Wie ich mich auf einer Parkbank in einen bärtigen Mann mit sehr braunen Augen verliebte von Emmy Abrahamson

Wie ich mich auf einer Parkbank in einen bärtigen Mann mit sehr braunen Augen verliebteNach einer nur zweiwöchigen Ausbildung als Englischlehrerin unterrichtet die aus Schweden stammende Julia an einer Berlitz-Schule in Wien. Die neunundzwanzigjährige, ehemalige Journalistin wohnt in einem Altbau, und da sie von einem Erfolg als Schriftstellerin träumt, bewundert sie ihre Nachbarin Elfriede Jelinek, eine Nobelpreisträgerin. Nach dem Ende einer Beziehung langweilt sich Julia und sieht so viele Serien im Fernsehen an, dass sie schon glaubt, eine der Figuren zu sein. Sie hat ein Date mit Stephan, weiß aber schnell, dass es kein weiteres Treffen mit ihm geben wird. Ihre Langeweile hält an, bis sie mit einem Penner ins Gespräch kommt, der sich ihr als Ben vorstellt. Er hat nicht nur schmutzige Hände, sondern auch Füße, da er keine Schuhe trägt. Seine Haare sind verfilzt, er stinkt und nennt eine Hecke im Stadtpark sein Zuhause. Aber der aus Kanada stammende junge Mann ist humorvoll, was Julia imponiert. Während sie noch nicht davon überzeugt ist, ihn jemals wiederzusehen, spricht er schon von Heirat und Kindern.

Julia erzählt ihre Geschichte, Wie ich mich auf einer Parkbank in einen bärtigen Mann mit sehr braunen Augen verliebte in der Ich-Form. Nur kurz und ganz nebenbei lässt Emmy Abrahamson kritische Anmerkungen in den Plot einfließen: Mal sind es Kinder, die nach der Tschernobyl-Katastrophe ohne Gliedmaßen zur Welt kamen oder die seit Ende der 1990er Jahre drastisch zunehmende Bedrohung der kanadischen Kiefernwälder durch den Bergkiefernkäfer, ein anderes Mal sind es bettelnde Indianer.

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