Am 7. Februar 2015 gelangte die Revue Ekzem Homo mit Gerhard Polt und den Well-Brüdern in den Münchner Kammerspielen zur Uraufführung. Jeder, der es zu keiner Aufführung geschafft hat, kann sich anhand des Buches mit gleich lautendem Titel eine Vorstellung davon machen, wie viel Spaß die Besucher bei der Darbietung der Künstler gehabt haben müssen. Denn zahlreiche, großformatige Fotos dokumentieren ihren Auftritt, und nicht selten reizt den Betrachter alleine schon der Anblick zum Schmunzeln!

Als Rahmenhandlung dient eine Reihenhaussiedlung. Herr Brezner, der zwischen seinen Nachbarn Merki und den Well-Brüdern wohnt, fühlt sich durch ihre musikalischen Proben und wenn sie im Garten grillen gestört. Zu ihrer Überwachung bedient er sich einer Drohne und lässt sich von niemandem vorschreiben, wann es in seinem Garten zu schneien hat. Als gewissenhafter Großvater liegt ihm außerdem viel an seinem Enkel, dem er so einiges mit auf den Lebensweg gibt.

In weiteren, themenbezogenen Beiträgen geht es in satirischer Manier um Selbstanzeigen bei Steuerhinterziehungen sowie um die bei uns unterschiedlichen Mehrwertsteuersätze, die beim Konsumenten zu allerhand Verwirrung führen können. Weiterlesen »

Andreas Atlas hat elf Jahre als verdeckter Ermittler für das Bundeskriminalamt in Mexiko gearbeitet, wo er im Laufe der Zeit über vierzig Millionen Euro für sich beiseite geschafft hat. Nachdem er einen der organisierten Kriminalität vorstehenden Patron verraten hat, befindet er sich auf der Flucht vor dem Kartell. Bei Grete, einer Freundin aus Jugendtagen, die mit ihrem sechzehnjährigen, autistischen Sohn Lars auf Gut Scheventorf in Bad Iburg wohnt, fühlt er sich vor seinen Verfolgern sicher. Doch für Kees Vermeer, einen ehemaligen Polizist aus Holland, heißt es längst: Atlas – Frei zum Abschuss, auch wenn er ihn möglichst lebend seinem Auftraggeber ausliefern soll.

Für Kees Vermeer gilt es zunächst, den untergetauchten Andreas Atlas aufzuspüren. Ausgerechnet Marion Hülsmann, die Frau des Dorfgärtners Hermann Hülsmann, der ein Freund von Atlas ist, führt Kees durch Zufall auf die Spur seiner Zielperson. Als ein alter, verwahrloster Mann tot aufgefunden wird, misst dem niemand eine Bedeutung bei, außer Atlas. Er weiß jetzt, dass ihn ein Killer aufgespürt hat und er verschwinden muss. Allerdings nicht ohne seine Millionen, die der autistische Lars versteckt hält, um den Liebhaber seiner Mutter zum Bleiben zu veranlassen. Weiterlesen »

Nach einem Verkehrsunfall, bei dem die Eltern von Julia Sommer umkamen, wächst sie bei ihrer Großmutter Martha auf. Drei Jahrzehnte später lebt die inzwischen geschiedene Frau mit ihrem sechsjährigen Sohn Florian wieder bei Martha und hat im Ebersberger Forst die Leitung des Forstbetriebs aufgenommen. Eines Tages geht sie alleine auf die Jagd und hört plötzlich zwei Schüsse. Julia vermutet, dass Wilderer ihr Unwesen treiben. Doch anstelle eines Tieres findet sie ihren Chef Ludwig Voss tot unter seinem Auto liegend. Nachdem sie wegen unglücklicher Umstände die Kripo erst von zu Hause benachrichtigen konnte, wird Julia als wichtigste Zeugin von Kriminalhauptkommissarin Maryam Baumgartner direkt am Tatort vernommen. Doch von Anfang an scheint man ihren Aussagen nicht zu glauben, denn zwei Walker beschuldigen Julia des Mordes an ihrem Arbeitgeber.

Für Julia wird es immer schwieriger, ihre Unschuld zu beweisen. Als sie sogar Drohungen erhält, will sie selbst den Mörder finden und fragt sich, wer ein Motiv gehabt haben könnte. In Frage käme Tanja Bogdanowa, die russische Verlobte von Voss, die ihn zu beerben hofft. Aber auch seinem Sohn Tom könnte als Erbe an seinem Tod gelegen sein. Dann hört Julia die Dorfbewohner immer häufiger über den Unfalltod ihrer Eltern tuscheln und wie es scheint, muss der Pfarrer etwas Bedeutendes wissen. Weiterlesen »

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts geht der junge Hugh in Irland an Bord eines Segelschiffes, um im spanischen Salamanca ein Theologiestudium zu beginnen, das ihm in seiner Heimat verwehrt wird. Später will er nach Irland zurückkehren, um das Evangelium zu verkünden. Im Priesterseminar entschließt er sich, dem Franziskanerorden beizutreten. Mit Pater Florence Conry, der zwar die Ansichten des Novizen zum Keuschheitsgelübde nicht teilt, ihn aber dennoch schätzt, begibt er sich nach Flandern und schließt dort Freundschaft mit Owen Roe O-Neill, dem Neffen des Anführers der irischen Flüchtlinge. Bereits in Valladolid hat Hugh, der mittlerweile Pater ist, den Entschluss gefasst, ein Buch über die Lebensgeschichte von Thomas More zu schreiben. Um mehr über sein Leben zu erfahren, begibt sich Hugh nach London, wo man den Lordkanzler von England im Tower gefangen hielt und schließlich hinrichtete, weil er bis zum Schluss Heinrich VIII nicht als Oberhaupt der englischen Kirche anerkennen wollte.

Was Hugh nicht ahnt: Noch vor der Ablegung seines Gelübdes, lässt er Sofia, eine junge Frau, mit der es nur eine Begegnung nach einem Bad im See gegeben hat, schwanger zurück. Um ihren Eltern die Schande zu ersparen, verlässt sie ihr Dorf und schließt sich einer Theatergruppe an. Der Leiter bringt viel Verständnis für die junge Frau auf und unterbreitet ihr ein Angebot, das sie nicht ausschlagen kann. Weiterlesen »

Die Anthologie Wie is? – Muss., herausgegeben von Hermann Beckfeld und Werner Boschmann, beinhaltet neben Kurzgeschichten auch einige Gedichte und zwei Autobiografien. Desweiteren beantworten Autoren in insgesamt drei Gesprächen ihnen gestellte Fragen, bei denen es zum einen um den Verein Vfl-Bochum und zum anderen um einen Ruhrgebietsladen in Mülheim geht. Außerdem erklärt eine der Befragten, dass sie sich tatsächlich für einen Umzug vom vornehmen Hamburger Stadtteil Blankenese ins Ruhrgebiet entschieden hat.

In den Kurzgeschichten, die nicht zwangsläufig das Ruhrgebiet zum Handlungsort haben, berichtet eine Buchhändlerin von ihren Erlebnissen in der Buchhandlung, eine Vorstadtreporterin plaudert aus dem Nähkästchen, und eine Putzfrau hat ihre Aufgabe im Museum zu ernst genommen. Mit einer unliebsamen Bescherung endet sowohl ein Familienausflug zum Ketteler Hof, als auch für eine Hausfrau der Besuch eines Scherenschleifers. Auf die Mercatorhalle in Duisburg singt einer ein Loblied, und ein anderer wertet die Wiederholung einer Schulklasse als Chance und Glücksfall. Weiterlesen »

Im Frühjahr 1945 machen sich Gerti und Ilse mit einem Handkarren auf den Weg in ihre Heimat, nachdem sie für ein halbes Jahr als Wehrmachtshelferinnen bei der Flak-Batterie in Niedersachsen gedient haben. Immer sitzt ihnen die Angst im Nacken, dass amerikanische Soldaten handgreiflich werden könnten. Unterwegs kommen sie für die Nächte bei Bauern unter, und ab Bielefeld schließen sich ihnen Daniel und Karl an, zwei junge Männer, die gerade von der Front kommen. In Unna werden sie von Karls Mutter freundlich bewirtet. Von nun an muss sich Gerti von Ilse trennen, die alleine nach Iserlohn weiterzieht, während Gerti sich weiter mit Daniel auf den Weg macht. Zwischen den beiden entwickelt sich eine starke Zuneigung und Gerti ist umso enttäuschter, als sie eines Tages nur noch einen Abschiedsbrief von Daniel vorfindet.

Zu Hause in Gelsenkirchen-Schalke lernt Gerti über eine verletzte Brieftaube, die sie aufpäppelt, Heinz kennen. Sie fahren zum Baden an den Rhein-Herne-Kanal und verlieben sich ineinander. Vierzehn Jahre später sind sie ein Paar und haben drei Kinder. Doch das Glück der ersten Jahre ist getrübt, weil Heinz nur zu gerne dem Alkohol zuspricht. Als Gerti unerwartet einen Brief erhält und unmittelbar darauf ein schrecklicher Unfall geschieht, muss sie eine Entscheidung treffen. Weiterlesen »

Maximilian ist elf Jahre und interessiert sich im Gegensatz zu seinem Freund Yasin weniger für Fußball, als für Bücher. Vornehmlich Bücher oder auch Filme, die von vergangenen Zeiten handeln, interessieren ihn, weshalb er gelegentlich selbst so gewählt wie früher spricht. In seiner Klasse redet er seinen Lehrer, der sich meistens von Maximilian provoziert fühlt, schon mal in der 3. Person an, und im Deutschunterricht sorgt sein Beitrag zu einem Gedicht für Gesprächsstoff. Als die Klasse in einem Steinbruch nach Versteinerungen sucht, fällt Maximilian plötzlich ein, wie zwei Bergsteiger Ötzi entdeckt haben und dass er die Mumie im Museum in Bozen gesehen hat.

Yasin und Maximilian sind mit dem Fahrrad unterwegs. Dabei können sie zufällig David, einen geistig behinderten Jungen, den alle wegen seiner Größe nur Liliput nennen, aus der Gewalt von Josip und Ketchup, der eigentlich Jakob heißt, befreien. Die vier Jungen besuchen dieselbe Klasse und es kommt immer wieder zu Reibereien, weil Ketchup und Josip auf Krawall gebürstet sind. Gerne besucht Maximilian mit Yasin seinen Onkel Andreas, mit dem er sich bestens versteht. Im Gegensatz zu seinen Eltern, die ihn bei allem für zu klein halten, behandelt der ihn nicht wie einen kleinen Jungen. Weiterlesen »

Die in Zürich lebende Ann erhält eines Tages einen Anruf von Nick, dem Mann ihrer Freundin Jessica, die nach einem Suizid auf der Intensivstation im Koma liegt. Nicht zuletzt, um sich auch um deren 5-jährige Tochter Amy zu kümmern, reist Ann nach Wales, wo sie auf die vergangenen Jahre zurückblickt und darauf, wie mit Jessicas Traum alles begann:

Während der gemeinsamen Studienzeit in London lernen die beiden Frauen in einem Pub Nick kennen, in den sich Jessica sofort verliebt. Ann, die in einer WG wohnt, bietet Jessica und Nick ein frei werdendes Zimmer an, das die beiden auch annehmen. Für Jessica folgt eine glückliche Zeit, denn nach der Scheidung ihrer Eltern ist sie bei ihrer Oma und ihrem Vater aufgewachsen, wo sie sich nicht willkommen fühlte. Nach Beendigung seines Studiums will sich Nick nur noch der Malerei widmen und mit Jessica aufs Land ziehen. In Nordwales finden die jungen Leute schließlich in Graig Ddu ein Cottage, das allerdings oben auf einem Berg liegt. Dort wollen sie fernab jeglicher Zivilisation ohne Strom und Handyempfang und ohne fließendes Wasser leben. Bei widrigen Wetterverhältnissen sind sie sogar von der Außenwelt abgeschnitten. Weiterlesen »

Joanna Stafford erhält im Jahr 1540 von ihrem Cousin König Heinrich VIII den Befehl, nach Whitehall-Palast zu kommen, um für ihn einen Bildteppich anzufertigen. Gleich nach ihrer Ankunft im Palast wird sie von einem mutmaßlichen Pagen in einen Hinterhalt gelockt. Joanna kann sich befreien und ist froh, als ihr Thomas Culpeper zu Hilfe eilt. Doch die frühere Novizin, deren Kloster in Dartford wie alle anderen Klöster des Landes vom König aufgelöst wurde, wird den Verdacht nicht los, weiterhin verfolgt zu werden. Irgendjemand trachtet ihr nach dem Leben, oder noch schlimmer, will sie in seine Gewalt bringen.

Nachdem Joanna vom König zur Tapisseriemeisterin am Hof ernannt wurde, ist sie darüber erstaunt, dass ihre Freundin und Hofdame Catherine Howard auf dem Bildteppich dargestellt werden soll, denn immerhin ist Heinrich VIII in vierter Ehe mit Anna von Kleve verheiratet. Das kann nur bedeuten, dass er Catherine zu seiner Mätresse machen will und der Herzog von Norfolk wieder einmal seine Hände als Kuppler im Spiel hatte. Doch so sehr sich Joanna auch um ihre Freundin sorgt, beschäftigt sie ein heimlich belauschtes Gespräch: Wie es scheint, plant ihr Beschützer Thomas Culpeper mit ihrem Cousin Graf von Surrey und Sir Walter Hungerford irgend etwas, wobei immer wieder der Name eines gewissen Agrippa auftaucht, der sich mit Magie beschäftigt. Weiterlesen »

Eltern, deren Kinder an ADHS leiden, einer Aufmerksamkeitsdefizit- /Hyperaktivitätsstörung, die durchaus auch noch Erwachsene betreffen kann, haben es nicht leicht und sind nicht zu beneiden. Die Betroffenen selbst leiden unter der bei ihnen gestörten Weiterleitung von Signalen zwischen den Nervenzellen. Anna Maria Sanders, bei deren Sohn ADHS diagnostiziert wurde, ist es ein Anliegen, mit einigen diesbezüglichen Vorurteilen aufzuräumen und hat deshalb das Sachbuch Ich dreh gleich durch! geschrieben. Zunächst nennt sie Zahlen und Fakten zu diesem häufigsten kinderpsychiatrischen Krankheitsbild, bei dem die Ärzte zunehmend Medikamente verordnen. Sie geht auf die Ursachen nach dem aktuellen wissenschaftlichen Stand ein, bevor sie eine imaginäre Familie mit einem an ADHS erkrankten Kind in Form von Tagebucheinträgen zu Wort kommen lässt:

Der elfeinhalbjährige Max Bergmann besucht die erste Klasse eines Gymnasiums und schreibt in sein Tagebuch, das er am 1. Weihnachtstag 2014 bekommen hat, wie ungerecht er sich häufig behandelt fühlt. Als er mit seinen Eltern und seinem Bruder in den Skiurlaub fährt, kommt es am Skilift zu allerhand Pannen. Weiterlesen »

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