Sie ist zurück von André G. Schulz

Sie ist zurückLaut Statista waren im Jahr 2009 rund 70 Prozent der Deutschen mit den Politikern und Parteien unzufrieden und glaubten, durch Wahlversprechen belogen worden zu sein. Einer Erklärung der Bundeszentrale für politische Bildung ist zu entnehmen, dass vielen Bürgern die Politik zu kompliziert ist und sie der Meinung sind, „dass ihre Sorgen von den Politikern und Politikerinnen nicht ernst genug genommen würden“. Dies sind einige der Gründe für die zunehmende Politikverdrossenheit der Bürger, wozu sich auch der Protagonist in dem satirischen Roman „Sie ist zurück“ von André G. Schulz zählt: Der Frührentner Horst Nolte lebt im ostdeutschen Einödow, ist sechsundfünfzig Jahre alt und seit langem mit Erika verheiratet, der er ebenfalls überdrüssig geworden ist. Mit einem Feldstecher patrouilliert der ehemals bei der Reichsbahn Beschäftigte in seiner alten DDR-Uniform im Ort für die Sicherheit aller.

Als Horst von einer bevorstehenden Flüchtlingswelle erfährt, die Deutschland mit sieben Millionen wie ein Tsunami überrollen soll und sein untergetauchter Freund AA, dessen Deckname Max Mustermann lautet, seine Befürchtungen teilt, müssen die beiden handeln, zumal der Bürgermeister Gotthilf Guntermann in dem lediglich dreizehn Einwohner zählenden Einödow die doppelte Anzahl Flüchtlinge aufnehmen will.

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Ekzem Homo von Gerhard Polt

Ekzem HomoAm 7. Februar 2015 gelangte die Revue „Ekzem Homo“ mit Gerhard Polt und den Well-Brüdern in den Münchner Kammerspielen zur Uraufführung. Jeder, der es zu keiner Aufführung geschafft hat, kann sich anhand des Buches mit gleich lautendem Titel eine Vorstellung davon machen, wie viel Spaß die Besucher bei der Darbietung der Künstler gehabt haben müssen. Denn zahlreiche, großformatige Fotos dokumentieren ihren Auftritt, und nicht selten reizt den Betrachter alleine schon der Anblick zum Schmunzeln!

Als Rahmenhandlung dient eine Reihenhaussiedlung. Herr Brezner, der zwischen seinen Nachbarn Merki und den Well-Brüdern wohnt, fühlt sich durch ihre musikalischen Proben und wenn sie im Garten grillen gestört. Zu ihrer Überwachung bedient er sich einer Drohne und lässt sich von niemandem vorschreiben, wann es in seinem Garten zu schneien hat. Als gewissenhafter Großvater liegt ihm außerdem viel an seinem Enkel, dem er so einiges mit auf den Lebensweg gibt.

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Bis zum Hals von Bruno Jonas

Bis zum HalsIn zehn Kurzgeschichten stellt Bruno Jonas in seinem Buch Personen vor, denen sprichwörtlich das Wasser „Bis zum Hals“ steht. In Rückblicken erzählen die Ich-Erzähler von ihren Sorgen und Problemen und lassen ihrem Unmut freien Lauf. So erleidet in einer Geschichte beispielsweise der junge Journalist Timo während eines Golfturniers einen Herzinfarkt und landet ausgerechnet auf der Intensivstation eines Professors, den er einst des Plagiats bezichtigt hat.
Der Landtagsabgeordnete Wolfgang Höfling ist wie das Fähnlein auf dem Turme ein angepasster Mensch und stimmt sogar gegen seine eigene Überzeugung. Bei der Landtagswahl muss er eine herbe Niederlage einstecken und macht gute Miene zum bösen Spiel.

Vor zwei Jahren hat Dimitri Papadakis seine Taverne in München aufgegeben, um auf einer griechischen Insel ein Hotel zu führen. Mit seiner genialen Idee der Handwerksferien, wobei er Arbeitern aus Deutschland Urlaub gegen Arbeit versprochen hat, kann er dem Land zum Aufschwung verhelfen, wofür er zum Staatspräsidenten auf Lebenszeit gewählt wird.

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Schlossplatz, Berlin von Nikolaus Breuel

Schlossplatz, BerlinEin Bundestagsabgeordneter, dessen Tage mit Terminen ausgefüllt sind, ist für zwei Tage und Nächte auf einer Hallig zum Nichtstun verurteilt, nachdem sein Boot einen Motorschaden erlitten hat. Fischer schleppen sein Boot ab, und er kommt bei Kathrin Knudson unter. Mit ihr läuft er durch das Wattenmeer, was er noch nie getan hat. Die Stunden, die er auf der Hallig verbringt, wo er sich zum ersten Mal richtig frei fühlt, werden sein Leben verändern.

Der Bundestagsabgeordnete ist Mitglied im Aufsichtsrat eines gigantischen Bauprojektes, das Mitten im Herzen von Berlin entstehen soll. Nach Plänen des Aufsichtsratsvorsitzenden Rödel soll eine in der Welt einzigartige Badelandschaft mit Anschluss an alle Bahnen und einen Flughafen sowie dem Duft von drei Meeren entstehen, die von Säulen getragen wird und dessen gelbes Glasdach sich öffnen lässt. Doch bei den Sitzungen im Plenarsaal bekennt Straußer, dass im Keller Rohre verlegt wurden, deren Zweck niemand kennt.

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Das Asmodeus-Prinzip von Helga Kolsky

Das Asmodeus-PrinzipAsmodeus ist der Älteste aller Dämonen und zuständig für Gier, Raserei und Wollust. Er ist ein immerwährendes Wesen und auch, wenn sich die Zeiten ändern, Asmodeus ändert sich niemals. Den Menschen ist nur nicht klar, wie sehr Asmodeus noch wirkt in der Welt. Während in Österreich die Heimattreuen gegen alles Fremde kämpfen, blättert bei den Roten der Lack ab, und die Schwarzen modern vor sich hin. Eine Koalition aus Zornbürgern, Neuen Linken und Resten der Grünen regiert. Der neue Papst ist ein Österreicher und die Herren Kleriker dürfen jetzt heiraten. Asmodeus könnte sich entspannt zurücklehnen und den Dingen ihren Lauf lassen, doch gelegentlich juckt es ihn, und er sucht Abwechslung. So macht es ihn manchmal glücklich, talentierten Einfältigen auf die Sprünge zu helfen.

Nachdem die Bibliothekarin Anika Lauscha ihren Freund Heinz-Herwig Gassner im Café Dattler mit einer Blonden flirten sieht, flüchtet sie durch das Gedränge von Touristen und versprengten Demonstranten, einer aus dem Ruder gelaufenen Demo, in ein Kirchenportal.

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Der alljährliche Wahnsinn von Werner Irro (Hrsg.)

Der alljährliche WahnsinnAls Herausgeber der Anthologie „Der alljährliche Wahnsinn“ präsentiert Werner Irro dem Leser das Weihnachtsfest einmal nicht in der gewohnt besinnlichen Weise, denn in dem Buch möchte beispielsweise ein Ehepaar seinen heiratswilligen Töchtern zur Bescherung jeweils einen Mann schenken, oder ein Revolutionär beabsichtigt den Bart des Nikolaus anzuzünden. In einer Familie wird zum Fest nicht nur auf Geschenke verzichtet, sondern sogar auf den Weihnachtsbaum, weil der Vater in allem eine Gefahr wittert. Überhaupt ist die Abschaffung des Festes häufig ein Thema, wobei ein Mann seiner Frau vorrechnet, wie viel eingespart werden könnte, wenn das Fest wie ein Geburtstag einfach um ein paar Tage verschoben würde. Für ein Ehepaar besteht die Bescherung in einem Wohnungsbrand und ein anderes Paar reagiert mit Bestürzung, als sie hören, was der gemietete Weihnachtsmann den Kindern erzählt. Ein Enkel wird kurzerhand vor dem Fest von seiner Oma enterbt, Weihnachtsplätzchen misslingen, und in einem modernen Weihnachtsmärchen führt Gretel ihren Hänsel mittels GPS nach Hause.

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Wer nimmt Oma? von Hans Scheibner

Wer nimmt Oma?In einer von über vierzig Gedichten und Geschichten, die sich rund um das Weihnachtsfest drehen, widmet sich Hans Scheibner in humorvoller Weise der Frage „Wer nimmt Oma?“, wenn es unter ihren Kindern wieder einmal aufzuteilen gilt, bei wem sie den Heiligabend verbringen soll. Er kritisiert in den Texten die Heuchelei der Menschen zu diesem Friedensfest und dass heutzutage immer teurere Geschenke gemacht werden. In einem Streitgespräch eines Ehepaares geht es darum, was mehr Freude macht: Etwas zu bekommen oder etwas zu verschenken. Makaber wird es, wenn per Grundgesetz jedem Bürger aus Kostengründen nur noch fünfundsiebzig Lebensjahre zugestanden werden sollen.

Hans Scheibner stellt fest, dass viele Menschen nur am Heiligabend das Bedürfnis haben, in die Kirche zu gehen und dass häufig niemand weiß, wo der ganze Verpackungsmüll bleiben soll. Manch einer verschenkt sein Geschenk an Dritte weiter, ein anderer kann den Ehepartner nicht zufrieden stellen, weil das Geschenk entweder zu teuer, oder zu billig ist.

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BRDgeneration von Uwe Helfrich

BRDgenerationDie heutige „BRDgeneration“ setzt sich nach Uwe Helfrich aus Schildbürgern zusammen, die in der BRS leben, was gleichbedeutend mit „Bundesrepublik Schilda“ ist. In der Satire kritisiert der Autor unser Krankenkassensystem und die Pflegeversicherung sowie die Machenschaften in der Zeitarbeit und das Leid der Minijobber. Er greift das Thema Grundsicherung, Bild-Zeitung und die Schnulzen der TV-Sender auf. Lustig macht er sich über einen Fachmann der Pisa-Studie und erinnert den Leser ganz nebenbei daran, was in unseren Lebensmitteln steckt. Uwe Helfrich schreibt vom Schicksal der Menschen, die in Alten- und Pflegeheimen ans Bett gefesselt sind und von den Kindern, die häufig Opfer der Streubomben werden. Er warnt vor den Gefahren, die vom Teflon, den Pestiziden, der Gentechnologie, des Fluglärms, der Atomkraftwerke, Resistenzen und Herbizide ausgehen sowie vor den Nebenwirkungen der Arzneimittel. Außerdem schreibt er von einem Genetiker, der zweifelhafte Versuche an der DNA anstellt und prangert die zunehmende Kluft zwischen Armen und Reichen an.

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Schau Liebling, der Mond nimmt auch zu! von David Leukert

Schau Liebling, der Mond nimmt auch zu!In seinem Buch „Schau Liebling, der Mond nimmt auch zu!“ erklärt David Leukert dem Leser auf eine amüsante Weise den Schwachsinn einiger Bonusprogramme und wie es bei einem Speed-Dating abläuft. Mit einem vollautomatischen Handtuchkasten auf einer Toilette ereilt ihn ein Malheur und beim rheinischen Karneval bekommt er einen Kulturschock. Lustig macht er sich über die Carglas-Werbung sowie über ein Paar, das wie Kletten aneinander hängt, und er nimmt die Multitasking-Fähigkeit der Frauen aufs Korn. Ihm stoßen unsinnige Namensgebungen auf Speisekarten und schwachsinnige Dialoge in neuen Fernsehserien unangenehm auf, er geht Anglizismen auf den Leim und ärgert sich über Blumen, die anstelle von Freude nur Arbeit machen.

Der Autor schreibt von Erfahrungen, die er mit der Telekom und in einem Baumarkt gemacht hat und auch von den Erlebnissen eines leidgeprüften Vaters. Gar nicht einverstanden ist er damit, dass Katholiken sündigen und durch eine anschließende Beichte ihren „Fehlerpunkte-Score“ auf null setzen.

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Männerlügen von Wolfgang Limmer

MännerlügenWolfgang Limmer wollte es ganz genau wissen und ging dem Phänomen des Lügens auf den Grund. Demnach soll die Nase eines Lügners nachweislich wie bei der Figur des Pinocchio, die auch auf dem Buchcover von „Männerlügen“ zu sehen ist, anschwellen. Der Autor hat eine Reihe von unglaublichen und kuriosen Geschichten zusammengetragen, bei denen es häufig um zwischenmenschliche Beziehungen und Treue geht. Manch ein Mann lügt nur, weil die Wahrheit vielmehr einer Lüge gleichen würde und manche Frau glaubt gerade deshalb besonders geliebt zu werden, weil ihr Mann sie anlügt. Wolfgang Limmer berichtet von einem Heiratsschwindler, der nur vorgab , dass er einer wäre und damit schon geschwindelt hat, sowie von einem tragischen Schicksal, bei dem die Unwahrheit erst durch eine Zeugenaussage an den Tag kam.

Die Texte warten zum Teil mit Wortspielereien wie wer eine Lüge zugibt, lügt nicht auf. Einige Episoden erfahren eine Fortsetzung erst in einem späteren Kapitel und andere spiegeln eine Therapiestunde im Stil von „Szenen einer Ehe“ wieder.

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