Sowohl das Verfassen, als auch das Lesen dieser Buchbesprechung setzt das Vorhandensein eines vernetzten Nervensystems voraus, mit dessen Entwicklung die Stammzellen bereits während der embryonalen Phase beginnen: Mit unserem Gehirn. Der promovierte Neurobiologe Henning Beck räumt in seinem Buch Hirnrissig mit einer Vielzahl von Mythen auf und will verständlich machen, was die Wissenschaft bisher über dieses spannende Organ in Erfahrung gebracht hat. Erst das Zusammenspiel von Groß-, Zwischen- und Kleinhirn ergibt ein perfektes Ganzes und natürlich geht der Autor auf die einzelnen Hirnzentren ausführlich ein. Sehr anschaulich erklärt er, was bei einer Elektroenzephalographie (EEG) gemessen wird oder was bei der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) geschieht. Der Leser erfährt, dass der Mensch seiner Amygdala, einem Teil des limbischen Systems, bestimmte Abneigungen oder Vorlieben zu verdanken hat, warum das Hirngewebe gefaltet ist und ob ein großes Hirn mehr zu leisten vermag als ein kleines.

Die Natur hat es so eingerichtet, dass unser Gehirn vor allen anderen Organen versorgt wird und es kann seine Leistung durch den Ausbau neuronaler Verknüpfungen, der Synapsen, sogar steigern, je mehr es gefordert wird. Der Leser erhält Kenntnis darüber, welchen Einfluss Alkohol auf das Gehirn hat und ob es tatsächlich nachweisbare Unterschiede der Gehirne von Frau und Mann gibt. Weiterlesen »

Hinter der Amyotrophen Lateralsklerose, kurz ALS, verbirgt sich eine Krankheit, die das Nervensystem befällt und in der Regel innerhalb weniger Jahre zum Tod führt. Männer erkranken überdurchschnittlich oft an ALS und auffällig ist die häufige Erkrankung von Fußballspielern. Da über die Ursachen kaum etwas bekannt ist, wurde eine Stiftung zur Bekämpfung der Krankheit ins Leben gerufen. Prominente Personen wie Justin Bieber, Mark Zuckerberg und Bill Gates haben sich zu diesem Zweck bereits medienwirksam mit Eiswasser übergossen. Selbst Angela Merkel und Barack Obama sind aufgerufen, bei der Aktion „Ice Bucket Challenge“ mitzumachen.

Burkhard Linke ist einer der an ALS Erkrankten und gemeinsam mit seiner Frau musste er erfahren, wie sehr auch Ärzte irren können. Eine Betreuung mit einer künstlichen Beatmung in den eigenen vier Wänden wäre unmöglich, doch seit über vier Jahren beweist er, dass es geht. Angeblich hätte er nie wieder ohne einen Blasenkatheter leben können, was auch nicht zutraf und bezüglich der multiresistenten Keime, die sich in seiner Lunge festgesetzt hatten, straft er die Ärzte ebenfalls Lügen.

Angefangen hatte alles im Sommer 2003, als der 32-Jährige beim Kicken erste Fußhebeprobleme in seinem rechten Fuß feststellte. Weiterlesen »

Die Autoren Andreas Marquart und Philipp Bagus beginnen ihr Sachbuch Warum andere auf Ihre Kosten immer reicher werden mit einem geschichtlichen Rückblick auf erste direkte Tauschgeschäfte. Später haben die Menschen zum Tausch wertgeschätzte Edelmetalle eingeführt und da die Geldmenge stets der Goldmenge entsprach, besaßen die Bürger „gutes“ Geld. Erst seit 1971 unterliegt das Geld weltweit nicht mehr der Goldbindung, es ist nicht mehr gedeckt und somit „schlechtes“ Geld. Die Geldvermehrung unseres Papiergeldsystems, erklären die Autoren, geschieht nicht durch Förderung weiterer Edelmetalle, sondern durch einfaches Verleihen, wobei die Notenbanken im Zeitalter von elektronischem Geld nicht einmal mehr Geldscheine drucken müssen.

Am Beispiel einer kleinen imaginären Stadt wird dem Leser verdeutlicht, wie eine Umverteilung von Vermögen stattfindet, die leider nicht gerecht vonstatten geht. Gewinner sind immer nur die Erstempfänger wie der Staat sowie Banken und Großunternehmer. Das staatliche Geldmonopol hat eine Geldschwemme und Wertminderung zur Folge, die nach Ansicht von Adreas Marquart und Philipp Bagus zu Konflikten führen und somit den Frieden in Europa gefährden. Denn wenn die Kaufkraft stetig schwindet, wollen plötzlich alle ihr Geld loswerden. Obwohl die hohen Staatsverschuldungen die Ursache allen Übels sind, schieben Politiker die Verantwortung auf Naturkatastrophen oder Ölkrisen. Weiterlesen »

Die Autoren Hans-Peter Noll und Rolf Kiesendahl stimmen den Leser in ihrem Bildband mit einem historischen Rückblick in die Anfänge des Bergbaus, der damit einhergehenden aufstrebenden Stahlindustrie und einer beispiellosen Zuwanderungswelle Hunderttausender auf eine Reise durch Das unbekannte Ruhrgebiet ein. Erst die Erfindung der Dampfmaschine ermöglichte einen Vorstoß durch das Deckgebirge und die Nordwanderung des Bergbaus konnte einsetzen. Die Autoren räumen mit der Vorstellung vieler außerhalb dieser Region lebenden Menschen auf, die beim Ruhrgebiet immer noch an rauchende Schlote und verpestete Luft denken. Selbst von den im Ruhrgebiet lebenden Menschen dürfte nur wenigen bekannt sein, dass der ursprüngliche Hellweg, der heute teilweise zu einer stark befahrenen Autobahn ausgebaut ist, eine mittelalterliche Handelsstraße war.

Mit künstlerisch wertvollen und ausdrucksstarken Fotos untermalen Hans-Peter Noll und Rolf Kiesendahl ihre Beschreibungen und Erklärungen zum Duisburger Innenhafen, dem Schiffshebewerk in Henrichenburg, der Westruper Heide, dem Gasometer in Oberhausen, der Margarethenhöhe in Essen, dem Bergbau-Museum in Bochum oder der Zeche Zollverein in Essen, um nur einige Beispiele zu nennen. Weiterlesen »

Ulrich Brinkhoff bereist im Jahr 2012 mit seiner zweiten Frau Monika Südvietnam, wo er in den Jahren von 1965 bis 1968 als Botschafter für das deutsche Außenministerium tätig war. Er ist über die stets gratis zu benutzenden und sauberen öffentlichen Toiletten überrascht und wundert sich im Zug, dass die Sitzreihen durch eine Drehung immer der Fahrtrichtung angepasst werden. In seinem Reisebericht Albträume am Saigon-Fluss schreibt er von seinen über vier Jahrzehnte zurückliegenden Erinnerungen. Damals hat er gerade die junge Koreanerin Soo geheiratet und eine Versetzungsreise führt das junge Paar von Seoul nach Saigon.

Während der Kriegswirren in Vietnam werden sie eines Morgens durch die Detonation einer Autobombe aus dem Schlaf gerissen, aber trotzdem glauben noch alle an ein baldiges Kriegsende. Über einen Journalisten, für den Ulrich Brinkhoff illegal arbeitet, wird er mit den neuesten Kriegsmeldungen versorgt. Auf einem Rückflug von einem Kurzurlaub in Hongkong wird es gefährlich, als der Pilot zu einem Sturzflug zwecks Landung ansetzen muss, weil die Vietkong landende Flugzeuge angreifen. Zur Sicherheit lässt Ulrich Brinkhoff alle seine Wertgegenstände nach Deutschland verschiffen und immer häufiger hört er von explodierenden Bomben vor den großen Hotels. Weiterlesen »

Als betroffene Mutter eines an Autismus leidenden Kindes hat sich Inez Maus dazu entschlossen, anhand ihrer Aufzeichnungen das Buch Mami, ich habe eine Anguckallergie zu schreiben, um anderen betroffenen Eltern Mut zu machen. Schon wenige Tage nach der Geburt ihres zweiten Sohnes Benjamin stellt sie fest, dass er auf Stoffe, Windeln und Pflegeprodukte mit Hautirritationen reagiert. Auffällig ist auch seine Abneigung gegenüber jeglichen Veränderungen. Sein Schlafbedürfnis ist gering und er fremdelt selbst gegenüber vertrauten Personen. Benjamin hat eine verzögerte Sprachentwicklung und er befolgt keine Aufforderungen, so dass die Eltern zum ersten Mal an Autismus denken, als er etwa zwei Jahre alt ist.

Inez Maus berichtet von ihren Erfahrungen beim Besuch einer Kleinkindgruppe, wo sie, wie so häufig in den folgenden Jahren, nur Unverständnis erntet. Sie schreibt weiter von den Problemen in ihrer Familie, die sich im Zusammenhang mit einer weiteren Geburt ergeben und einen durch den Familienzuwachs bedingten späteren Umzug. Denn beim Anblick der gepackten Kisten ahnt und fürchtet Benjamin Veränderungen. So gewöhnt er sich nur schwer an die neue Wohnung und hält ausgesprochen lange an seinem Buggy fest. Bei blutenden Wunden gerät er in Panik und das Duschen bereitet ihm enorme Ängste. Weiterlesen »

Gleich auf den ersten Seiten zeichnen die beiden Ökonomen Matthias Weik und Marc Friedrich in ihrem Sachbuch Der Crash ist die Lösung ein düsteres Bild bezüglich der Finanzkrise und ihre Prognosen aus dem ersten Buch Der größte Raubzug der Geschichte wurden zu ihrer eigenen Überraschung noch übertroffen. Den Leser schocken sie, indem sie von einem Währungs- und Notenbankexperiment, einer schleichenden Enteignung in Europa oder von einem endgültigen Kollaps sprechen. Die Lehmann-Pleite im Herbst 2008 soll im Gegensatz zu dem, was uns bevorsteht, nur ein Kindergeburtstag gewesen sein. Lediglich der Zeitpunkt kann wegen des fehlenden realwirtschaftlichen Bezugs auch von ihnen nicht vorhergesagt werden. Die Autoren erklären, was es mit der Eigenkapitalquote der Banken auf sich hat und dass die Summe, die bisher laut EU-Kommission zur Rettung ausgegeben wurde, höher ist, als alles Gold dieser Welt zusammen. Sie führen Beispiele von Banken an, die Unsummen „verzockt“ haben und obwohl die Verantwortlichen unseren Staat abgezockt haben, droht ihnen am Ende kein Knast, sondern sie erhalten noch eine saftige Abfindung. Anhand von Tabellen, die der Webseite Querschuesse entnommen wurden, führen sie die Gewinne der Banken auf und die horrenden Einkommen einzelner, namentlich genannter Banker. Weiterlesen »

Hanna und Leon überraschen ihren Papa zum Geburtstag mit einem gedeckten Frühstückstisch. Nach einem gemeinsamen Frühstück hält aber auch Papa für seine Familie eine Überraschung bereit: Alle dürfen an diesem besonderen Tag mit zu seinem Arbeitsplatz an einer riesigen Baustelle. Die beiden Geschwister staunen über die vielen Lastwagen, die zwischen Sandfabrik und Baustelle pendeln, als Papa plötzlich zum Telefon greift, weil einige Laster einen falschen Weg durch ein Loch in einem Bauzaun einschlagen. Danach dürfen die Kinder auf einem Sandhügel spielen und der fünfjährige Leon ist vom vielen Sand schleppen ganz außer Atem, denn er ist krank, weil er ein Loch in seinem Herz hat. Nachdem Hanna und Leon auch noch alle Arbeiter besucht haben, fallen sie am Abend nach dem aufregenden Tag müde ins Bett.

Das Buch Unser Leon hat einen Herzfehler gehört zu der Reihe „Geschwisterbücher“ von Rolf Vortkamp, der selbst als Kinderarzt praktiziert. Hanna erzählt von den Geschehnissen in der Ich-Form, womit Kindern ein komplexer Sachverhalt lebensnah und in kindgerechter Form verständlich gemacht wird. Laut Klappentext erzählt Hanna von ihrem Bruder Ben, wobei es sich offensichtlich um eine Namensverwechslung handelt. Weiterlesen »

Die Eltern des kleinen Niko erwarten Nachwuchs, doch muss das Baby weit vor dem errechneten Geburtstermin per Kaiserschnitt auf die Welt geholt werden. Als sogenanntes Frühchen kommt Lisa direkt nach der Geburt in eine Kinderklinik, wo sie auf einer Intensivstation rund um die Uhr überwacht wird. Da Kinder hier keinen Zutritt haben, darf Niko seine kleine Schwester auch noch nicht besuchen. Erst, als sie auf eine reguläre Station verlegt werden kann, darf er Lisa das erste Mal „richtig“ sehen und anfassen. Endlich kommt der Zeitpunkt, dass sie nach Hause darf, doch müssen die Eltern immer noch häufig in die Klinik zu weiteren Untersuchungen.

Rolf Vortkamp, der selbst als Kinderarzt tätig ist, hat das Buch Unsere Lisa ist ein Frühchen speziell für Geschwisterkinder von Frühchen geschrieben. Er lässt Niko in der Ich-Form erzählen, womit er den Kindern, denen das Buch vorgelesen wird, eine Identifikation und durch die kindgerechte Sprache des Protagonisten ein besseres Verständnis ermöglicht. Farbige Illustrationen von Martin Speyer, der als Kinderkrankenspfleger die entsprechende Fachkenntnis mitbringt, unterstützen den Text und Kindern werden so anschaulich die Wachstumsphasen eines Babys im Mutterleib erklärt. Weiterlesen »

Emma macht mit ihren Eltern und ihrem Bruder Ben Urlaub an der Ostsee. Die Familie fährt mit dem Auto los und wie es wohl häufig genug in der Praxis vorkommt, haben sich Mutter und Vater gegenseitig aufeinander verlassen und etwas zu Hause vergessen, was sie unbedingt brauchen. Während der langen Fahrt wird natürlich auch ein Rastplatz angefahren. Mutter hat von zu Hause eine Kühltasche mit Proviant mitgenommen und nachdem die Kinder gesättigt sind, dürfen sie noch auf den Spielplatz. Am Urlaubsort genießt die Familie einen ersten Strandtag und sie machen während des Aufenthalts einen Ausflug mit einem Schiff nach Dänemark. Ausgerechnet auf dem Schiff fängt Ben plötzlich an zu zucken, kippt zur Seite und wird ohnmächtig. Er hat einen Krampfanfall, obwohl er dagegen Medikamente einnimmt. Doch zum Glück ist Emma in seiner Nähe und weiß sofort, wie sie sich richtig verhält und wie sie reagieren muss.

Rolf Vortkamp weiß, wovon er schreibt, denn er arbeitet selbst als Kinderarzt. Für das Buch Unser Ben hat Krampfanfälle hat er die Informationen, die er an Kinder weitergeben möchte, in eine abenteuerliche Geschichte gepackt, so dass es sich nicht um eine „trockene“ Darstellung der Krankheit handelt. Weiterlesen »

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