Mein Mann, seine Frauen und ich von Hera Lind

Mein Mann, seine Frauen und ichWie weit kann oder darf die Liebe zu einem Menschen gehen oder anders gefragt: Ab welchem Stadium wird aus Liebe Hörigkeit? In dem Roman Mein Mann, seine Frauen und ich von Hera Lind, dem eine wahre Geschichte zugrunde liegt, hat die vierundvierzigjährige Nadia Schäfer gerade eine Scheidung hinter sich, als sie einen Anruf von einem ihr unbekannten Mann erhält. Er bittet sie, ihn am nächsten Tag vom Bahnhof abzuholen und beendet damit das Gespräch.

Nadia kommt seiner Bitte nach und sieht sich einem gepflegten, gut aussehenden Mann gegenüber. Sein Name ist Karim, er stammt aus dem Irak, lebt seit vier Jahren in Amsterdam, beabsichtigt jedoch in den Oman überzusiedeln. Wie er gesteht, ist er verheiratet, doch nur noch auf dem Papier, weshalb er auf der Suche nach einer geeigneten Frau ist, die er in Nadia sieht. Obwohl ihre Freunde und auch die erwachsene Tochter Diana Bedenken anmelden, heiraten Karim und Nadia. Doch noch ist sie sich nicht darüber im klaren, was es bedeutet, dass sie durch die Ehe mit einem Moslem automatisch zu einer Muslima wird, die für ihre Liebe mit Unterwürfigkeit bezahlen muss.

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Interview mit der Autorin Silke Ziegler

Silke ZieglerSilke Ziegler wurde 1975 in Weinheim geboren. Nach dem Abitur absolvierte sie eine Ausbildung zur Finanzassistentin und arbeitete bis zur Geburt ihrer beiden Kinder bei diversen Kreditinstituten. Mit ihrem Ehemann und den beiden Kindern, einer Tochter und einem Sohn, verbringt sie ihre Urlaube gerne an der französischen Mittelmeerküste, die sie vor einigen Jahren auch zum Schreiben inspiriert haben. Bisher hat die mit ihrer Familie in Weinheim lebende Autorin fünf Kriminalromane veröffentlicht.

Hallo und guten Tag Silke! Ich freue mich, dass du dich zu einem Interview bereit erklärt hast. Wenn ich gleich mit der Tür ins Haus fallen darf, dann lautet meine ehrliche Meinung zu deinem letzten Kriminalroman Im Angesicht der Wahrheit , dass du dich damit selbst übertroffen hast. Siehst du das selbst auch so?

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Emma, der Kaktus und ich von Christopher Lück

Emma, der Kaktus und ichGerd Gerthner studiert Literatur, schreibt gerne Gedichte und träumt von einer Karriere als Schriftsteller. Er ist schüchtern und noch „Jungfrau“, hofft aber, dass es auch für ihn ein erstes Mal geben wird. Als er eines Tages Hilfe für seinen Kaktus Nopsi benötigt, lernt er im Botanischen Garten in Berlin Emma kennen, die dort als Gärtnerin arbeitet. Nach der Verlobung und im sechsten Monat schwanger, glaubt Emma, von Gerd mit einer anderen Frau betrogen worden zu sein und wirft ihn aus der Wohnung. Der weint sich daraufhin bei seinem Freund Stefan aus. Doch es kommt für ihn in dieser Situation nur noch der Tod durch Erhängen in genau der Tropenhalle infrage, in der er Emma kennengelernt hat.

Christopher Lück beginnt seinen Roman Emma, der Kaktus und ich an der Stelle, an der sich der Protagonist wegen der ihm nachgesagten Affäre erhängen will. Der Leser ist zu diesem Zeitpunkt noch auf den Fortgang der Handlung gespannt und fragt sich, wie Gerd wohl gerettet wird und wie es mit dem jungen Paar weitergeht. Doch stattdessen erwarten ihn Rückblicke an frühere und hoffnungslos gescheiterte Bekanntschaften von Gerd, Erinnerungen an ein Klassentreffen oder seine Großmutter, die leckere Pommes machen konnte. Auch die Schilderung einer überstandenen akuten Mittelohrentzündung gehört dazu, obwohl sie das eigentliche Thema nicht bereichert.

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Totalausfall von Lucie Flebbe

TotalausfallVon ihrem Lebensgefährten Ben Danner verlassen, mit dem Lila Ziegler eine Privatdetektei geführt hat, erwacht die Zwanzigjährige nach einem Suizidversuch aus dem Koma. Sie wollte ihrem Leben ein Ende setzen, weil sie sich für den Tod an ihrer Schwester schuldig fühlt, obwohl sie selbst zu dem Zeitpunkt erst vier Jahre alt war. Aber die letzten Worte von Danner vor seinem Abschied, dass sie unmöglich die Schuld am Tod ihrer Schwester tragen kann, gehen ihr nicht aus dem Kopf. Erst kürzlich hat sie den Mut gefunden, gegen ihren Vater, einen Staatsanwalt, Anzeige wegen häuslicher Gewalt zu erstatten.

Im Klinikum Birkenhain, einer psychosomatischen Klinik in Bochum, wird Lila therapiert. Mit zwei weiteren Frauen kommt sie in einem Dreibettzimmer unter. Obwohl sie genug eigene Probleme hat und immer wieder an Danner denkt, ziehen ein Rocker und ein Afrikaner ihre Aufmerksamkeit auf sich. Doch ihr Ermittlerinstinkt erwacht erst, als eine Psychologin mit durchtrennter Kehle aufgefunden wird. Obendrein sieht es für Lila gar nicht gut aus, denn sie muss Kriminalkommissarin Katrin Wegner von ihrer Unschuld überzeugen, zumal sie für die Tatzeit kein Alibi hat und zuvor gedroht hat, die Psychologin umzubringen. Schon allein deshalb sieht sich Lila genötigt, die Augen offen zu halten.

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Macadam oder Das Mädchen von Nr. 12 von Jean-Paul Didierlaurent

Macadam oder Das Mädchen von Nr. 12Ein Band mit Kurzgeschichten ist eine Sammlung von spannenden, lustigen und mehr oder weniger anspruchsvollen Geschichten, wobei sich in der Regel auch immer solche darunter befinden, die eher langweilig sind und bei denen das Lesen Zeitverschwendung ist. Völlig anders verhält es sich dagegen mit den elf Kurzgeschichten in dem Buch Macadam oder Das Mädchen von Nr. 12 von Jean-Paul Didierlaurent, die allesamt lesenswert sind.

Während in einer der Geschichten ein alter Mann nach einem Sturz den Rest seines Lebens notgedrungen in einem Altenheim verbringen muss, sucht ein ebenfalls in die Jahre gekommener zwanghaft nach Texten für eine Handschriftenanalyse. Ein erst Sechsjähriger vermisst seinen verstorbenen Vater, ein achtjähriges Mädchen leidet unter den Gedanken an ein immer wiederkehrendes Ungeheuer sowie „kreischende Engel“. Als achtzehnjähriger muss Joseph mit zwanzig weiteren Soldaten in den Krieg ziehen, dem Gefängnisinsassen Yvan wird vom Direktor ein letzter Wunsch erfüllt, und Pater Duchaussoy geht im Beichtstuhl einer ungewöhnlichen Beschäftigung nach.

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Interview mit dem Journalisten und Autor Philip J. Dingeldey

Philip J. DingeldeyPhilip J. Dingeldey wurde am 7. Juni 1990 in Nürnberg geboren. Er hat in Erlangen-Nürnberg, Frankfurt am Main, Darmstadt und Blackburg (Virginia, USA) Geschichte, Politikwissenschaft und Politische Theorie studiert. Neben seiner Arbeit als freier Journalist, unter anderem schon für renommierte Zeitungen wie DIE ZEIT und FAZ, hat er Bücher unterschiedlicher Genres veröffentlicht. Zuletzt erschienen: Nürnberg – einfach Spitze! (Wartberg Verlag, 2016) und Faschistoider Fußball und andere kulturkritische Essays (Edition Bärenklau, 2017). Dingeldey wohnt im Nürnberger Land und Darmstadt.

Sei gegrüßt, Philip! Im Januar 2013 habe ich ein erstes Buch von dir besprochen: Koitus mit der Meerjungfrau . Wie ich bereits in meiner Rezension geschrieben habe, ging es in den neun äußerst anspruchsvollen Kurzgeschichten um Dinge, bei denen die meisten Menschen am liebsten wegschauen. Du bist aber mutig mit Vielem hart ins Gericht gezogen und hast „Tacheles“ geredet.

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Im Angesicht der Wahrheit von Silke Ziegler

Im Angesicht der WahrheitNachdem Estelle Miroux als Siebzehnjährige ihre südfranzösische Heimat verlassen hat, kehrt sie achtzehn Jahre später nach Argelès-sur-Mer zurück, weil sie das kleine Hotel Auberge von ihrer Großmutter geerbt hat. Aber nicht nur für sich selbst hofft Estelle auf einen Neuanfang, sondern auch für den fast volljährigen Noah, den sie seit dem Tod seiner Mutter umsorgt. Von ihrer Großmutter findet sie ein Notizbuch, in dem diese von einer Schuld am Leben ihrer Enkelin spricht. Doch Estelle sieht keinen Zusammenhang, denn Anlass für ihre Flucht nach Heidelberg war ein traumatisches Erlebnis, das nichts mit ihrer Großmutter zu tun haben kann, für das sie aber vier Männer verantwortlich macht: Matthieu Clereau, Patrick Dugout, Yves Cousteau und Jérôme Lafayette. Ein beauftragter Privatdetektiv soll alles über sie in Erfahrung bringen.

Als Estelle von einer Beziehung ihrer Schwester Emily ausgerechnet zu einem der Männer erfährt, ist sie tief bestürzt, und auch eine sich entwickelnde Freundschaft zwischen Noah und einem Mädchen kann sie nicht akzeptieren. Wenigstens wird die Auberge nach gründlicher Renovierung von den Gästen gut angenommen und auch mit ihren Nachbarn Tom und Caroline freundet sich Estelle schnell an.

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Das Schweigen von Brodersby von Stefanie Ross

Das Schweigen von BrodersbyJan Storm gehörte bei der Bundeswehr als Arzt einer militärischen Spezialeinheit an und kam von seinem letzten Einsatz in Afghanistan traumatisiert zurück. Deshalb hat er für einen Neuanfang in seinem Leben das kleine Örtchen Brodersby an der Ostsee ausgewählt, wo er die Landarztpraxis seines verstorbenen Vorgängers Theo Dunker übernimmt. Doch unmittelbar nach seiner Ankunft muss er bei einem Anwohner infolge eines Hustenanfalls Erste Hilfe leisten. Parallelen zu diesem Vorfall sieht Jan, als er von der Witwe Elvira Dunker erfährt, dass ihr Mann nach einem Hustenanfall verstarb.

Von den Bewohnern in Brodersby hört Jan immer häufiger von unerklärlichen Hustenanfällen. Das Kind von Lena Paulsen, die seine Arzthelferin Gerda gelegentlich vertritt, verstarb ebenfalls nach einem Hustenanfall, und zwei Kinder kann der junge Arzt gerade noch rechtzeitig retten. Immerhin kristallisiert sich heraus, dass jeder vor den Hustenattacken einen merkwürdigen Geruch wahrgenommen haben will. Mit seinen neu gewonnenen Freunden Jo und Jörg sowie Gerda und Lena geht Jan den Ursachen auf den Grund und kommt dabei einer skrupellosen Bande auf die Schliche, die selbst vor dem Gebrauch von Schusswaffen nicht zurückschreckt.

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Haus Nummer Vierzig … oder wo bitte geht’s hier nach Berlin? von Christopher L. Ries

Haus Nummer Vierzig … oder wo bitte geht’s hier nach Berlin?Elias ist Schriftsteller und hat eine Tochter aus erster Ehe. Mit fünfundfünfzig Jahren entschließt er sich spontan, seine zweite Frau und die beiden Stiefkinder zu verlassen. In Augsburg lässt er sich nieder und lernt Hanne kennen, die einen Tanzpartner sucht und ihn sexuell anspricht. Doch dann begegnet er Althaia, in die er sich sofort verliebt. Dass sie vier Kinder von drei Vätern hat, stört ihn zunächst nicht. Als er jedoch schon bald zu ihr ins Haus zieht, stellt er fest, dass es nicht immer möglich ist, mit den Kindern gut auszukommen. So lehnt ihn der siebenjährige Nicolas aus Angst ab, dass ihn auch dieser „neue Vater“ wieder verlassen wird, und besonders das Zusammenleben mit der fünfzehnjährigen Isabel gestaltet sich schwierig.

Allerdings wäre Elias froh, wenn die Kinder seine einzigen Sorgen wären. Die auf alle Männer anziehend wirkende Althaia scheint für die Väter ihrer Kinder noch immer Gefühle zu haben, was insbesondere für Til zutrifft und Elias missfällt. Dann geschehen merkwürdige Dinge im Haus und es sieht ganz danach aus, dass sich jemand unberechtigterweise Zugang verschafft. In einem Gespräch mit Elias zeichnet Isabel ein völlig anderes Bild von ihrer Mutter Althaia, als das, was Elias von seiner Geliebten bisher hatte. Als er schließlich einen Brief mit einem sonderbaren Angebot erhält, steigert sich seine Eifersucht ins Unermessliche. Er sieht sich genötigt zu handeln und bittet einen Freund, für ihn Erkundigungen über den Absender einzuziehen.

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Die Honigfabrik von Jürgen Tautz und Diedrich Steen

Die HonigfabrikDas Sachbuch Die Honigfabrik von Jürgen Tautz und Diedrich Steen beginnt schon mit einer interessanten Schilderung über die Honigsammler in Südindien. Die Autoren rekonstruieren den spannenden Weg, den die Imkerei über die Jahrhunderte bis heute zurückgelegt hat und zeigen die Entwicklungsstadien der Biene von der Eiablage zur Verpuppung, von einer Putzbiene zur Ammenbiene und weiter zur Honigmacherin auf, die schließlich zur Futtersuche als Sammelbiene ausschwärmt. So müssen Spurbienen jedes Jahr nach der Überwinterung nach neuen Quellen suchen, die sie im Stock über Tanzfiguren, den sogenannten Schwänzeltanz, ihren Artgenossen mitteilen. Anders als beim Entdecker Karl von Frisch kann heute bei der Erforschung auf moderne Videotechnik zurückgegriffen werden.

Die Autoren schreiben von der traurigen und brutal anmutenden Existenz der Drohnen, machen einen notwendigen Abstecher in die Genetik und gehen auf die unterschiedlichen Bienenrassen ein. Sie erläutern nachvollziehbar, wie eine Königin, die nur für das Eierlegen zuständig ist, auf geheimnisvolle Weise entsteht und auch, was zu ihrem Untergang führt.

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