Sommer. Jetzt! von Dora Heldt

Sommer. Jetzt!Das Büchlein Sommer. Jetzt! von Dora Heldt vereint fünf Kurzgeschichten, denen jeweils eine Kolumne folgt. In der ersten Geschichte, die den Titel „Seepferdchen“ trägt, können Charlotte und ihre Schwägerin Inge ihre Ehemänner Heinz und Walter dazu überreden, dem zehnjährigen Enkel ihrer Freundin das Schwimmen beizubringen. In „Der perfekte Sommer“ erinnert sich eine Ich-Erzählerin an Strandtage, die sie als Kind auf Sylt erlebt hat. Eine Überraschung erlebt Daniela mit ihrer Familie, als sie ihrer Cousine Ela zum vierzigsten Geburtstag gratulieren will, denn „Ela heißt jetzt Manu“.

Dieselbe Ela aus der letzten Geschichte unternimmt in der folgenden mit ihrer Cousine Daniela eine Mittelmeerkreuzfahrt, die diese bei einem Kreuzworträtsel gewonnen hat. Doch die „Königin der Meere“ erlebt schon bei der Ankunft am Flughafen in Barcelona eine herbe Enttäuschung. Genau damit muss auch eine Frau in der letzten Geschichte „Helgoland oder Der Anfang vom Ende“ leben, die ihrem Ehemann zum Geburtstag einmal etwas ganz Besonderes schenken will, denn ihre Beziehung ist genauso langweilig geworden wie jedes Jahr das gleiche Geschenk.

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Schlau food für alle von Gina Schlote und Dr. Axel Schlote

Schlau food für alleFür die Umstellung der Ernährung auf vegetarische Kost bedarf es einer Motivation, die häufig in gesundheitlichen Gründe zu finden ist. Das Ehepaar Gina und Dr. Axel Schlote verspricht in seinem Buch Schlau food für alle ein Essen mit Gewinn. In dem ersten von insgesamt sieben Zielen wird ein längeres Leben in Aussicht gestellt, auch wenn sie dafür keine Garantie übernehmen können. Da sie eine frische Zubereitung der möglichst in ursprünglichem Zustand verarbeiteten Lebensmittel mit Kräutern propagieren, wird auch in puncto Geschmack und Vielfalt das Ziel erreicht. Ein optimales Gewicht, so die Autoren, stellt sich ganz nebenbei ein, und diese dauerhafte Gewichtsreduktion bewirkt wiederum, dass sich der Mensch gesund und fit fühlt.

Das fünfte Ziel, Tiere und die Umwelt zu schonen, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Sie machen deutlich, dass allein schon eine vegetarische Ernährung kein Indiz für eine gesunde Ernährung ist und kritisieren die Massentierhaltung. Wer auf Fleisch verzichtet, dem bleiben nicht nur die Rückstände des Einsatzes von Antibiotika erspart, er leistet auch einen Beitrag zum Umweltschutz und Verminderung des Hungers auf der Welt.

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Ein Sommer für zwei von Ann Brashares

Ein Sommer für zweiMan stelle sich einmal vor: Ein Ehepaar hat drei Töchter. Sie lassen sich scheiden und heiraten jeweils wieder. Mit dem neuen Ehepartner zeugt jeder ein weiteres Kind. Ein Mädchen und ein Junge werden mit nur zweiwöchigem Abstand geboren. Die beiden sind zwar Halbgeschwister der drei Mädchen, doch sie selbst sind nicht miteinander verwandt. Allerdings sind die Familienverhältnisse noch komplizierter, denn es gibt auch noch zwei Kinder aus der ersten Ehe des Mannes. Um genau diese Konstellation geht es in dem Roman Ein Sommer für zwei von Ann Brashares.

Lila ist inzwischen mit Adam verheiratet und mit dem siebzehnjährigen Sohn Ray leben sie in Brooklyn in bescheidenen Verhältnissen. Wenn die drei Töchter Emma, Quinn und Mattie bei ihnen wohnen, müssen sie sich ein Zimmer teilen. Robert, der in dritter Ehe mit Evie verheiratet ist, bewohnt dagegen ein großzügiges Haus mit Tochter Sasha und den drei Mädchen im New Yorker Stadtteil Manhattan. In Wainscott auf Long Island teilen sich die beiden Familien ein Haus, in das sie abwechselnd jedes zweite Wochenende ziehen und in dem sie im Sommer jeweils die Hälfte der Ferien verbringen. Da sich Ray und Sasha von jeher in dem Haus dasselbe Zimmer teilen mussten, haben sie dieselben Bücher gelesen, mit denselben Sachen gespielt und dieselbe Decke im Bett benutzt. Nur begegnet sind sie sich noch nie.

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Das geheime Lächeln von Bettina Storks

Das geheime LächelnFür einen Auktionskatalog soll Emilia Lukin die Bildunterschriften schreiben. Bei einem Porträt stutzt sie, denn genau so sah sie als junge Frau aus! Paul-Raymond Fugin soll das Porträt gemalt haben, das den Angaben zufolge vermutlich aus den späten 1930er Jahren stammt. Für Emilia stellt sich die Frage, ob ihre Großmutter Sophie Langenberg die Frau auf der Zeichnung ist. Emilia weiß lediglich, dass Sophie in Paris gelebt haben soll und mit nicht einmal zwanzig Jahren ein uneheliches Kind bekommen hat. Sie soll ihre Tochter Pauline, also Emilias Mutter, zu ihrem Stiefbruder Arno und seiner Ehefrau Hanne gegeben haben, die inzwischen verstorben sind. Emilia kann die beiden also ebenso wenig fragen wie Pauline selbst, die in einer Wohngemeinschaft für psychisch Kranke untergebracht ist und sich an nichts mehr erinnert. Erst kürzlich fand Emilia zufällig eine Urkunde über ein Häuschen im Lubéron, das Pauline zwar geerbt hat, von dem sie allerdings keine Kenntnis hat.

Um in den Besitz des Porträts zu gelangen, fährt Emilia zur Versteigerung ins Elsass, wo sie auf Jean-Pierre Roche trifft, der ebenfalls an dem Porträt interessiert ist. Sie will unbedingt erfahren, welches Leben Sophie geführt und warum sie ihr Kind verlassen hat.

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Ein Feuer im Garten von Franz Hohler

Ein Feuer im GartenDie mehr oder weniger umfangreichen Kurzgeschichten in dem Büchlein Ein Feuer im Garten beziehen sich größtenteils auf Erinnerungen von Franz Hohler, ob an seine früheste Kindheit, seine auf einem Gymnasium verbrachte Zeit, von ihm abgehaltene Lesungen oder den Besuch einer Theateraufführung mit seiner Ehefrau. In Ich-Erzählungen beobachtet er alltägliche Begebenheiten. Wenn er beispielsweise mit dem Zug unterwegs oder erst auf dem Weg zum Bahnhof war, durch Minsk auf der Suche nach dem Goethe-Institut irrte oder als er in Teheran aus einem seiner Werke gelesen hat. Er schreibt von den Tücken eines Automaten, der ihm einmal eine benötigte Quittung versagte, von seiner alpinen Expedition auf einen Gletscher und vom Streckenvortrieb für den 57 km langen Gotthard-Basistunnel für den Eisenbahnverkehr, der 2016 in Betrieb genommen wurde.

Interessant sind Hintergrundinformationen zu seinen Reisen, die ihn bis in die Vereinigten Arabischen Emirate geführt haben, wobei er nicht mit Kritik am System spart. Nicht gutheißen kann er das von der iranischen Regierung verhängte Messeverbot für einen Verlag, der ein dem Staat nicht genehmes Buch veröffentlicht hat.

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Die Eismacher von Ernest van der Kwast

Die EismacherGiovanni gehört einer traditionsreichen Familie von Eismachern an. Schon sein Urgroßvater Giuseppe Talamini ist in Venas di Cadore in den Dolomiten aufgewachsen und war Zeitzeuge beim Durchbruch des Gotthard-Tunnels im Jahr 1880. Von einem Aufenthalt in Wien brachte er sich eine Eismaschine mit, was bei seinem Vater erwartungsgemäß auf Unverständnis stieß. Trotzdem kletterte er bis zum Gletscher auf den Antelao, um von dort gefrorenes Eis für seine ersten Experimente zur Herstellung von Sahneeis und Sorbet zu gewinnen, womit er den Grundstock für die nachkommenden Generationen legte.

Giovanni ist allerdings der erste Talamini, der mit dieser Familientradition bricht: Er wendet sich lieber der Poesie zu, wird Direktor des World Poetry Festivals und tingelt in der ganzen Welt von Festival zu Festival. Seiner Familie missfällt das gewaltig, denn sein Vater und seine Mutter arbeiten trotz ihres hohen Alters immer noch acht Monate lang in dem Eiscafé Venezia in Rotterdam, ohne sich auch nur einen Tag Pause zu gönnen. Seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Luca und dessen Ehefrau Sophia ergeht es nicht besser, denn auch ihnen bleiben nur die Wintermonate in den Dolomiten zur Erholung.

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Nadjas Katze von Ulrich Ritzel

Nadjas KatzeNadja Schwertfeger erwirbt von einem Antiquar das Heft „Die Nachtwache des Soldaten Pietzsch“ des Autors Paul Anderweg, in dem es um Ereignisse geht, die sich in der Nacht vom 19. auf den 20. April 1945 in einem Dorf zugetragen haben. Wiederholt ist von einem weiblichen Flüchtling und ihrem fünfjährigen Sohn die Rede, doch interessiert sich Nadja vor allem für die vom Autor beschriebene Stoffkatze, die mit Nadjas Katze identisch ist. Sie selbst wurde als Säugling im Februar 1946 vom Ehepaar Schwertfeger adoptiert und weiß lediglich, dass ihre leibliche Mutter eine unbekannte Polin oder Russin gewesen sein soll. Über die Stoffkatze hofft sie, mehr über ihre Mutter und ihr Schicksal zu erfahren, wozu sie den Ort ausfindig machen muss, in der eine gewisse Elfie Stoffkatzen genäht haben soll.

Mit ihrer Freundin Wally kann Nadja das Dorf Wieshülen anhand markanter Stellen aus der Geschichte ausfindig machen. Dort kann ihnen der Leiter des Arbeitskreises für Heimatgeschichte nicht weiterhelfen, aber seine Ehefrau weiß von einem Polizisten, der in Wieshülen aufgewachsen ist und heute in Berlin lebt. Nadja macht sich alleine zu ihm auf den Weg und bittet Hans Berndorf, den früheren Leiter des Morddezernats Ulm, um Unterstützung.

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Schwebezustand von Andreas Jungwirth

SchwebezustandEigentlich wollte Sophie gemeinsam mit ihren Freundinnen Vanessa und Susa zu der Party von Gloria. Doch Susa erscheint nicht zu dem Treffen im Coffeeshop, und Vanessa streitet sich mit ihrem Freund Jonas und geht. Der bietet Sophie daraufhin an, sie mit seinem Motorrad mitzunehmen. Auf der Party lernt sie Moritz kennen, den Bruder der Gastgeberin und sieht, wie sich Jonas an Gloria heranmacht. Als sie später Vanessa davon erzählt, glaubt die Freundin ihr nicht und meint, dass Sophie sich das nur ausgedacht hat, weil sie womöglich selbst ein Auge auf Jonas geworfen hätte. Moritz, der Sophie von der Party mit seinem Cabrio nach Hause gefahren hat, holt sie seitdem öfter von der Schule ab. Auf der Autobahn tritt er so kräftig aufs Gaspedal, dass Sophie sich in einen Schwebezustand versetzt fühlt. Doch eines Tages wird sie von Moritz versetzt. Zunächst behauptet er, sie gar nicht zu kennen, um sie dann einer lebensgefährlichen Situation auszusetzen.

Handlungsort des Jugendromans von Andreas Jungwirth ist Wien. Zum einen geht es in dem Plot um das Leben von Sophie, die sich mit ihrer besten Freundin Vanessa zerstritten hat. Doch ist das nicht das Einzige, was ihr zusetzt: Das Verhältnis ihrer Eltern zueinander wird immer schlechter und sie fürchtet, dass sie sich trennen werden. Nicht klar definiert ist das Alter der Protagonistin, die vermutlich vierzehn Jahre alt ist. Es findet sich lediglich ein vergleichender Hinweis: „Sie ist in Sophies Alter, vielleicht aber auch schon fünfzehn oder sechzehn“.

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Der Prinz aus dem Paradies von Hera Lind

Prinz aus dem ParadiesRosemarie bekommt zu ihrem neunundvierzigsten Geburtstag von ihrem Sohn eine zweiwöchige Reise nach Sri Lanka geschenkt. Im August 1995 startet sie von Düsseldorf und ist nach ihrer Ankunft am Ziel auf ganzer Linie enttäuscht: Aufgrund der Korallenbänke wimmelt es am Strand nur so von spitzen Steinen, sie zieht sich einen starken Sonnenbrand zu und in der Nacht wird sie von Mücken geplagt. Von Neugier getrieben, wagt sie sich in die Armenviertel, woraufhin ihr klar wird, warum das Resort von Security-Leuten bewacht werden muss. Mit Eberhard und Bärbel, die sie bereits auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel kennengelernt hat, macht sie einen Ausflug zu einer herrlichen Bucht und türkisfarbenem Wasser, was ihre Freude auf den weiteren Urlaub hebt.

Im Hotel hat es Rosemarie ein schöner, scheuer Kellner angetan und in Gedanken wird sie von ihm geküsst. Während einer Poolparty arrangiert Eberhard für sie ein Treffen mit dem Kellner in der Moon Bar, und obwohl sie sich nur in gebrochenem Englisch verständigen können, kann sie ihn dazu überreden, sie zu einem Fest mit tausenden Singhalesen im Nachbarort zu begleiten. Der zweiundzwanzig Jahre jüngere Mann stellt sich ihr als Kasim vor und ist unverheiratet, weil er für seine Familie Geld verdienen muss. Noch an ihrem Abreisetag stellt er Rosemarie seiner großen Familie vor und bittet sie, ihn mit nach Deutschland zu nehmen, wo er arbeiten möchte. Stattdessen gibt sie Kasim Geld, damit er die deutsche Sprache erlernen kann.

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Ein anderer Morgen von Carolin Hagebölling

Ein anderer MorgenFast dreizehn Jahre ist Eva mit Peter verheiratet. Beide sind Anfang vierzig und leben mit ihren Kindern, der elfjährigen Laura und dem neun Jahre alten Jonas, in München. Eva hat eine gut bezahlte Halbtagsstelle in einer Marketingabteilung und duzt ihren Chef Carsten, der ein Tennispartner ihres Mannes ist. Als die Kinder eines Abends bei der Großmutter sind, freut sich Peter darauf, mit ihr allein zu sein und nähert sich Eva mit einer bestimmten Absicht. Doch sie stellt überrascht fest, dass sie keine Lust auf den Austausch von Zärtlichkeiten hat und eher Ekel empfindet.

Obwohl Eva einen liebevollen Ehemann hat und sich glücklich schätzen müsste, wird sie mit ihrem Leben immer unzufriedener. Gefrustet mobbt sie auf der Arbeit eine Kollegin, und aus einer Laune heraus verabreicht sie Peter eine große Menge eines Abführmittels. Während er von Krämpfen geschüttelt wird, spielt sie die Ahnungslose und behält diese Rolle bei, als Laura um ihren verschwundenen Hamster weint, obwohl ihn Eva selbst in den Garten entkommen ließ. Gegen ihre sonstigen Gepflogenheiten widerspricht sie ihrem Mann im Beisein der Kinder, womit sie ihn bewusst demütigt.

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