In vierundzwanzig Kurzgeschichten und Gedichten erzählt Louis Jansen in seiner Anthologie Momente im Jetzt von einer Frau, die in ihrem Ehemann einen Held sieht oder einer anderen, die nicht mehr leben will und deshalb den Freitod wählt. Ein Vater fährt mit seinen drei Söhnen mit dem Wohnmobil zu einer Weihnachtsmarkttour und ein anderer erschlägt seinen Sohn wegen eines begangenen Diebstahls. In einer Geschichte läuft die Freiheitsstatur durch New York, in einer weiteren hat ein Professor aus Heidelberg eine ungewöhnliche Leidenschaft und in wieder einer anderen geht es in einem Gespräch mit dem Präsidenten um die Eigentumsfrage des Mondes. Der Leser weiß nach der Lektüre, dass man besser nicht Trompete spielen sollte, wenn man es nicht kann und wundert sich mit dem Protagonisten Redcap über die Veränderungen seiner Großmutter, der er das Essen bringen sollte.

In den Kurzgeschichten und auch in den Gedichten geht es überwiegend um gebrochene und enttäuschte Menschen, die in ihrem Leben keinen Sinn mehr sehen und alle Hoffnungen verloren haben. Schlachtfeld, Streit, Morde und Suizide sind die Schlagwörter und wenn man die Aussagen der Anthologie Momente im Jetzt bildhaft darstellen sollte, dann würden die schwarzen und dunklen Töne überwiegen. Weiterlesen »

Das Buch Die Zeckenbürstenkatzentreppe von Andreas Schumacher beinhaltet eine Sammlung von insgesamt neunundzwanzig Kurzgeschichten und Dialogen: So fliegt ein Student nach einem eBay-Kauf nach Manila und in einer weiteren Erzählung tüfteln drei Studenten an einem neuen Geschäftskonzept. Ein Mann beobachtet seine Nachbarn mit einem Fernglas, ein anderer findet auf der Suche nach seinem Sozialversicherungsausweis allerhand Verstaubtes und wieder jemand anderes hat beim Anblick zweier „junger Dinger“ Lust auf einen Dreier. In einer Geschichte geht es um eine Beschwerde nach dem Besuch eines Irrgartens, in einer weiteren um einen verschwundenen Schüler und eine andere gibt einen kuriosen Mailverkehr wieder. Der Weg in den Urlaub stellt sich für eine Familie als der alltägliche Wahnsinn dar, ein Dichter begegnet in seinem Heizungskeller einem Waldschrat und ein Gerichtsvollzieher begibt sich vor seinem Urlaub zu einem letzten Auftrag. Ein Alkoholiker verbringt seine Tage in einer Nervenheilanstalt, ein Bauer findet anstelle einer Frau den Tod und noch ein weiterer Toter ist nach einer Unterhaltung mit seinen Pflanzen zu beklagen. Drei Männer besuchen eine Gastro-Messe, während drei andere einen Kaugummiautomaten zu überlisten versuchen. Die Vermittlerin beim Arbeitsamt hat ihre liebe Not mit einem Langzeitarbeitslosen, eine Frau beschattet ihren Ehemann und weiß am Ende nicht mehr, wer wen beschattet. Weiterlesen »

Das Buch mondo kranko von Jonis Hartmann vereinigt 45 Kurzgeschichten unterschiedlichster Art, deren tieferer Sinn sich nur den wenigsten Lesern erschließen mag. Da wird eine Straßenbahn im Wasser versenkt und an einem Dünenrennen nimmt ein Pilot mit einer Taucherbrille teil, dem bei einer Bremsung die Kastration droht. Strandkörbe bewegen sich von allein, eine Fußballfrau vergräbt Eier und ein Mann erlebt einen Overkill, als er vor dem Fernsehen einschläft. Ein anderer Mensch nimmt in einem Schwimmring Kurs auf Calais, Finger steigen in einen Bus und einem pferdeähnlichen Mensch kommen Karotten aus den Ohren. Jonis Hartmann schreibt von turmhohen Mohnblumen und einer Riesenwelle, von einem grünen Himmel und einem einstürzenden Einkaufszentrum. Ein Großvater kreuzt Enten, bis alle die gleiche Scheckung aufweisen und ein Musiker lässt sich von einem Mädchen drei Finger mit einem Beil abschlagen. In weiteren Geschichten stopft sich ein Student Papierblätter in den Mund, ein Straßenmusiker nimmt das ihm zugedachte Geld nicht an sich und ein anderer gibt sich einmal als Sturmbannführer, dann als Wachtmeister und schließlich als Rundfunkmitarbeiter aus. Wo gerade noch ein Foyer stand, ist plötzlich alles verlassen und verschwunden und bei einem Saufgelage unter Freunden an einem See soll einer von ihnen den Suizid gewählt haben, was dann wohl doch nicht der Fall ist. Weiterlesen »

Wenn es darum geht Familienbande zu lösen, tun sich die meisten Menschen doch schwer. Ursula von Arx hat sich auf die Suche nach Personen gemacht, die bereitwillig Auskunft über ihre Eltern-Kind-Beziehung geben wollten. Sie hat jeweils mit einem Elternteil und deren Kind getrennt gesprochen, wobei sie gelegentlich Namensänderungen vornehmen musste. In einem Fall hat sie sogar eine Sonderbewilligung des Freistaates Bayern bekommen, um mit einem Inhaftierten ein fast vierstündige Gespräch führen zu können. Die gesammelten Ergebnisse stellt sie in ihrem Buch Liebe, lebenslänglich vor.

Der 21-jährige Daniel Niepoort will in die Fußstapfen seines Vaters treten, der als Winzer in Portugal das seit 1842 im Familienbesitz befindliche Unternehmen in der Douro-Region, die seit 2001 zum Unesco-Weltkulturerbe zählt, leitet. Sein Vater Dirk leitet ihn auf recht ungewöhnliche Weise, die den Sohn sogar anfangs enttäuscht zurück lässt.
Una Szeemann hat berühmte Eltern, denn ihr Vater ist der Farbpsychologe Max Lüscher und die Mutter Ingeborg Lüscher eine Künstlerin. Die Tochter hat noch Erinnerungen an die Hippie-Gewänder der Mutter und schämte sich als Kind für ihre Familie. Weiterlesen »

In bestem Ruhrpott-Deutsch schreibt Volker Kosznitzki Geschichten über Günner Mambrallek, der sich als bekennender Gewerkschafter den Titel eines Dipl.-Cholerikers zugelegt hat. Obwohl Günner an seinem Wohnort die Innenstadt nicht gefällt, ist er stolz auf das „Berchbaumuseum“. Verheiratet ist er mit „Lissbett“, die ihm sogar Vorschriften macht, wie er zu pinkeln hat. Vergeblich sucht er in einem Biergarten bei ein paar „Pilskes“ Entspannung, zieht sich einen Bandscheibenschaden zu, als er gegen Wildtauben vorgehen will und kommt einem Zeitschriftenwerber bei einer Urkundenfälschung auf die Schliche. Günner versteht nicht, wieso die „Verschönerung“ eines Wahlplakats Sachbeschädigung sein soll, hält nur eine Abgeordnetendiät für eine wahre Diät, wird von einer früheren Schulkollegin über „Traumfänger“ aufgeklärt und sammelt Erfahrungen als Patient im Krankenhaus.

Volker Kosznitzki gibt in dem Buch Günner Mambrallek: So isset! Ruhrpott-Geschichten zum Besten, von denen einige eher zum Heulen sind, als zum Lachen. Denn Günner Mambrallek nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um politische, gesellschaftliche oder soziale Missstände in unserem Land geht. Unserer Kanzlerin unterstellt er Schwachsinn und sieht in ihr eine Vogelscheuche, während er mit einem schwulen Milchbubi von der blau-gelben Partei hart ins Gericht geht. Weiterlesen »

Helene wollte ihrer kleinen Schwester Anna nur ihren Freund Mats vorstellen, weil sie auf beide stolz war. Sie konnte nicht ahnen, dass sie Gefallen aneinander finden. Gestern Abend und heute in der Früh hat sie nichts gegessen damit ihr Pailettenkleid gut sitzt. Eigentlich hat sie Glück nicht in Annas Haut zu stecken in ihrem weißen Kleid. „Anna sein“ und elf weitere Geschichten werden von Nadine Kegele in Annalieder jeweils aus der Perspektive einer weiblichen Protagonistin erzählt.

Eine Frau greift in „Die Farbe Blut“ nach dem Duschgel und schneidet sich dabei mit dem Rasierer in die Brustwarze. Sie ist unsicher, ob sie zu ihrem praktischen Arzt oder zu ihrem Gynäkologen gehen soll. Eine andere mit einer birnenförmigen Figur wie ihr Kontrabass kann in „Nie einen Rosengarten“ Gebärfreude nicht nachvollziehen, weil sie weder Schmerzen noch Kinder mag. Am Sonntag geht sie in einem schäbigen Mantel und dem Kontrabass zu einem Freund und sie musizieren nackt, bevor sie miteinander schlafen. Eine Frau mit Plastiktüten, deren Körper man ansieht, dass sie zu wenig isst und deren Hände zittern, weil sie nichts getrunken hat, ist eine der Protagonisten in „Spreefiguren“. Sie möchte ihr Geld geben, doch weiß sie nicht, wie sie ihr das Geld zustecken soll. Weiterlesen »

Insgesamt haben sich fünfzehn namhafte Autoren in vierzehn Geschichten Gedanken über Die schlimme Zeit zwischen Aufstehen und Hinlegen gemacht, woraus eine Anthologie gleichen Titels entstanden ist. Ihre schriftstellerische Kreativität hat in einer der Geschichten zu einem Mord im Skiurlaub geführt und in einer weiteren einen Jogger eine Leiche finden lassen. Manch ein Protagonist simst lieber als zu telefonieren und ein unter Onaniezwang leidender Professor landet in einer Nervenklinik. Der Leser erfährt etwas über einen Schriftsteller, der vor zwölf Uhr mittags keine Anrufe entgegen nimmt, trotzdem aber nicht faul ist und ebenso wie seine Berufskollegen süchtig den Verkaufsrang bei Amazon beobachtet. Ein Familienvater baut für den Weltuntergang heimlich einen Bunker und ein Autor muss seinem Lektor absagen, weil er im Urlaub statt der erhofften Ruhe störende Animationsprogramme über sich ergehen lassen muss. Manche Menschen haben Probleme mit der Wiedererkennung von Gesichtern und andere können sich keine Geheimnummern merken, was im einen Fall zu Verwicklungen und im anderen zu bösen Überraschungen geführt hat.

Die einzelnen Geschichten in dem Buch Die schlimme Zeit zwischen Aufstehen und Hinlegen sind geist- und einfallsreich geschrieben. Weiterlesen »

Das Buchprojekt Viele brauchen Erfahrung, wir haben sie… ist nach einer Idee von Wolfgang Sternkopf entstanden, der das Buch auch herausgegeben hat. Die Texte zum Thema „50plus“ sollten jedoch nicht allein von Schriftstellern geschrieben werden und so wurden über die Initiative „Best Ager“ in vielen Städten des Ruhrgebiets Besucher der Job-Clubs für das Projekt gewonnen. In vier Workshops an insgesamt zwölf Abenden haben die Teilnehmer mit professioneller Hilfe der Autoren Eva von der Dunk, Brigitte Werner, Renate Queke, Ulrich Breitbach und Josef Krug Texte erarbeitet und bei einer der nächsten Zusammenkünfte vorgestellt. Der Fotograf Uwe Jesiorkowski hat dies in Bildern festgehalten und Klaus Poetsch hat einige Karikaturen zur Auflockerung der Texte beigetragen. Am Ende ist der Name Programm, denn Dr. Stefan Lob hat das Nachwort zu dem Buch verfasst.

„Gedanken… 50plus“ ist auf dem Cover von Viele brauchen Erfahrung, wir haben sie… zu lesen, doch das Buch kann nicht halten, was der Titel verspricht. „Übung, Erfahrung, Fähigkeiten, Weitblick, Wissen, Menschenkenntnis, Praxis …“ sind einige der Begriffe einer Schlagwortwolke auf dem Cover und genau zu diesen Themen erwartet der Leser nun Beiträge der über Fünfzigjährigen, die solche Fähigkeiten besitzen. Weiterlesen »

Während in „Wahrheit oder Pflicht“ der dreißig Jahre ältere Ehemann zum Hochzeitstag eine ganze Footballmannschaft angeheuert hat, um es seiner jungen Ehefrau einmal richtig zu besorgen, ist der Ehemann in „Yacht der Sünde“ völlig ahnungslos. Denn eigentlich hat er den jungen Antoine als Skipper angeheuert.
In „SexPumps“ findet Erica nicht nur kostbare Designerschuhe in Dave’s ShoeHouse, sondern auch die Erfüllung ihrer erotischen Fantasien. Aneta bucht einen „LadiesGangBang“ mit sieben Männern, damit sie endlich einmal einen Orgasmus beim Sex erleben kann. Und Betty schreibt in „Dein ergebener Sklave“ einem unbekannten Kollegen aus dem Büro E-Mails, woraus sich einige Verwicklungen ergeben.
Obwohl Joanna nur ihre Zwillingsschwester Carol in „Gogo-Tänzerin“ vertritt, kann sie mit einem Lapdance ihren Exfreund Mike zurückgewinnen. In „CallBoy“ beschließen Sara und ihre beste Freundin Susan aus einer Champagnerlaune heraus, einmal Sex gegen Bezahlung zu haben. Wobei sich Sara für den Sex bezahlen lässt und Susan sich einen Callboy gönnt.

Die sieben erotischen Geschichten in Berühr mich! von Laura Young sind eine Märchensammlung für Frauen, die sich durch die realitätsfremde Handlung vielleicht ihren geheimen Träumen hingeben können. Weiterlesen »

Die Abgrenzung zwischen Erotik und Sex ist in der heutigen Zeit immer schwieriger zu ziehen, denn für viele Menschen gibt es da keinen Unterschied mehr. Immerhin definiert sich Erotik als sinnliche Liebe, die sich nicht nur auf animalische Triebe stützen sollte. So lässt sich auch darüber streiten, ob die sechs Geschichten von Trinity Taylor in ihrem Buch Ich will dich jetzt und hier erotischer Natur sind oder nicht.

Die Schauspielerin Lilliam wurde Zeugin einer Vergewaltigung mit anschließendem Mord, woraufhin ihr zum Schutz ein Cop zur Seite gestellt wird. Mit ihm erlebt sie in doppeldeutiger Hinsicht aufregende Stunden.
Rose erhält ihre Entlassungspapiere und beschwert sich darüber bei ihren Freundinnen Karen und Trudy. Die entführen und fesseln kurzer Hand den früheren Chef, den Steuerberater William Lambert. Nachdem erst die beiden Frauen ihren Spaß mit William haben, bekommt auch Rose vom Zusehen Gefallen an dem Spiel.
Nina wirft mehr als ein Auge auf ihren Chef, den Buchhalter Steve Dalton. Doch der wehrt als verheirateter Mann ihre Annäherungsversuche ab. Erst als Tisha ihre Freundin Nina zu einer Erotikparty schleift, kann sie ihre sexuellen Fantasien ausleben und ist überrascht, ausgerechnet dort auf Steve zu treffen. Weiterlesen »

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