Weihnachtsgeschichten aus dem Ruhrgebiet von Margit Kruse

Weihnachtsgeschichten aus dem RuhrgebietIn der Vorweihnachtszeit machen es sich viele Menschen gerne zu Hause in der warmen Stube gemütlich und greifen zu einem Buch. Welche Lektüre könnte sich da besser anbieten als „Weihnachtsgeschichten aus dem Ruhrgebiet“? In dreizehn, in sich abgeschlossenen Geschichten rund um das Fest schreibt Margit Kruse, wie die Menschen im Ruhrgebiet diese festlichen Tage erlebt haben.

Dieter möchte seiner Taube Mövchen eine besondere Heilige Nacht bescheren und handelt sich damit bei seinen Eltern mächtigen Ärger ein. Eine fast Vierzehnjährige bessert sich mit dem Austragen der Kirchenzeitung in einem Altenheim das Taschengeld auf, doch die erhoffte Geldzuwendung aus Anlass des bevorstehenden Weihnachtsfestes bleibt aus. Nachdem Karl von seiner Frau verlassen wurde, verlor er seine Arbeit und sehnt sich als Obdachloser wenigstens zum Fest nach etwas Wärme. Ein Mädchen kann die Neugier auf ihr Weihnachtsgeschenk nicht bremsen und hält deshalb auf dem Dachboden Ausschau nach Paketen.

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Nachbarn von Madeleine Prahs

NachbarnDas erste, was Anne nach der Flucht in den Westen in die Hand bekommt, ist eine Dose Cola, und deshalb beschließt sie nicht traurig zu sein, weil die Mutter mit ihr und ihrem kleinen Bruder in der Bundesrepublik bleiben will. Im Aufnahmelager lernt sie die Comics mit Donald Duck kennen, um die sie die anderen Kinder im Osten beneidet hätten. Nachdem die Mutter ein Telefon angeschafft hat, hofft Anne vergeblich, dass sich ihr Vater, dem sie bereits vier Briefe geschrieben hat, melden würde. Als sie eines Tages glaubt ihn auf der Straße zu sehen, wird sie von einem Auto angefahren. In der Schule ist sie eine Außenseiterin, die für einige Zeit in dem türkischen Jungen Mehdi einen Freund findet, bis der mit seiner Familie wieder zurück nach Istanbul geht.

Inzwischen ist Anne erwachsen und muss als alleinerziehende Mutter den Lebensunterhalt für sich und ihre kleine Tochter Marie als Altenpflegerin verdienen. Damit das Geld zum Leben reicht, hat sie zusätzlich einige Putzstellen angenommen. Nachdem Marie den Hort schwänzt, von dem sie sich selbst abgemeldet hat, braucht Anne dringend eine Nachmittagsbetreuung für ihre Tochter.

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Eine Reise zu sich selbst – Rezension zu „Ziemlich mitgenommen“ von Mia Sassen

Buchcover des Romans Ziemlich mitgenommen

Aufbruch ins Ungewisse

Isabel ist 45 Jahre alt, lebt in Hamburg und ist mit dem Physiklehrer Carsten verheiratet. Nicht nur das Verhältnis zur 16-jährigen Tochter Lisa gestaltet sich zunehmend schwierig – Isabel verliert auch noch ihren Job als Synchronsprecherin. Als ihr Mann sie für zu alt hält, um eine neue Rolle als Schauspielerin anzunehmen, und ihr stattdessen eine Kur empfiehlt, fühlt sie sich „ziemlich mitgenommen“. Sie will nur noch weg und frei sein.

Ohne Gepäck steigt sie kurzerhand in das Auto einer über Siebzigjährigen, die auf dem Weg nach Prag ist. Während der Fahrt erfährt Isabel von Viktoria, dass Prag nur die erste Station ist – das eigentliche Ziel lautet Istanbul. In der Türkei möchte die alte Dame ihren früheren Verlobten Can wiederfinden, den sie vor 48 Jahren zuletzt gesehen hat.

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Schlagwetter von Mike Steinhausen

SchlagwetterDer Privatermittler und ehemalige Polizist Robert Kettner, von allen nur Steiger genannt, ist auf dem Weg zu einem Kunden und kollidiert mit einem Motorradfahrer, der sich gerade noch rechtzeitig in seinen Wagen retten kann. Steiger spürt dessen Todesangst und tritt das Gaspedal durch, als er merkt, dass sie verfolgt werden. Noch bevor Steiger von seinem Beifahrer eine Erklärung bekommen kann, ergreift dieser die Flucht. Der Privatermittler fühlt sich zunächst sicher, doch als er feststellen muss, dass ihm jemand nach dem Leben trachtet, bittet er seine Exfrau Claudia, eine Anwältin, um Hilfe.

Hauptkommissar Welke und seine Kollegen Tetzlaf und Heimke werden zu einem Wohnungsbrand in Essen gerufen, wo sie einen Toten finden. Bei der Wohnung handelt sich ausgerechnet um die seines früheren Kollegen Steiger. Bei der Obduktion des Toten deutet eine geschiente Fraktur auf eine Verbindung, die nach Russland führt. Für Welke kommt es überraschend, als sich Herr Brahmkamp vom Staatsschutz in die Ermittlungen einklinkt. Schließlich wird ein weiterer Toter aufgefunden.

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Königin bis zum Morgengrauen von Paul Grote

Königin bis zum MorgengrauenNicolas Hollmann, der Besitzer eines Weinguts am Rio Douro in Portugal, ist mit seiner Lebensgefährtin Rita bei ihren Eltern in Würzburg zu Besuch. Gemeinsam mit ihrer Tochter Rebecca sind sie in einem beengten Zimmer in dem kleinen Einfamilienhaus untergebracht und Ritas Verhältnis zu ihren Eltern ist von täglichen Konflikten geprägt. Nicolas Hollmann nutzt den Aufenthalt in Deutschland, um Kunden aufzusuchen und auf verschiedenen Weingütern fränkische Weine zu probieren. Auf Initiative von Ritas Mutter erhält er eine Einladung zur Wahl der fränkischen Weinkönigin und als wichtiger, ausländischer Weinproduzent sitzt er in der Jury. Bei der Wahl lernt er den Winzer Hans Kästner kennen, der ihm für seinen weiteren Aufenthalt die kostenlose Benutzung eines Gästeapartments auf seinem Weingut in Nordheim anbietet.

Auch wenn Henriette Müller aus einer Winzerfamilie in Nordheim kommt und einiges vom Wein versteht, sorgt ihr selbstbewusster Auftritt bei der Wahl zur fränkischen Weinkönigin für eine Überraschung. Denn obwohl sie nicht die Favoritin ist, wird sie von der Jury zur neuen Weinkönigin gewählt. Selbst Hans Kästner, der sie persönlich als sehr zurückhaltend kennt, ist verwundert darüber, wie locker und beschwingt sie sich auf der Bühne präsentiert.

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Na also, geht doch! von Thomas Jendrosch

Na also, geht doch!Peer Müller ist Facharzt für Nervenheilhunde und Psychotherapie und gerade mit seiner Frau Kerstin und den beiden Kindern in ein altes Haus gezogen. So attraktiv und anziehend er seine neue Nachbarin Veronika Meier findet, so ödet ihn seine Frau an. Ihr Hüftumfang ist über die Jahre enorm gewachsen, sie lässt kein gutes Haar an ihm, keift nur und leidet unter chronischen Kopfschmerzen. Da sie aber auch weiterhin ihrem Beruf als Juristin nachgeht, gehört es gelegentlich zu seinen Aufgaben, die Kinder Janine und Kendrick zu beaufsichtigen oder sie zum Kindergarten zu bringen. Da trifft es sich prima, dass sich Veronika gerne aufopferungsvoll um die Kleinen kümmert, wofür sie Peer umso mehr bewundert. Wissbegierig will er mehr über diese Frau erfahren und betätigt sich abends als Spanner. Von seinem Kollegen im Krankenhaus verlangt er außerdem Einsicht in die Krankenakte ihres Mannes. Wieder einmal ist Peer von sich selbst mehr als überzeugt und ist der Meinung: „Na also, geht doch!“

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Die Hyäne von Andreas Franz und Daniel Holbe

Die HyäneEigentlich hat sich Kommissarin Julia Durant auf einen Urlaub in Südfrankreich gefreut, als ihr Vater einen Schlaganfall erleidet. Glücklicherweise kümmert sich ihr Freund um den alten Mann, da Julia dringend bei der Frankfurter Mordkommission gebraucht wird. Denn ihr Kollege Frank Hellmer wird zunächst mit der Leiche einer über zwei Jahre vermissten Elfjährigen konfrontiert und als nächstes wird der erst siebzehnjährige Mathias Wollner tot aufgefunden. Mit in seinen Bauch eingeritzten Zeichen hat er offensichtlich eine Botschaft hinterlassen wollen, die jedoch niemand zu deuten vermag. Plötzlich verschwindet die fünfzehnjährige Eva Stevens, die bei ihrer Freundin Greta Leibold übernachten wollte und zu allem Überfluss muss sich Frank Hellmer auch noch um seine dreizehnjährige Tochter Stephanie Sorgen machen.

Frank Hellmer und auch Kommissariatsleiter Berger sind froh, als Julia Durant endlich zurück ist. Im Fall des ermordeten Mathias Wollner vernehmen sie sämtliche Mitglieder der ehemaligen Clique, die allerdings zusammenhalten und schweigen.

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Kein Elch. Nirgends von Sebastian Lehmann

Kein Elch. NirgendsSpieleabende, bei denen Rollen- oder Strategiespiele gespielt werden, kann Sebastian nichts abgewinnen, denn es geht immer ums Gewinnen, wozu er keinen Ehrgeiz hat. Also verlässt er wieder einmal Berlin, um nach Stockholm zu fahren, wo er durch die Wälder fährt, aber nirgendwo einen Elch findet. Dafür begegnet er in einem Café in Södermalm mehreren jungen schwedischen Männern, die mit ihren dunkelblonden Bärten aussehen wie Wikinger und besser und akzentfreier Englisch sprechen, als echte Engländer. Am Abend geht er in einen Club, in dem ausschließlich Berliner Elektromusik gespielt wird und begegnet einem wunderschönen Mädchen in einem riesigen, schwarzen Sackkleid von Acne. Am nächsten Tag beschließt er in einen Naturpark zu fahren, denn besser ein Elch in einem Gehege, als gar keiner. Doch findet er am Zaun den Hinweis: „No elk today“.

Zurück in Berlin erfährt Sebastian bei einem Anruf einer Hotline der Polizei, dass alle Polizeistreifen im Einsatz sind oder eine Pause bei Burger King machen und er Selbstjustiz üben soll, um für Ruhe und Ordnung zu sorgen.

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Der Puzzlemörder von Zons von Catherine Shepherd

Der Puzzlemörder von ZonsDie Studentin Emily Richter schreibt für die Rheinische Post eine dreiteilige Reportage über einen Mörder, dem vor über fünfhundert Jahren in dem kleinen Örtchen Zons mehrere Frauen zum Opfer fielen, die er gefoltert und vergewaltigt hat. Zudem hat er ihnen die Haare geschoren und mit einer Rasierklinge Zeichen in die Kopfhaut geritzt. Emily begibt sich für ihre Recherchen mit ihrer Freundin Anna, die noch sehr unter der Trennung von ihrem Freund Martin leidet, ins Kreisarchiv. Sie berichtet Emily von einem seltsamen Mann, der sie in einer altertümlichen Sprache angeredet hat, was jedoch schnell wieder in Vergessenheit gerät, als sie im Archiv von einem Archivar empfangen werden, der ihnen beiden Angst einflößt. Aus den Unterlagen geht hervor, dass der Stadtwächter Bastian Mühlenberg seinerzeit mit den Ermittlungen beauftragt war. Bei der Entschlüsselung der in die Köpfe der toten Frauen geritzten Zeichen muss er einen Wettlauf mit der Zeit angetreten haben, als das Leben seiner Verlobten auf dem Spiel stand.

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Zeitreise ins Ruhrgebiet – Elke Schleichs Roman „Gummitwist in Schalke-Nord“

Buchcover Gummitwist in Schalke-NordTauche ein in die 1960er Jahre des Ruhrgebiets – mit achtzehn liebevoll erzählten Geschichten über Kindheit, Sehnsucht und das Leben in Gelsenkirchen-Schalke. Elke Schleich lässt Erinnerungen lebendig werden und verwebt Lokalkolorit mit Zeitgeschichte.

Kindheit zwischen Minusgraden und Freibad

In den Wintermonaten herrschen noch strenge Minusgrade, Schnee bedeckt die Straßen. Im Sommer zieht es die Menschen an den Kanal oder ins Freibad. Inmitten dieser Kulisse wächst Leni mit ihren Eltern und den Geschwistern Uschi und Berni in Schalke auf. Ihr sehnlichster Wunsch zum sechsten Geburtstag – ein eigenes Pferd – bleibt unerfüllt. Neid auf die Freundin, die im Zoo Ponyreiten darf, und ein Angriff älterer Jungen stellen die Freundschaft auf die Probe.

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