Der Auftakt zu einer neuen Thriller-Reihe um die Kriminalpsychologin Alex Stietencron ist der Roman Purpurdrache von Sven Koch, der zumindest mit dem Meister des Horrors Stephen King die Initialen teilt.

Nach einem Studium an der BKA-Akademie hat Alexandra Gräfin von Stietencron zunächst ein Medizinstudium begonnen, dann aber auf Psychologie umgesattelt. Für ein landesweites Pilotprojekt, bei dem Psychologen die ermittelnden Kriminalbeamten unterstützen sollen, wird sie nach Nordrhein-Westfalen in den beschaulichen Ort Lemfeld geschickt. Doch noch bevor sie sich dort richtig eingelebt hat, wird eine junge Frau in einem Kornkreis ermordet aufgefunden. Die Ermittlungen der Spurensicherung lassen auf einen Ritualmord schließen.

Marlon Kraft, der Polizeireporter bei der Neuen Westfalenpost, war vor drei Jahren in ein Geiseldrama in einem Kindergarten verwickelt. Seinetwegen hatten die Scharfschützen geschossen und seinetwegen war der Kindergarten gestürmt worden. Eine Kugel hatte ihn an der Schläfe gestreift und eine Kugel hatte dem Geiselnehmer die Schulter zerfetzt, der nun im Hochsicherheitstrakt der Forensischen Psychiatrie sitzt. Weiterlesen »

Nachtleben, das klingt aufregend, abenteuerlich, vielversprechend, geheimnisvoll und ein wenig verrucht. Bei dem Wort denken viele an Nachtbars mit leiser Musik. Oder Kneipen, in denen die letzten Gäste herausgekehrt werden, die bereits mit dem Kopf auf dem Tresen liegen. Nachtleben klingt aber auch nach flackernden, blinkenden Lichtern, lauter Musik, tanzenden, singenden Menschen und überfüllten Diskotheken. Über all dies legt sich der Schleier der Dunkelheit, der auch ein Schleier des Vergessens ist. Fast jeder ist schon einmal mittags erwacht, nach einer vom Leben erfüllten Nacht, die so anders war, als der gewöhnliche Alltag.

Es gibt auch Berufe, die nur in der Nacht ausgeübt werden. Neben Kellnern, Diskothekaren und Musikern gehören dazu die Türsteher. Das Romandebüt von Mirco Buchwitz schildert die Erlebnisse eines solchen Türstehers. Zweifellos trägt dieser Roman autobiografische Züge. Neben diesen ist er auch ein Spiegel der Gesellschaft, in der die Individualisierung zu immer größerer Einsamkeit führt. Ein einsames Leben führt auch Richard, der Türsteher und Protagonist des Romans. Haltlos, ziellos und sogar ein wenig hoffnungslos stolpert er durch sein Leben, sein Nachtleben – irgendwo zwischen Partyzelt und Edeldiskothek. Affären mit Frauen gibt es, aber diese halten oft nicht länger als eine Nacht. Kaum ein Mensch schafft es, die dicke Mauer um Richard zu überwinden und zu seiner Seele vorzudringen. Wie auch, hat sich doch Richard selbst längst in einem Netz aus Lebenslügen verstrickt und den Bezug zu sich verloren. Weiterlesen »

Alle Jahre wieder… sind Bücher über, mit und um Katzen auf dem Gabentisch von Katzenliebhabern zu finden. So ist auch von der Autorin Andrea Schacht, Verfasserin von diversen Katzengeschichten, pünktlich zu Weihnachten der Roman Der fliegende Weihnachtskater erschienen.

Bei einem Besuch der Großmutter in Indien kauft die Pilotin Amita Rosenhag auf einem Bazar in Jaipur einen wunderschönen antiken Seidenteppich. Am Tag ihrer Abreise lässt sie ihn zusammengerollt in einem Überzug am Flughafen als Fracht an Bord bringen. Bei der Abholung im Zolldepot erfährt sie von einer Bekannten, dass in der Teppichrolle eine halb verhungerte indische Streunerkatze gefunden wurde. Amita hat Mitleid mit dem abgemagerten Tierchen und schmuggelt den Kater in einer Beuteltasche mit nach Hause. Doch der Kater Shardul ist sehr eigensinnig und bestraft sie mit Verachtung, denn er glaubt, dass Amita ihn aus seiner Heimat entführt hat. Sein größter Wunsch ist es auf dem antiken Seidenteppich durch die Lüfte zu fliegen, aber so oft er es auch versucht, der Teppich rührt sich nicht. Doch als Amita an Heiligabend bei einem Landeanflug in Schwierigkeiten gerät, gelingt es ihm, ihr auf dem fliegenden Teppich zur Hilfe zu eilen. Weiterlesen »

Die Mörderjagd kann spannend und fesselnd sein, doch wie man dabei dem Leser auch noch etwas Wissen über Flora und Fauna vermittelt, zeigt Christian Oehlschläger mit seinem Kriminalroman Der Waldvogel. Denn bereits bei dem Titel des Romans handelt es sich nicht, wie man annehmen könnte, um einen Vogel, sondern um einen Schmetterling, der letztendlich entscheidend zur Aufklärung des Falls beiträgt.

Der Aussteiger Bruno Janoske lebt in den Waldgebieten zwischen Hannover und Celle und vermeidet den Kontakt zu anderen Menschen. Er lebt von dem, was die Natur ihm bietet und was Waldbesucher achtlos zurücklassen. Auf einem Waldparkplatz an der Landstraße L310 zwischen Celle und Fuhrberg beobachtet er die Prostituierte Laryssa, die dort in einem Sexmobil ihrem Gewerbe nachgeht. So wird er Zeuge, wie der Freier Gottfried Märtens, der eine Vorliebe für Rollenspiele hat, fluchtartig das Sexmobil verlässt. Die Prostituierte wurde ermordet, mit einem Blumendraht erdrosselt und die Ermittler der Mordkommission Celle vermuten einen Sexualtriebtäter. Janoske, der das Geschehen am Tatort weiterhin beobachtet, wird von einem Reporter entdeckt und fotografiert. In Panik geraten, flüchtet er in das weitläufige Waldgebiet und macht sich dadurch verdächtig. Weiterlesen »

Lilly Lindner verarbeitet in ihrem autobiographischen Werk mit dem provokanten und mehrdeutigen Titel Splitterfasernackt ihre Erlebnisse als junges Mädchen, Heranwachsende und erwachsene Frau. Ihr Leben ist von Missbrauch und psychischen Problemen, die sich in Essstörungen entladen, und später von Prostitution geprägt. Das Buch ist nichts für schwache Gemüter.

Die Geschichte beginnt, als Lilly sechs Jahre alt ist und von einem Nachbarn sexuell missbraucht und vergewaltigt wird. Er entschädigt sein Opfer jeweils mit einer Tafel Schokolade, aber Lilly merkt doch schnell, dass an diesem Tauschhandel etwas mächtig falsch ist. Ihre Eltern sind keine Stütze, denn sie sind nicht besonders am Leben ihrer kleinen Tochter interessiert. Lilly ist der festen Meinung, dass man ihr ohnehin nicht geglaubt hätte, denn die Eltern mögen den freundlichen und unauffälligen Nachbarn. Lilly ist die einzige, die hinter die nette und allseits beliebte Maske des Nachbarn blicken darf und deren Leben dadurch zerstört wird.

Schnell bildet sich bei Lilly eine Essstörung aus, die ihr das Gefühl gibt, selbst über ihren Körper bestimmen zu können. Sie ist bald gefangen zwischen Hungern, Essen und Erbrechen, wobei sie sehr anschaulich ihre Gefühle und das Hin- und Hergerissensein beschreibt. Die Anorexie und die Bulimie werden so etwas wie ihre imaginären Freundinnen, mit denen sie ihr Leben teilt und bespricht. Weiterlesen »

Die 17-jährige Catherine, von ihrer Freundin Amanda nur kurz Cat genannt, ist intelligent und auch nicht hässlich, doch sie ist dick und das bleibt niemandem verborgen. Auch wenn sie den Anschein erweckt, dass sie sich mit ihrer Körperfülle abgefunden hat, ist sie doch unzufrieden. Mit Schokoriegel, Chips und Fastfood verschafft sie sich ihre Glücksmomente. Bei einem wissenschaftlichen Schulprojekt hat sie eine zündende Idee, als sie auf einem Foto die ganze Schönheit einer prähistorischen Frau betrachtet, die stark und entschlossen wirkt und sportlich schlank wie eine Athletin aussieht. Catherine möchte so aussehen wie sie. Nur einmal im Leben erfahren, wie es sich anfühlt, wenn man wirklich gut aussieht. Sie beschließt in einem Selbstversuch das Leben eines Homo erectus zu führen. Für das wissenschaftliche Experiment will Catherine für sieben Monate keine industriell gefertigten Lebensmittel konsumieren und sich ausschließlich mit naturbelassenen Lebensmitteln ernähren. Auch auf Computer; Handy, Fernsehen oder Autofahren, eben alles, was das moderne Leben erleichtert, will sie von nun an verzichten.

Als Catherine ihrer Freundin Amanda von ihrem Vorhaben berichtet, meldet diese Bedenken an. Kein Strom, kein fließendes Wasser und keine Seife, schnell stellt sich heraus, dass sie einige Ausnahmen machen muss. Nachdem ihr Forschungsprojekt angenommen wird, beginnt Catherine ihr Leben umzukrempeln. Weiterlesen »

Unter dem Namen B.C. Schiller hat das österreichische Autorenehepaar Barbara und Christian Schiller sein Erstlingswerk, den Thriller Töten ist ganz einfach veröffentlicht.

„Töten ist ganz einfach, sagen die Stimmen in meinem Kopf […].“ Gleich zu Beginn startet das Buch mit der erbarmungslosen Ermordung von Milan Drakovic. Der Geschäftsmann und Angehörige einer großen, einflussreichen Familie, fällt in Prag einer brutalen Gewalttat zum Opfer. Alle Spuren scheinen nach Linz zu dem internationalen Konzern Royal International zu führen. Daher wird der Linzer Kommissar Tony Braun von seinen Prager Kollegen zu den Ermittlungen hinzugezogen, um weitere Nachforschungen über die Drakovics und Royal International anzustellen. Doch kurz danach wird ein weiterer Mord verübt. Beide Mordfälle scheinen dabei in Verbindung zueinander zu stehen. Und eine atemlose Jagd beginnt.

Die Autoren setzen bei Töten ist ganz einfach bewusst auf ein sehr hohes Erzähltempo. Dies steigert zwar die Spannung, doch gleichzeitig wird der Leser bereits zu Beginn des Thrillers von einer Vielzahl von Personen und Handlungssträngen überrollt, was bei dem ein oder anderen zu Ratlosigkeit führen dürfte. Weiterlesen »

Endlich muss man nicht mehr lange bei Google nach einer Internet Adresse suchen. Für jedes interessante Thema bietet das Das Web-Adressbuch für Deutschland 2012 eine Auswahl der besten Web-Seiten. Insgesamt enthält das Web-Adressbuch die 6000 besten und wichtigsten Internet-Seiten für Deutschland. Hier steht so manche Seite an oberster Stelle, die bei der Suchmaschine gar nicht oder vielleicht nur ganz weit hinten aufgelistet wird. Denn hier geht Qualität über die Häufigkeit der Keywords. Mit den entsprechenden Keywords werden die erzielten Suchergebnisse bei den Suchmaschinen stetig beeinflusst, um dort die ersten Plätze im Ranking zu ergattern. Im Web-Adressbuch hingegen ist die Auswahl nicht von einer Suchmaschine erstellt worden, sondern handverlesen von einem Menschen geprüft worden. Dennoch versteht sich das Buch eher als eine Ergänzung zu den üblichen Suchmaschinen Google und Co, die gewisse Aspekte einer Suche einfach durch ihren maschinellen Suchvorgang nicht leisten können.

Viele Ergebnisse, die auf den Ergebnislisten der Suchmaschinen auftauchen, sind letzten Endes nur leere Seiten, die mit nutzlosen Keywords gefüllt sind. Viele langwierige Suchen enden am Schluss im Niemandsland und führen in komplette Sackgassen. Weiterlesen »

Mathilda und Trudi sind beste Freundinnen. In den Sommerferien will Trudi mit ihrer Mutter und deren Lover Jens nach Rimini in den Urlaub fahren. Doch bei dem Gedanken daran fühlt sich Trudi wie das fünfte Rad am Wagen. Bei einem Marktbesuch mit ihrer Freundin kommt ihr die Idee, Mathilda nach Italien mitzunehmen. Statt sich zwei Wochen am Pool zu langweilen, will sie die Ferien lieber mit ihr in der Nähe des Hotels auf einem Campingplatz verbringen. Mathilda ist begeistert, denn ihr Freund Jonas hatte sie vor einer Woche eiskalt per SMS abserviert und der Urlaub wäre genau das Richtige gegen ihren Liebeskummer.

Um in die Ferien fahren zu können, muss sich Mathilda ihr Urlaubsgeld in einer Gurkenfabrik verdienen. Die Arbeit am Fließband ist für sie der blanke Horror und bereits nach vier Stunden wird sie gefeuert. Wovon sollte sie nun den geplanten Urlaub mit Trudi bezahlen? Doch Nachbarin Henriette, die sozusagen zur Familie gehört, bringt sie auf die zündende Idee ihr Talent zu nutzen. Mathilda hat ein Faible für Klamotten und ist auch in der Lage eigene Kreationen zu entwerfen und zu nähen, die sich sehen lassen können. Weiterlesen »

Schon von jeher haben Philosophen erkannt, wie maßgeblich vor allem ein menschliches Miteinander für das Lebensglück ist. In ihrem allgemeinverständlichen Buch Glück kommt von Denken schreibt Heidemarie Bennent-Vahle über die Bedeutung philosophischer Reflexionen. Mit ihren Ausführungen versucht sie auch den philosophisch unerfahrenen Leser mit einer Reihe philosophischer Gedanken in Berührung zu bringen.

Dazu lenkt die Autorin den Blick zunächst auf die wichtigen Lebensthemen wie Liebe, Erziehung und Alter, um die Grundprobleme der modernen Gesellschaft aufzuzeigen. Bei einer zweckrationalen und zielfixierten Lebenshaltung nimmt die Überforderung durch die Arbeitswelt und der Verlust gesellschaftlicher Solidarität überhand. Durch Sucht nach Bestätigung und Anerkennung findet keine Selbstreflexion mehr statt, denn es kommt allein auf das Werturteil der Mitmenschen an. Höchste Zeit sich zu besinnen, wobei das philosophische Nachdenken hilfreich sein kann. Dazu ist Alleinsein erforderlich und Fremdbestimmung auszuschalten, denn jeder muss selbst der Urheber seiner Gedanken sein. Es gibt kein Rezept, um sich glücklich zu fühlen, obwohl viele Ratgeber etwas anderes glaubhaft machen wollen, schreibt Heidemarie Bennent-Vahle. So drängt sich die Erkenntnis auf, dass Lebensglück mit dem wechselvollen Prozess der Selbstverwirklichung verbunden ist. Weiterlesen »