Im Alter von fast neun Jahren nimmt Knut Knieping im Jahr 1976 auf Wunsch seines Vaters an einem ersten 800-Meter-Lauf teil. Zehn Jahre später hält er in seiner Fantasie im Angesicht eines Hügels nach einem Sherpa Ausschau, als er mit Armeeausrüstung zwanzig Kilometer um den Baldeneysee läuft. Zur Überraschung seiner Bundeswehrvorgesetzten läuft er die Strecke in erstaunlich schneller Zeit. Während seines Jurastudiums schließt er mit einem Freund eine Wette um ein Zehn-Liter-Fässchen Altbier ab. Obwohl er sich bei den zehn Runden um den Ostpark wie Asbach Uralt fühlt, gewinnt er. Im Jahr 1992 nimmt er am Kö-Lauf in Düsseldorf teil und staunt nicht schlecht über die Beine eines Mitläufers, die ihn an einen Velociraptor erinnern. Sogar beim Skiurlaub in Saalbach-Hinterglemm trainiert er eifrig für einen Marathon, auch wenn er sich dafür den Spott seiner Freunde einhandelt.

Als Knut Knieping bereits als Anwalt tätig ist, fällt es ihm nicht leicht, die „menschenrechtswidrige Weckzeit“ zu akzeptieren und obwohl ihm seine Berufstätigkeit wenig Spielraum lässt, trainiert er nach wie vor eisern. Doch im Sommer 1999 muss er am Meniskus operiert werden. Den ärztlichen Ratschlag, auf gelenkschonende Sportarten zu wechseln, schlägt er in den Wind, was er mit einem Sturz und einer erneuten Operation bezahlen muss. Weiterlesen »

Der Mediziner Fritz Helmut Hemmerich weicht schon bei der begrifflichen Erklärung des Burnout von einer isolierten Betrachtungsweise und der meistverbreiteten Definition ab und sieht in einem Burnout auch nicht eine isolierte Erkrankung. Nicht zu verwechseln mit einem psychovegetativen Erschöpfungszustand, kann der Mensch mit einem Burnout seine Kraft nicht in effiziente Energie umwandeln. So definiert der Autor den Zustand eher mit Hilfe der Biochemie, Soziologie und der Philosophie. Das macht er deutlich in Einführungen in die Epigenetik, Physik, Stoffwechselprozesse, Nervenzellen und diverser Neurotransmitter. Hirnstrukturen belegt er zum Verständnis mit farbigen Abbildungen und konfrontiert den Leser u. a. mit Synapsen und der Anafonesis. Bis ins kleinste Detail geht Fritz Helmut Hemmerich auf die Bedeutung unseres Gleichgewichtsorgans sowie die Funktionsweise unseres Ohres ein und beschreibt die Wirkungsweisen von Medikamenten, wobei er grundsätzlich eine Therapie der Verabreichung von Psychopharmaka vorzieht. Er weist auf eine verschlechterte Schlafqualität als ein Symptom hin, stellt praktische Trainingsübungen vor, führt die Bedeutung von Emotionen und unsere Wahrnehmung von Wirklichkeit an. Die Erholungsqualität eines Urlaubs wird nach Einschätzung des Autors überschätzt, während regenerierende Pausen unterschätzt werden. An einem praktischen Beispiel eines Skaters, der Fallen und immer wieder Aufstehen gelernt hat, demonstriert er, wie frühzeitig die Disposition für ein Burnout vermieden werden kann. Weiterlesen »

In der Autobiografie Tantra – Schrei nach Liebe schildert Tara Wera ihren Lebensweg, der in einem konservativen Elternhaus begann. Ihre Mutter war zwar großherzig, aber auch sehr streng und hielt an alten Tugenden fest. Als sie eine politisch engagierte Frau kennenlernte, kam der Wandel, sie begann Alice Schwarzer zu lesen und emanzipierte sich. Der Vater von Tara Wera war schon immer ein unkonventioneller Typ, der sich für die SPD engagierte und eine Leidenschaft für das Drachenfliegen hatte. Als sich ihre Mutter von ihm trennte und nach Berlin zog, blieben ihre beiden noch minderjährigen Geschwister beim Vater. Zu dieser Zeit überredet sie eine Freundin zu einem Saunabesuch, der für sie zum echten Horror wurde. Sie wollte partout nicht auffallen, doch musterten sie die anderen Saunagäste erstaunt, als sie im Badeanzug auf der mittleren Bank saß.

Als 33-Jährige war sie seit fünf Jahren mit einem Rechtsanwalt, verheiratet, den sie bereits mit 14 Jahren in der Tanzschule kennengelernt hatte. Sie arbeitete als gelernte Kinderkrankenschwester in einer Klinik in Offenbach und suchte einen Nebenjob. In der Hanauer Landstraße fand sie eine Stelle in einer Praxis für Erotikmassagen, in der sie die Gäste mit einer abschließenden Handentspannung massierte. Weiterlesen »

David Schraven gibt in seinem Buch Zechenkinder Geschichten von Bergleuten wieder, die alle eine Verbundenheit zum Bergwerk Prosper Haniel in Bottrop haben. Sie schildern ihre Erinnerungen an eine Großdemo für einen sozialverträglichen Ausstieg, den Papstbesuch, das nächtliche Abfackeln der Kokereien, an verheerende Grubenbrände und eine Menschenkette, die sich quer durchs Ruhrgebiet zog und somit zum Band der Solidarität wurde. Sie berichten von Unfällen und der viel gepriesenen Kameradschaft unter den Kumpeln, wobei einer diese nie erlebt hat und ein anderer nur Konkurrenzkampf kennt. Es geht um erlebte Enttäuschungen und das Gefühl, verarscht worden zu sein. Der eine hat sein Glück beim Tunnelbau in der Schweiz gesucht und ein anderer hat von der Maloche unter Tage zum Psychologiestudium gewechselt, während ein Koreaner wegen des Bergbaus ins Ruhrgebiet kam und blieb. Der Leser erfährt etwas über den Bergbau in China und Sibirien sowie von den katastrophalen Folgen eines illegalen Abbaus in Indien. Er liest von Grubenbränden, was der mächtigste Hobel zu leisten vermag und auch viel über persönliche Erfahrungen der Menschen außerhalb des Bergbaus. Weiterlesen »

Bereits in der Einleitung zu ihrem Ratgeber Das Buch der Leichtigkeit nehmen die Autoren Henrike und Markus Reinhold Blocher Bezug auf das mehrere tausend Jahre alte Werk I Ging, oder auch Yi Jing genannt, das ihnen als Inspiration diente. Dieses „Buch der Wandlungen“ umfasst nach Wikipedia 64 Hexagramme bzw. symbolische Strichzeichnungen, die unter dem Titel „Zhouyi zhengyi“ im 7. Jahrhundert n. Chr. erstellt wurden.

Das Ehepaar Blocher führt in dem vorliegenden Buch ebenfalls 64 Symbole an und klärt den Leser über „das in Wahrheit Unbenennbare“ auf. Es geht um die „eigene innere Wahrheit“ und um unseren „niederen Verstand“, der vom Kontakt zu unserer „inneren Weisheit Wind bekommen“ hat. Sie sprechen unsere „eigene innere Wahrheit“ an und unseren „göttlichen Kern“, dem wir die Führung überlassen sollen. Unsere alten Muster wie Wut, Begierde, Neid, Eifersucht oder Gier sollen wir anlächeln, da die bei unserem neu gewonnenen Humor als ein Ziel dieses Buches keinen Bestand mehr haben.

Zu jedem der vorgestellten 64 Symbole gibt es zunächst einen Haupttext, der von Wandlungslinien ergänzt wird. Der Leser wird mit „du“ angesprochen, weil er sich so nach Auffassung der Autoren von seinem Herzen angesprochen fühlt. Henrike und Markus R. Blocher empfehlen, jeden Tag nur eines der 64 Symbole zu lesen und während der Lektüre „keine Medien zu konsumieren, vor allem keine Nachrichten“. Weiterlesen »

Wie sich die Vergangenheit, besonders, wenn sie emotionale Schmerzen oder Enttäuschungen beinhaltet, in gegenwärtigen Beziehungen wiederholt, erläutert der Psychotherapeut David Richo in seinem Buch Versöhnung mit der Vergangenheit. Er zeigt anhand einiger Beispiele auf, wie Übertragungen unbewusst zustande kommen und welche Gründe es dafür gibt. Ein Beispiel für Übertragung ist eine Patientin, die sich in ihren Arzt verliebt, weil er freundlich, verständnisvoll, zuverlässig und um sie besorgt ist. Eigenschaften, die sie sich bei ihrem Vater gewünscht hätte. Auch ein Chef kann als der kritische Vater aus der Kindheit gesehen werden, und der Betroffene macht bei der Arbeit Dinge, die den Chef veranlassen ihn zu kritisieren. Ein männlicher Partner bricht seine Beziehung immer wieder ab, weil er unaufgelöste Wut gegenüber seiner Mutter empfindet, die ihn kontrolliert oder missbraucht hat. Mit Hilfe von diversen Übungsanleitungen sollen solche Übertragungen erkannt und emotionale Verletzungen aus der Vergangenheit bewältigt werden.

Wenn ein Arzt seinen Patienten fragt: „Wie geht es uns denn heute?“, stellt sich vielleicht mancher Patient die Frage, ob sein Arzt nicht einmal einen Psychotherapeuten aufsuchen sollte. Ähnlich geht es dem Leser bei der Lektüre des Buches Versöhnung mit der Vergangenheit, in dem David Richo anscheinend in jedem Menschen einen potentiellen Patienten sieht und sich gleich als Betroffenen mit einbezieht. Weiterlesen »

Lars Lorber stellt in seinem Buch Menschenkenntnis – Der große Typentest unterschiedliche Persönlichkeiten vor, wobei er ausführlich auf die jeweiligen Verhaltensweisen eingeht. Ein Mensch kann eher introvertiert oder extrovertiert sein, was sich sowohl auf die Wahrscheinlichkeit eines Verkehrsunfalls, als auch eine Scheidung auswirken kann. Der Autor schreibt von praktischen und theoretischen Charakterzügen, wobei er hier die Frage aufwirft, welchem der beiden Typen mehr Intelligenz bescheinigt werden kann und auch, wer eher übersinnlichen Phänomenen oder der Magie zuspricht. Weiter macht er die Unterschiede deutlich, ob man seine Interessen eher unnachgiebig, also hart, verfolgt oder kooperativ ist, also einen rücksichtsvolleren Umgang pflegt. In diesem Zusammenhang wagt er einen Rückblick in die Evolutionsgeschichte, da hier die Wurzel der klassischen Rollenverteilung zu suchen ist.

Auswirkungen auf den Lebensstil eines Mensch, ob er sich gesund ernährt oder raucht, hat nach Lars Lorber seine Eigenschaft, entweder die Spontaneität zu bevorzugen oder lieber alles im Leben zu planen. Es gibt Menschen, die empfindlich gegenüber Sorgen und Ängsten reagieren und andere, die in dem Punkt resistent sind. Das wiederum ist ausschlaggebend für ihre Neigung zu gefährlichen Sportarten wie das Bergsteigen oder auf der anderen Seite zu Depressionen oder einem Burn-out. Weiterlesen »

Der amtierende Außenminister ist jeweils Leiter des Auswärtigen Amtes. Aktuell umfasst das Stammpersonal 6750 Stellen, die die deutschen Interessen in der Welt vertreten. Ulrich Brinkhoff, Autor des Buches Träume in der Morgenstille, war als Mitarbeiter zehn Jahre für dieses Amt tätig. Im Jahr 2011 macht er sich als 72-jähriger mit seiner Ehefrau Monika nach Südkorea auf, wo er in Seoul eingesetzt war. Er findet heute eine ihm fremde Welt vor und kann das Hotel, an dem viele alte Erinnerungen hängen, kaum ausmachen.

Als Ulrich Brinkhoff im Jahr 1964 nach Korea kam und vorerst weder ein Auto, noch eine Wohnung besaß, lernte er die erst 18-jährige Schülerin Kim Hyung-Sook kennen. So wie er selbst in die Wirren des 2. Weltkrieges geboren wurde, wuchs auch sie als Kind während des Korea-Krieges auf. Als er sie in einem Gespräch mit einem amerikanischen Soldaten sah, war er unsicher, ob sie eine Spionin sein könnte, worüber er natürlich seinen Vorgesetzten hätte informieren müssen. Doch erwies sich sein Verdacht zum Glück als unbegründet. Weiterlesen »

Philip J. Dingeldey hat in seinem Buch Aufgewachsen in Nürnberg in den 40er & 50er Jahren natürlich in erster Linie von den Gegebenheiten in Nürnberg erzählt, doch dürfte sich die Situation in jeder anderen vom Krieg gebeutelten Stadt in Deutschland nicht anders dargestellt haben. Er erinnert an die Zeit rationierter Lebensmittel, die es nur mit Lebensmittelmarken gab und an den Bau von Luftschutzbunkern. Überall hat Juden das gleiche, grausige Schicksal ereilt. Die Bevölkerung war Großangriffen mit Brand- und Phosphorbomben ausgesetzt. Das Alltagsbild der Kinder war geprägt durch Tote auf den Straßen und sie hörten von Vätern, die auf Heimaturlaub von der Front kamen und neben einem zerstörten Haus nur noch die Gräber ihrer Familie vorfanden.

Um sich über das wahre Ausmaß des Krieges zu informieren, hörte man heimlich den Feindsender. Der Autor berichtet vom Elend der Kriegsgefangenen, die nicht selten beim Entfernen von Luftminen oder Blindgängern umkamen und von der Kinderlandverschickung. Er erinnert auch an den schlimmsten Tag für Nürnberg, als die Stadt am 2. Januar 1945 total zerstört wurde. Er schreibt von der Kapitulation, der Entnazifizierung und den Nürnberger Prozessen. Die Bevölkerung litt Hunger und zum anfangs nur einen halbstündigen Unterricht mussten viele Kinder barfuß gehen. Der Schwarzmarkt blühte, es gab eine Währungsreform und die BRD wurde gegründet. Weiterlesen »

Durch das Buch Das sieht aber gar nicht gut aus von Werner Bartens erfährt der Leser unmissverständlich, wie es zwischen Arzt und Patient schnell zu Missverständnissen kommen kann und was ein Arzt mit seiner Aussage wirklich ausdrücken will. Ganz entscheidend für einen Krankheitsverlauf sind ein gutes Arzt-Patienten-Verhältnis sowie eine positive Erwartungshaltung. So muss es nicht zwangsläufig bei jedem mit erhöhten Cholesterinwerten zu gesundheitlichen Problemen kommen. Durch Rationalisierungen in den Krankenhäusern ist vieles auf der Strecke geblieben und der Arzt befindet sich oft in einem Dilemma, wenn er ein vorgeschriebenes Aufklärungsgespräch führen muss. Zu den Tumormarkern führt der Autor aus, dass einige überhaupt keinen Sinn machen und nicht aussagekräftig sind. Kritisch sieht er, wenn beispielsweise eine Studie über das Brustkrebsgen BRCA1 in der Fachliteratur mehr als eintausend mal zitiert wird, hingegen eine spätere, relativierende Studie nur sechsundzwanzig mal. Unter dem Gesichtspunkt der Meinungsmache ist auch in seinen Augen die Prostata-Krebsvorsorge in einem kritischen Licht zu sehen, wie überhaupt eine Früherkennung nur bei ganz wenigen Krebsarten Aussicht auf Erfolg verspricht. Die Folgen können in einigen Fällen mehr schaden als nutzen und die Bedeutung einer Vorsorge reduziert sich darauf, dass lediglich die Sorgen vorverlegt werden. Weiterlesen »

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