Eigentlich haben sich Greta und ihre Freundin Lissy in dem Krimi Der Mond ist kalt und dunkel von Pola Kayser nur von Hamburg nach Binz auf Rügen aufgemacht, um an der Beerdigung von Gretas verstorbener Tante Frieda teilzunehmen. Die beiden Frauen steigen ausgerechnet im Hotel „Strandgold“ ab, in dem die ehemalige Besitzerin Renate Goldmann zunächst ihren Ehemann Ferdinand und danach sich selbst ermordet haben soll. Allgemeine Unruhe bricht aus, als die Rezeptionistin Marie behauptet, im Gartenhaus die Tote gesehen zu haben. So halten viele diese Erscheinung für das Auftauchen einer „Wiedergängerin“, einer „Untoten“. Gretas kriminalistische Neugier ist geweckt, denn ihre verstorbenen Ehemänner und auch ihr Vater waren bei der Kriminalpolizei beschäftigt.

Gemeinsam mit Lissy besucht Greta die alte Elsa Hoth, die sich als gute Freundin von Tante Frieda um die Bestattungsformalitäten gekümmert hat. Von ihr erfahren die beiden, dass die Verstorbene eine Hexe gewesen sein soll, die gewisse Fähigkeiten bereits von ihrer Mutter Luise geerbt hat. Im Haus der Tante stoßen sie beim Aufräumen auf mysteriöse Gegenstände. Doch nicht nur diese Entdeckungen lassen Greta und Lissy frösteln. Ein weiteres Todesopfer ist zu beklagen und auch mit dem neuen Besitzer des Hotels, Georg Tezlaw, scheint etwas nicht zu stimmen. Der unfreundliche Gärtner Fred Peters kommt ihnen äußerst verdächtig vor und sowohl von der Köchin Margret, als auch von der alten Elsa Hoth erfahren sie interessante Details, die zu allerhand Spekulationen führen.

Anders als das Vorbild „Miss Marple“ tritt die hier ermittelnde Greta in engem Rock und Pumps auf. Doch am Ende bringt sie sich und ihre Freundin Lissy genauso in tödliche Gefahr, wie es Miss Marple mit ihrem Helfer Mister Stringer auch immer erging. Allerdings war seine Rolle von der Autorin Agatha Christie, für die Pola Kayser schwärmt, nicht vorgesehen, was nur auf Druck der Darstellerin erfolgte, die eine Mitwirkung ihres Ehemannes zur Bedingung machte. In dem Kriminalroman Der Mond ist kalt und dunkel tritt die Polizei nicht in Erscheinung und der Leser erfährt nichts über den Stand der polizeilichen Ermittlungen. Der Inhalt des Buches konzentriert sich ausschließlich auf die Recherchen der beiden Frauen, von denen Lissy die bodenständigere ist. Greta erliegt mehr den Mysterien um Voodoo-Zauber und Schwarze Magie, weshalb sie das Haus der verstorbenen Tante unter allen Umständen verkaufen will.

Im Gegensatz zu Greta weiß der Leser schon nach dem Prolog, wer der Mörder sein muss. Lediglich den oder die Drahtzieher kennt er noch nicht, wobei er allerdings auch in diesem Punkt frühzeitig Vermutungen anstellen kann, wenn er besser als die Protagonistin eins und eins zusammenzählen kann. Der Spannung tut dies allerdings keinen Abbruch. Bei der Lektüre gelingt es Pola Kayser, den Leser gedanklich durch das Ostseebad Binz zu führen und bis auf das Hotel „Strandgold“ existieren die anderen erwähnten Hotels und Straßen. Sogar die Verwendung von biologischen Zutaten in der neuen „meerbar“ entspricht der Realität, was bei der Liebe der Autorin zu der Insel Rügen nicht verwundert.

Pola Kayser, Der Mond ist kalt und dunkel, Hinstorff Verlag 2013, Taschenbuch, 245 Seiten, ISBN 978-3-356-01604-8, Preis: 12,99 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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