Im Kanton Genf in der Schweiz findet im CERN, der Europäischen Organisation für Kernforschung, ein Experiment von höchster Bedeutung zur Entstehung des Universums statt. Doch als eine Störung auftritt, muss der Versuch abgebrochen werden, und der Sicherheitsdienst findet in der Nähe eines Teilchendetektors die Leiche von Frank Bellamy, dem wissenschaftlichen Direktor der CIA. Durch eine vorsätzlich herbeigeführte Beschädigung tritt aus einem Kühlsystem Helium aus, was darauf schließen lässt, dass es sich nicht um einen Unfall handelt. In der Hand des Toten finden die Männer vom Sicherheitsdienst einen Zettel mit einem seltsamen Zeichen und dem Namen Tomás Noronha, der der Schlüssel sein soll. Sie vermuten, dass Bellamy mit seiner Botschaft einen Hinweis auf seinen Mörder geben will.
Tomás Noronha, ein portugiesischer Kryptologe und Professor für Geschichte, hält sich zur gleichen Zeit in Genf auf, um von einem Antiquar ein altes Manuskript zu kaufen. Er wohnt sogar im selben Hotel wie Bellamy, ohne ihm jedoch dort begegnet zu sein. Fatalerweise zeigt ihn ein Bild einer Überwachungskamera, wie er das Forschungszentrum CERN ausgerechnet während des Zeitraums betritt, in dem Bellamy ermordet wird.
Ina Maurer macht mit ihrem Ehemann und den beiden Kindern in St. Peter-Ording Urlaub. Plötzlich sieht sie den Mann, der vor fast zwanzig Jahren ihre erst sechzehn Jahre alte Schwester Nelly umgebracht hat. Sie verfolgt den Mann, doch verliert sie seine Spur und geht daraufhin zur Polizei. Kriminalhauptkommissar Theo Krumme kann mit Hilfe seiner Kollegen Holger Mannsen und Patrizia Reichel sowie der Auswertung von Überwachungskameras die Identität des Mannes feststellen. Die Beamten statten ihm einen Besuch ab und stellen erstaunt fest, dass es sich bei dem Gesuchten um einen von allen Gemeindemitgliedern respektierten Pastor handelt. Auch Krummes Vorgesetzter kennt den Pastor und glaubt an seine Unschuld. Doch Ina besteht darauf, dass er der Mörder ihrer Schwester ist, den sie an seiner Narbe auf der Stirn erkannt haben will. Auf der anderen Seite sagt Inas Ehemann, dass sie sich in den vergangenen Jahren schon mehrmals sicher war und es sogar Verleumdungsklagen der zu Unrecht Beschuldigten gegeben hat. Während die DNA-Probe noch ausgewertet werden muss, besucht Krumme einen Kollegen, der seinerzeit die Ermittlungen an dem Mord an Nelly leitete.
Am Strand von Espiguette werden zwei angeschossene und blutüberströmte Jugendliche, sowie eine Frau mit einer Kopfverletzung aufgefunden. Außer einer Waffe finden Officier Bernadette Lascallet und ihr Kollege Thibaut Daubry einen Ehering mit einer Gravur. Wie sich herausstellt, handelt es sich bei den Jugendlichen um Sophie und ihren Freund Yann, den Capitaine Émile Foncelle von der Police Nationale in Montpellier als den Sohn des Chefs Directeur Jacques Labachard identifiziert. Die beiden jungen Leuten sind vorerst nicht vernehmungsfähig, denn Yann kämpft um sein Leben und Sophie liegt im Koma. Als die Frau im Krankenhaus erwacht, kann sie sich an nichts erinnern und weiß weder ihren Namen, noch ihre Herkunft. Leider meldet sich auch niemand, der sie kennt, nachdem ein Foto von ihr veröffentlicht wurde.
Simon Havlicek war Chefdisponent einer Kinokette, bevor er nach der Geburt des zweiten Kindes Hausmann in Elternzeit wurde. Anke, mit der er glücklich verheiratet ist, konnte den Posten übernehmen. Mit Lea und Lilly leben sie zufrieden in einem Reihenhaus in Hamburg, bis eines Tages ein Brief vom Sozialamt mit einem Zahlungsbescheid eintrifft: Simon soll für seinen im Pflegeheim lebenden Vater Michael Petersen monatlich fast siebenhundert Euro zahlen. Doch seinen leiblichen Vater hat er lediglich bei seiner Einschulung kurz gesehen und später auch nur einmal auf einer Rolltreppe in der U-Bahn erkannt. Janko, der Lebenspartner seiner Mutter Jarmila, war für ihn der Vater, der sich um ihn gekümmert hat. Für Simon steht fest, dass er gegen den Bescheid Widerspruch einlegen wird, denn zum einen musste sich die Familie für den Kauf des Reihenhauses verschulden, zum anderen findet er es unfair, für einen Vater aufzukommen, der nicht einmal Unterhalt gezahlt hat.
In der Anthologie „Mutterherz“, für die Karoline Adler ganz unterschiedliche Geschichten zusammengestellt hat, geht es in erster Linie um den Stellenwert von Müttern, ihren Alltag, ihre Sorgen oder einfach um Erinnerungen ihrer längst erwachsen gewordenen Kinder an ihre Mutter. So erinnert sich ein Sohn in liebevollen Gedanken an seine verstorbene Mutter, während ein anderer zwar permanent den Muttertag vergessen hat, sich aber seiner Mutter trotzdem zu Dank verpflichtet fühlt. Eine Geschichte hat die Geschenke zum Muttertag zum Thema, wobei es vor der Übergabe durchaus zu einem Malheur kommen kann.
Jutta Meuser ist Kassiererin in einem Drogeriemarkt in Bedburg und beobachtet, wie ein Kunde mit einer Mitarbeiterin flirtet. Sie sieht vor dem Laden eine alte Frau mit einem Poncho, die sie vom Sehen her kennt und die an Kinder Traubenzuckerlollys verteilt. Eine gut gekleidete, junge Frau hat sie ebenfalls im Blick, die sich bei der Wahl eines Lippenstiftes auffallend viel Zeit lässt. Jutta Meuser wundert sich, dass die Kundin nicht – wie sonst – mit einem Kinderwagen, sondern lediglich mit ihrem älteren Sohn im Laden ist, der immer wieder nach draußen geht, wo auch er einen Lolly bekommt. Als die junge Mutter schließlich den Laden verlässt, schreit sie laut auf, weil ihr Baby nicht mehr im Kinderwagen liegt.
Nach einer nur zweiwöchigen Ausbildung als Englischlehrerin unterrichtet die aus Schweden stammende Julia an einer Berlitz-Schule in Wien. Die neunundzwanzigjährige, ehemalige Journalistin wohnt in einem Altbau, und da sie von einem Erfolg als Schriftstellerin träumt, bewundert sie ihre Nachbarin Elfriede Jelinek, eine Nobelpreisträgerin. Nach dem Ende einer Beziehung langweilt sich Julia und sieht so viele Serien im Fernsehen an, dass sie schon glaubt, eine der Figuren zu sein. Sie hat ein Date mit Stephan, weiß aber schnell, dass es kein weiteres Treffen mit ihm geben wird. Ihre Langeweile hält an, bis sie mit einem Penner ins Gespräch kommt, der sich ihr als Ben vorstellt. Er hat nicht nur schmutzige Hände, sondern auch Füße, da er keine Schuhe trägt. Seine Haare sind verfilzt, er stinkt und nennt eine Hecke im Stadtpark sein Zuhause. Aber der aus Kanada stammende junge Mann ist humorvoll, was Julia imponiert. Während sie noch nicht davon überzeugt ist, ihn jemals wiederzusehen, spricht er schon von Heirat und Kindern.
Wenn wir ein paar Hundert Jahre alt werden könnten, müssten wir im Laufe unseres Lebens wahrscheinlich mehrere Berufe erlernen, weil einige einfach aussterben und nicht mehr gebraucht werden, während andere neu entstehen. Wahrscheinlich würden wir auch an unterschiedlichen Orten auf der Welt leben, wie Tom Hazard in dem Roman „Wie man die Zeit anhält“ von Matt Haig. Tom ist nämlich mit der Veranlagung, extrem langsam zu altern, im Jahr 1581 in Frankreich geboren und entspricht daher mit seinen inzwischen vierhundertneununddreißig Jahren nur einem Alter von einundvierzig. Er hat eine neue Stelle als Geschichtslehrer angetreten und erinnert sich an frühere Zeiten.
Aidan Ignis arbeitet als Journalist bei einem Verlagshaus in Kreuzberg, wo er auch Hannah kennengelernt hat. Er führt mit ihr eine offene Beziehung und lebt sowohl mit ihr, als auch mit Cherry und Sam zusammen. Sie lieben es, auf Partys zu gehen, Drogen zu konsumieren und teilen die Vorliebe für die Berliner BDSM-Szene. Für das Wüstenfestival Favilla in Nevada baut Aidan in seinem Keller einen Drachen aus Esche, der dort in Flammen aufgehen soll. Als es für ihn mit einem unbefristeten Vertrag beruflich aufwärts geht, ist Hannah verärgert, da sie sich schon seit längerem als Anwärterin auf diesen Posten gesehen hat. Der Ärger führt zu einer Beziehungspause, doch kann Aidan diese Lücke schnell mit Bill besetzen, den er auf einer Party im Wald kennengelernt hat.