In der Antike war die gleichgeschlechtliche Liebe noch etwas ganz Natürliches, wenn damit auch vordergründig die Liebe eines erwachsenen Mannes zu einem Jüngling gemeint war. Im 4. bis 5. Jahrhundert hat sich die Einstellung zur Homosexualität mit der Ausbreitung des Christentums, das die Sexualität auf die Ehe beschränkte, grundlegend geändert. Gleichgeschlechtlicher sexueller Verkehr wurde mit dem Tod bestraft und in Deutschland erst 1969 legalisiert. In vielen Ländern der Erde drohen auch heute noch hohe Strafen bis hin zur Todesstrafe. Es ist in diesem Zusammenhang interessant, dass in einigen Ländern die Todesstrafe nur für Männer gilt, wogegen die gleichgeschlechtliche Liebe für Frauen legal ist. Von Bedeutung ist auch, dass sich Biologen nur schwer mit der Tatsache anfreunden konnten, dass es in der Tierwelt eine Schwulenrate gibt. Im Jahr 2006 fand in Oslo eine Ausstellung statt, die sich auf das umstrittene Buch „Biological Exuberance“ von Bruce Bagemihl stützte, wonach Giraffen, Wale, Delfine und Königspinguine Gefallen an gleichgeschlechtlichen Artgenossen haben. Die Schwulenrate soll bei Rosenkakadus 40% betragen und sogar 80% der Zwergschimpansen sollen bisexuell sein. Weiterlesen »

Angelika Stephan hat in einem Büchlein mit Kurzgeschichten und lyrischen Texten, die durch Abbildungen ihrer Gemälde noch Ergänzung finden, ihre künstlerische Vielfalt unter Beweis gestellt. Schon den Bucheinband ziert in Herzform ein Ausschnitt aus ihrem Bild „Entflammtes Herz“, wonach auch das Buch benannt ist. Die Künstlerin präsentiert einige ihrer abstrakten Kunstwerke, bei denen die orangen und blauen Töne überwiegen, teilweise dominiert auch nur eine dieser beiden Farben.

Die Kurzgeschichten könnten unterschiedlicher kaum sein. Angelika Stephan erzeugt in einigen Erzählungen schnell die nötige Spannung. In den Geschichten geht es aber auch um negative Erlebnisse beim Friseur oder Träumereien, die wie Seifenblasen platzen. Die Autorin stellt das traurige Schicksal einer Magersucht vor, präsentiert dem Leser ein trauriges Weihnachtsfest und einen zerbombten Keller während des Krieges. Eine Kurzgeschichte endet zwar mit der Freude über den Mauerfall, doch ist das Thema an sich schon eher bedrückend. Und dieser Grundstimmung, die alle ihre Erzählungen charakterisieren, bleibt Angelika Stephan auch treu, wenn sie von Vorurteilen gegen fremdländisch wirkende Menschen spricht und wenn Unwetter zu Katastrophen führen. Weiterlesen »

Ein Buch – siebenundachtzig Geschichten. Die meisten erreichen den Leser in einer Gedichtform, einige wenige auch als Prosa. Da erkennt ein Mann erst zu spät, was er an einer Frau hatte. Ein anderer beobachtet erst eine Frau im Theater, wie sie mit Gegenständen schmeißt. Später wird er selbst Opfer ihrer Wut.

Johannes Witek spricht in seinen Erzählungen häufig Menschen an, die sich völlig einem System untergeordnet haben. Sie merken nichts mehr, sehen nichts mehr. Die Regeln der Gesellschaftsordnung, denen sich alle zumindest dem Schein nach unterwerfen, kritisiert er scharf und wirft immer wieder die Frage nach der Sinnlosigkeit überhaupt auf. Er fragt nach den Träumen der Menschen. Stellt den Wunsch nach Frau, Kind und Skiurlaub in Kitzbühel infrage und hält diese Leute für Spießer. Johannes Witek zeigt auf, wie Schicksalsschläge den Menschen formen und wie er sich dadurch verändert. An einer Stelle behauptet er, dass der gesunde Menschenverstand ein Fehler in einer Welt ist, die nicht aus Vernünftigen besteht. Er merkt an, dass einige Menschen die Hoffnung auf ein baldiges Ableben eines Angehörigen haben. Und er spricht die Lüsternheit an, die selbst oder gerade noch am Schafott anzutreffen ist. Zu bedenken gibt er, ob wirklich nichts von nichts kommt und ob unsinnige Tierexperimente sein müssen. Weiterlesen »

Das kleine Büchlein Der Mond zu Gast von Ando Mikie enthält sieben Kurzgeschichten für Kinder. In der ersten Geschichte geht es um die Suche eines Bären nach seinem Ladybär. Doch bis der Bär seinen Ladybär endlich in den Armen halten kann, begegnet er einer Schildkröte, einer Biene und einer Raupe, die ihm alle auf ihre Weise eine Hilfe sind.
In einer nächsten Geschichte erfährt ein Wanderer, wie eine Fliege von einer Spinne, die Spinne von einer Eidechse, die Eidechse von einem Hahn, der Hahn von einem Fuchs und der Fuchs schließlich von einem Tiger gefressen wird. Jeden plagen Gewissensbisse, aber letztendlich haben sich doch alle wieder beruhigen können und sind zufrieden.
Weiter geht es mit einem Schlangenkind, dessen Vater Probleme mit der Vergangenheit hat, während die Mutter Probleme mit der Zukunft hat. Glücklicherweise kann ein Tiger helfend einspringen und kann das Familienglück der Schlangenfamilie wieder herstellen.
In einer weiteren Geschichte träumt ein Rabe von einer Silberreiherin, die er schon lange Zeit in einem Baum beobachtet hat. So gerne würde er ihr Freund sein und eines Tages bietet sie ihm tatsächlich ihre Freundschaft an. Doch der Rabe genießt dieses Glück nur kurzzeitig. Denn nun erblickt er in einem Baum eine Blauelster, für die er ins Schwärmen gerät. Und hört deshalb seiner Silberreiherin schon nicht mehr zu. Weiterlesen »

Es sei kein Zufall, dass unter Merkel und Westerwelle die Wölfe wieder nach Deutschland eingewandert sind, schreibt Erich Koch in seinem Buch Politiker haben kurze Beine. Damit Sie trotzdem etwas zu lachen haben, hat er die satirischen Geschichten aus (m)einem badischen Dorf geschrieben.

Politiker sitzen in den Aufsichtsräten der Pleitebanken, die kleine Anleger in den Ruin getrieben haben. Die Regierung hat ein neues Verbraucherschutzgesetz gegen die Verbraucher herausgebracht, und mit dem Sparpaket wird den kleinen Leuten der Krieg erklärt. Die Gefahr für Deutschland lauert nicht am Hindukusch, sondern es sind die zähen Rentner, die nach Eintreffen des Rentenbescheides nicht sterben wollen. Doch die Merkel meint, es müssen alle ihren Beitrag leisten, die keine Lobby haben. Deshalb gehen immer weniger Menschen zur Wahl, doch Koch geht wählen, denn schließlich möchte er selbst bestimmen, von wem er in den nächsten Jahren angelogen wird.

Seine douglasgestählte Frau, die nach einigen schmerzhaften Anläufen endlich ihren fünfzigsten Geburtstag feierte, mag den Freiherr von und zu Gutenberg. Als dieser Verteidigungsminister wurde, sind bei ihr alle Stellungen gefallen, denn der küsst einer Frau noch die Hand. Doch Koch hat bisher nicht gewusst, dass man mit Handküssen den Krieg am Hindukusch gewinnen kann. Den Trittin kann sie nicht ausstehen, soll er doch schuld daran sein, dass Bundespräsident Köhler zurückgetreten ist. Weiterlesen »

Stahlstück von Sebastian Guhr ist eine Sammlung von 15 in sich geschlossenen Erzählungen. Ein ehemaliger Ministrant berichtet in „Echnaton der Zweite“ von stumpfsinniger Anwaltsarbeit und dass seine Kollegen ihre Gleichgültigkeit sogar vor sich selbst verbergen können. Nach einem alles vernichtenden Feuer hält sich das Gerücht, ein Junge kann durchs Feuer gehen ohne Schaden zu nehmen. In „Hüben wie drüben“ besucht eine Schwester ihren Bruder und es entwickeln sich Gespräche mit weiteren Gästen. Dabei geht es unter Anderem um die Arbeitsmoral, wobei ein Großteil der Bevölkerung nur zu Leistungen fähig ist, wenn sie sich prostituiert. Die Frage bleibt offen, wer hier auf Kosten anderer lebt.

Die Titelgeschichte „Stahlstück“ spielt an einem Ort, wo Fixerutensilien und Hundekot herumliegen und es nur unbrauchbare Bänke gibt. Eine Musikerin trifft auf einen Menschen mit nicht augenfälligem Geschlecht und unförmigem Körper. Für eine Eröffnungsfeier soll sie ein Stück komponieren und obwohl sie ihr bestes und gleichzeitig schlechtestes Stück fertig stellt, sagt sie doch ihren Auftrag ab. Weiterlesen »

Johannes Witek gibt in Was sie im Norden der Insel als Mond anbeten, kommt bei uns im Süden in die Sachertorte eine sehr ungewöhnliche Lyrik und Prosa zum Besten. Gespickt mit kritischen und zynischen Untertönen sieht sich der Leser so mit neuen Wortschöpfungen konfrontiert und oftmals mit einer Aneinanderreihung von Versen und Zeilen, die zumindest auf den ersten Blick keinen Sinn ergeben und gar nicht zusammen passen wollen. Die gewählten Gedichtformen fügen sich nicht in das klassische Bild, das man sich von einem Gedicht macht. Mit den teils surreal anmutenden Inhalten der Texte muss sich der Leser schon auseinandersetzen und bisweilen muss er Passagen auch ein zweites Mal lesen, um hoffentlich dann verstanden zu haben, was uns diese Zeilen sagen wollen. Teilweise gelingt es aber selbst dann nur schwer oder gar nicht. In jedem Fall muss man ganz schön um die Ecke denken können und diesem Stil aufgeschlossen gegenüber treten.

Witek lässt in seinen Texten abgerissene Daumen einrollen und anschließend rauchen, an anderer Stelle gibt es ejakulierende Feuerwerkskörper. Der Autor klagt die Anonymität unter Nachbarn an, wo sich niemand um keinen kümmert und berichtet aber auch von einem Dorf, in dem jeder von jedem alles weiß. Weiterlesen »

Joachim Zelter führt in Die Welt in Weiß in acht Kapiteln, die in sich abgeschlossen sind, Erlebnisse und Erfahrungen rund um die Themen Krankheit und Tod auf. Teils berichtet er von neuen medizinischen Errungenschaften, ein anderes Mal spielt die Handlung in vergangenen Zeiten und abgelegenen Dörfern, wo schnelle medizinische Hilfe nicht zu erwarten war. In einem Kapitel wartet er mit einer für den Leser überraschenden Wendung auf. In einem anderen geht es um eine fast schon philosophische Betrachtungsweise eines zur Operation vorbereitenden Patienten.

Joachim Zelter klagt in Die Welt in Weiß, ohne es direkt zu erwähnen, die Anonymität in den Krankenhäusern an. Alles ist zur allgegenwärtigen Routine geworden. Der Autor nimmt die Sprache der Ärzte mit ihren Patienten „aufs Korn“ und verdeutlicht, dass wir die verschiedensten und widersprüchlichsten Meinungen erhalten, je mehr Ärzte konsultiert werden. Joachim Zelter kreiert eigene Wortschöpfungen: So wird aus einem Gutachten ein Schlechtachten oder es gibt Kindernachtstätten an Stelle von Kindertagesstätten. Die Ärzte können bei ihm in die Zukunft blicken, wenn sie einen Tod eines Patienten innerhalb des nächsten Jahres voraussehen. Weiterlesen »

Single Tanja, eine Frau um die dreißig, besucht einen Lesezirkel, in dem sich Frauen gegenseitig erotische Lektüre vorlesen. Dabei macht sie eine ungeahnte, sinnliche Erfahrung.
Ginger, die ihre sexuellen Gelüste auslebt, will etwas Neues ausprobieren und erlebt eine Kuschelparty der besonderen Art.
Arabella und David sind eigentlich ein glückliches Paar, doch ist es Arabellas sehnlichster Wunsch mit heißen Blicken beim Liebesspiel beobachtet zu werden.
Duvessa, eine schöne und begehrenswerte Frau, kann jeden Mann um den kleinen Finger wickeln. Doch für sie kommt nur ein reicher Mann in Frage, alle anderen Männer sind für sie nur Übungspartner, bis ihr Henning begegnet.
Anne und Harald sind glücklich verheiratet. Warum andere, verheiratete Menschen fremdgehen, ist ihr ein Rätsel. Denn mit ausgefallenen Spielen bietet sie ihrem Mann so viele Abwechslungen, dass er nicht den Verlockungen anderer Frauen erliegen kann.
Janina liebt das Verruchte. In einem ihrer Schlafzimmer hat sie eine Spiegelfolie angebracht, um andere Paare zu beobachten, während sie sich im Nebenzimmer mit Leander vergnügt. Weiterlesen »

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