frau gegen ihren Willen mit dem Steinmetz Wilhelm verheiratet, der Hitler treu ergeben ist. Als Wilhelm an die Front muss, kümmert sich Agnes mit einem ihr zugeteilten Kriegsgefangenen um den Familienbetrieb, obwohl es ihr mit vier Kindern nicht leicht fällt. Doch sie könnte alles ertragen, wenn nur ihre gemeine und hinterhältige Schwiegermutter nicht wäre. Abwechslung bieten ihr lediglich die Besuche bei ihren Freundinnen in Königsberg.