Wär Seligkeit für mich von Anna Aldrian

Wär Seligkeit für mich
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In den acht abgeschlossenen Kurzgeschichten aus dem Buch Wär Seligkeit für mich von Anna Aldrian spielt immer auch ein ganz spezielles Musikstück eine Rolle, das die Autorin passend zum Text gewählt hat. Den Anfang macht die Erzählung einer Frau, die während einer Fiesta bei ihrem Cousin Don Neco in Paraguay einen gewissen Señor Carlos Fensterseifer kennen lernte. Als der verstirbt, ist sie zur Universalerbin seiner Hazienda bestimmt. Doch die Freude vergeht ihr, als sie die Bedingung im Testament liest.

Der Polizeibeamte Leopold besucht mit seiner Schwiegermutter Hanna ein Konzert. Am darauf folgenden Tag wird der Cellist mit einem Schädel-Hirn-Trauma aus dem Wienfluss geborgen und sein Cello scheint verschwunden. Doch Hanna entdeckt es zufällig, und zur Überraschung von Leopold und Hanna spielt der ehemaligen Cellist bei einem weiteren Konzertbesuch auf dem Piano.

Der Medicus Baruch Sofer aus Wien erhält im Jahr 1741 von seinem Patient Vivaldi ein Etui mit einem besonderen Fächer. Durch Vererbung an seine Urenkelin Serafina, die den Fächer wiederum an ihre Urenkelin Viktoriana weitergibt, landet er schließlich bei deren Enkelin Olga. Über Judith, das Kind ihrer Cousine, reist der Fächer bis nach Argentinien, wo ihn Judith allerdings 1977 versetzen muss, um einer Frau zur Flucht zu verhelfen.

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Weihnachtsgeschichten aus dem Ruhrgebiet von Margit Kruse

Weihnachtsgeschichten aus dem Ruhrgebiet
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In der Vorweihnachtszeit machen es sich viele Menschen gerne zu Hause in der warmen Stube gemütlich und greifen zu einem Buch. Welche Lektüre könnte sich da besser anbieten als Weihnachtsgeschichten aus dem Ruhrgebiet? In dreizehn, in sich abgeschlossenen Geschichten rund um das Fest schreibt Margit Kruse, wie die Menschen im Ruhrgebiet diese festlichen Tage erlebt haben.

Dieter möchte seiner Taube Mövchen eine besondere Heilige Nacht bescheren und handelt sich damit bei seinen Eltern mächtigen Ärger ein. Eine fast Vierzehnjährige bessert sich mit dem Austragen der Kirchenzeitung in einem Altenheim das Taschengeld auf, doch die erhoffte Geldzuwendung aus Anlass des bevorstehenden Weihnachtsfestes bleibt aus. Nachdem Karl von seiner Frau verlassen wurde, verlor er seine Arbeit und sehnt sich als Obdachloser wenigstens zum Fest nach etwas Wärme. Ein Mädchen kann die Neugier auf ihr Weihnachtsgeschenk nicht bremsen und hält deshalb auf dem Dachboden Ausschau nach Paketen. Dem Schaukelpferd der heute vierzehnjährigen Birgit wurde übel mitgespielt und während sie am Heiligen Abend alten Erinnerungen darüber nachhängt, fällt plötzlich der Strom aus. Conni spielt bei Onkel Fritz am liebsten mit dem Huhn Charlotta, doch sie ahnt nicht, dass der das Huhn für den weihnachtlichen Kochtopf vorgesehen hat.

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Kein Elch. Nirgends von Sebastian Lehmann

Kein Elch. Nirgends
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Spieleabende, bei denen Rollen- oder Strategiespiele gespielt werden, kann Sebastian nichts abgewinnen, denn es geht immer ums Gewinnen, wozu er keinen Ehrgeiz hat. Also verlässt er wieder einmal Berlin, um nach Stockholm zu fahren, wo er durch die Wälder fährt, aber nirgendwo einen Elch findet. Dafür begegnet er in einem Café in Södermalm mehreren jungen schwedischen Männern, die mit ihren dunkelblonden Bärten aussehen wie Wikinger und besser und akzentfreier Englisch sprechen, als echte Engländer. Am Abend geht er in einen Club, in dem ausschließlich Berliner Elektromusik gespielt wird und begegnet einem wunderschönen Mädchen in einem riesigen, schwarzen Sackkleid von Acne. Am nächsten Tag beschließt er in einen Naturpark zu fahren, denn besser ein Elch in einem Gehege, als gar keiner. Doch findet er am Zaun den Hinweis: „No elk today“.

Zurück in Berlin erfährt Sebastian bei einem Anruf einer Hotline der Polizei, dass alle Polizeistreifen im Einsatz sind oder eine Pause bei Burger King machen und er Selbstjustiz üben soll, um für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Nachdem das Haus, indem sich seine Wohnung befindet, in Flammen aufgeht, zieht er zu seiner Freundin, die ihn als Versager bezeichnet. Denn während sie bereits zur Arbeit gegangen ist, stellt sich Sebastian jeden Morgen die existenzielle Frage eines freischaffenden Künstlers, ob er aufstehen oder liegen bleiben soll.

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Betrachtungen über Blaues und Schwarzes von Enya Benthaus

Betrachtungen über Blaues und Schwarzes
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Es gibt Kunstwerke, die durchaus ein Vermögen kosten, und dennoch mag sich mancher Betrachter fragen, was ihm der Künstler damit sagen will. Vielleicht fragt er sich sogar im Stillen, ob er die Klecksereien oder Pinselstriche nicht genauso hinbekommen hätte. Es ist allgemein bekannt, dass sich über Kunst streiten lässt, wozu unzweifelhaft auch literarische Werke gehören.

Ähnlich ergeht es manchem Leser, wenn er das Büchlein Betrachtungen über Blaues und Schwarzes von Enya Benthaus zur Hand nimmt, in dem die Autorin in den Kapiteln „Himmel/Wasser“, „Blues/Rhythm“, „Die Blaue Blume“, „Nacht“ und „Bluescreen/Testbild“ Kurzgeschichten und Gedichte vorstellt. Da trifft ein Vater seine Tochter bei Regen in einem Café, doch erfährt der Leser nichts über den Dialog. Ein Mensch, der nicht an die Naturgesetze glaubt, springt vom Parkhaus und will fliegen, ein anderer springt von einer Stromleitung auf ein Zugdach. Als gerade promovierter Mediziner stellt jemand fest, dass er gar kein Mediziner sein will und bleibt niedergeschlagen von der Niedergeschlagenheit zurück. Der uns bekannte Tagesablauf liest sich in einer Chronik, bei der es um „Schranklinge“ und eine Katze beim Gewitter geht, folgendermaßen: „Gelb Uhr sechshundert“, „Schweden Uhr Kanada“, „Kuchen Uhr schokolade“, um nur einige Beispiele zu nennen.

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Wer nimmt Oma? von Hans Scheibner

Wer nimmt Oma?
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In einer von über vierzig Gedichten und Geschichten, die sich rund um das Weihnachtsfest drehen, widmet sich Hans Scheibner in humorvoller Weise der Frage Wer nimmt Oma?, wenn es unter ihren Kindern wieder einmal aufzuteilen gilt, bei wem sie den Heiligabend verbringen soll. Er kritisiert in den Texten die Heuchelei der Menschen zu diesem Friedensfest und dass heutzutage immer teurere Geschenke gemacht werden. In einem Streitgespräch eines Ehepaares geht es darum, was mehr Freude macht: Etwas zu bekommen oder etwas zu verschenken. Makaber wird es, wenn per Grundgesetz jedem Bürger aus Kostengründen nur noch fünfundsiebzig Lebensjahre zugestanden werden sollen.

Hans Scheibner stellt fest, dass viele Menschen nur am Heiligabend das Bedürfnis haben, in die Kirche zu gehen und dass häufig niemand weiß, wo der ganze Verpackungsmüll bleiben soll. Manch einer verschenkt sein Geschenk an Dritte weiter, ein anderer kann den Ehepartner nicht zufrieden stellen, weil das Geschenk entweder zu teuer, oder zu billig ist. Kinder fühlen sich erpresst, weil ihnen nur ein Geschenk winkt, wenn sie ihr Zimmer aufräumen und das Essen aufessen, und Frauen fühlen sich den Männern gegenüber wegen einer geringeren Rente benachteiligt.

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Momente im Jetzt von Louis Jansen

Momente im Jetzt
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In vierundzwanzig Kurzgeschichten und Gedichten erzählt Louis Jansen in seiner Anthologie Momente im Jetzt von einer Frau, die in ihrem Ehemann einen Held sieht oder einer anderen, die nicht mehr leben will und deshalb den Freitod wählt. Ein Vater fährt mit seinen drei Söhnen mit dem Wohnmobil zu einer Weihnachtsmarkttour und ein anderer erschlägt seinen Sohn wegen eines begangenen Diebstahls. In einer Geschichte läuft die Freiheitsstatur durch New York, in einer weiteren hat ein Professor aus Heidelberg eine ungewöhnliche Leidenschaft und in wieder einer anderen geht es in einem Gespräch mit dem Präsidenten um die Eigentumsfrage des Mondes. Der Leser weiß nach der Lektüre, dass man besser nicht Trompete spielen sollte, wenn man es nicht kann und wundert sich mit dem Protagonisten Redcap über die Veränderungen seiner Großmutter, der er das Essen bringen sollte.

In den Kurzgeschichten und auch in den Gedichten geht es überwiegend um gebrochene und enttäuschte Menschen, die in ihrem Leben keinen Sinn mehr sehen und alle Hoffnungen verloren haben. Schlachtfeld, Streit, Morde und Suizide sind die Schlagwörter und wenn man die Aussagen der Anthologie Momente im Jetzt bildhaft darstellen sollte, dann würden die schwarzen und dunklen Töne überwiegen.

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Die Zeckenbürstenkatzentreppe von Andreas Schumacher

Die Zeckenbürstenkatzentreppe
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Das Buch Die Zeckenbürstenkatzentreppe von Andreas Schumacher beinhaltet eine Sammlung von insgesamt neunundzwanzig Kurzgeschichten und Dialogen: So fliegt ein Student nach einem eBay-Kauf nach Manila und in einer weiteren Erzählung tüfteln drei Studenten an einem neuen Geschäftskonzept. Ein Mann beobachtet seine Nachbarn mit einem Fernglas, ein anderer findet auf der Suche nach seinem Sozialversicherungsausweis allerhand Verstaubtes und wieder jemand anderes hat beim Anblick zweier „junger Dinger“ Lust auf einen Dreier. In einer Geschichte geht es um eine Beschwerde nach dem Besuch eines Irrgartens, in einer weiteren um einen verschwundenen Schüler und eine andere gibt einen kuriosen Mailverkehr wieder. Der Weg in den Urlaub stellt sich für eine Familie als der alltägliche Wahnsinn dar, ein Dichter begegnet in seinem Heizungskeller einem Waldschrat und ein Gerichtsvollzieher begibt sich vor seinem Urlaub zu einem letzten Auftrag. Ein Alkoholiker verbringt seine Tage in einer Nervenheilanstalt, ein Bauer findet anstelle einer Frau den Tod und noch ein weiterer Toter ist nach einer Unterhaltung mit seinen Pflanzen zu beklagen. Drei Männer besuchen eine Gastro-Messe, während drei andere einen Kaugummiautomaten zu überlisten versuchen. Die Vermittlerin beim Arbeitsamt hat ihre liebe Not mit einem Langzeitarbeitslosen, eine Frau beschattet ihren Ehemann und weiß am Ende nicht mehr, wer wen beschattet.

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mondo kranko von Jonis Hartmann

mondo kranko
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Das Buch mondo kranko von Jonis Hartmann vereinigt 45 Kurzgeschichten unterschiedlichster Art, deren tieferer Sinn sich nur den wenigsten Lesern erschließen mag. Da wird eine Straßenbahn im Wasser versenkt und an einem Dünenrennen nimmt ein Pilot mit einer Taucherbrille teil, dem bei einer Bremsung die Kastration droht. Strandkörbe bewegen sich von allein, eine Fußballfrau vergräbt Eier und ein Mann erlebt einen Overkill, als er vor dem Fernsehen einschläft. Ein anderer Mensch nimmt in einem Schwimmring Kurs auf Calais, Finger steigen in einen Bus und einem pferdeähnlichen Mensch kommen Karotten aus den Ohren. Jonis Hartmann schreibt von turmhohen Mohnblumen und einer Riesenwelle, von einem grünen Himmel und einem einstürzenden Einkaufszentrum. Ein Großvater kreuzt Enten, bis alle die gleiche Scheckung aufweisen und ein Musiker lässt sich von einem Mädchen drei Finger mit einem Beil abschlagen. In weiteren Geschichten stopft sich ein Student Papierblätter in den Mund, ein Straßenmusiker nimmt das ihm zugedachte Geld nicht an sich und ein anderer gibt sich einmal als Sturmbannführer, dann als Wachtmeister und schließlich als Rundfunkmitarbeiter aus. Wo gerade noch ein Foyer stand, ist plötzlich alles verlassen und verschwunden und bei einem Saufgelage unter Freunden an einem See soll einer von ihnen den Suizid gewählt haben, was dann wohl doch nicht der Fall ist.

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Liebe, lebenslänglich von Ursula von Arx

Liebe, lebenslänglich
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Wenn es darum geht Familienbande zu lösen, tun sich die meisten Menschen doch schwer. Ursula von Arx hat sich auf die Suche nach Personen gemacht, die bereitwillig Auskunft über ihre Eltern-Kind-Beziehung geben wollten. Sie hat jeweils mit einem Elternteil und deren Kind getrennt gesprochen, wobei sie gelegentlich Namensänderungen vornehmen musste. In einem Fall hat sie sogar eine Sonderbewilligung des Freistaates Bayern bekommen, um mit einem Inhaftierten ein fast vierstündige Gespräch führen zu können. Die gesammelten Ergebnisse stellt sie in ihrem Buch Liebe, lebenslänglich vor.

Der 21-jährige Daniel Niepoort will in die Fußstapfen seines Vaters treten, der als Winzer in Portugal das seit 1842 im Familienbesitz befindliche Unternehmen in der Douro-Region, die seit 2001 zum Unesco-Weltkulturerbe zählt, leitet. Sein Vater Dirk leitet ihn auf recht ungewöhnliche Weise, die den Sohn sogar anfangs enttäuscht zurück lässt.
Una Szeemann hat berühmte Eltern, denn ihr Vater ist der Farbpsychologe Max Lüscher und die Mutter Ingeborg Lüscher eine Künstlerin. Die Tochter hat noch Erinnerungen an die Hippie-Gewänder der Mutter und schämte sich als Kind für ihre Familie.

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Günner Mambrallek: So isset! von Volker Kosznitzki

Günner Mambrallek: So isset!
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In bestem Ruhrpott-Deutsch schreibt Volker Kosznitzki Geschichten über Günner Mambrallek, der sich als bekennender Gewerkschafter den Titel eines Dipl.-Cholerikers zugelegt hat. Obwohl Günner an seinem Wohnort die Innenstadt nicht gefällt, ist er stolz auf das „Berchbaumuseum“. Verheiratet ist er mit „Lissbett“, die ihm sogar Vorschriften macht, wie er zu pinkeln hat. Vergeblich sucht er in einem Biergarten bei ein paar „Pilskes“ Entspannung, zieht sich einen Bandscheibenschaden zu, als er gegen Wildtauben vorgehen will und kommt einem Zeitschriftenwerber bei einer Urkundenfälschung auf die Schliche. Günner versteht nicht, wieso die „Verschönerung“ eines Wahlplakats Sachbeschädigung sein soll, hält nur eine Abgeordnetendiät für eine wahre Diät, wird von einer früheren Schulkollegin über „Traumfänger“ aufgeklärt und sammelt Erfahrungen als Patient im Krankenhaus.

Volker Kosznitzki gibt in dem Buch Günner Mambrallek: So isset! Ruhrpott-Geschichten zum Besten, von denen einige eher zum Heulen sind, als zum Lachen. Denn Günner Mambrallek nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um politische, gesellschaftliche oder soziale Missstände in unserem Land geht. Unserer Kanzlerin unterstellt er Schwachsinn und sieht in ihr eine Vogelscheuche, während er mit einem schwulen Milchbubi von der blau-gelben Partei hart ins Gericht geht.

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